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Zeitgeschehen und Gesellschaft Gedichte über aktuelle Ereignisse und über die Menschen dieser Welt.

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Alt 18.08.2009, 21:39   #1
Splitt
 
Dabei seit: 10/2008
Beiträge: 57

Standard Klagelied

Klagelied

Kein anderer spielt mit den Worten
Wie es nur der eine tut
Keiner schafft es Sätze so zu horten
Während er im Sessel ruht

Sein Meisterstück die Kost am Abend
Lange Reime, viel Gesang
Für die meisten nicht viel sagend
Vergeht ihr wunderschöner Klang

Vergessen all die alten Schriften
Heut' schon kennt sie keiner mehr
Frag mich wohin wir denn driften
Keinen stört es wirklich sehr

All die begabten jungen Dichter
Verjähren ohne Andacht, ohne Ton
Die Zeit scheint wie ein strenger Richter
Verstoßen sind sie lange schon

Keiner kennt mehr ihre Namen
Voller wunderschöner Kunst
Einst waren sie der Freiheit Samen
Der Stunde waren sie die Gunst

Dichter, Propheten und Poeten
Verstoßen und auch ausgelacht
Schallen heute die Trompeten
Schlägt denn nur noch die Faust die Schlacht?
Splitt ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 18.08.2009, 22:36   #2
männlich Glasauge Bill
 
Dabei seit: 07/2007
Alter: 30
Beiträge: 495

Hallo Splitt,

Da du versucht hast, ein Werk auf klassische Art und Weise (was auf keinem Fall ein Vorwurf ist - im Gegenteil, man ließt es viel zu selten) - mit Metrum und Reimschema - zu kreieren, werde ich versuchen was zu dieser Thematik zu äußern und den Inhalt außen vor lassen.

Die Kreuzreime kannst du gut durchhalten, sie wirken auch selten erzwungen, höchstens S3Z4 ("Keinen stört es wirklich sehr"; und 'Driften' passt nicht in die andere Wortwahl), was aber nicht weiter schlimm ist.

Beim Metrum sieht es leider ein bisschen dunkler aus... So beginnst du mit einer betonten Silbe auf eine Unbetonte. Doch brichst du schon in S1Z3, in der du mit zwei unbetonten Silben beginnst. Das unterbricht den Lesefluss (Außerdem ist die Zeile zu lang, 'Und schaffts Sätze so an zu horten' wäre besser). Die Probleme der Verslänge treten in den meisten Zeilen auf. Ein Tipp: Lege dir vorher fest, wie lang eine Strophe sein soll und versuche jede Strophe auf diese Länge anzupassen. Summe die Melodie der einzelnen Zeilen, welche Kadenzen haben die Wörter, und schau, ob du so durch dein Gedicht kommst ohne den Takt zu verlieren. Ein gutes Gedicht braucht seine Zeit, bis es fertig ist. Mach zwischendurch Pausen und ließ es später wieder. Wenn du beim Lesen holperst stimmt etwas nicht ganz, meistens hilf das Einfügen einer Silbe.

Lass dich durch diese Vers-(Kümmel)-Spalterei nicht entmutigen. Versuch es einfach einmal, du wirst sehen, dass du sehr schnell Erfolge erzielst!


Liebe Grüße und Gute Nacht

GlasaugeBill
Glasauge Bill ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 18.08.2009, 22:46   #3
Splitt
 
Dabei seit: 10/2008
Beiträge: 57

Vielen Dank für die Hinweise und Tipps!

Das Gedicht ruhte schon länger in meiner Sammlung und ich bin, bevor ich es hier gepostet habe, nur nochmal kurz drüber geflogen. Ich denke, dass ich wahrscheinlich einige von dir angesprochene Stellen, die "aus der Reihe tanzen", verbessert hätte, wenn ich heute nochmal genauer hingeschaut hätte.

Wie auch immer nochmal herzlichsten Dank an dich.
Splitt ist offline   Mit Zitat antworten
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