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Lebensalltag, Natur und Universum Gedichte über den Lebensalltag, Universum, Pflanzen, Tiere und Jahreszeiten.

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Alt 15.02.2015, 18:53   #1
männlich Gylon
 
Dabei seit: 07/2014
Beiträge: 4.265

Standard Die Schere

Die Schere schneidet tief
in das arme Fleisch
die Klinge rasiermesserscharf
das beschnittene Volk schreit

Unbarmherzig geht sie auf
jedes Jahr ein Euro mehr
die Ärmsten spüren es täglich
wenn es im leeren Bauch gärt
Gylon ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.02.2015, 15:42   #2
männlich Perry
 
Benutzerbild von Perry
 
Dabei seit: 11/2006
Alter: 67
Beiträge: 2.846

Standard Hallo Gylon,

die Schere als Sinnbild des Schmerzes hat eine lange Tradition (Messer, Gabel, Schere, Licht ... et.). Mit dem Hinweis "beschnittenes Volk" lenkst Du die Gedanken in Richtung "Antisemitismus." Ist das eine Nebendeutung oder Absicht, wenn ja wäre der Text in der Rubrik "Zeitgeschehen, Gesellschaft" besser angesiedelt.
Die Deutung als Kluft zwischen arm und reich finde ich gut getroffen.
LG
Perry
Perry ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.02.2015, 16:51   #3
weiblich anna amalia
 
Dabei seit: 01/2014
Beiträge: 3.478

Lieber Gylon,

so verstand ich die Schere, als sich stets verbreiternde Kluft zwischen arm und reich... beim beschnittenen Volk musste ich allerdings in der Tat sofort auch an die Juden denken, die du aber, so erschien es mir später, glaube ich, nicht meintest. Wie wäre es mit : das verletzte Volk? das wehrlos der Schere ausgelieferte Volk ? .. eine wirkliche Alternative fällt mir auf die Schnelle nicht ein ..

liebe Grüße und danke für die kritischen Worte !

Anna
anna amalia ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.02.2015, 17:53   #4
männlich Pfil
 
Dabei seit: 01/2015
Ort: Westfalen
Alter: 67
Beiträge: 220

Hallo alle,

ich denke: daß die Juden nicht gemeint sind, ergibt sich aus dem Kontext.

Ein anderer Begriff (verletzt, ausgebeutet, prekarisiert, benachteiligt, ...) könnte vielleicht den politischen/wirtschaftlichen/sozialen Sachverhalt darstellen, würde aber den Sinn-/Bildzusammenhang zur Schere verlieren.

Von daher finde ich das Gedicht so völlig OK.

Gylon ist es gelungen, in knapper und sehr gelungener Form auf eine eklatante Ungerechtigkeit hinzuweisen.

Viele Grüße
Pfil
Pfil ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.02.2015, 11:23   #5
männlich Gylon
 
Dabei seit: 07/2014
Beiträge: 4.265

Hallo Ihr Lieben,
vielen Dank für euere Rückmeldung zu meinem Text!

Die Doppeldeutung des Verses „das beschnittene Volk“ ist mir beim texten auch aufgefallen. Ich fand aber, das im Kontext des textes der Vers nicht falsch verstanden werden kann. Da habe ich mich wohl getäuscht. Deshalb übernehme ich gerne anna amalias alternative die mir gut gefällt und für eindeutigkeit sorgt.

Liebe Grüße Gylon



Die Schere schneidet tief
in das arme Fleisch
die Klinge rasiermesserscharf
das verletzte Volk schreit

Unbarmherzig geht sie auf
jedes Jahr ein Euro mehr
die Ärmsten spüren es täglich
wenn es im leeren Bauch gärt
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