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Gefühlte Momente und Emotionen Gedichte über Stimmungen und was euch innerlich bewegt.

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Alt 01.01.2021, 00:11   #1
weiblich Unar die Weise
 
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Standard von der Liebe zum Gestern

Ich sitze hier
im Nachtschichtmodus
höre Philipp Poisel
und Henning May
in Dauerschleife deutschen Opus

Es lässt mich leben
wieder sterben
lässt mich vergehen
und wieder werden

Wie der letzte Sand
im Uhrenglas
schwinde ich Minute um Minute
dahin
mit den letzten Atemzügen des
fastvergangnen Jahres

Um Mitternacht werde ich dagewesen sein
ich werde gehn mit ihr
mit der Vergangenheit

Ich will die Zukunft nicht
sie wird nicht richtig sein
Ich will nur Sie
meine Vergangenheit

Ich brauch die Zukunft nicht
sie wird nicht nützlich sein
Ich brauch nur Sie
meine Vergangenheit

Ich kenn die Zukunft nicht
sie wird nicht ehrlich sein
Ich kenn nur Sie
meine Vergangenheit

Ich will die letzte Mitternacht
Ich will den letzten Glockenschlag
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Alt 01.01.2021, 13:33   #2
weiblich Mohrel
 
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Oh, wie traurig!

Das Bild mit der Sanduhr passt sehr gut, und ich weiß jetzt auch, warum ich sie noch nie gemocht habe! Der durchrieselnde Sand erzeugt ein furchtbares Engegefühl und fast wünscht man sich, der Sand bliebe stecken und hielte damit die Zeit an. Dadurch bleibt aber die Hoffnung stehen, aus Angst vor der Ungewissheit.
Und das ist viel zu schade, liebe Unar!!
Denn egal was man meint zu wollen, zu brauchen oder zu kennen; wichtig ist nur, dass am Ende alles gut wird!
Und das wird es ganz bestimmt! 😊

Liebe Grüße
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Alt 01.01.2021, 14:02   #3
weiblich Zaubersee
 
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Liebe Unar,


was für intensive Worte, die von Vers zu Vers an Farbe zunehmen.
tatsächlich ist die Sanduhr ein wunderbares Bild dazu, wie der Tropfen, der sich aus der Wolke löst und ab einem bestimmten Punkt das Fallen nicht mehr aufhalten kann... und die tiefe Angst des lyrischen Ich dazu ...
Das Gute ist, dass das lyrische Ich sich nach dem Fallen erst einmal ausruhen kann ... aber auch das nächste Fallen ja wichtig ist, damit es irgendwann wieder eine Vergangenheit gibt und ein erneutes Fallen das Fließen ermöglicht ... LEBEN eben.

Davon ( von dem Leben) wünsche ich uns allen ein gutes Sein und ein treffendes Fallen und gutes Auffangenkönnen danach ...

Ein frohes und gesundglückliches neues Jahr für Dich liebe Unar :-) das mit diesem zu Herzen gehenden Gedicht schon einmal richtig gut anfängt ...
( Ich hab sofort mit dem Lyrischen ich mitgelitten ... möge es die Todessehnsucht überwinden um das warme pulsierende Leben zu spüren, das ihm ja schon einmal die Vergangenheit beschert hat)

ganz liebe und herzliche Grüße aus dem Norden

Zaubersee
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Alt 02.01.2021, 01:42   #4
weiblich Unar die Weise
 
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Standard Vielen Dank ihr Lieben.

Ich freue mich über Eure empathischen Kommentare.
Auch mir suggeriert eine Sanduhr Endzeitstimmung.
Ich mag sie schon bei Gesellschaftsspielen nicht. Und Sand, der ist so viel, wenn man eine Handvoll nimmt, aber er ist einfach nicht festzuhalten, ist überall und dennoch flüchtig.
Wie die Zeit. Eine Sanduhr ist deshalb der symbiotischste Zeitmesser, den es für mich gibt.
Wenn die Zeit dir durch die Finger rinnt, wie Sand...


