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Alt 17.03.2017, 19:02   #1453
weiblich Corazon De Piedra
 
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Was daran sollte neu sein?
Das Buch ist von 2016, das ist doch relativ neu.

Corazon
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Alt 17.03.2017, 19:23   #1454
männlich Ralfchen
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Daß Martin Luther ein Judenhasser und Bauernfeind war, ist schon zu seinen Lebzeiten bekannt gewesen.
Was daran sollte neu sein?
na ja die alte copd muss sich ja mit irgend etwas einen intellektuellen heiligenschein, wenn sie nachweislich schon die unheiligste vororten ist - oder - süsses romerle?
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Alt 17.03.2017, 19:49   #1455
weiblich Ilka-Maria
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Daß Martin Luther ein Judenhasser und Bauernfeind war, ist schon zu seinen Lebzeiten bekannt gewesen.
Was daran sollte neu sein?
Nix. Im Grunde reiten jetzt etliche Autoren und Verlage auf der Luther-Welle anlässlich des Jubiläums "500 Jahre Reformation" mit. So ein Geschäft muss man natürlich mitnehmen, obwohl die Zeitungen schon seit Monaten derart viel über Luther und die Reformation schreiben, dass man die Bücher gar nicht mehr zu lesen braucht.

Interessant ist jedoch, was im Zuge dieses Jubiläums über diese umbruchreiche Zeit mitgezogen wird. So ist z.B. von Klaus-Rüdiger Mai ein sehr schön illustriertes Buch mit dem Titel "Gutenberg - Der Mann, der die Welt veränderte" bei Propyläen erschienen:
Gutenberg war zwar schon einige Jahre tot, bevor Luther zur Welt kam, aber die Erfindung des Buchdrucks wurde für den wachsenden Protest gegen den bezahlten Sündenerlass insofern von Bedeutung, als Ablasszettel in immer höheren Auflagen gedruckt und unter das Volk gebracht werden konnten (ab Mitte des 15. Jh.). Die Leute brauchten nur noch ihren Namen draufzuschreiben.
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Alt 18.03.2017, 00:01   #1456
Thing
 
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C. David Heymann, "A Woman Named Jackie".

Anlässlich des Film "Jackie" mit Natalie Portman, der kürzlich in die Kinos kam, habe ich die Biografie über Jacqueline Kennedy aus dem Regal geholt, die dort schon seit vielen, vielen Jahren darauf wartete, gelesen zu werden. Das Buch ist sehr umfangreich - fast 700 Seiten - und sehr detailliert. Ich war überrascht, eine Jackie präsentiert zu bekommen, deren Wesen ich mir ganz anders vorgestellt hatte und die mir aus meiner Jugendzeit, als sie die First Lady in den Vereinigten Staat war, völlig anders in Erinnerung ist.

Das Buch, Ende der Achtziger Jahre publiziert, ist übrigens in einem sehr guten Stil geschrieben.
Das klingt interessant.
Ich hatte mir nämlich auch eine ganz bestimmte Vorstellung von Jaqueline Kennedy gemacht, die ich bis heute nicht revidierte.
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Alt 28.03.2017, 18:08   #1457
männlich mimimi
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Ich kann jeden das Buch von "Michael Schade - Irreguläre Tage" empfehlen.
Ein Künstler und Autor, der viel zu jung von uns ging.

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Alt 28.03.2017, 20:00   #1458
weiblich Ex-Richmodis
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Hitler. Eine Biografie.

von Joachim Fest.

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Alt 28.03.2017, 20:48   #1459
Thing
 
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Hitler. Eine Biografie.

von Joachim Fest.

Sehr lesenswert.
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Alt 01.06.2017, 16:28   #1460
männlich Amerdi
 
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Ich habe heute den historischen Roman "der schwedische Reiter" von Leo Perutz, aus dem Jahr 1936 ausgelesen.
Die Geschichte ist um 1700 angesiedelt, in den historischen Kontext der Eroberungsfeldzüge des Schwedenkönigs Karl XII, in einem durch den dreißigjährigen Krieg in chaotische Zustände gestoßenen Europa. Sie handelt von einem intriganten Identitätsdiebstahl, den ein landstreichender Langfinger an einem desertierten schwedischen Edelmann begeht.
Die beiden begegnen sich zufällig in einer Scheune und ziehen dann als verbrüderte Vagabunden durch Schlesien, das von Dragonersoldaten durchritten wird, die die Gesetzlosen an jeder Wegeskreuzung aufknüpfen. Ziel des Diebes sind die Steinbrüche und Brennöfen eines tyrannischen Bischofs, in die sich die Kriminellen des Landes vor dem Henker flüchten und in denen die Herumtreiber, auf deren Hals ebenfalls der Strick wartet, gegen Knochenarbeit, zumindest eine Suppe bekommen.
Plan des aus einem fremden Heer desertierten Adeligen ist es in der schwedischen Armee, unter seinem König zu dienen.

