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Gefühlte Momente und Emotionen Gedichte über Stimmungen und was euch innerlich bewegt.

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Alt 10.01.2016, 16:18   #1
männlich hermann8332
 
Dabei seit: 01/2014
Beiträge: 20

Standard Als die frauen noch schwänze hatten

TEMPORA MUTANTUR
( eine Hommage an Alice Schwarzer )

Als die Frauen
noch Schwänze hatten
weitaus dicker, etwas länger
als die Fettesten der Ratten

waren Männer obsolet

Tempora mutantur ...............

Ach, wie der Zeiten Mantel
alles umhüllt und umfängt
und eine neue Welt entsteht
die nimmermehr der Alten gleicht,
wobei es wiederum sich zeigt

Es gibt nichts Neues unter der Sonne

...................et nos mutamur in illis

doch es geschieht
und keiner von den Männern will es

denn es gereicht ihm nicht zur Wonne

Heute haben sie wieder Schwänze

Als Sex- Toys kaufen sie per Netz
sowas massenweise ein

Stelln sie auf ihr Nachtischkästchen

Stecken sie in die Handtasche
zu dem anderen Krimskrams rein

und im Bad auf der Konsole
vor dem Spiegel steht ein Dildo

Das Doppelbild wirkt furchtbar roh
Das Happening ist alienhaft

Nicht nur ein Sensibelchen,
ein jeder Mann ist da geschafft

So mancher sich dann ratlos fragt,
weil ihn der Frust, der Zweifel plagt
und weil die Furcht vor Impotenz
als pausbäckiges Nachtgespenst
dauernd an seiner Seele nagt :

Wozu ein Schwanz wohl nützlich sei ?

abgesehen vom Urinieren

Sonst kann man keinen Zweck anführen

Als Aidsauffänger gar gefährlich
ist er zum Zeugen heut entbehrlich
wegen der Biotechnologie

Fünf Minuten Rittmeister sein
läßt man sich noch darauf ein ?

Achtzehn Jahre Zahlmeister

Die Ansprüche der Bankerte
sie werden immer dreister

Scheinbar ist er wirklich entbehrlich

Nun, meine Herrn, sind wir mal ehrlich :

gebraucht hat man uns eigentlich nie,
und heutzutage schon gar nicht
wegen der Biotechnologie

und wegen dieser verfluchten Dinger
und das krassiert, wird immer schlimmer !

Als die Frauen noch Schwänze hatten ........

weitaus dicker, etwas länger
als die fettesten der Ratten ............

Da mußten wir Kartoffel schälen
und uns als Untermenschen
mühsam durch das Leben quälen


Heut haben sie auch die Hosen an,
tragen nicht mehr einen Rock
und du, du armer Echtschwanzmann
du bist der Underdog

So wie der Mops von Almased
abscheulich häßlich
fett und gräßlich
der neben der dürren Zicke geht

Tempora mutantur .......................
wohin führt das alles nur ?

.................et nos mutamur in illis

Der blinde Uhrmacher dort droben
er ist inzwischen ziemlich müde
und altersbedingt etwas prüde

Man hat den Eindruck, er selbst will es

statt Gebärmutter in Nutrio
statt den Penis den Dildo

Wollen wir mal schauen
Vielleicht läßt er den Frauen
sogar wieder Schwänze wachsen,
wie sie sie schon einmal hatten:

weitaus dicker, etwas länger
als bei den fettesten der Ratten

Dann aber gnade uns Gott !
Dann ist der Mann nur noch Hundsfott !
hermann8332 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.01.2016, 16:47   #2
männlich Ex-Larkin
abgemeldet
 
Dabei seit: 06/2014
Ort: Brandenburg (im hintersten Loch)
Alter: 26
Beiträge: 573

Woher hast du eigentlich die Idee, dass Frauen einmal Zwitterwesen - quasi natürliche Hermaphroditen - gewesen sein sollen? Oder ist das nun der Versuch, mit provocatio ein wenig Gesellschafts"kritik" zu üben?!

Es sei aber gesagt, dass ich kein Freund von Frau Schwarzer bin und mich überhaupt vor irgendwelchen succubi hüte. Allerdings, und das ist nicht minder erwähnenswert, ist es doch ein wenig lahmend, einen kongruenten Wortlaut nun aus dem Munde eines Mannes zu hören.

