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Düstere Welten und Abgründiges Gedichte über düstere Welten, dunkle und abgründige Gedanken.

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Alt 11.10.2016, 22:11   #1
weiblich Ex-Letreo71
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Standard Kristall

Crystal Meth macht dich zum Sklaven,
mit Zerfall wird es dich strafen.
Durch sein Gift, ein Leben lang,
spürst du ständig einen Drang.

Diesem Drang dann nachzugeben,
davon ist bestimmt dein Leben.
Hüte dich vor diesem Dreck,
sonst wirfst du dein Leben weg.

Stärker noch als Koks, als Speed,
merkst du nicht, was dir geschieht.
Lebst berauscht von früh bis spät,
fragt sich nur, wie lang das geht.
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Alt 11.10.2016, 22:19   #2
männlich Ex-Richard 42
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Hallo Letreo!

Schönes Lehrgedicht. Im zweiten Vers fände ich "wird ´s Dich bestrafen" vom Rhythmus her schöner... Wobei ich damit auch nicht ganz glücklich bin. Aber
irgendwas bringt mich da beim lauten Lesen zum Holpern.

Crystal Meth macht dich zum Sklaven,
mit Zerfall wird es dich strafen.
Durch sein Gift, ein Leben lang,
spürst du ständig einen Drang.

Da ist eine Stelle, wo ich das wird betonen möchte. Was mich aus dem Rhythmus bringt. Vielleicht betone ich das aber auch falsch. Ein Metrik-Experte, bitte...

lg

Richard
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Alt 11.10.2016, 22:56   #3
weiblich Ilka-Maria
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Zitat:
Zitat von Richard 42 Beitrag anzeigen
...
irgendwas bringt mich da beim lauten Lesen zum Holpern.

Crystal Meth macht dich zum Sklaven,
mit Zerfall wird es dich strafen.
Durch sein Gift, ein Leben lang,
spürst du ständig einen Drang.

Da ist eine Stelle, wo ich das wird betonen möchte. Was mich aus dem Rhythmus bringt. Vielleicht betone ich das aber auch falsch.
Du betonst es in der Tat falsch, Richard. Der Vers ist rhythmisch in Ordnung:

mit Zerfall wird es dich strafen.

Ich sehe eher hier Verbesserungsbedarf, allerdings nicht rhythmisch, sondern was den Ausdruck angeht:

Zitat:
Hüte dich vor diesem Dreck,
denn er wirft dein Leben weg.
Der "Dreck" wirft nicht das Leben eines Menschen weg, sondern er tut gar nichts. Er erleidet etwas, indem er in irgendeiner Form dem Körper zugeführt wird. Hier handelt nichts als der Mensch. Deshalb:

Zitat:
Hüte dich vor diesem Dreck,
sonst wirfst du dein Leben weg.
Ansonsten nichts zu meckern. Na ja ... im letzten Vers fehlt ein Komma.

Lieben Gruß
Ilka
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Alt 11.10.2016, 23:06   #4
männlich Ex-Richard 42
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Hallo Ilka-Marika!

Danke für Deinen Kommentar. Alles gut nachvollziehbar. Auch, was Du
inhaltlich zu zu den Versen

Hüte dich vor diesem Dreck,
sonst wirfst du dein Leben weg.


geschrieben hast. Was ich meinte, war jedoch Folgendes:

Man liest ja nicht den unnatürlichen Wechselrhythmus. Und inhaltlich liegt da bei
mit die Betonung auf dem "wird". Keine Ahnung wieso, aber ich komme da beim
lauten Lesen immer ins Holpern.

Wenn ich der Einzige bin, dem das so geht, soll Letreo meine Kritik bitte ignorieren.

Ich hoffe Du (oder irgendwer) kann meinen Gedankengang nachvollziehen.

lg

Richard.

(...und nochmals danke für die Hilfe...)
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Alt 11.10.2016, 23:06   #5
weiblich Ex-Letreo71
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Danke für deinen Kommentar, Richard.
Nun, Ilka hat aufgeklärt, an der Stelle holpert es nicht.

