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Gefühlte Momente und Emotionen Gedichte über Stimmungen und was euch innerlich bewegt.

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Alt 17.01.2017, 00:05   #1
männlich Schmuddelkind
 
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Dabei seit: 12/2010
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Alter: 33
Beiträge: 4.811

Standard Uferstille

Wir saßen auf unserem Stege -
erregt, und doch ganz still.
Hier kreuzten sich unsere Wege,
hier, wo ich bleiben will.

Du blicktest hinunter zum Weiher,
worin der Himmel schlief.
Doch mir war dein Blick allein teuer,
so weit und wundertief!

Wie Sterne und Wasser, die scheinen
in deinem Blick dahin.
Und ich bin, so könnte ich meinen,
versunken ganz darin.
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Alt 17.01.2017, 14:33   #2
männlich Laie
 
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Beiträge: 870

Hallo Schmuddelkind,

dein Gedicht gefällt mir sehr. Man freut sich mit dem LI, das in romantischer Atmospäre verliebt im Gegenüber versinkt.
Der wechselnde Aufbau der ungeraden und geraden Verse ist zunächst etwas ungewöhnlich, aber stört eigentlich gar nicht. Hat es etwas besonderes damit auf sich?

Sehr gern gelesen.


Gruß,
Tiger
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Alt 17.01.2017, 15:01   #3
männlich Lewin
 
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Beiträge: 1.219

Hallo Schmuddelkind,

dein Gedicht finde ich ausgesprochen lyrisch.
Es verströmt eine wunderbare Stimmung. Geschrieben: zauberhaft!

Herzlich grüßt Lewin.
Lewin ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.01.2017, 15:10   #4
männlich Schmuddelkind
 
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Hallo Tiger,

vielen lieben Dank, dass du deine Eindrücke mit mir teilst. Die romantische Atmosphäre rüberzubringen, war mir sehr wichtig, allerdings (und da möchte ich nicht zu viel verraten) ist es nur die eine Seite der Medaille, die dieses Gedicht ausmachen soll.

Zitat:
Der wechselnde Aufbau der ungeraden und geraden Verse ist zunächst etwas ungewöhnlich, aber stört eigentlich gar nicht. Hat es etwas besonderes damit auf sich?
Schön, dass dir das aufgefallen ist! Dieser ständige Wechsel im Versmaß soll ein wenig das Spannungsverhältnis zwischen Unrast und Stille unterstreichen. Oft benutze ich diese Technik sogar deckungsgleich mit dem Inhalt:
Bewegung, Erregung, Anspannung --> Dreiertakt
Ruhe, Harmonie, Meditation --> Zweiertakt

Hier allerdings konnte ich das nur in Ansätzen erfüllen, bin aber trotzdem dabei geblieben - einfach schon deshalb, weil es sich in meinen Ohren gut anhört. Übrigens haben einige Romantiker solche und ähnliche Versmaße gerne benutzt.

LG
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Alt 17.01.2017, 15:12   #5
männlich Schmuddelkind
 
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Alter: 33
Beiträge: 4.811

Oh, da kam Lewin dazwischen. Tut mir leid!

Zitat:
dein Gedicht finde ich ausgesprochen lyrisch.
Es verströmt eine wunderbare Stimmung. Geschrieben: zauberhaft!
Vielen Dank für das Kompliment!
Bei Gedichten ist mir meist wichtig, dass sie spontan auf den Leser wirken, bevor man sich tiefere Gedanken dazu machen kann.

LG
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Alt 17.01.2017, 15:19   #6
männlich Laie
 
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Alter: 28
Beiträge: 870

Hallo Schmuddelkind,

danke für deine ausführliche Erklärung! Im Analysieren von Gedichten war ich schon immer und bin ich leider noch immer miserabel. Versteckte Inhalte bleiben für mich stets versteckt


Gruß,
Tiger
Laie ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.01.2017, 15:43   #7
weiblich Ex Wanda
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Dabei seit: 05/2016
Beiträge: 174

Ich finde dein Gedicht entzückend, auch wenn es mir scheint, als wenn mit der Brechung des Rhythmus' ein wenig von der Lieblichkeit der Aussage abhanden kommt.

Beste Grüße
Wanda
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Alt 17.01.2017, 23:37   #8
männlich Schmuddelkind
 
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Beiträge: 4.811

Zitat:
Im Analysieren von Gedichten war ich schon immer und bin ich leider noch immer miserabel. Versteckte Inhalte bleiben für mich stets versteckt
Eigentlich entsteht das Gedicht ja erst durch das Lesen. Ein Gedicht ist, was man für sich daraus macht und wenn die romantischen Vibes ankommen, sollte man wohl lieber ein Weinchen trinken, als das Gedicht zu Tode zu analysieren. Insofern: Prost!

Zitat:
Ich finde dein Gedicht entzückend, auch wenn es mir scheint, als wenn mit der Brechung des Rhythmus' ein wenig von der Lieblichkeit der Aussage abhanden kommt.
Meinst du, weil es dann schwerer zu lesen ist oder weil es nicht zum Inhalt passt?