Zitat:
Nun, meine Herrn, sind wir mal ehrlich :

gebraucht hat man uns eigentlich nie,
und heutzutage schon gar nicht [...]
Na, das ist ermutigend! Da schreibt ein wahrer Mann ein ganzes Gedicht über ein Geschlechtsteil und schlussfolgert dann, dass man "uns ja gar nicht braucht". Das wäre dann das rhetorische Mittel des reductio ad absurdum; wobei ich mich doch frage, was genau eigentlich ins Absurde verzogen werden soll? Die Gleichheit der Geschlechter, die Libertinage der Liebe oder doch nur der Sexualakt, der inzwischen zum Damoklesschwert der Lust geworden ist - und da genau liegt das Problem: wenn ich deinem Gedicht sämtliche Fäkalien wegnehme, dann geht unweigerlich auch verloren, was du eigentlich sagen wolltest. Und das ist der Fehler: Provokation - und ich bin Futurist, ich weiß um den Wert dieses Extrems - alleine, für sich genommen wird nichts halten können und steckt dahinter auch noch ein so kluger Gedankengang...

...was hier übrigens weniger der Fall ist. Es ist sehr leicht, dem Feminismus Vorwürfe zu machen, insbesondere dem Feminismus unserer Tage. Noch wesentlich leichter ist es, Alice Schwarzer die letzten Haare Anerkennung vom Schädel zu reißen - aber erstens ist dein Gedicht nichts weiter als versuchte Provokation, und abseits aller Fäkalien verliert sich jeder Gedankengang als vager Gemeinplatz, und zweitens fehlt überhaupt die gedankliche Tiefe.

Die Frau soll jetzt also wieder Rock tragen? Ich kann Röcken auch viel abgewinnen, allerdings kann "Mann" sich dann trotzdem noch in der Pyjamahose auf der Straße präsentieren - Nein, der Herr muss sich nicht wieder miedern lassen und das Jackett wird ebenfalls im Schrank aufbewahrt. Nur die Dame, die hat, im Sinne des Anstands, gefälligst eine bestimmte Kategorie Kleidung anzuziehen!

Und bevor mir hier wieder der Vorwurf der "political correctness" - großer Gott, ihr und eure Anglizismen; "Underdog" musste wirklich nicht sein - gemacht wird: dieses elendige Schwarz-Weiß-Denken lastet diesem Gedicht ebenso schwer auf den Schultern wie jedem "Gut"menschen. Und abseits der Provokation lastet überhaupt nichts.

Provokation durch Fäkalsprache, Provokation als Sinn und Zweck der Provokation, Provokation aufgrund eines Gemeinplatzes und schließlich Praxis auf der Ebene eines altertümlichen Denkens - Glückwunsch!

Trotz alledem...

Beste Grüße,
Larks
Ex-Larkin ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.01.2016, 18:14   #3
männlich Ex-Poesieger
abgemeldet
 
Dabei seit: 11/2009
Beiträge: 7.238

Komisch das habe ich sofort verstanden.

MFG!
Ex-Poesieger ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.01.2016, 12:19   #4
weiblich Merith
R.I.P.
 
Dabei seit: 10/2013
Ort: Im Isental
Alter: 80
Beiträge: 3.382

@ Hermann usw.

Aus welcher Grube bist du denn gekrochen ?
Merith ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.01.2016, 19:02   #5
männlich hermann8332
 
Dabei seit: 01/2014
Beiträge: 20

Zitat:
Zitat von Larkin Beitrag anzeigen
Woher hast du eigentlich die Idee, dass Frauen einmal Zwitterwesen - quasi natürliche Hermaphroditen - gewesen sein sollen? Oder ist das nun der Versuch, mit provocatio ein wenig Gesellschafts"kritik" zu üben?!

Es sei aber gesagt, dass ich kein Freund von Frau Schwarzer bin und mich überhaupt vor irgendwelchen succubi hüte. Allerdings, und das ist nicht minder erwähnenswert, ist es doch ein wenig lahmend, einen kongruenten Wortlaut nun aus dem Munde eines Mannes zu hören.



Na, das ist ermutigend! Da schreibt ein wahrer Mann ein ganzes Gedicht über ein Geschlechtsteil und schlussfolgert dann, dass man "uns ja gar nicht braucht". Das wäre dann das rhetorische Mittel des reductio ad absurdum; wobei ich mich doch frage, was genau eigentlich ins Absurde verzogen werden soll? Die Gleichheit der Geschlechter, die Libertinage der Liebe oder doch nur der Sexualakt, der inzwischen zum Damoklesschwert der Lust geworden ist - und da genau liegt das Problem: wenn ich deinem Gedicht sämtliche Fäkalien wegnehme, dann geht unweigerlich auch verloren, was du eigentlich sagen wolltest. Und das ist der Fehler: Provokation - und ich bin Futurist, ich weiß um den Wert dieses Extrems - alleine, für sich genommen wird nichts halten können und steckt dahinter auch noch ein so kluger Gedankengang...

