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Sonstiges Gedichte und Experimentelles Diverse Gedichte mit unklarem Thema sowie Experimentelles.

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Alt 12.02.2018, 11:29   #1
männlich MiauKuh
 
Dabei seit: 08/2017
Alter: 33
Beiträge: 1.366

Standard Verschwurbelte Gedichte

Beim Anblick dieser Dichterzeilen wurde mir schlecht
und ich entschied mich, einfach nicht weiterzulesen.
Die Folge war, dass ich mich besser fühlte.
Jedoch, das hielt nicht lange und ich fing wieder an,
die Zeilen zu verfolgen.

Mir dröhnte der Schädel angesichts dieses Geschwurbels.
Fast alles darin erschien mir sinnlos und bekloppt
und hätte ich damals schon gewusst, was mich erwartete,
ich hätte garantiert nicht auch nur eines der Worte
aus diesen Dichterzeilen nochmal angeschaut.

Ich kotzte dann beim Lesen der letzten Strophe,
die vom „süßen Aderlass“ sprach, in Verbindung mit „Lebenshass“,
sich selber mit Giftlachen von Geschwafel umgab,
so tödlichen Giftlachen, dass ich weg wollte, soweit ich konnte,
der Strophe entfliehen, doch ich las sie tapfer bis zum Schluss.

Der letzte Buchstabe jagte mich hoch zum Dach des Hauses,
von wo ich nur kurz hinab nach unten sah,
mich gleich entschied zu springen. Solche Lyrik durfte nicht sein,
zumindest nicht in meinem Leben!
Am Boden angekommen, zerbrach mein halber Körper.

Ich öffnete die Augen im Krankenhaus und konnte kein Wort sprechen,
dazu kam auch noch das Gefühl, der Dichter wollte sich rächen:
Sein Hörbuch dudelte unentwegt, die letzte Strophe auf Repeat.
Ich dachte, dass es nichts Schlimmeres gibt und doch,
ich irrte mich wieder.

Im Himmel, hoch im Paradies, sitze ich nun fest.
Es ist tatsächlich nicht zu fassen, was hier läuft:
Der Engelschor singt Lieder vom besten Dichter aller Zeiten.
Der Frontmann Gabriel hebt an zur allerletzten Strophe
und mich erfasst der Wunsch, dem Himmel auf das Dach zu steigen.
MiauKuh ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.02.2018, 10:43   #2
männlich Dyspoesie
 
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Dabei seit: 02/2018
Beiträge: 176

Einfach großartig

Und den zweiten Daumen hoch gibt es für die Verwendung von "verschwurbelt" =)
Dyspoesie ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.02.2018, 21:54   #3
männlich Heinz
 
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Dabei seit: 10/2006
Ort: Hilden, NRW
Beiträge: 4.150

Lieber MiauKuh,
das musste wohl raus und - ja, das musste auch mal gesagt werden!
Ein kleines "aber": Der Text ist sehr prosalastig und eine Verknappung (ich bin wahrlich kein Freund des "Verdichtens") würde Deine Philippika knalliger machen.
Mei "aber" bezieht sich aber nur auf die Form. Inhaltlich: siehe oben).
Liebe Grüße,
Heinz
Heinz ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.02.2018, 12:26   #4
männlich Eisenvorhang
 
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Beiträge: 815

Ich stelle mir die Frage wann Gedichte, im Grunde Lyrik allgemein, nicht verschwurbelt waren? Nicht umsonst spricht man von Gesang...
Gesänge und Gedichte, die ergreifen sollen, in die Seele sehen, dass Herz fassen. Besonders aber auch die Sonette von Shakespear oder der Minnegesang im Allgemeinen. Es geht doch viel weiter zurück! Je älter die Menschheit wurde, desto abstrakter und nüchterner wurde die Lyrik.
Wenn ich mir die Gesellschaft so ansehe, wundert mich das nicht. Okay, die Gesellschaft war vielleicht noch nie anders, aber die Technologie, die sie formt hingegen schon.