Ich will garnicht vorwegnehmen, auf welchen Wegen es nun zum Identitätswechsel kommt, kann aber versichern, dass die ganze Geschichte ausserordentlich spannend abläuft und mit einer ausgezeichneten sprachlichen Gewandtheit erzählt wird, die sich in sehr figurativen Formulierungen und immer wieder in poetischen Wendungen zeigt.

https://www.amazon.de/schwedische-Re.../dp/3423131608
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Alt 01.06.2017, 18:02   #1461
Thing
 
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Wie schön!
Leo Perutz war einer der begabtesten Schriftsteller seiner Epoche.
Von ihm außerdem sehr erfolgreich und (von mir) empfohlen:

Der Meister des jüngsten Tages
(mit Helmut Lohner und Michael Degen verfilmt) und
Wohin rollst Du, Äpfelchen...

Schön, daß er dem Vergessen hier entrissen wurde.
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Alt 01.06.2017, 21:43   #1462
weiblich Ilka-Maria
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Klaus-Rüdiger Mai: "Gutenberg" (Propyläen/Ullstein, 2016)

Für den Autor muss die Rekonstruktion der Biografie Gutenbergs eine Herkulesaufgabe gewesen sein, denn über den Erfinder des Buchdrucks ist wenig überliefert. Da galt es, Mosaiksteinchen zusammenzutragen und nach dem Motto "hätte, könnte, Konjunktiv" ineinanderzufügen.

Eins aber ist unbestritten: Gutenberg stand am Anfang einer neuen Epoche, die bis in unsere Zeit hineinwirkt. Seine Erfindung ermöglichte die Verbreitung von Wissen, und es waren Lehrbücher, die Gutenberg vervielfältigt haben wollte.

In Verbindung mit Luthers Aufwertung des Individuums (kein Priester sollte mehr die Schaltstelle zwischen Mensch und Gott sein), sowie der Übersetzung der Bibel in eine einheitliche deutsche Sprache, so dass jeder sie selbst lesen konnte, war diese Entwicklung revolutionär. Vorbei waren die Zeiten, in denen sich nur reiche Leute teure handschriftliche Kopien leisten konnten! Gutenberg und Luther öffneten den unteren Schichten das Tor zur Selbstwahrnehmung und zur Bildung.

Der Verbreitung von Wissen waren alle Bahnen freigemacht. Heute mutet der Umgang mit Zeitungen, Magazinen, Büchern, Reklamematerial etc. dermaßen normal an, dass niemand mehr einen Schimmer davon hat, was Gutenbergs Erfindung für die technische und wirtschaftliche Entwicklung des Abendlands bedeutete.
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Alt 07.06.2017, 22:45   #1463
männlich Amerdi
 
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Ja, Thing! Ich hoffe, dass Perutz wieder mehr Popularität findet.



Gestern las ich Alexander Lernet-Holenias kleinen Roman "Ein Traum in Rot".

Günther Fischer schreibt in der Zeitschrift "Der Tagesspiegel", Berlin 8. 6. 1997, unter "K.u.K. bis ins Mark - Ein phantastischer Roman von Lernet-Holenia wieder aufgelegt":

..."Der vorliegende Roman erschien 1939 zum ersten Mal. Vielleicht liegt es daran, daß dieses relativ kurze Buch, das mit 'Der Mann im Hut' (1937) und 'Mars im Widder' (1941) zu den Hauptwerken Lernet-Holenias im Bereich des Phantastischen gehört, weitgehend unbeachtet blieb. Es ist eine seltsam anrührende Arbeit. Voll elegischer Trauer über den Untergang des russischen Zarenreiches und einem weihevollen, für uns heute ungewohnt hohen Sprachduktus, erzählt es von Rosenthorpe, der nach der Oktoberrevolution auf dem polnischen Gut des Erzählers Chlodowski, eines geflohenen russischen Adeligen, eintrifft. Doch er ist nicht der, der er zu sein scheint: Er ist ein Dämon, ein Teufel, der Antichrist, der von Dschingis-Kahn abstammt. Aber, und hier wird der Roman genial doppelbödig, das Böse, das er verbreitet, erwächst ausschließlich aus seinem Wunsch, Gutes zu tun. Seine Güte erweist sich stets als tödlich, seine Schönheit führt ins Verderben, sein Kuß besiegelt den Untergang. Virtuos spielt Lernet-Holenenia hier mit Versatzstücken unserer Kultur - angefangen von Judas Verräterkuß bis hin zum tödlichen Bruderkuß der Mafia - und stellt doch eindringlich klar: Gut und Böse sind untrennbar miteinander verbunden, die Liebe zum Menschen kann zu Mord und Totschlag führen. Diesen Grundgedanken, der in der gnostischen Vorstellung von der Undenkbarkeit Gottes ohne seinen Widerpart, den Teufel, wurzelt, spricht Chlodowski, der bald unter den Trümmern seines Hofes begraben werden wird, am Ende des Romans aus: 'Denn auch das Böse kommt von Gott, es ist sein Wille, daß es die Welt läutere.'

