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Düstere Welten und Abgründiges Gedichte über düstere Welten, dunkle und abgründige Gedanken.

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Alt 26.05.2016, 00:08   #1
weiblich Litteralia
 
Dabei seit: 01/2013
Beiträge: 529

Standard Stille

Der Hocker weilt leer, die Tasten verharren
in weißschwarzem hölzernen kühlenden Starren:
Die Töne erklingen schon lange nicht mehr,
der Staub legt sich nieder, der Hocker weilt leer.

Die Tasten verharren, nur Stille empfängt
mein währendes Dasein, das immerfort drängt
zu suchen, zu finden - ein Pochen und Scharren
erlaubt keine Lieder. Die Tasten verharren

und Stille umfängt diese zeitlose Zeit.
Ich wappne mich stetig, bin niemals bereit,
kein Singen verweilt mir als süßes Geschenk:
Ich warte auf Stille, die bald mich empfängt.
Litteralia ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 26.05.2016, 00:14   #2
männlich Leandra
 
Benutzerbild von Leandra
 
Dabei seit: 08/2015
Ort: NRW - Essen Umgebung.
Alter: 34
Beiträge: 780

Sehr metaphorisch, sehr bildhaft und phantasievoll, doch melancholisch zugleich. Es herrscht eine Atmosphäre die tief verwurzelt ihren Ursprung hat. Irgendwann und irgendwo spielt das Lied nur noch zum letzten mal. - "Ich wappne mich stetig, - bin niemals bereit" sowas von ausdrucksstark. Kommt auf meine Liste ^^.

Sehr gerne gelesen, vorallem mehrmals.

Nächtliche Leandra mit Schock.
Leandra ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 26.05.2016, 01:15   #3
weiblich Ilka-Maria
Forumsleitung
 
Benutzerbild von Ilka-Maria
 
Dabei seit: 07/2009
Ort: Arrival City, auf der richtigen Seite des Mains
Beiträge: 21.723

Ein schönes Gedicht, sprachlich virtuos und vom Thema her sehr eindringlich.

LG
Ilka
Ilka-Maria ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 26.05.2016, 10:58   #4
männlich Gylon
 
Dabei seit: 07/2014
Beiträge: 4.268

Liebe Litteralia,
einfach wieder großartig! Du machst dich viel zu rar!

Liebe Grüße Gylon
Gylon ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 26.05.2016, 11:29   #5
gummibaum
 
Dabei seit: 04/2010
Alter: 66
Beiträge: 10.912

Liebe Literalia,

sehr schön auch als Metapher für einen Menschen, der seine Bestimmung nicht findet und, aus dem Warten nicht erlöst, auf ein anderes Ende sinnt.


Sehr gern gelesen
LG gummibaum
gummibaum ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 26.05.2016, 11:53   #6
männlich Nöck
 
Dabei seit: 12/2009
Ort: In den Auen des Niederrheins
Beiträge: 1.936

Hallo Litteralia,

zuerst drängte sich mir der Eindruck eines Musikers auf, den die Muse verlassen hat oder der die Freude am Klavierspiel verloren hat. Er wartet auf die Eingebung, die ihn endlich wieder spielen lässt.

Zitat:
mein währendes Dasein, das immerfort drängt
zu suchen, zu finden
Doch schon die nächsten Wörter (Pochen und Scharren) deuten auf eine Krankheit hin, die das Spielen unmöglich macht. Zuletzt bereitet sich ein Mensch auf sein baldiges Ableben vor.

Du verwendest eindrucksvolle Metaphern, die das Sehen und Hören fabelhaft stimulieren. Dein Gedicht stimmt melancholisch und macht betroffen.

Lieben Gruß
Nöck
Nöck ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27.05.2016, 21:35   #7
weiblich Litteralia
 
Dabei seit: 01/2013
Beiträge: 529

Hallo Leandra,
ich danke dir für dein Lob, das mich sehr gefreut hat.
Ich probiere immer, eine Atmosphäre zu erschaffen und freue mich, wenn dies gelingt.

Liebe Ilka,
auch dir danke ich ganz herzlich.

Lieber Gylon,
danke. Und ja, vermutlich hast du recht, aber die Zeit fehlt leider.

Lieber gummibaum,
es freut mich, dass man mein Gedicht auf mehrere Arten interpretieren kann, danke für deine Gedanken dazu.

Hallo Nöck,
ich danke dir. Ich habe, als ich dieses Gedicht geschrieben hab, lediglich ein Klavier beschrieben, das ich vor mir sah, und dabei ein paar Gefühle mit einfließen lassen.
Es freut mich, dass dies scheinbar Anklang findet.

Liebe Grüße und ein schönes Wochenende,
Jana
Litteralia ist offline   Mit Zitat antworten
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