Lieben Gruß

Letreo
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Alt 11.10.2016, 23:11   #6
weiblich Ex-Letreo71
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Hallo Ilka,

danke für die Erklärung zur richtigen Betonung.
Zu dem "Dreck", da stimme ich zu, es ist unglücklich formuliert.
Ich nehme deinen Vorschlag + das fehlende Komma gern an.

Lieben Gruß

Letreo
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Alt 11.10.2016, 23:16   #7
weiblich Ilka-Maria
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Zitat:
Zitat von Richard 42 Beitrag anzeigen
Und inhaltlich liegt da bei mit die Betonung auf dem "wird". Keine Ahnung wieso, aber ich komme da beim lauten Lesen immer ins Holpern.
Die Betonung liegt nicht auf "wird", sondern auf "es". Wenn Du es anders empfindest, ist das Deine persönliche Art, es zu lesen. So etwas kommt vor, andere User haben auch manchmal derart abweichende Empfindungen. Woran das liegt, weiß ich nicht, vielleicht gründet das auf Dialekt oder in der Familie übliche Sprechgewohnheiten.
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Alt 11.10.2016, 23:26   #8
weiblich victim of the night
 
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Zitat:
Zitat von Letreo71 Beitrag anzeigen
Durch sein Gift, ein Leben lang,
spürst du ständig einen Drang.
Zitat:
Zitat von Letreo71 Beitrag anzeigen
Lebst berauscht von früh bis spät,
fragt sich nur, wie lang das geht.
Ich mag naive Malerei, Henri Rousseau und so Sachen. Naive Texte über komplexe Themen mag ich nicht. Hier in diesem Text kommt es mir so vor, wie wenn Blinde von Farben reden. Von Drogen, ihrer Wirkung, den Betroffenen, den Ursachen usw., usw., keine Ahnung. Überhaupt keine. Aber man schreibt mal ein Gedicht darüber...
Da bleibt den Wohlgesonnen nur noch die Betonung zum kommentieren, was sonst..?

Corazon
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Alt 11.10.2016, 23:50   #9
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Zitat:
Zitat von Corazon De Piedra Beitrag anzeigen
... den Wohlgesonnen
den Wohlgesinnten

Quelle: Weisenheimer-Lexikon der deutschen Sprache
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Alt 12.10.2016, 00:15   #10
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Hallo Corazon!

Wie Du sagtest, ein komplexes Thema. Meiner Meinung nach, darf aber jeder
über alles schreiben. Kreative Freiheit und so. Und auch, wenn das komplexe Thema nicht in seiner Vollständigkeit erfasst wurde, so sind doch alle Kernaussagen verständlich und inhaltlich nachvollziehbar. Hier wird ja nix verdreht oder falsch wiedergegeben.

Ich mag persönlicher auch lieber Texte die zeigen, statt zu beschreiben und glaube nicht, dass sie mit ihrem Gedicht jemandem vom Meth fern halten kann.

Aber:

Das Recht darüber zu schreiben dürfen wir ihr nicht nehmen und der Text liest sich gut. Mir hat er gefallen. Daseinsberechtigung von meiner Seite aus erfüllt.

Außerdem:

Ich habe (glaube ich) bereits (zumindestens) einen Text über Drogen von ihr gelesen. Sie scheint sich also doch irgendwie mit der Thematik zu beschäftigen.

lg

Richard
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Alt 12.10.2016, 00:37   #11
weiblich victim of the night
 
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Lieber Richard,

ich habe niemandem nahelegt solche Texte nicht zu schreiben, oder gar das Recht dazu bezweifelt oder es eingeschränkt. Ich schrieb nur, dass ich solche Texte nicht mag.

Corazon
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Alt 12.10.2016, 00:51   #12
weiblich Ilka-Maria
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Zitat:
Zitat von Corazon De Piedra Beitrag anzeigen
Ich schrieb nur, dass ich solche Texte nicht mag.
Corazon
Du schriebst ein bisserl mehr:

Zitat:
Da bleibt den Wohlgesonnen nur noch die Betonung zum kommentieren, was sonst..?
Corazon hat ihr königliches Missfallen ausgedrückt und gnädig das Gedicht für das untertänige Gesinde freigegeben, wie man Speisereste den Hunden vorwirft. Das ist nicht ungeschickt, denn wenn man jetzt das Gedicht noch zu kommentieren wagt, gehört man zum Gesinde.

