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Alt 25.09.2013, 17:46   #1
männlich Thodd
 
Dabei seit: 09/2013
Ort: Berlin
Alter: 22
Beiträge: 60


Standard Die Autorenrunde

Gary blickte aus dem Fenster.
Der erste Schneefall dieses Jahr hatte das gesamte Land bereits mit einer weißen Pracht überzogen. In der Ferne konnte er die Kinder sehen, wie sie sich gegenseitig mit dem Schlitten zogen oder wie sie auf dem See mit ihren Schlittschuhen ihre Kreise zogen.
Er liebte den Winter. Es war die Zeit, in der man gemütlich vor dem Kamin saß, mit einem Scotch und einer alten Holzpfeife, während man leiser Musik lauschte- vorzugsweise Wiener Klassik- und ein Buch las oder an seinem letzten Manuskript feilte. Er liebte den Winter auch, weil er zu der Jahreszeit am besten schreiben konnte. Sein neuester Roman war fast fertig, er würde später mit den anderen an den letzten Zeilen arbeiten. Die anderen..

Seine Freunde kamen jeden Winter. Immer Donnerstags trafen sie sich in der Lobby von Garys altem Landhaus, 2 Meilen westlich von Boston. Sie saßen dann an einem runden Tisch direkt neben dem Kamin und erzählten von ihren letzten Geschichten. Das war es, was seine Freunde so besonders machte: Sie alle waren Schriftsteller.

Ein letzter langer Blick aus dem von Schneeflocken getrübtem Fenster, dann drehte Gary sich um.

John und Percy saßen in ihren Sesseln, die Pfeifen bereits gestopft, den angenippten Scotch in der Hand. "Ihr kommt wie immer lautlos.", sprach Gary mit gespielter Überraschung in seiner Stimme. "Oder du warst mal wieder taub, alter Freund!", konterte John und sie lachten. "Irgendwelche Musikwünsche, die Herren?" "Die fünfte Symphonie wäre schön." Gary wusste es bereits vorher, Percy wollte jeden Donnerstag Beethoven hören. "Es hilft meiner Inspiration, dem raschen auf und ab und dem Wechsel zwischen Piano und Fortissimo zu lauschen", pflegte Percy zu sagen, womit er Recht hatte. Auch Gary fand, dass wahre Kreativität nur mithilfe von Klassik erreicht werden konnte.

Gordon kam zur Tür herein. "Guten Abend, meine Freunde! Ich habe eine Flasche Jim Beam mitgebracht." Wie jedes Mal, dachte sich Gray, bedankte sich aber freundlich. Sie waren schon komische Freunde, kamen, ohne dass man sie hörte, und gingen noch leiser. Jede Woche brachte Gordon die gleiche Flasche Whisky mit, und jede Woche wollte Percy das gleiche Lied hören. John konterte auch immer auf die gleiche Weise. die drei unterhielten sich eine Weile, und Gary ließ den Blick durch die Lobby schweifen. Er liebte dieses Haus. Seit er aus Portland hergezogen war, flog der Stift wie von selbst übers Papier, noch nie hatte er eine solche Kreativität bei sich gesehen. Er ließ den Blick über den Kamin schweifen, in dem knisternd das Fichtenholz verbrannte, was er im letzten Sommer selber geschlagen hatte. Wie lieblich war doch das Geräusch der knackenden Hitze und wie lieblich war doch der Duft der verbrennenden Scheite. In diesem leuchtenden Viereck, von rotbraunen Backsteinen umrahmt, glaube er, Himmel und Hölle zugleich zu erkennen. Über dem Kamin hing ein riesiger ausgestopfter Hirschkopf. Gary selbst war kein Jäger, der Kopf hin schon über dem Kamin, als er eingezogen war. Manchmal überkam ihn das Gefühl, der Hirschkopf war schon da, bevor überhaupt das Haus gebaut wurde. In diesen Momenten schienen die leeren tiefschwarzen Augen ihn zu verfolgen und jeden seiner Schritte zu beobachten. Umso lieber war ihm die Gesellschaft von Percy, Gordon und John.

In diesem Moment wurde er aus seinen Gedanken gerissen. Die Tür flog auf, hinein kam Lester. "Entschuldigt die Verspätung, meine Frau hat später gekocht, und ich musste mit dem Rad fahren, weil meine älteste mit dem Combi in die Stadt gefahren ist." Wie jedes Mal.

"Nun komm schon, setz dich hin und stopf deine Pfeife, wir wollen endlich anfangen!", raunte Percy ungeduldig. "Schon gut, schon gut, ich komm ja schon." , antwortete Lester. Sie setzten sich auf ihre Plätze und zündeten ihre Pfeifen an, als John begann, zu sprechen.

"Nun Gordon, du wolltest uns doch an deinem letzten Kapitel teilhaben lassen. Wie sieht es aus? Komm schon, lies es vor!"




Fortsetzung folgt.. vielleicht.

Geändert von Thodd (25.09.2013 um 22:28 Uhr)
Thodd ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25.09.2013, 21:25   #2
männlich Jeronimo
gesperrt
 
Dabei seit: 10/2011
Alter: 66
Beiträge: 4.220


Hallo Thodd,

wovon ist die Fortsetzung abhängig? Von der Resonanz?
Die darf kann Kriterium sein, denn viele User lesen, kommentieren aber nicht.
Also ran ans Werk!
Du musst die wörtliche Rede isolieren. Diesen Abschnitt:

John und Percy saßen in ihren Sesseln, die Pfeifen bereits gestopft, den angenippten Scotch in der Hand. "Ihr kommt wie immer lautlos.", sprach Gary mit gespielter Überraschung in seiner Stimme. "Oder du warst mal wieder taub, alter Freund!", konterte John und sie lachten. "Irgendwelche Musikwünsche, die Herren?" "Die fünfte Symphonie wäre schön." Gary wusste es bereits vorher, Percy wollte jeden Donnerstag Beethoven hören. "Es hilft meiner Inspiration, dem raschen auf und ab und dem Wechsel zwischen Piano und Fortissimo zu lauschen", pflegte Percy zu sagen, womit er Recht hatte. Auch Gary fand, dass wahre Kreativität nur mithilfe von Klassik erreicht werden konnte.

musst du so stylen:

John und Percy saßen in ihren Sesseln, die Pfeifen bereits gestopft, den angenippten Scotch in der Hand.