Gedichte, die gebügelt sind, wo es nur Technik gibt und keine Rücksicht auf ein poetisches Wort genommen wird, sind in meinen Augen auch keine Gedichte und haben auch nicht das Anrecht verdient "Gedicht" genannt zu werden. Außer die tote Sprache dient der Form...

Sondern leblose Prosa mit Reim. Für mich ist der Schwurbel der einzige Grund warum ich Lyrik überhaupt mag. Ich will ein Gedicht lesen und mich durch Worte bewegt fühlen.

Ich verstehe deine Kritik in dem Gedicht leider gar nicht.

vlg

EV
Eisenvorhang ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.02.2018, 13:00   #5
männlich MiauKuh
 
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Alter: 33
Beiträge: 1.366

Natürlich habe ich mich hier böse lustig gemacht über das lyrische Geschwafel, das ich in älteren und neueren Texten gelesen habe. Beispielsweise auch bei Eichendorff.

Ob Lyrik das braucht? Klar braucht sie das! Sie hat diese Texte ja auch und sehr, sehr viele Menschen haben diese Art Lyrik auch genossen. Hin und wieder mag ich solche Texte auch. Andere Tage aber, so zurzeit, wird mir schlecht davon. Ich bin dieser Art Sprache überdrüßig geworden und sehne mich nach einer klar formulierten Sprache, die nicht übertrieben schnulzig und fernabstrakt daherkommt.

Die Diskussion über "poetische Wörter" hatte ich vor einer Weile schon mal mitgeführt. Meine Meinung dazu ist, dass es keine poetischen Wörter gibt, es sei denn es ist eben dieses geschwungene Geschwafel. Dabei steckt ja grade die geistige Leistung in eben diesen neuen Begriffen und Zusammenhängen, die durch diese Gedichte erst aufgedeckt werden. Trotzdem muss ich sie ja deswegen nicht mögen.

"Je älter die Menschheit wurde, desto abstrakter und nüchterner wurde die Lyrik."

Lyrik kenne ich ganz persönlich erst von Walter von der Vogelweide an und da wanderte es über viele Epochen hin durch Weltkriege, aber auch wunderschöne Lyrik (Mascha Kaleko) ... das lässt sich wirklich alles nicht einfach über den Kamm scheren. Zu fast allen Zeiten gab es diese und jene Dichter, und wir sind auch nicht großartig andere Menschen als die, die es vor uns gab. Wir haben die gleichen Empfindungen wie unsere Vorfahren, nur die objektiven Erlebnisse von uns sind andere.

Kurzum: Texte die mir nix geben sind für mich natürlich wertlos und ich kann an ihnen nur noch das Handwerk bemessen. Aber manchmal ändert sich ja der Blickwinkel auf einen Text und schon erstrahlt er in einem neuen, vielleicht wertvollem Glanz?!

Das Glasklare kann übrigens genauso furchtbar sein, wenn es zur Plattitüde wird. Einfache Aussagen, die jeder versteht, sind ja grade bei Schiller zu finden gewesen, oder Goethe, oder eben bei Heine. Und war es deswegen schlecht, gut, oder besser? Da ist wohl doch viel mehr hinter, als sich so einfach sagen ließe. So viel an Ansichten ist erlaubt, was Gedichte angeht, Gedichte können und machen ja auch alles mögliche mit uns, und das Alles beinhaltet eben auch das Nichts.

Manchmal möchte ich einfach meine Meinung sagen, zum Beispiel hier in diesem experimentellen "Gedicht", was zugegebenermaßen viel zu viel Prosa ist (ich weiß, Heinz!!).

Liebe Grüße!
MiauKuh ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.02.2018, 16:41   #6
männlich Eisenvorhang
 
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Beiträge: 815

Ja, du hast recht. Gedichte müssen bewegen und was bewegt ist subjektiv.
Der eine mag Goethe, der andere Rilke etc.