Mal sehen, wer seine königliche Hoheit nicht anerkennt und sich traut, das Gedicht zu kommentieren.
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Alt 12.10.2016, 00:53   #13
weiblich victim of the night
 
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Zitat:
Zitat von Richard 42 Beitrag anzeigen
Sie scheint sich also doch irgendwie mit der Thematik zu beschäftigen.
Irgendwie bestimmt.

Corazon
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Alt 12.10.2016, 01:09   #14
weiblich Ilka-Maria
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Zitat:
Zitat von Letreo71 Beitrag anzeigen
Crystal Meth macht dich zum Sklaven,
...
Stärker noch als Koks, als Speed,
...
Wieso, Manu, glaubst Du, dass nur diese Drogen die harten Kaputtmacher sind? Wie sieht es mit Alkohol aus? Mit Kettenrauchen? "Schnüffeln"? Exzessivem Sex? Kaufrausch? Freßsucht? Zuckermanie? Magersucht? Selbstverletzungssucht? TodessehnSUCHT? Noch schlimmer: Kombinationen aus diesen Süchten?

Die Rede ist von "Sucht", und das kommt von "suchen". Ich bin kein Experte auf dem Gebiet, aber mein Bauchgefühl sagt mir, dass all diese Suchtkranken nicht deshalb krank sind, weil sie suchen und bei ihrer Suche fehlgeleitet wurden, sondern weil sie nicht finden.
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Alt 12.10.2016, 07:27   #15
weiblich DieSilbermöwe
 
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Liebe Letreo,

rhythmisch finde ich es sehr gut, inhaltlich hätte man auf den inneren und äußeren Zerfall noch mehr eingehen können. Ich habe Bilder gesehen von zerstörten Gesichtern, innerhalb kurzer Zeit (da du nun explizit auf genau diese Droge hinweist - "stärker noch als Koks, als Speed").

Lieber Richard42,

auch bei mir holpert nichts, wenn ich es lese im Gegenteil, es ist sehr flüssig.
DieSilbermöwe ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.10.2016, 10:56   #16
weiblich Ex-Letreo71
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Standard Kristall - Neufassung

Crystal Meth macht dich zum Sklaven,
mit Zerfall wird es dich strafen.
Durch sein Gift, ein Leben lang,
spürst du ständig einen Drang.

Diesem Drang dann nachzugeben,
davon ist bestimmt dein Leben.
Hüte dich vor diesem Dreck,
sonst wirfst du dein Leben weg.

Noch fühlst du dich wie ein König,
daher stört es dich recht wenig,
dass es dich zerfrisst schon bald,
du spürst Wärme, Glück und Halt.

Stärker noch als Koks, als Speed,
merkst du nicht, was dir geschieht.
Lebst berauscht von früh bis spät,
fragt sich nur wie lang das geht.

Ich habe meinem Gedicht noch eine Strophe (die 3.) hinzugefügt.
Ich widme sie meiner, kürzlich verstorbenen, früheren Mitschülerin.

Letreo
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Alt 12.10.2016, 11:03   #17
weiblich Ex-Letreo71
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@ Ilka
Nochmals danke für die Unterstützung.

Liebe Silbermöwe, lieber Richard,

danke für eure Meinung zu dem Gedicht, welches sicher keine Glanzleistung ist, aber es lag mir auf dem Herzen.

Freundliche Grüße

Letreo
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Alt 12.10.2016, 12:46   #18
männlich Heinz
 
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Hallo Letreo,
zum erweiterten Gedicht:

"Noch fühlst du dich wie ein König,
daher stört es dich recht wenig,
dass es dich zerfrisst schon bald,
du spürst Wärme, Glück und Halt."

