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Alt 03.11.2016, 18:03   #1
männlich salatwsauce
 
Dabei seit: 11/2016
Ort: Hannover
Beiträge: 1

Standard "Gefühle"

Vorab möchte ich anmerken, dass dies meine erste Geschichte ist die ich je geschrieben habe. Ich hab mich nicht auf eine bestimmte Textsorte beschränkt. Ich bin für Kritik offen und möchte einfach mal eure Meinungen dazu hören. Bin mir außerdem nicht ganz sicher, ob das hier das richtige Unterforum ist. Also wenn bitte korrigieren!

Er war sich seiner Umgebung nicht einmal bewusst. Seine Knie waren schwer, viel zu schwer. Er sah zum Himmel empor. Der Himmel war so klar wie eh und je. Er fiel auf die Knie und begann zu weinen. Er wusste nicht warum. Weitere Fragmente kamen ihm ins Gedächtnis. Er war auf einer Wiese, Es war schön, so wunderschön und trotzdem konnte er nicht aufhören zu weinen. Er stand auf und versuchte weiter zu gehen. Er fand einen Tunnel mit strahlend hellem Licht am Ende. Voller Erwartungen ging er hinein, mit dem Streben, das Ende zu erreichen. Er fuhr fort, ging immer schneller und schneller. Seine Gefühle wurden klarer und klarer. Die Gefühle, die seine Mutter ihm gab, die Gefühle, die er von seinem Vater erhalten hat. All diese wunderbaren Gefühle. Das Gefühl, welches ihm seine Freunde gaben, wenn sie ihn unterstützt haben, egal was passierte. Das Gefühl was er hatte, wo er mit seiner Freundin auf der Couch gekuschelt hat. Sie wurden mit jedem Schritt stärker und stärker. Er vergaß fast all diese wunderbaren Gefühle. Je tiefer er ging, desto stärker wurden sie. Als er fast am Ende war, fühlte er etwas irgendwie Beruhigendes, voller Klarheit. Er streckte seine Beine durch das strahlend helle Licht und spürte eine vollkommene Stärke, als könnte er alles überwinden. Eine gigantische Vielfalt von Gefühlen überrannte ihn. Er ließ sich einfach fallen. Er fiel weiter und weiter bis er schließlich merkte, dass er geschlafen hat und das all das, was er gerade gespürt hat, nur ein Traum war. Aber er fühlte sich nun irgendwie bereit, sich all seinen Problemen zu stellen, weil er nun realisiert hat, was er wirklich im Leben hat und wer alles hinter ihm steht. Er wurde sich seiner Umgebung nie bewusst und bemerkte nie, in was für einer wunderschönen Welt er eigentlich lebt. All diese schlechten Gefühle sind es nicht einmal wert gespürt zu werden, da es viel zu viele gute Gefühle gibt, die man fühlen kann.
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Alt 03.11.2016, 18:43   #2
weiblich Ilka-Maria
Forumsleitung
 
Benutzerbild von Ilka-Maria
 
Dabei seit: 07/2009
Ort: Arrival City, auf der richtigen Seite des Mains
Beiträge: 21.594


Willkommen bei Poetry, salatwsauce, und viel Spaß!

Zunächst einmal, was Du an Deiner kleinen Erzählung gut gemacht hast (bewusst oder instinktiv?): Sie ist in die klassischen drei Akte aufgeteilt, Exposition, Herausforderung/Krise und Höhepunkt/Wandlung, wobei die Krise – hier dargestellt als Traum – den Hauptanteil ausmacht. Zuerst ist der Protagonist schwach und offenbar von dem Leben, das er gerade hinter sich gelassen hat, stark mitgenommen. Als er zu meinen glaubt, endlich das Paradies gefunden zu haben, beginnt seine Genesung. Dann kommt ein kurzer Rückfall, als er erkennt: Es war nur ein Traum. Aber er spürt, dass ihm dieser Traum etwas gegeben hat, nämlich die Kraft, nach vorn zu blicken und seinen Weg zu Ende zu gehen. Sehr schön.

Mit dem Protagonisten habe ich jedoch ein Problem: Er hat keinen Namen, sondern wird lediglich mit „Er“ als eine männliche Figur vorgestellt. Das kann man so machen, wenn der Erzähler ein außenstehender Beobachter ist, aber für den Leser wäre es gut, wenn diese namenlose Figur einige Merkmale hätte. Zum Beispiel könnte man sie als alt oder jung, groß oder klein, gedrungen oder drahtig, dunkelhaarig oder blond darstellen, die Kleidung beschreiben sowie sonstiges Outfit (z.B. Rucksack) oder andere Dinge, die im Leser die Phantasie wecken und ihn Mutmaßungen anstellen lassen, woher der Protagonist kommen und was er vorhaben könnte. Kurz gesagt: Der Leser muss sich ein Bild von der Figur machen können.

Füllwörter oder Wörter, die keine notwendige Information geben, unbedingt vermeiden! Im ersten Satz ist „einmal“ überflüssig, im zweiten Satz „wie eh und je“, weiter hinten das unsägliche „irgendwie“, um nur einige Beispiele zu nennen.

Sorgfalt beim Gebrauch der Zeiten! Zum Beispiel muss es heißen: Er war sich seiner Umgebung nie bewusst gewesen und hatte nie bemerkt, in was für einer schönen Welt er lebte (das Wort „eigentlich“ streichen).

Den letzten Satz der Erzählung unbedingt auf die Logik überprüfen! Ebenso die „schweren Knie“ weiter oben im Text; die waren wohl eher steif, während die Beine schwer waren.

Ich könnte noch eine Menge mehr zu dem Text sagen, aber ich glaube, das reicht für den Anfang.

Besten Gruß
Ilka
Ilka-Maria ist offline   Mit Zitat antworten
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gefühle, klarheit, nachdenklich

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