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Alt 20.03.2014, 04:13   #1
männlich bipolar
 
Benutzerbild von bipolar
 
Dabei seit: 02/2014
Ort: Neuss
Alter: 30
Beiträge: 544

Standard Selbstironie/sarkasmus

Hallo liebe Dichterfreunde,

auf was kommt es an bei der selbstironischen Darstellung des lyrischen Ichs?

Ja, das wars auch schon!
bipolar ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.03.2014, 04:59   #2
Thing
 
Benutzerbild von Thing
 
Dabei seit: 05/2010
Beiträge: 35.428

Darauf, sich ohne Scheu selbst zu persiflieren/parodieren/karikieren u.s.w.

Meine Fassung:

Selbstportrait
Ich riech, wie alte Hexen riechen:
nach Gift, nach Fisch, nach schwarzer Galle
und nach den fiebernd siechen
Wunden, wenn ich dereinst falle.
Ich bin nur Leder, Falt', Gedärme
im Netz der dürren, brüch'gen Haut
und, was je war an frischer Wärme
in meinem Blut, ist längst verdaut.
Statt Haaren wachsen mir nun Warzen,
die Höhle meines Augs grinst fahl,
und weil die längst ergrauten Parzen
wie sie immer wirkten, wirken, bin ich kahl.
Ich bin der Spott all jener Bilder,
die Künstler voller Farben schufen
und meine Fersen werden mir zu Hufen
und nur die Wünsche glühen wilder.
So bin ich, Hexe, nur noch Hülle,
die Einem Großen folgen muß,
weil mir ein unerschlossner Wille
den tollen Schrecken gab:
Jetzt kommt der Schluß.
Thing ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.03.2014, 11:41   #3
männlich Schmuddelkind
 
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Dabei seit: 12/2010
Ort: Berlin
Alter: 32
Beiträge: 4.592

Feine, aber wie mir scheint, reichlich übertriebene Zeichnung, liebe Hexe!

Das ist ein inspirierender Faden. Ich denke auch, dass es nur darauf ankommt, die eigenen Schwächen zu identifizieren und einen Moment aus sich heraus zu gehen, um sich so richtig darüber auszulassen. Übertreiben darf man dabei auch gerne, solange erkennbar ist, dass man immer noch über sich selbst schreibt; sonst ist es ja keine Selbstironie mehr. Hier mein Selbstportrait:


Ich hab wieder mal zu viel gesoffen
und ich wähne mich nun als Poet.
Meine Eitelkeit, nicht nur nach Met:
nur von meinem Genius übertroffen.

Wandle zwischen diesem Übermut
und dem Selbstmitleid, bis Freunde schwinden.
In der Mitte bin ich nie zu finden.
Nur am Rand des Menschseins bin ich gut.
Schmuddelkind ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 20.03.2014, 13:32   #4
Thing
 
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Beiträge: 35.428

Zitat:
Zitat von Schmuddelkind Beitrag anzeigen
Selbstportrait:


Ich hab wieder mal zu viel gesoffen
und ich wähne mich nun als Poet.
Meine Eitelkeit, nicht nur nach Met:
nur von meinem Genius übertroffen.

Wandle zwischen diesem Übermut
und dem Selbstmitleid, bis Freunde schwinden.
In der Mitte bin ich nie zu finden.
Nur am Rand des Menschseins bin ich gut.

Das mit Freunde-Schwinden nehm ich dir nicht ab, mein Lieber!
Ansonsten:
Feines Gesöff, besser noch als Met!

LG
Thing
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Alt 08.06.2014, 21:49   #5
männlich bipolar
 
Benutzerbild von bipolar
 
Dabei seit: 02/2014
Ort: Neuss
Alter: 30
Beiträge: 544

Ich suhle im Dreck wie ein Schwein
Meine Freundin sagt dazu "fein"
drum geh ich auch nicht mehr baden
das zehrt tierisch an meinen Waden
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