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Sprüche und Kurzgedanken Prosatexte, die einen Sachverhalt möglichst kurz und knapp schildern.

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Alt 18.09.2019, 16:56   #1
männlich JH1963
 
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Standard Mein Herz schmerzt

Du hast mir am Herzen gelegen
Die Distanz trennt uns auf den Lebenswegen
Jetzt liegst du mir schwer im Magen
Deine Liebe kann ich nicht tragen
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Alt 18.09.2019, 18:11   #2
männlich Pjotr
 
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Hm ... was genau meinst Du mit "Distanz"?

Distanz bedeutet Abstand. Mit anderen Worten: "Der Abstand trennt uns ..."

Das erzeugt nicht mehr Erkenntnis als beispielsweise "Die Kälte erkaltet uns ..."

Was für ein Bild hast Du im Kopf, wenn Du in diesem Zusammenhang an Abstand denkst? Poetisch wird Dein Text, wenn Du Bilder erzeugst. "Abstand" allein ist noch kein Bild. Es fehlen noch zwei anschauliche Gegenstände (Gesichter, Verhaltensformen, Körper etc.), die diesen Abstand markieren.
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Alt 19.09.2019, 11:15   #3
männlich JH1963
 
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Ich bin mit meiner Freundin(die in mich verliebt war) in einem Streit auseinander gegangen.
Ein kleiner Fehler sorgt für eine riesen Distanz die sich nie wieder schließt.
Das Mädchen hat mich mit Liebe erdrückt, und all meine Worte die ich ihr sagen wollte haben mich runter gezogen.

Geändert von JH1963 (19.09.2019 um 13:19 Uhr)
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Alt 19.09.2019, 11:48   #4
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Ich würde versuchen, diesen Streit nicht nur das Fremdwort "Distanz" auszudrücken, sondern durch ein entsprechendes Bild oder Geräusch, also durch eine wirklich nachfühlbare Metapher. Dann wird der Text lebendiger und poetischer.

Für "Streit" gibt es Zillionen von Metaphern. Um ein einfaches Beispiel zu nennen: Irgendein Gegenstand, der zerbricht. Das Zerbrechen ist das eigentlich Sinnliche. Man sieht es, hört es. Es ist für den Leser greifbar. Poesie ist Kino. Um gutes Kino zu machen, muss man originelle Bilder und Töne entwickeln.

Zur Inspiration: Du kannst Dich fragen, wie haben sich Eure Körper bewegt während des Streits, wie haben sich Eure Gesichter geformt, wie hat Eure Sprache geklungen, was habt Ihr mit den Händen gemacht, mit was kann man so eine Streit-Szene vergleichen? Gibt es ähnliche Vorgänge in der Natur, in der Kultur, in der Geschichte, ...? Und so weiter und so fort. Verstehst Du, was ich meine? Eine originelle Metapher zu finden, ist natürlich schwierig (mein obiges Beispiel mit dem Zerbrechen ist trivial und ausgelutscht; das soll nur ein Beispiel sein). Aber vielleicht hast Du den Sinn der Aufgabe verstanden?

Soviel zum "Streit" (Distanz).

Danach schreibst Du das Wort "trennen". Das ist eine Wiederholung von "Distanz". Du willst im Prinzip einen Abstand aufzeigen. Wie wäre es, das mit dem Bild einer Schlucht auszumalen? Um nur ein einfaches Beispiel zu nennen, eins von Millionen. Graben, ...
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Alt 19.09.2019, 12:08   #5
weiblich Ilka-Maria
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Zitat:
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... also durch eine wirklich nachfühlbare Metapher.
Grundsätzlich richtig. Aber der Junge gibt sein Alter mit sechzehn Jahren an, da kann man einen derart umfangreichen Sprachschatz noch nicht haben, um eigene, originelle Metaphern zu erschaffen. Er müsste eine Menge an anspruchsvoller Literatur und an guten Filmen gesehen haben, um derartig exklusive Bilder erzeugen zu können. In diesem Alter kann man aber selbst mit den gängigen Floskeln kaum seine Gefühle ausdrücken, man ist noch ziemlich sprachlos, wenn es ans Eingemachte geht. Deshalb werden sehr junge Menschen von Erwachsenen oft (nicht immer!) mit Argumenten ruckzuck niedergeschmettert.
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Alt 19.09.2019, 12:37   #6
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Beiträge: 160

Niederschmettern möchte ich ihn natürlich nicht.

Falls mein Kommentar an Dich, JH1963, unpassend angekommen sein sollte, möchte ich um Entschuldigung bitten. Das meine ich nicht ironisch.
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Alt 19.09.2019, 13:35   #7
männlich JH1963
 
Dabei seit: 09/2019
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Beiträge: 35

Ist schon okay.Ich habe es nicht persönlich genommen.Ich mein jeder fängt mal klein an, und da sind Ratschläge immer hilfreich.
Das mein ich nicht Ironisch,denn wie heißt es so schön:
"Üben macht den Meister"!


Schönen Nachmittag euch allen!
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Alt 19.09.2019, 15:40   #8
weiblich Ilka-Maria
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Ort: Arrival City, auf der richtigen Seite des Mains
Beiträge: 21.910

Zitat:
Zitat von Pjotr Beitrag anzeigen
Niederschmettern möchte ich ihn natürlich nicht.
Du warst auch gar nicht angesprochen, Pjotr. Das ist eine allgemeine Beobachtung von mir, aber auch die Erfahrung aus meiner eigenen Jugend. Als ich z.B. meinen Eltern gegenüber meinen Berufswunsch äußerte, wurde das als "Spinnerei" abgetan und über meinen Kopf hinweg eine kaufmännische Lehre für mich beschlossen. Ich hatte nur meine Ideen, hätte sie aber nicht in Argumente fassen können (ich war 15 Jahre alt). Ein paar Monate später begann für mich eine zweijährige Gefangenschaft in einem grässlichen Unternehmen mit grässlichen Leuten. Man hätte mich genausogut in eine Strafanstalt stecken können.
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Alt 19.09.2019, 18:31   #9
männlich Pjotr
 
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Mir gings in meiner Jugend ähnlich, Ilka. Ich hatte nur Musik im Kopf und Malerei -- und landete dann in einer Fabrik. Erst mit 22 konnte ich mich befreien in die kreative Selbständigkeit. Genauer gesagt, ein Jahr später; der Zivildienst kam auch noch dazwischen ...
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