Ihr kommt wie immer lautlos.", sprach Gary mit gespielter Überraschung in seiner Stimme.
"Oder du warst mal wieder taub, alter Freund!", konterte John und sie lachten.
"Irgendwelche Musikwünsche, die Herren?"
"Die fünfte Symphonie wäre schön."

Gary wusste es bereits vorher, Percy wollte jeden Donnerstag Beethoven hören.

"Es hilft meiner Inspiration, dem raschen auf und ab und dem Wechsel zwischen Piano und Fortissimo zu lauschen", pflegte Percy zu sagen, womit er Recht hatte.
Auch Gary fand, dass wahre Kreativität nur mithilfe von Klassik erreicht werden konnte.


Für jeden Satz in "" eine neue Zeile. Es wird nicht zu lang, es wird nur lesbarer gegliedert.

Die Tür flog auf, hinein kam Lester.

Lester kam herein, er ging hinein. Immer vom Standpunkt des Protagonisten gesehen.

Ich will dich nicht belehren, nicht kritisieren, nur helfen.
Denn ich finde, du hast großes Potential, spannende Geschichten zu schreiben, verstehst es, eine Geschichte aufzubauen und die Spannung zu erhalten, weil du nicht zuviel verrätst.
Das ist wichtig, den Leser zum Weiterlesen zu bringen.
Bei mir hats geklappt.
Ich bin gespannt auf die Fortsetzung.

Jeronimo
Jeronimo ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25.09.2013, 21:33   #3
männlich Thodd
 
Dabei seit: 09/2013
Ort: Berlin
Alter: 22
Beiträge: 60


Lieber Jeronimo

Die Fortsetzung hängt davon ab, wann ich das nächste Mal Zeit finde, die Schule macht es mir leider nicht leicht.

Danke für deinen Tipp mit der wörtlichen Rede, du hast damit recht.
Danke auch für die Verbesserung, ich werde es mir merken mit herein und hinein.
Und keine Sorge, ich sehe jeden Vorschlag oder Rat nur positiv, schließlich muss ich ja noch einiges lernen.

Danke für einen mal wieder sehr hilfreichen Kommentar
Und keine Sorge, die Fortsetzung wird kommen, spätestens in den Herbstferien, hoffe ich.

MfG

Thodd
Thodd ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 26.09.2013, 00:24   #4
weiblich Ex karinfluche
abgemeldet
 
Dabei seit: 09/2013
Beiträge: 36


Standard Die Autorenrunde

Ich finde, der Anfang der Geschichte ist sehr "bedächtig", ich spüre noch keinerlei Spannung und diese ständige Wiederholung von "wie immer" macht es nicht interessanter.
Zwar weiß ich auch, was Du damit sagen willst.

Bildhaft beschreibst Du hingegen das Kaminzimmer und die verschiedenen Autoren-Typen, ihre familiären Angelegenheiten und Gewohnheiten. Mehr passiert aber nicht.
Ich freue mich, wenn im zweiten Teil der Inhalt etwas mehr "knistert".

Karin
Ex karinfluche ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 26.09.2013, 16:21   #5
männlich Thodd
 
Dabei seit: 09/2013
Ort: Berlin
Alter: 22
Beiträge: 60


Liebe Karin

Ich habe bewusst nicht von Anfang an sofort große Spannung aufgebaut, da dieser erste Teil der Geschichte eher langsam und gemütlich ablaufen sollte, als Untermalung der ruhigen und gemütlichen Winterzeit. Zudem sollte der Anfang teilweise autobiographische Inhalte enthalten (wie zum Beispiel die Gefühle für den Winter und die Haltung zu klassischen Musik).

Das "wie immer", wie du es nennst, wird im späteren Verlauf der Geschichte noch von Bedeutung sein, weshalb ich es öfters benutzt habe.

Schön finde ich, dass mir die bildhafte Beschreibung gelungen ist, da meine vorigen Geschichten (die ich nicht veröffentlicht habe) immer an diesem Punkt gescheitert sind.

Im zweiten Teil wird auch die Spannung etwas steigen.

MfG

Thodd
Thodd ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 26.09.2013, 16:46   #6
weiblich simbaladung
 
Dabei seit: 07/2012
Alter: 63
Beiträge: 3.054


Hallo, Thodd,

Gut geschrieben. Alle Achtung! Unbedingt weiterschreiben! Mir gefällt auch
dass es hier am Anfang ruhig und gemütlich zugeht.
Freu mich auf die Fortsetzung, besonders, wenn du sie noch ein bisschen besser "stylst", um das Lesen zu erleichtern. Bin gespannt, wohin es läuft. Alles ist noch offen.

Daumen hoch,
simbaladung
simbaladung ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 26.09.2013, 20:56   #7
männlich Thodd
 
Dabei seit: 09/2013
Ort: Berlin
Alter: 22
Beiträge: 60


Vielen Dank!

Schön, dass dir die Art, wie ich geschrieben habe, gefällt.

Und ich habe mir bereits vorgenommen, das nächste Kapitel besser zu "stylen"

MfG

Thodd
Thodd ist offline   Mit Zitat antworten
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Stichworte
erzählung, short story, winter

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