...was hier übrigens weniger der Fall ist. Es ist sehr leicht, dem Feminismus Vorwürfe zu machen, insbesondere dem Feminismus unserer Tage. Noch wesentlich leichter ist es, Alice Schwarzer die letzten Haare Anerkennung vom Schädel zu reißen - aber erstens ist dein Gedicht nichts weiter als versuchte Provokation, und abseits aller Fäkalien verliert sich jeder Gedankengang als vager Gemeinplatz, und zweitens fehlt überhaupt die gedankliche Tiefe.

Die Frau soll jetzt also wieder Rock tragen? Ich kann Röcken auch viel abgewinnen, allerdings kann "Mann" sich dann trotzdem noch in der Pyjamahose auf der Straße präsentieren - Nein, der Herr muss sich nicht wieder miedern lassen und das Jackett wird ebenfalls im Schrank aufbewahrt. Nur die Dame, die hat, im Sinne des Anstands, gefälligst eine bestimmte Kategorie Kleidung anzuziehen!

Und bevor mir hier wieder der Vorwurf der "political correctness" - großer Gott, ihr und eure Anglizismen; "Underdog" musste wirklich nicht sein - gemacht wird: dieses elendige Schwarz-Weiß-Denken lastet diesem Gedicht ebenso schwer auf den Schultern wie jedem "Gut"menschen. Und abseits der Provokation lastet überhaupt nichts.

Provokation durch Fäkalsprache, Provokation als Sinn und Zweck der Provokation, Provokation aufgrund eines Gemeinplatzes und schließlich Praxis auf der Ebene eines altertümlichen Denkens - Glückwunsch!

Trotz alledem...

Beste Grüße,
Larks
Ich weiß nicht wo du du Fäkalien siehst ? -- Deine eigene Freudsche
Projektion ? Auch auf trivialen Gebieten sollte man etwas Allgemein-
bildung haben: Als die Frauen noch Schwänze hatten war ein Kino-
kassenschlager mit Raquel Welch
Dein Ausslassungen über den Rock ( der hier allegorisch verwendet wurde)
machen in ihrer Ernsthaftigkeit Spaß , weil du auf ein Reizwort reinfällst
und Pawlowsche Reflexe zeigst: dann fängt man natürlich ernsthaft das
Geifern an
insgesamt merkt man an all dem dein opahaftes, altertümliches Denken:
immer in die gleichen Reiz- Reaktionsmuster hineinzutappen wie viele deiner
Zeitgenossen
Dann kann man mit dem Gedicht nichts anfangen, weil zu viele Reizworte
als geistige Fallstricke auftauchen
Dabei hat es doch eine stringente, gesellschaftskritische und interessante
Ausage , die jenseits jeden antifeminismus konseqent durchgezogen wird
mit surrealen Verfremdungen --- Gedichte sollten wie Filmdrehbücher sein
interessante logische verdichtete spannende stringente Kompositionen
( also kein Geschwafel und Wortgeklingel )
Auf die Frage, wie sie die Intention und den Inhalt des Gedichtes verstünden
antworteten mir vo n 5 Leuten 4 folgendermaßen: (sinngemäß)
Die Sexualität wird blutleerer und virtueller durch Surrogate
Die biologische und erotische Bedeutung von Sex und Liebe relativiert sich
Der mentale und biologische Unterschied zwischen den Geschlechtern wird
zum nichtssagenden Unisex, die biologischen Unterschiede verringern sich
( auch Gewicht , Körpermaße .. siehe Statistiken ) Die Beliebigkeit eine
Geschlechterrolle zu tauschen erhöht sich. Der Transgenderismus steigt
durch die chemischen und medizinischen Möglichkeiten , zum Kinder-
kriegen braucht man weder einen Partner noch Sex
und all dies wird die Frauen zu Monolithen machen !!
Mit persiflage, Satire , Zynismus, Ironie, Surrealismus, assozationsbrüchen
usw scheinst du dich etwas schwer zu tun: Morgenstern, Ringelnatz, Thoma,
Kästner usw lesen !
Trotz alledem nichts für Ungut u beste Grüsse h
hermann8332 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.01.2016, 19:06   #6
männlich hermann8332
 
Dabei seit: 01/2014
Beiträge: 20

Zitat:
Zitat von Merith Beitrag anzeigen
@ Hermann usw.

