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Humorvolles und Verborgenes Humorvolle oder rätselhafte Gedichte zum Schmunzeln oder Grübeln.

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Alt 28.02.2017, 01:06   #1
männlich copiesofreality
 
Dabei seit: 05/2016
Ort: Dresden
Beiträge: 919

Standard Dichter

Als edler Dichter schau ich mir nicht
Von Andern ihre Werke ab
Besieht man sich's genau bei Licht
Schau ich sie mir nur an

Als guter Dichter fallen Reime leicht
Das ist die große Gab'
Doch manche reime klingen grausam seicht
Wenn man's nicht besser kann

Als großer Dichter möcht ich nicht in die Geschichte geh'n
Mir reicht's auch, wenn es "nur" gefällt
In meine Bücher mal zu seh'n
Man mich zu schönen Stunden mit dazu gesellt

Anfang der 1980er Jahre
copiesofreality ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.02.2017, 08:21   #2
weiblich DieSilbermöwe
 
Benutzerbild von DieSilbermöwe
 
Dabei seit: 07/2015
Alter: 56
Beiträge: 4.420

Auf mich wirkt das Gedicht merkwürdig - so ganz ohne Ehrgeiz.
Ein großes Werk ist es nicht. Warum hättest du etwas dagegen, als großer Dichter in die Geschichte einzugehen? Warum reicht es dem LI, mittelmäßig zu sein? (So fasse ich das auf.)
DieSilbermöwe ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.02.2017, 11:51   #3
weiblich Unar die Weise
 
Benutzerbild von Unar die Weise
 
Dabei seit: 10/2016
Ort: in einem sagenhaften Haus
Alter: 38
Beiträge: 5.010

Standard Lieber Copie,

Silbermöwe hat da nicht unrecht.
Als wenn das LI mittelmäßig sein möchte. Das Gedicht ist leider auch nur mittelmäßig, wenn überhaupt. Das klingt jetzt hart. Aber ich bin doch Gutes von dir gewohnt.
Was ist denn da los?
Mir gefällt einzig der letzte Satz.
Bitte passe dich nicht dem LI an. Du bist viel besser.
Die Botschaft, die dein Werk trägt verstehe ich.
Und es ist schön, dass das LI sich kritisch sieht.

Liebe Grüße, Unar.
Unar die Weise ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.02.2017, 13:53   #4
männlich mimimi
gesperrt
 
Dabei seit: 02/2017
Beiträge: 441

Inhalt passt zur Form. Das Gedicht funktioniert in meinen Augen sehr gut.

Befasst sich herrlich mit Anspruch und Perfektionismus und Erwartung.

Es erzeugt Bescheidenheit während es vor sich hin schleicht. Während es gleichermaßen Erwartungen enttäuscht und Perfektionisten provoziert.

Eines einer der Wenigen hier, was mir richtig gefällt. Ich habs gefaved.
mimimi ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.02.2017, 14:12   #5
weiblich DieSilbermöwe
 
Benutzerbild von DieSilbermöwe
 
Dabei seit: 07/2015
Alter: 56
Beiträge: 4.420

Es provoziert Perfektionisten?

Mich ärgert es, weil es schlecht ist und das LI auch noch stolz darauf, es nicht besser machen zu wollen.

Davon abgesehen, dass copie wesentlich besser Gedichte schreiben kann.
DieSilbermöwe ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.02.2017, 14:20   #6
männlich mimimi
gesperrt
 
Dabei seit: 02/2017
Beiträge: 441

LI = lyrische identität? Was meint LI?

Oder ist es ein Diminutivaffix?

lg
mimimi ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.02.2017, 14:22   #7
weiblich DieSilbermöwe
 
Benutzerbild von DieSilbermöwe
 
Dabei seit: 07/2015
Alter: 56
Beiträge: 4.420

LI bedeutet "Lyrisches Ich" im Gedicht. Der Autor ist damit nicht gleichzusetzen.
DieSilbermöwe ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.02.2017, 14:25   #8
männlich mimimi
gesperrt
 
Dabei seit: 02/2017
Beiträge: 441

Danke Möwe!
mimimi ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.03.2017, 09:46   #9
männlich copiesofreality
 
Dabei seit: 05/2016
Ort: Dresden
Beiträge: 919

Danke für die zahlreichen Kommentare hier.
Das freut mich einerseits.
Das Gedicht ist ja schon ein paar Tage her - Anfang der 1980er Jahre.
Den (manchen hier) zu geringen Anspruch von damals kann ich heute aber durchaus noch nachempfinden.
Was ist denn eigentlich der Anspruch ?
Der steht ganz klar in der letzten Strophe.
Ich freue mich, wenn man mich zu "schönen Stunden" dazugesellt - mittels meines Buches. Heisst schöne Stunden mit meinen Gedichten und Texten auszulösen. Wollte ich als großer Dichter in die Geschichte einkehren, stünde mein Ego vor meiner Kreativität.
Ich lese ja auch sehr gerne - und wenn man dann vergleicht, merkt man schon wo Größe vorhanden war. Und ob man dann dazuzählt - das müssen eh andere entscheiden.
Abgesehen davon ist mein Gedicht meiner Meinung nach inhaltlich sehr gut, handwerklich naja ....
Aber da ist die Spannweite wohl bei allen Schriftstellern ähnlich, denn ohne zu vergleichen hat sicher auch ein Schiller oder Goethe so manches geschrieben, was des Zitierens nicht würdig war ....
Wie ist mein Anspruch heute ?
Selbstbewusster, selbstbezogener (letzteres stimmt nur bedingt - sonst würde ich z.B. ja nicht Texte posten) und ansonsten dem alten Gedicht hier nicht unähnlich ....
Danke und viele Grüße an alles hier - die Feedbacks freuen mich.
copies of r
copiesofreality ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.03.2017, 12:28   #10
Thing
R.I.P.
 
Benutzerbild von Thing
 
Dabei seit: 05/2010
Alter: 74
Beiträge: 35.147

Hallo, Copysofreality -

ich lese heraus, daß der Dichter beklagt, daß einige selbsternannten "Dichter" ihre mittelmäßigen und schlechtgereimten Machwerke den Lesern präsentieren.
Ein "Goethe" will der Dichter ja nicht unbedingt werden, aber er freut sich, wenn seine Gedichte gefallen.

Hier bin ich ganz auf des LI Seite.

LG
von
Thing
Thing ist offline   Mit Zitat antworten
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