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Alt 27.06.2017, 15:20   #1
weiblich Pilosophia
 
Dabei seit: 06/2017
Beiträge: 3

Standard Ein Brief an die Liebe

Wie so oft warst du mir ein Rätsel. Zu einem bist du der Himmel und zu anderem bist du die Hölle. Dabei können sich Himmel und Hölle nicht verstehen. Und doch hat die Liebe einen Weg gefunden zwei mächtige Welten zu vereinen.



Wie machst du das, Liebe? Hast du eine Leiter gebaut? Oder hast du einen Aufzug hingestellt? Damit auch die Schwachen unter uns ihr Glück erhaschen können? Du bist für mich ein Hofnarr, meine Liebe. Der sich bespaßt an fremden Herzen. Der sich ergötzt ihren Verstand zu missbrauchen. Ein Meister der Illusion. Der, der umsonst rosa-rote Brillen verteilt um sie dann bitter bezahlen zu lassen. Sie stürzen ins Verderben, ja vergessen wer sie sind. Sie opfern sich, vertrauen viel und zerbrechen wie Porzellan, nur um dann wieder hoffnungslos zusammengesteckt zu werden – vielleicht. Der Preis sinkt bekanntlich von kaputten Sachen. Niemand mag kaputte Sachen. Kaputte Sachen sind kaputt! Sie verrotten kläglich auf einem einsamen Dachboden bis sie schließlich auf dem Scheiterhaufen verbrennen. Die meisten von ihnen reparieren nicht mal, sie entsorgen geschwind.



Dank dir, meine Liebe, sind die Leichen lebendig. Sie sterben nicht doch sie wollen. Sie würden vergessen doch sie leben, sie schleichen. Sie sehen, fühlen, hören und verstehen nicht. So wie ich dich nicht verstehe, meine Liebe. Wo sind deine Lexika geblieben? Wo bleiben die Schulen und Ihre Kinder darin? Wer lernt aus dir, Liebe, und wer studiert dich eifrig?



Du spielst mit deiner Spielzeugkiste voller Hoffnung du Vertrauen. All deine Marionetten kennen ihre Tanzschritte doch sie tanze nicht ohne Führung, meine Liebe. Sie werden wahnsinnig, sie sind aus Holz. Sie bewegen sich nicht selbstständig. Sie raufen sich die Haare und kauen ihre Nägel. Sie zerfetzen sich die Augen und ziehen ihre Haut. Sie schreien, sie heulen, sie lachen und stottern und dann lachen sie wieder denn der Wahnsinn spielt ein Spiel. Sie kratzen sich, zerfleischen sich, sie verstümmeln ihre Körper. Sie sind Krüppel, meine Liebe und sie schreien wieder so grässlich.



ICH LIEBE DICH, ICH LIEBE DICH komm zu mir denn ICH LIEBE DICH. LIEBST DU MICH? Wieso denn nicht? Ich Liebe Dich, ich liebe dich. Ich bin geizig, ich bin gierig, ja ich schlinge deine Liebe. GIB SIE MIR, DIE EINE LIEBE. Ich habe Durst.



Leiden.

Lieben.



Sie sind sich zum Verwechseln ähnlich.



Oh Liebe, meine Liebe, wozu hast du mich getrieben. Was habe ich getan. Wer bin ich geworden, meine Liebe, wieso musstest du mein Herz ermorden. Du bist ein kleines Kind. So antworte mir doch, Liebe, antworte einer einzelnen Marionette von dir. Wie eine Sucht, so abhängig, wir leben wegen dir, wir lieben wegen dir. Du kitzelst unseren Magen mit den Flügeln dieser Schmetterlinge. Und wenn der Himmel weint, bist du die Erlösung, so dass die Sonne dennoch scheint.



Liebste Liebe umarme uns. Wir sehen die Welt durch Taleraugen. Wir müssen nicht hören können um den Herzschlag mit Musik zu vergleichen. Dein Duft bringt mich nachhause an einem fremden Ort. Wir suchen nach Frieden und nur bei dir werden wir erfolgreich sein. Die Zuflucht auf die wir alle hoffen liegt in deiner Güte, meine Liebe. Ihre Angst fürchtet sich vor dir, meine Liebe, denn sie verschwindet durch dich. Sie halten die Hand des Nächsten und fühlen sich willkommen. Sie kriechen aus der Unterwelt und gelangen ins heilige Paradies für dich, verbotene Liebe.



Sie atmen auf, als wären sie beinahe ertrunken und doch sind sie Fische die das Wasser brauchen. Sie bestreiten Höhen und Tiefen. Sie laufen über Nägel und Glas, über Feuer und Flammen doch sie lachen so herrlich. Sie tanzen und singen, wie schön sie doch klingen, oh Liebe, sie lieben dich. Sie ehren dich. Sie vergöttern dich. Sie leben für dich. Sie verfallen der Lust durch dich, heiße Liebe, denn bekanntlich sind sie Sünder aus Leidenschaft. Du machst sie verrückt, meine Liebe, du raubst ihren Verstand. Du lässt sie erblinden und doch sehen sie ihre Zukunft mit dir.



Du machst aus ihnen Bäume im Frühling, die Wiese voller Tau so glänzend und rein, die Blumen jungfräulich an ihnen schmiegend. Mit lieblichen Jungen befülltes Heim, Knospen tragend bis zu heiligen Ernte. Und die Vögel sie singen mit ein Lied von der Liebe. Müsste ich dich malen, liebste Liebe, wärst du ein Gänseblümchen, wunderschön doch zum Zertreten geschaffen. Du bist so hübsch. Ich verliere meine Liebe an die Liebe, meine Liebe, und ich liebe diese Liebe für die Liebe deiner Liebe, meine Liebe. Ich bin verlieb in dich. Ich bin vernarrt in dich. Ich habe mich im Tal verlaufen und ich möchte nicht den Weg hinaus finden denn es ist gut so. Und so irren sie umher so ahnungslos und unschuldig, denn sie lieben dich, süße Hassliebe.



So verrate mir, oh Liebe, meine allerliebste Liebe. Hast du nicht genug vom Spielen?
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