Alles gute und heilende Momente,
für Zaubersee und Mohrel.
Unar die Weise ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.01.2021, 20:12   #5
männlich Perry
 
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Standard Hallo Unar,

berührende Zeilen!
Da wir die Zukunft nicht kennen, sollten wir die Antwort vielleicht in der Vergangenheit suchen. Wie oft und wie schrecklich hat die "Zukunft" in früheren Zeiten schon ausgesehen und doch haben die Menschen - wenn auch nicht überall auf der Welt gleich- überwiegend gute Zeiten erleben dürfen.
Was Sanduhren anbelangt, kann man ihnen vertrauen, denn sie laufen nur, wenn man sie (um)dreht!
LG
Perry
Perry ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.01.2021, 20:14   #6
männlich Ralfchen
 
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Zitat:
Zitat von Mohrel Beitrag anzeigen
Oh, wie traurig!
Ich habe auch gewimmert und geheult und meine Sanduhr frisch aufgezogen... Und ehrlich muss ich sagen dass ich mir mit sentimental Stories ein bisschen schwer tue, denn ich habe so vieles erlebt, wozu man mehr als eine starke Seele braucht. Und gerade heute nach einem Gespräch mit meiner bald 100 Jahre alten Mutter...

https://up.picr.de/40327828ll.jpg
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Alt 16.01.2021, 00:41   #7
männlich Orakel
 
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Morgen
ist gestern
schon vorgestern
aber übermorgen.....
ist heute
auch nur vorgestern

gern gelesen
Inspriratieomennnn
Orakel ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.01.2021, 01:03   #8
männlich Ralfchen
 
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Beiträge: 16.428

Wie schön von dir gesagt wunderbarer Orakel - unsere geliebte UNAR gehört zu den einflussreichsten dichterinnen im wilden Literatur – Foren – Dschungel Deutschlands
Ralfchen ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.01.2021, 22:16   #9
weiblich Unar die Weise
 
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Zitat:
Zitat von Perry Beitrag anzeigen
berührende Zeilen!
Da wir die Zukunft nicht kennen, sollten wir die Antwort vielleicht in der Vergangenheit suchen. Wie oft und wie schrecklich hat die "Zukunft" in früheren Zeiten schon ausgesehen und doch haben die Menschen - wenn auch nicht überall auf der Welt gleich- überwiegend gute Zeiten erleben dürfen.
Was Sanduhren anbelangt, kann man ihnen vertrauen, denn sie laufen nur, wenn man sie (um)dreht!
LG
Perry
Ich bedanke mich sehr herzlich für deine Sichtweise, lieber Perry.
Das in meiner Vergangenheit mehr gute Zeiten liegen, darüber bin ich froh.
Ich hoffe, auch du kannst vergnügt zurückblicken.

Unarwintergruss
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Alt 16.01.2021, 22:17   #10
weiblich Unar die Weise
 
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Zitat:
Zitat von Orakel Beitrag anzeigen
Morgen
ist gestern
schon vorgestern
aber übermorgen.....
ist heute
auch nur vorgestern

gern gelesen
Inspriratieomennnn
Oh, rakel, wie recht du hast.
Also bleibt es ewiggestrig.
Unar die Weise ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.01.2021, 22:19   #11
weiblich Unar die Weise
 
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Zitat:
Zitat von Ralfchen Beitrag anzeigen
Wie schön von dir gesagt wunderbarer Orakel - unsere geliebte UNAR gehört zu den einflussreichsten dichterinnen im wilden Literatur – Foren – Dschungel Deutschlands
Dschungel? Ich bin doch nur in Pötry. Das ist ein Zaubergarten.
Und einflussreich... wie ausströmarm?
Naja
Unar die Weise ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.01.2021, 23:46   #12
männlich Ralfchen
 
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Zitat:
Zitat von Unar die Weise Beitrag anzeigen
Dschungel? Ich bin doch nur in Pötry. Das ist ein Zaubergarten.
Und einflussreich... wie ausströmarm?
Naja
hhhhhhhhhh....ausflußarm
Ralfchen ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.01.2021, 00:04   #13
männlich Orakel
 
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Beiträge: 1.583

Der letzte Glockenschlag
ist noch nicht verklungen
Er hallt nach
bis morgen
Orakel ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.01.2021, 01:57   #14
weiblich Unar die Weise
 