Wie betonst Du den ersten Vers?
Es reicht nicht, den Trochäus zu "beherrschen", wenn die bedeutungsvollen Wörter wie "fühlst2 in einer Senkung verschwinden zu lassen, um den Versfuß den Vorzug zu geben.
Im dritten Vers tust Du der Sprache Gewalt an, aus "dass es dich schon bald zerfrisst" verdrehst Du den Vers um des Reimes Willen.
Dass mich diese Strophe an den Kanon "Froh zu sein bedarf es wenig/und wer froh ist, ist ein König" erinnert, darfst Du mir nicht übel nehmen.
Ich gehe nicht so weit wie Corazon (Hausfrauenmentalität), nee, das ist ein ganz anderes Niveau, eher Kindergartenmentalität.

Gruß,
Heinz
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Alt 12.10.2016, 12:51   #19
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Es lohnt sich nicht, hier sachlich und textbezogen zu kommentieren, Letreo lässt alles löschen, was ihr nicht passt.

Corazon
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Alt 12.10.2016, 13:15   #20
männlich Ex-Richard 42
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Zensur ist keine Lösung. Ich verfolge die Threads jetzt nicht mehr. Bin raus!
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Alt 12.10.2016, 14:00   #21
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Zitat:
Zitat von Letreo71 Beitrag anzeigen
Crystal Meth macht dich zum Sklaven,
mit Zerfall wird es dich strafen.
Durch sein Gift, ein Leben lang,
spürst du ständig einen Drang.

Diesem Drang dann nachzugeben,
davon ist bestimmt dein Leben.
Hüte dich vor diesem Dreck,
sonst wirfst du dein Leben weg.

Noch fühlst du dich wie ein König,
daher stört es dich recht wenig,
dass es dich zerfrisst schon bald,
du spürst Wärme, Glück und Halt.

Stärker noch als Koks, als Speed,
merkst du nicht, was dir geschieht.
Lebst berauscht von früh bis spät,
fragt sich nur wie lang das geht.

Ich habe meinem Gedicht noch eine Strophe (die 3.) hinzugefügt.
Ich widme sie meiner, kürzlich verstorbenen, früheren Mitschülerin.

Letreo
Diese Fassung gefällt mir besser als das Original liebe Letreo.

Auch wenn es (in deinen Augen) kein Glanzstück ist, finde ich die Idee, die Suchtproblematik aufzugreifen, wichtig und richtig.
In diesem Sinne hat mich dein Gedicht erreicht.

VG Pitti
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Alt 12.10.2016, 15:51   #22
weiblich Ex-Letreo71
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Zitat:
Zitat von Ilka-Maria Beitrag anzeigen
Wieso, Manu, glaubst Du, dass nur diese Drogen die harten Kaputtmacher sind? Wie sieht es mit Alkohol aus? Mit Kettenrauchen? "Schnüffeln"? Exzessivem Sex? Kaufrausch? Freßsucht? Zuckermanie? Magersucht? Selbstverletzungssucht? TodessehnSUCHT? Noch schlimmer: Kombinationen aus diesen Süchten?

Die Rede ist von "Sucht", und das kommt von "suchen". Ich bin kein Experte auf dem Gebiet, aber mein Bauchgefühl sagt mir, dass all diese Suchtkranken nicht deshalb krank sind, weil sie suchen und bei ihrer Suche fehlgeleitet wurden, sondern weil sie nicht finden.

Hallo Ilka,

nun, eigentlich glaube ich nichts. Es ist nur so, die Mitschülerin war schon sehr früh vom Alkohol abhängig. 2008, bei unserem letzten Klassentreffen verkündete sie stolz, dass sie jetzt clean sei. Und nun bekamen wir diese traurige Mitteilung. Ich kenne sie gut und mir ist klar, dass sie immer auf der Suche war...

Lieben Gruß

Letreo
Ex-Letreo71 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.10.2016, 16:07   #23
weiblich Ex-Letreo71
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Zitat:
Zitat von Heinz Beitrag anzeigen
Hallo Letreo,
zum erweiterten Gedicht:

"Noch fühlst du dich wie ein König,
daher stört es dich recht wenig,
dass es dich zerfrisst schon bald,
du spürst Wärme, Glück und Halt."