Aus welcher Grube bist du denn gekrochen ?
aus der wo du auch herkommst
und die Shakespear die Grube zwischen kacke und Brunse nennt
In nutrio ist es cleaner , aber lemminghafter
Selbst eine Schlangengrube wäre mir da lieber
grüsse h
hermann8332 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.01.2016, 19:09   #7
männlich hermann8332
 
Dabei seit: 01/2014
Beiträge: 20

Zitat:
Zitat von Merith Beitrag anzeigen
@ Hermann usw.

Aus welcher Grube bist du denn gekrochen ?
aus der wo du auch herkommst
u die Shakespeare die Grube zwischen Brunse und kacke nennt
besser als aus der Lemminggrube ( ex nutrio ) ,
da ist mir die Schlangengrube sogar lieber
hermann8332 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.01.2016, 19:12   #8
männlich hermann8332
 
Dabei seit: 01/2014
Beiträge: 20

Zitat:
Zitat von Poesieger Beitrag anzeigen
Komisch das habe ich sofort verstanden.

MFG!
Wieso ist es komisch wenn man etwas sofort versteht
umgekehrt wäre es komisch
grüsse h
( stringend und logisch zu texten ist das a und o !! -- bis auf Lyrik
und selbst da ist es wichtig : siehe lyrische Gedichte bei Göthe )
hermann8332 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.01.2016, 20:10   #9
weiblich Merith
R.I.P.
 
Dabei seit: 10/2013
Ort: Im Isental
Alter: 80
Beiträge: 3.382

Zitat:
Zitat von hermann8332 Beitrag anzeigen
aus der wo du auch herkommst
und die Shakespear die Grube zwischen kacke und Brunse nennt
In nutrio ist es cleaner , aber lemminghafter
Selbst eine Schlangengrube wäre mir da lieber
grüsse h
Mach die Fliege !
Merith ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.01.2016, 22:19   #10
männlich Ex-Larkin
abgemeldet
 
Dabei seit: 06/2014
Ort: Brandenburg (im hintersten Loch)
Alter: 26
Beiträge: 573

Hallo Hermann,

ich habe vor allem mit einer Sache in Problem - nämlich mit Leuten, die konsequent den Schädel auf die Tastatur hauen, dabei "PENIS BEDEUTET SURREALISMUS!" brüllen und hinterher erwarten, dass man sie, im progressiven Sinne, ernst nimmt.

Ich schaue gerne Filme, allerdings bin ich deshalb - und das bekenne ich freimütig - kein Film"historiker"; ich sehe das in erster Linie als Vergnügen - andere, wahre Cineasten, mögen und können mich jederzeit eines Besseren belehren. Vor "Kassenschlagern" hüte ich mich im Allgemeinen dennoch - einer meiner liebsten Regisseure galt, wie viele Große seiner Zunft, lange Zeit als Kassengift. Und im Allgemeinen traue ich der Masse nie.

Wo ich allerdings doch sehr staunen muss, ist deine Aussage, ich zeige Pawlowsche Reflexe - du meinst, ich reagiere "opahaft" - Hah! Man hielt mich immer schon für älter, das passt ganz gut - und dazumal wie "viele meiner Zeitgenossen". Du scheinst meine Kritik also als verruchten Ausruf: "Mein Gott, der Herr sagt etwas Negatives über Frauen - in die Flammen mit ihm!" verstanden zu haben. Dem ist nicht so - deshalb hier noch einmal für einfach:

Ich bin Futurist und ein Freund des Fin de Siècle - ich mag dementsprechend, wie Marinetti auch, die Nietzscheanische "Umwertung aller Werte". Aber - und das ist Dreh und Angelpunkt meiner Kritik - dahinter muss Geist stecken.

"Ich schreibe über Dildos, Schwänze, den Penis und deshalb ist das Ganze surreal, progressiv, genial und gesellschaftskritisch" - spätestens seit Bukowski ist aber die Literatur von dieser Freizügigkeit bereits ganz und gar eingenommen (Wobei Last Exit to Brooklyn doch ein wenig früher kam - da schrieb Bukowski noch im "Underground" für "Open City") - und man kann darin auch etwas sehr Negatives sehen. Dein Gedicht hat eben keine...