Es gibt viele Gedichte, auch von großen Dichter, wie eben Rilke oder Goethe, wo ich nichts damit anfangen kann.

Vielleicht verstand ich das Verschwurbelt auch vollkommen falsch ^^

vlg

EV
Eisenvorhang ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.02.2018, 22:41   #7
männlich Heinz
 
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Lieber MiauKuh,
na, da hast Du ja eine ganz hübsche Diskussion losgetreten. Ich selbst hab ja mal einem Säulenheiligen, zumindest ist er das in einem anderen Forum, mächtig auf den Schlips getreten, weil ich manche seiner Gedichte (deren Form in aller Regel perfekt ist) als schwallendes, hallendes Geschwafel empfand. Wobei "Geschwafel" fast ein Synonym für Geschwurbel ist. Geschwurbel ist für mich eine abwertende Bezeichnung für hohlklingendes, verwirrendes, durchaus auch hochtrabendes, verflochtenes Taumeln mit dem Anspruch Lyrik vom Feinsten zu sein.
Nein, ich bin nicht der Meinung, ein Gedicht müsse "glasklar" sein. So einen Anspruch stelle ich an wissenschaftliche, exakte, verifizierbare Textinhalte.
Ich will jetzt nicht darüber referieren, was für mich ein Gedicht ist. Ich "messe" ein Gedicht auch nicht an der Anzahl der Wörter pro Vers, an der Menge der Adjektive oder Metaphern.
Da, wo ein Gedicht metaphernüberladen und mit Wortgeklingel mehr Verwirrung als Klarheit schafft, spreche ich von Geschwurbel.
Und nochmal ein Nein zu der Aufforderung, ein Autor müsse "verdichten", um dem Vorwurf des Schwurbelns zu entgehen.
Eines unserer ältesten, und wie ich finde schönsten Liebesgedichte (von einer Frau geschrieben) ist:

Dû bist mîn, ich bin dîn:
des solt dû gewis sîn,
dû bist beslozzen
in mînem herzen;
verlorn ist das sluzzelîn:
du muost immer drinne sîn.

(Du bist mein, ich bin dein,
Dessen sollst du gewiß sein.
Du bist eingeschlossen
In meinem Herzen;
Verloren ist das Schlüsselein:
Du sollst immer darinnen sein.)

Verschwurbelt würde es sich vielleicht so anhören:

Du, herzallerliebste, letzte Rose des Sommers,
der seidene Fäden zu spinnen sich anschickend
den Buntblätter reichen Herbst begrüßt,
bist allererste Wahl meines in Lieb entbrannten
Herzens und ich, sei ich auch Birn oder Apfel,
bin, wenn du mich erkiesest, dein.
Wisse, du Rosenblättrige, und achte nicht
der dicken Wände der kerkernden Mauern,
deren Fenster, selbst die Türen verschlossen
und nur durch meines Dietrichs öffnende Macht
fürs Nächste wortlos befinden,
dass du für Äonen Sklavin mir bist und Geliebte.

Liebe verschwurbelte Grüße,
Heinz
Heinz ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.02.2018, 23:01   #8
weiblich Ilka-Maria
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Ich bin nicht amüsiert darüber, dass hier zwei Autoren auf m.E. hinterhältige Weise durch den Kakau gezogen werden. Einesteils maßt ihr euch an, über das "Geschwurbel" und "Geschwafel" anderer Autoren herzuziehen, andererseits macht ihr das wie die Klatschweiber im Treppenhaus, was mir kaum besser erscheint. Da möchte ich doch mal dich, Heinz, mit einer deiner häufigen Forderungen zitieren, nämlich "Ross und Reiter zu nennen".

Man könnte fast meinen, dass euch die beiden Schreiber hier fehlen und ihr euch verzweifelt Ersatz beschaffen müsst.
Ilka-Maria ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.02.2018, 23:35   #9
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Ilka,

zumindest bei mir liegst du mit deinem Kommentar komplett daneben.
Mein Gedicht richtet sich gegen niemanden persönlich und auch nicht gegen irgendwelche ominösen zwei, die im übrigen dir, nicht mir, hier in den Sinn kommen, sondern stellt lediglich meine eigene aktuelle Auffassung gegenüber lyrischem Geschwafel dar.

