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Alt 28.07.2010, 03:09   #1
männlich cryme
 
Dabei seit: 07/2010
Ort: Koblenz
Beiträge: 1

Standard Glück

Ich hoffe ist der richtige Bereich, in dem ich hier poste. Ist das erste mal, dass ich etwas geschrieben habe. Vielleicht gefällt es ja jemandem.


Der Geschmack von schalen Bier im Mund und kalter Rauch in der Nase, erwache ich unausgeruht, wie gerädert. Mein Rücken schmerzt. Meine Bettstatt ein Konstrukt aus Pressspan und Schaumstoff. Eine billige Schlafcouch. Der Bezug abgenutzt. Neben mir, eine Frau, die ich nicht liebe. Sie schläft noch. Im Aschenbecher ein halber Joint. Ich steck ihn mir an, ziehe zwei, drei Mal und schließe die Augen. Warum bin ich hier? Die letzten Nächte haben wir nicht einmal miteinander gefickt. Druck im Lendenbereich muss ich also als Grund ausschließen. Ich schwinge mich aus dem Bett und schmeiß mich in meine Klamotten, verabschiede mich kurz, um nicht unhöflich zu sein, und verschwinde. Die Sonne blendet mich. Meine Augen brauchen noch etwas Zeit zum adaptieren. Zu Hause angekommen, checke ich meine zahlreichen social communitys. Neben zwei richtig beschissenen Bands, die meine Freunde bei MySpace sein wollen, scheint sich niemand um mich zu scheren. Ich bestätige die Freundschaft; besser als nichts. Ein Blick auf den Kalender verrät mir, dass heute Dienstag ist. Schade, noch 2 Tage bis Donnerstag, an dem ich das Wochenende einläute und mich mal wieder gepflegt umschmieren kann. Nochmals MySpace, Facebook, und co. überprüfen. Suprise, suprise, noch immer 0 neue Nachrichten. Die F5 Taste ist mein bester Freund. Mein bester Freund und ich, die bekackte F5 Taste. Nicht, dass ich besonders scharf drauf wäre, von jemand bestimmten kontaktiert zu werden. Genaugenommen wären mir die meisten Menschen sogar lästig. Vielmehr ist es das Warten auf Veränderung. Warten darauf, dass irgendetwas passiert und mich aus meinem tristen Alltag reißt. Und sollte das zum wiederholten Male nicht eintreten, einfach nur den Tag rumbekommen erst einmal. Einen Tag, wie der davor, wie der davor, wie der davor. Die einzige Variation besteht in der Menge des konsumierten Biers und der gerauchten Joints. Ich muss mal weniger trinken. Weniger trinken, bevor ich Alkoholiker bin. Bin ich erst einmal süchtig, bleibt nur ein krasser Strich. Nie mehr trinken oder Sucht. Sucht oder nie mehr ein Bier. Nie mehr ein Bier. Ausgeschlossen. Guter Grund! Heute Abend nur drei Bomben Hansa Pils, anstatt vieren. Die Sonne geht langsam unter, ohne dass ich irgendetwas Produktives getan hätte. Es sei denn, man sieht Masturbieren als produktiven Zeitvertreib an. Vier Mal masturbieren. Während der Himmel über diverse Graustufen langsam zu einem durchdringenden schwarz wird, werde ich einsam. Ich werde einsam, ohne jemanden zu vermissen. Ohne jemanden bestimmtes zu vermissen. Ich vermisse die wahre Liebe. Ich will eine Frau, die ich wirklich Liebe. Nicht wieder ein Kompromiss, wie sooft zuvor. Zwei Kinder, am liebsten Mädchen. Vielleicht einen Hund oder auch eine Katze. Ich will Liebe , ich will Glück. Das will ich! Ich telefoniere kurz, wickel zwei Joints vor, kaufe mir fünf Bomben Hansa im Späti und mach mich auf den Weg zu der Frau, die ich nicht Liebe.
cryme ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.07.2010, 11:56   #2
männlich Whomas
 
Dabei seit: 05/2010
Ort: Erlangen - Bamberg (wechselnd)
Alter: 30
Beiträge: 16


Die kurzen Bilder die du malst gefallen mir gut. Der triste unausweichliche Alltag der sich nicht ändern wird, die fehlende Einsicht das man selbst verantwortlich für Veränderungen ist und diese stupide Hoffnung die einfach schon Routine geworden ist, sind klar getrennt. Diesen abgehackten Satzbau aus Gedankenfetzen mag ich selbst recht gerne. Trotzdem ergibt sich ein flüssiges Bild.
Whomas ist offline   Mit Zitat antworten
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