LG
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Alt 18.01.2017, 10:44   #9
weiblich Ex Wanda
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Dabei seit: 05/2016
Beiträge: 174

Zitat:
Zitat von Schmuddelkind Beitrag anzeigen
Eigentlich entsteht das Gedicht ja erst durch das Lesen. Ein Gedicht ist, was man für sich daraus macht und wenn die romantischen Vibes ankommen, sollte man wohl lieber ein Weinchen trinken, als das Gedicht zu Tode zu analysieren. Insofern: Prost!


Meinst du, weil es dann schwerer zu lesen ist oder weil es nicht zum Inhalt passt?

LG
Vibes? Harmonie gehört m. E. zu den good vibrations. Genau, die kommen hier durcheinander beim Lesen. Der Lesefluss stockt, was einerseits als Stilmittel gelten kann, andererseits die Harmonien eines Liedes brechen kann.

Aber du magst es so, also lass es. Ich mag auch sehr ungern an Gedichten feilen, die meine Aussage so darstellen sollen und nicht anders.

Liebe Grüße
Wanda
Ex Wanda ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 18.01.2017, 10:57   #10
männlich Schmuddelkind
 
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Alter: 33
Beiträge: 4.811

Ich komme zwar beim Lesen selbst nicht ins Stocken, aber dahinter liegt auch kein großes Mysterium: als Autor weiß ich natürlich selbst, wie ich es gemeint habe und kann nicht von solchen Wechseln überrascht werden. Daher danke ich dir sehr, einen externen Eindruck dazu zu erhalten.

Es ist für mich wichtig zu erfahren, wie das Gedicht auf andere wirkt. Aber wie du schon sagtest: die Grundaussage möchte ich nicht aufgeben müssen und lasse das Gedicht daher so stehen.

Jedenfalls vielen Dank, dass du deine Kritik noch einmal konkretisiert hast!

LG
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Alt 18.01.2017, 11:14   #11
weiblich ex wortmix
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Guten Morgen, Schmuddelkind,

sehr ansprechend dein Gedicht, sehr eindringlich,
mit einem schönen, klaren und ruhigem Bild.

Es war mir eine Freude zu lesen

mit lieben Grüßen
wortmix
ex wortmix ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.01.2017, 00:53   #12
gummibaum
 
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Gefällt mir, wie das meiste von dir, sehr gut, Schmuddelkind.

LG g
gummibaum ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.01.2017, 01:24   #13
Thing
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Lieber Schmuddelkind, Du rarer und oft vermißter Gast!


Ich kann mich mit dem dahin nicht anfreunden.
Irgendwie kommt es mir falsch oder unfertig vor in diesem stimmungsvoll-romantischen Gedicht.
Weiher haben immer etwas Magisches.

Ganz lieben Gruß
von
Thing
Thing ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.01.2017, 02:19   #14
männlich Sonnenwind
 
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Beiträge: 1.351

Hallo Schmuddelkind,

ein wirklich wunderschönes Gedicht.
Stimmungsvoll und romantisch.

Liebe Grüße
Sonnenwind
Sonnenwind ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 23.01.2017, 10:43   #15
männlich Schmuddelkind
 
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Oh, da sind ja einige Kommentare dazu gekommen, seitdem ich das letzte Mal hier war. Vielen Dank fürs Lesen und Teilen eurer Gedanken!

@wortmix: Schön, dass das Gedicht dir Freude bereiten konnte. Ja, das äußere Bild ist sehr ruhig. Diese Ruhe war mir ebenso wichtig wie die innere Spannung, die diesem Gedicht ebenfalls innewohnt.

@gummibaum: Dankeschön. Du gehörst auch (wie Thing) zu meinen regelmäßigsten Kommentatoren, obwohl ich umgekehrt selbst wenig zum Kommentieren komme. Allein dafür schon ein großes Dankeschön euch beiden!

@Thing: Das "dahin" bricht natürlich mit dem Rest inhaltlich; auch das "wie" zu Beginn des Satzes, worauf man das Verb ganz am Ende erwarten würde, bricht mit den Erwartungen des Lesers. Es ging mir darum, den Moment einzufangen, da alles in der teils melancholischen, teils schwärmerischen Versunkenheit zusammenfällt, die Bedeutungsebene fast aufgegeben wird und nur noch eine ambivalente Stimmung zurückbleibt. Ich kann aber verstehen, wenn einem solche Konstruktionen nicht so recht behagen. Hatte auch eine "glattere" Version im Kopf, habe mich aber bewusst hierfür entschieden. Jedenfalls vielen Dank für deinen Einwurf, gerade auch weil es mir Gelegenheit gab, wichtige Aspekte des Gedichts kurz anzusprechen.

@Sonnenwind: Freut mich sehr, dass es dir so gut gefallen hat.

LG
Schmuddelkind ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 24.01.2017, 12:56   #16
männlich Ralfchen
 
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Ort: London-Kaufbeuren-Wien
Alter: 73
Beiträge: 12.421

ich mag die stille erregung GB...
Ralfchen ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27.01.2017, 12:55   #17
männlich Schmuddelkind
 
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Das glaube ich dir gern.
Schmuddelkind ist offline   Mit Zitat antworten
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