Wenn du es ganz genau wissen willst:
"The Good Place" (Fernsehserie) thematisiert in einer Folge die 3600 Manuskriptseiten eines Autors über Moral und Ethik, die feinstes Geschwurbel waren und niemand hatte sie je verstanden. Weil mitten drin behauptet wurde, das Gegenteil könne ja hin und wieder auch der Fall sein.

Das war der zündende Funke für meine seit Wochen schwelende Meinung, dass manche Dichtung zu geschwafelt wäre, meine eigene übrigens auch und viele Autoren rasseln dann mal durch dieses Schwafel-Raster.

Sicherlich haben einige Dichter ohnehin ihre Phasen mit mal romantischen, mal abstrakten, mal geschwurbelten, mal präzisen Texten. Selbst die Sprache ändert sich womöglich?

Deswegen braucht sich aber niemand persönlich von diesem Werk hier angegriffen fühlen, deswegen auch keine Namen, weil es eben unspezifisch ist.

Ilka,
ich finde es bedauerlich, dass du mir hier Hinterhältigkeit vorwirfst.
Das fasse ich als eine persönliche Beleidigung auf. Schade, ich habe dir überhaupt nichts getan und deine Behauptungen sind, dass muss ich dir nochmals deutlich sagen, beide unwahr.
Sowohl die, dass ich irgendwelche zwei gegangenen Dichter meine, die du dir in deinem Irrtum herbeigedacht hast, noch die, dass ich hinterhältig bin.
MiauKuh ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.02.2018, 23:39   #10
weiblich Ilka-Maria
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Vielleicht hat Heinz etwas dazu zu sagen, den ich mitangesprochen habe. Bis dahin kannst du dein Beleidigtsein erst einmal auf Eis legen. Gegen dein Gedicht als Ausgangspunkt hatte ich noch nichts einzuwenden.

Gleichwohl sollten die User hier nicht unterschätzt werden. Es ist klar erkennbar, um wen es zumindest nach dem Kommentarverlauf in diesem Faden geht.
Ilka-Maria ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.02.2018, 00:02   #11
männlich Heinz
 
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Hallo Ilka-Maria,
natürlich will ich was dazu sagen.
Ich hatte mal einen "Gedankenaustausch" - das habe ich doch nett gesagt - mit E. Kykal. Und richtig: Manche seiner Gedichte empfinde ich als Geschwurbel im oben beschriebenen Sinn.
Aber - mein Beitrag zu MiauKuhs prosalastiger Philippika ist kein Nachtreten gegen einen Abgetauchten, sondern meine eigene Meinung zu verschwurbelten Gedichten. Meine nicht ganz ernstgemeinte Verschwurbelung des Gedichts "Du bist mein..." hat nichts vom Sprachduktus oder gar der perfektionistischen Gestaltung Ekys. Mit anderen Worten: Du bist wirklich auf dem Holzweg.
Unbeleidigt und mit einem Gutenachtgruß,
Heinz

Geändert von Heinz (15.02.2018 um 01:17 Uhr)
Heinz ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.02.2018, 00:04   #12
weiblich Ilka-Maria
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Okay, danke. Dann ist das geklärt.
Ilka-Maria ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.02.2018, 08:16   #13
männlich MiauKuh
 
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Zitat:
Zitat von Heinz Beitrag anzeigen
[...]

Dû bist mîn, ich bin dîn:
des solt dû gewis sîn,
dû bist beslozzen
in mînem herzen;
verlorn ist das sluzzelîn:
du muost immer drinne sîn.

(Du bist mein, ich bin dein,
Dessen sollst du gewiß sein.
Du bist eingeschlossen
In meinem Herzen;
Verloren ist das Schlüsselein:
Du sollst immer darinnen sein.)