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Zitat:
Zitat von Orakel Beitrag anzeigen
Der letzte Glockenschlag
ist noch nicht verklungen
Er hallt nach
bis morgen
und überübermorgen
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Alt 17.01.2021, 03:16   #15
männlich Ralfchen
 
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Ich reiße all die Glocken runter,
sie tönen für das Sterben munter.
Zum Wecken habe ich ein Mobilfone,
das hat den feinen Lebenston.
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Alt 01.03.2021, 00:27   #16
weiblich Schreibfan
 
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Liebe Unar.
Aus deinem Gedicht lese ich viel Schmerz heraus. Es hat mich auch zum Nachdenken gebracht. Würde ich wirklich das Gestern zurück haben wollen? Bei allen Schwierigkeiten, gerade in der heutigen Zeit, versuche ich, mir diese Frage mit "nein" zu beantworten.
Gruss Schreibfan
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Alt 01.03.2021, 00:57   #17
männlich Ralfchen
 
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Zitat:
Zitat von Schreibfan Beitrag anzeigen
Es hat mich auch zum Nachdenken gebracht.
Ich denke das tut dir sicher gut. und die Worte einer der größten Poetinnen im deutschen Sprach-(T)Raum können das initiieren
Ralfchen ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.03.2021, 22:47   #18
männlich dr.Frankenstein
 
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Ort: Zwischen den Ostseewellen ertrunken
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Beiträge: 4.649

Was hast du denn gehört? Die Welt geht unter?
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Alt 01.03.2021, 23:33   #19
männlich dunkler Traum
 
Benutzerbild von dunkler Traum
 
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Ort: Oberbergisch an der Wipper
Alter: 57
Beiträge: 147

wow, Unar, Du legst Erinnerungen frei, welche auf Grund meiner Gebrechen lieber verschüttet geblieben wären. Es scheint gemein, doch das ist das Leben, wir schreiben altes neu und anders.

Die Nacht
hat uns zum Schrei’n gebracht,
als Witt in Wolfsheim war.
Endlich Gefühle deutlich klar,
die uns
das Leben spüren lassen.
Du kannst mich
lieben oder hassen,
trotzdem
ist es meins!

Ich liebe dich,
du glaubst mir nicht,
nach außen
strahlt nur Herzensgicht,
die Welt verlangt es so.
Das ist der Betrug.
Doch wir
erhalten nie genug,
brauchen uns
zum Leben.
Wir allein?
Die Erde würde beben!

Der dunkle Sound des Untergang’s
durchdringt uns absolut
und würd es jetzt zu Ende sein,
war es doch trotzdem gut.

1999

gutes Träumen wünscht
dunkler Traum
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Alt 03.03.2021, 04:06   #20
weiblich Unar die Weise
 
Benutzerbild von Unar die Weise
 
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Ort: in einem sagenhaften Haus
Alter: 39
Beiträge: 5.274

Standard Hallo ihr lieben verehrten Dichterchen.

Toll wieder von dir zu lesen, liebste Schreibfan. Ich freue mich ganz sehr, dass mein Werk bei dir angekommen ist.Auch dass du mit mir nun zusammen nachdenkst ehrt mich ungemein.
Bitte sei doch öfter hier. Mir ist sonst langweilig ohne dich.

S ralferl verteilt wieder Komplimentchen. Nana mei Schatzerl, i bin siecher neet oane von den Besten. Frei noch dem Motto - Egal wie dicht du bist, Goethe war Dichter. -

Hallo FrankieSchatz. Nein, mach dir keine Sorgen, die Welt geht nicht unter. Und wenn doch, nehme ich dich mit in meine.

Gute Nacht der Herr, des dunklen Traumes. Erinnerungen rief ich dir? Dies war durchaus meine Absicht.Nun hoffe ich, keine Geister gerufen zu haben. Ich bedanke mich für das äusserst gut passende und perfekt sitzende Gedicht.


Ich danke Euch allen für euer Interesse, Lob und für eure Gedanken.
Passt schön auf Euch auf.
Herzlichst
Eure Unar
Unar die Weise ist offline   Mit Zitat antworten
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