Heute gelesen, erscheint Lernet-Holenias Roman wie ein düsteres Omen, das den unheilvollen Aufstieg Hitlers hellsichtig vorausmeldet. Von grotesker Komik sind darüber hinaus Szenen, in denen Lernet-Holenia das Leben und Überleben der Adligen nach der Revolution schildert: Als Stallknechte, Diener, Köche und Waschmägde arbeitend, schwadronieren sie über vermeintliche Heere und Generäle, die demnächst den Sieg und die Wende herbeiführen werden, das leiseste Gerücht gibt ihnen Anlaß zu abendfüllenden Spekulationen. Bitter läßt einen vor allem die Erkenntnis zurück: Die Geschichte geht unterschiedslos über den einzelnen hinweg, und mit Menschen voll verzweifelter Hoffnung hat ein leibhaftiger Dämon wie Michail Rosenthorpe leichtes Spiel."

Für mich war vorallem das rätselhaft Unheimliche des Buches ein Genuss, die Wippe zwischen Wirklichkeit und Wahn, die der Autor mit großer Sprachkunst in Schwung hält, denn Lernet-Holenia, der, mit Leo Perutz, oft als Meister des Phantastischen seiner Epoche in Österreich genannt wird, verstand es in ungewöhnlichen und eindrücklichen Formulierungen und Bildern zu schreiben.
Ich empfehle das Buch! Übrigens auch seinen "Baron Bagge", der ebenfalls ein Meisterstück der Phantastik ist.
Amerdi ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.06.2017, 12:52   #1464
Thing
 
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Ich empfehle das Buch! Übrigens auch seinen "Baron Bagge", der ebenfalls ein Meisterstück der Phantastik ist.
Oh, oh, oh!
Ein Kenner!
"Der Baron Bagge" und "Der Golem" (v. Gustav Meyrink) sind die einzigen Romane, die ein Traumerlebnis schildern können.

(Hans Reimann)


Sehr zu empfehlen:
"Der Golem" von Gustav Meyrink.
Ich habe ihn mindestens zehnmal gelesen und kann manche Sätze aus dem Gedächtnis rezitieren - wenn und wo sie passen.

Rein phantastisch, trotzdem des realistischen Hintergrunds nicht entbehrend:

"Die letztze Welt"
von Christoph Ransmayr.
(Habe ich auch s e h r oft gelesen; ein Kapitelchen konnte ich aufsagen).
Nimmt vom ersten Satz an gefangen und läßt nicht wieder los.

Ich grüße sehr, sehr herzlich!

Thing
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Alt 10.06.2017, 20:43   #1465
männlich Versard
 
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Clemens J. Setz - Die Stunde zwischen Frau und Gitarre.
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Alt 12.06.2017, 17:13   #1466
männlich Amerdi
 
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Zitat:
Zitat von Thing Beitrag anzeigen
Oh, oh, oh!
Ein Kenner!
"Der Baron Bagge" und "Der Golem" (v. Gustav Meyrink) sind die einzigen Romane, die ein Traumerlebnis schildern können.

(Hans Reimann)


Sehr zu empfehlen:
"Der Golem" von Gustav Meyrink.
Ich habe ihn mindestens zehnmal gelesen und kann manche Sätze aus dem Gedächtnis rezitieren - wenn und wo sie passen.

Meyrinks Golem steht schon seit längerem auf meiner Liste. Habe bisher nur seinen weißen Dominikaner gelesen, der mir sehr gefallen hat durch seine unheimliche, rätselhafte, mit mystischer Weisheit durchmischte Atmosphäre, in deren Dunst eine wirklich spannende und rührende Liebesgeschichte sich zuträgt.
Das Buch spielt intensiv mit den Grenzen zwischen Traum, Illusion und Realität und hat darin einen solchen Eindruck auf mich gemacht, dass ich in der Nacht nach Beendigung der Lektüre tatsächlich einen luziden Traum hatte (ohne jedwede sonstige Vorbereitung). Seither gelingt mir dieser Zustand recht häufig.

"Die letzte Welt" habe ich noch nicht gelesen, Thing, ist aber nun notiert.
Merci!


liebe Grüße zurück
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