Zitat:
[...]stringente, gesellschaftskritische und interessante Ausage
...weil - nachdem ich entziffern konnte, was mit "Ausage" gemeint war - "stringent" gar nichts ist; der "Monolith Frau" taucht nirgendwo auf, eher der Mann, der von dem femininen Monster in das Gulag der Erotik verjagt wird - der arme Kerl musste, als das Weib noch "etwas hängen" hatte, "Kartoffeln schälen" ... vorher wird quasi-gemault, dass das Weib "Sexspielzeuge im Internet kaufen kann" und ganz empört wirkt es dir, dass der Mann ja gar kein Mann mehr sein will - der "Echtschwanzmann".

Da ist nichts stringent. Ist das alles wenigstens gesellschaftskritisch? Der Seitenhieb gegen Sexspielzeuge - das kann nur negierend, verdammend oder wenigstens kritisierend sein, wenn du als Katholik die Masturbation als Teufels"hand"werk bezeichnest. Im Allgemeinen aber verlierst du dich in mehreren Ansatzpunkten, die du in einem Gedicht gar nicht ausgiebig unterbringen kannst...

Zitat:
Die Sexualität wird blutleerer und virtueller durch Surrogate
Die biologische und erotische Bedeutung von Sex und Liebe relativiert sich
Der mentale und biologische Unterschied zwischen den Geschlechtern wird
zum nichtssagenden Unisex[...]
Erster Kritikversuch: Sexualität durch Überreizung quasi-obsolet. Hervorragend! Aber du führst das in dem Gedicht gar nicht weiter aus.
Zweiter Kritikversuch: "Transgender" und Feminismus werden zu fanatisch, eine Art Tugendkatholizismus der progressiven Art. Ebenso hervorragend! Aber du machst das kaputt durch die Bezeichnung des "armen Mannes", der "nicht gebraucht wird", als "Untermenschen" - Parteinahme für den Mann gegen die Frau, zumindest impliziert.
Dritter Kritikversuch: Verirrung der Geschlechterrollen - große Klasse! Zumindest, wenn du's ausführen würdest.

Und dann versuchst das alles in ein Muster zu bringen und durch dies oder jenes miteinander zu verbinden - das zwingt dich, oberflächlich zu werden ("Der arme Echtschwanzmann; der 'Untermensch usw.") und damit machst du all die Ideen selbst für den geneigten Leser zunichte. Dann willst du auch noch surreal sein und suchst dir seltsamste Metaphern aus - wofür wohl die zu schälenden Kartoffeln stehen? -, ergo verwischst auch den ganzen Rest Geist.

Zitat:
Mit persiflage, Satire , Zynismus, Ironie, Surrealismus, assozationsbrüchen
usw scheinst du dich etwas schwer zu tun: Morgenstern, Ringelnatz, Thoma,
Kästner usw lesen !
Ich habe Ringelnatz, Thoma und Kästner gelesen - ich war auch in einigen Dali-Ausstellungen und ich habe Marinetti gelesen.
Und deshalb hier noch einmal vereinfacht der Kernpunkt meiner Kritik: Nur, weil du über "Schwänze und Dildos" schreibst, weil du "Echtschwanzmänner" bemitleidest und irgendwelche Metaphern daher phantasierst bist du kein Surrealist. Du reihst dich ein in das Kontingent vieler "Dichter" und "Philosophen", die glauben, dass die Gleichung "Schwanz = Gesellschaftskritisch" noch irgendeine Bedeutung hätte - es fehlt System, es fehlt Geist ... Scheiße! Es fehlt der ernsthafte Bruch mit dem Realen, die Bewegung, die Marinetti fordert, der Sturm und die kalte Rücksichtslosigkeit!.

Das will ich an dir kritisieren - ich habe dir gezeigt, dass die Kernaussage(-n) in meinen Augen gar nicht die falschen sind.

Zitat:
Ich weiß nicht wo du du Fäkalien siehst ? -- Deine eigene Freudsche
Projektion ?
Nö. Aber seien wir ehrlich: "Schwanz", "Echtschwanzmann", "Sex-Toys", "fetteste Ratte", "Dildo" und der "wachsende Schwanz" sind nun nicht gerade die feine Ausdrucksweise - und das gepaart mit dieser horrenden Groß- und Kleinschreibung (offensichtlich auch als "surreales" Instrument gebraucht) hat dann schon Gossencharakter.

Gruß,
Larks

P.S.: Surrealismus verträgt sich nicht so gut mit Sozialkritik, die ein bestimmtes Feld en Detail betrachten möchte - das geht, ist aber sehr schwierig. Der Surrealismus eignet sich in meinen Augen nur für "gröbere Flächen".
Ex-Larkin ist offline   Mit Zitat antworten
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