Verschwurbelt würde es sich vielleicht so anhören:

Du, herzallerliebste, letzte Rose des Sommers,
der seidene Fäden zu spinnen sich anschickend
den Buntblätter reichen Herbst begrüßt,
bist allererste Wahl meines in Lieb entbrannten
Herzens
und ich, sei ich auch Birn oder Apfel,
bin, wenn du mich erkiesest, dein.
Wisse, du Rosenblättrige, und achte nicht
der dicken Wände der kerkernden Mauern,
deren Fenster, selbst die Türen verschlossen
und nur durch meines Dietrichs öffnende Macht
fürs Nächste wortlos befinden,
dass du für Äonen Sklavin mir bist und Geliebte.

Liebe verschwurbelte Grüße,
Heinz
- Unterstreichungen durch mich.

Hey Heinz,

genau das ist der Punkt den ich mit der Verschwurbelung meine, diese unerträgliche Versüßlichung von klaren Dingen. Ich bin ihr im Moment über!! Bääh. Herzallerliebste , seidene Fäden der Liebe gesponnen *buääh* :-)

ich empfinde deinen Text als treffende Persiflage und Verhohnepipelung, die eben genau meine Kritik trifft. Aber ja, ich hab so ein Geschwafel auch schon losgelassen Was solls.

Liebe Grüße
MiauKuh ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.02.2018, 12:12   #14
männlich Heinz
 
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Lieber MiauKuh,
dass kleine, reizende Gedicht "Ich bin dein..." hat es eigentlich nicht verdient, verhonepiepelt zu werden, aber bei der Suche nach einem kurzen Gedicht fiel mir im Moment nichts anderes ein.
Ich denke, wir haben beide dieselbe Einstellung zur Schwurbelei.
Liebe Grüße,
Hein
Heinz ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.02.2018, 15:44   #15
männlich MiauKuh
 
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Das auf Ewig das Geschnulze
sich noch selber übertreffe,
um als Wärme feinster Wonne
aller Herzen sich zu suchen:
In der Liebe in der Schwelgung
nach Durchsiebung heißer Herzen
mit den Rosen, ihren Dornen
ohne Schmerzen nur mit Zärtniss.

O! Creolenartger Zauber:
Webe Pflaster mir auf Wunden
meiner Marter, meiner Trauer,
meiner Sehnsucht nach dem Liebsten,
dessen Lüste nach der andern
immer standen, schon derweilen
sein verherztes Liebesgrinsen
mich durchzückte, Küsse schürfte,
meine Brüste bebend zwickte,
steifstes Fühlen mir zudorten!
Doch der Liebste, er verließ mich.

Tränen einsam! Schwere Tränen,
tausendfacher Mord an Seelen,
leid noch immer, leide nachhalt,
leide Himmelwärts zur Hölle,
Ach oh einsam! Ach oh Furcht!
Schweigsamkeit für bleiche Seele!
Dämmerschlaf, ich will ihn wählen,
leidend schwinde ich für immer.
Liebster jetzt odero: Nimmer!

Wähltest nein? Ich sack zu Boden
vollgesogen sind die meinen
schwachen Adern am verenden,
sag ich liebte, sag ich lebte!
Meine Brust, oh ja! sie bebte,
bei Berührung, doch du grinsest
und ich gehe nicht in Frieden.
Spreche Flüche! Schwarze Flüche,
blau und lila dir zum Herzen,
das du kalt wirst und betrogen
deine Lebenszeit erfahrest!

Leide nun auf immer,
mich bekommst du nie und nimmer!
Nicht in Hölle nicht im Himmel!
Doch du lachst nur, grinst verächtlich,
so verstreichen die Sekunden
meines Todes, meines Lebens,
bis zum Zeitpunkt meines Schwebens
Richtung Unten, Richtung oben?
Warum wird hier abgebogen!?

Geändert von MiauKuh (15.02.2018 um 19:52 Uhr)
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