Wie betonst Du den ersten Vers?
Es reicht nicht, den Trochäus zu "beherrschen", wenn die bedeutungsvollen Wörter wie "fühlst2 in einer Senkung verschwinden zu lassen, um den Versfuß den Vorzug zu geben.
Im dritten Vers tust Du der Sprache Gewalt an, aus "dass es dich schon bald zerfrisst" verdrehst Du den Vers um des Reimes Willen.
Dass mich diese Strophe an den Kanon "Froh zu sein bedarf es wenig/und wer froh ist, ist ein König" erinnert, darfst Du mir nicht übel nehmen.
Ich gehe nicht so weit wie Corazon (Hausfrauenmentalität), nee, das ist ein ganz anderes Niveau, eher Kindergartenmentalität.

Gruß,
Heinz
Hallo Heinz,

ich betone es wahrscheinlich anders als du, diese Möglichkeit besteht, für mich ist es stimmig.
Was den 3. Vers angeht, ja ich gestehe, er ist Reim geschuldet und nun?
Weißt du, nur weil ich jetzt ein bisschen den Trochäus gelernt habe, heißt das noch lange nicht,
dass ich in Zukunft nur nur noch astreine Gedichte schreibe, das wäre ja total langweilig und vor allem,
hättest du dann ja nichts mehr zu meckern. Aber damit du meinen guten Willen siehst, hier für dich:

Ja,du fühlst du dich wie ein König,
daher stört es dich recht wenig,
dass es dich schon bald zerfrisst,
weil du rundum glücklich bist.

Schön, dass ich dich an dieses hübsche Volkslied erinnert habe.

LG Letreo
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Alt 12.10.2016, 16:09   #24
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Hallo Pitti,

freut mich, dass dich mein Gedicht erreicht hat.

In diesem Sinne

Lieben Gruß

Letreo
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Alt 12.10.2016, 19:42   #25
weiblich Ex-MeineEigeneWelt
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Zitat:
Zitat von Corazon De Piedra Beitrag anzeigen
Es lohnt sich nicht, hier sachlich und textbezogen zu kommentieren, Letreo lässt alles löschen, was ihr nicht passt.

Corazon
Wie war das mit Naivität bei komplexen Themen?
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Alt 12.10.2016, 19:58   #26
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Liebe Manu,

harter Stoff!

Auch wenn man sich denkt, ja, Drogen - das ist fern, das sind die anderen. Aber wer sind die anderen? Die sind meist näher und der Grenzübertritt geht schneller von der Hand, als man denkt.

Folgendes widerspricht sich hier etwas, wie ich finde:

Zitat:
daher stört es dich recht wenig,
dass es dich zerfrisst schon bald,
und:

Zitat:
merkst du nicht, was dir geschieht.
-
Zum einen schreibst Du, dass es das LD nicht juckt, dass es bald dran zu Grunde gehen wird, zum anderen aber würde es nicht merken, was ihm geschieht. Siehst Du? - Oder sollte man das anders interpretieren?

Sonst: Mir gefallen Deine Themen zur Zeit mehr als gut!

LG
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Alt 12.10.2016, 20:02   #27
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Zitat:
Zitat von Ilka-Maria Beitrag anzeigen
Die Rede ist von "Sucht", und das kommt von "suchen". Ich bin kein Experte auf dem Gebiet, aber mein Bauchgefühl sagt mir, dass all diese Suchtkranken nicht deshalb krank sind, weil sie suchen und bei ihrer Suche fehlgeleitet wurden, sondern weil sie nicht finden.
Oh, oh, oh! Das will ich doch mal unterstreichen; gut, dass ich den Thread nicht schon geschlossen hatte. Vielleicht kann man noch anfügen, dass man beim Nicht-Finden lediglich nicht die Ausdauer hatte um das richtige(re) zu finden, sondern eben wie gesagt schneller und einfacher auf den falschen Weg gekommen ist.
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Alt 12.10.2016, 20:10   #28
weiblich DieSilbermöwe
 
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Zitat:
Zitat von Richard 42 Beitrag anzeigen
Zensur ist keine Lösung. Ich verfolge die Threads jetzt nicht mehr. Bin raus!
Glaubst du alles, was andere dir erzählen. unbesehen ?
DieSilbermöwe ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.10.2016, 22:08   #29
weiblich Ilka-Maria
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Zitat:
Zitat von MeineEigeneWelt Beitrag anzeigen
Oh, oh, oh! Das will ich doch mal unterstreichen; gut, dass ich den Thread nicht schon geschlossen hatte. Vielleicht kann man noch anfügen, dass man beim Nicht-Finden lediglich nicht die Ausdauer hatte um das richtige(re) zu finden, sondern eben wie gesagt schneller und einfacher auf den falschen Weg gekommen ist.
Der Klarheit wegen: Etymologisch leitet sich "Sucht" nicht von "suchen" ab, so habe ich das nicht gemeint. Ich meinte es semantisch: Der Süchtige sucht (trachtet, giert, strebt) danach, seine Sucht zu befriedigen. In Wahrheit will er aber etwas finden, das jenseits davon steht, insofern ist eine Sucht eine Ersatzhandlung für etwas, das nicht erreichbar scheint.
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Alt 13.10.2016, 10:49   #30
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Zitat:
Zitat von MeineEigeneWelt Beitrag anzeigen
Liebe Manu,

harter Stoff!

Auch wenn man sich denkt, ja, Drogen - das ist fern, das sind die anderen. Aber wer sind die anderen? Die sind meist näher und der Grenzübertritt geht schneller von der Hand, als man denkt.

Folgendes widerspricht sich hier etwas, wie ich finde:

Zum einen schreibst Du, dass es das LD nicht juckt, dass es bald dran zu Grunde gehen wird, zum anderen aber würde es nicht merken, was ihm geschieht. Siehst Du? - Oder sollte man das anders interpretieren?

Sonst: Mir gefallen Deine Themen zur Zeit mehr als gut!

LG
Hallo Lara,

danke für deine Anmerkungen zu meinem Gedicht.

Ich denke, dass LD macht sich nicht wirklich Gedanken um den Zerfall, wenn es sich doch glücklich fühlt und die tatsächlichen Auswirkungen nimmt es dadurch auch nicht wahr.

Liebe Grüße

Letreo
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Alt 13.10.2016, 11:29   #31
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Zitat:
Zitat von Letreo71 Beitrag anzeigen

Ich denke, dass LD macht sich nicht wirklich Gedanken um den Zerfall, wenn es sich doch glücklich fühlt und die tatsächlichen Auswirkungen nimmt dadurch auch nicht wahr.
Ich weiß nicht recht ... Eine ehemalige Schulkameradin von mir hat sich erschossen, weil sie von den Drogen nicht mehr wegkam.
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Alt 13.10.2016, 11:39   #32
weiblich Ex-Letreo71
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Ich weiß es auch nicht recht, Ilka und es gibt sicher unzählige Varianten, auch über Suizidversuche, bewusst oder unbewusst, aber die Wahrnehmung dürfte wirklich sehr eingeschränkt sein...
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Alt 13.10.2016, 19:15   #33
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Zitat:
Zitat von Ilka-Maria Beitrag anzeigen
Ich weiß nicht recht ... Eine ehemalige Schulkameradin von mir hat sich erschossen, weil sie von den Drogen nicht mehr wegkam.
"Ich hab doch nur Drogen genommen, um mit meiner Alkoholsucht klar zu kommen!"

- Letztens bei der Serie "Mom" aufgeschnappt.


Zitat:
Der Süchtige sucht (trachtet, giert, strebt) danach, seine Sucht zu befriedigen.
Wenn er einmal süchtig ist, klar. Aber warum man überhaupt zu dem Zeugs kommt, ist die Suche nach einem "Antidepressivum", nach etwas, dass einem kurzzeitig das Leben ausblenden und leichtfüßig werden lässt. Und viel einfacher als ein langer Prozess ist der Weg in die Drogen. Und auch viel effektiver. Dabei findet man schnell das, was man gesucht hat. Nur leider tut sich dabei ein weiteres Problem auf: die Sucht. Der Druck, das nicht mehr Loskommen usw. Und dann ist man danach gestrebt, die Sucht zu befriedigen.
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