Poetry.de - das Gedichte-Forum
 kostenlos registrieren Forum durchsuchen Letzte Beiträge

Zurück   Poetry.de > Poetry Workshop > Theorie und Dichterlatein

Theorie und Dichterlatein Ratschläge und theoretisches Wissen rund um das Schreiben.

Antwort
 
Themen-Optionen Thema durchsuchen
Alt 16.07.2005, 15:48   #1
Inline
 
Dabei seit: 07/2006
Beiträge: 626

Standard Zweck und Ursache der Lyrik

Hallo liebe Schreibkollegen,

möchte Euch mal die Frage stellen, aus welchen Beweggründen heraus Ihr Eure Texte schreibt, bzw. was der Auslöser war damit anzufangen?

Bei mir persönlich war Lyrik früher Befreihung nach schwierigen oder besonders aufregenden Situationen. Ich weiß nicht was mich davon abgehalten hat, Tagebuch zu schreiben, aber von Anfang an, hatte ich das Gefühl den Texten etwas Geheimnisvolles, Wichtiges geben zu müssen.

Heute ist es eher eine andere Sache. Hat irgendwie was mit Geschäft zu tun. Sich anstrengen um was tolles zu schreiben. Früher hab ich nicht einen einzigen von hunderten von Texten korrigiert, heute wird alles 5mal angeschaut. Dennoch hab ich das Gefühl, meine Texte wären früher besser gewesen.

Freundlicher Gruß El Bocon
Inline ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.07.2005, 19:07   #2
Schatten
 
Dabei seit: 11/2004
Beiträge: 114

Hy Inline
Warum ich schreibe...weil ich denke...weil die Texte mir in den sinn kommen und ich sie nieder schreibe...ich denke weder lange über sie nach noch mache ich mir große Gedanken sie kommen und gehen...meine schlechtesten texte waren erzwungen...wenn ich mir gewünscht habe etwas verarbeiten zu können durch schreiben aber es kam nix...ich konnte nicht schreiben...
tagebuch habe ich öfter versucht zu schreiben...aber um ehrlich zu sein hatte ich nie das Durchhalte vermögen dazu zu schreiben...außerdem habe ich in Tagebüchern immer etwas zu sehr meine fantasie spielen lassen so das da plötzlich Dinge standen die mir nie passiert sind...so hab ichs aufgegeben weil ich mich nicht selber belügen wollte...
Geschrieben habe ich eigentlich schon immer viel...ich habe noch Geschichten aus der zweiten klasse...die mir leider zu lesen selber sehr schwer fallen weil sich meine fantasie leider nicht nur auf die Geschichten sondern auch auf die rechtschreibung ausgewirkt haben kein großer Unterschied zu heute...
Später faszinierte es...wie meine freundin den tod ihres kleinen halbbruders verkraftete...sie schrieb zwei texte die ich lesen durfte...Gedichte...dies haute mich einfach nur um...so habe ich begonnen auch dies zu versuchen...ja und heute schreibe ich eigentlich beides sowohl Gedichte als auch Geschichten...obwohl Geschichten mir immer noch leichter fallen...allerdings nur die Kurzgeschichten...an jedem längeren text an dem ich mich versucht hab bin ich kläglich gescheitert
Tja mom wo ich net zu hause bin fällt es mir ziemlich schwer etwas zu Papier zu bringen...es ist etwas zu ruhig hier auf dem dorf...ich brauche wohl den stress der großstadt...den Terror für die Seele ...aber eohl vor allem die Problematiken die hier irgendwie nichtig scheinen...
Okay ein ziemlich langer text...so lang sollte das eigentlich garnicht werden...sorry
Schatten
Schatten ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.07.2005, 22:34   #3
weiblich ravna
 
Benutzerbild von ravna
 
Dabei seit: 04/2005
Ort: Berlin
Alter: 33
Beiträge: 732

ich hab eigentlich schon immer geschichten erzählt, so bald ich sprechen konnte quasi (und das konnte ich deutlich eher als ordentlich laufen *g*), habe auch noch texte aus der grundschulzeit, richtig angefangen habe ich 1998, als ich auf's gymnasium kam. wollte von klein auf schriftstellerin werden, war immer eine leseratte und hab mich dann halt' selbst versucht. romane wurden bei mir nie was, hab immer nur ein paar kapitel geschafft. regelmäßig geschrieben, habe ich dann so mit 15/16 als ich in der psychiatrie war, es waren dementsprechend auch viele verarbeitende texte darunter. da hab ich auch angefangen mehr dramtische sachen zu schreiben und mein erstes größeres theaterstück fertiggeschrieben.
tagebuch hab ich auch versucht, fand aber mein leben nicht so besonders würdig, aufgeschrieben zu werden.
momentan schreib ich am liebsten gedichte und kurzgeschichten, manchmal auch dialogfetzen, ich verarbeite weniger mein persönliches leben als das, was ich um mich herum wahrnehme, teilweise "zwinge" ich mich dazu, texte zu themen zu schreiben, die mich nicht sonderlich interessieren, einfach damit ich mich mit ihnen beschäftige.

joa.
ravna ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 19.07.2005, 00:00   #4
manfred
 
Dabei seit: 05/2005
Beiträge: 137

Standard Eine "ältere" Stimme

Ein interessantes Thema. Ich kann mich erinnern, wie ich einfach einmal in meinen frühen Jugendjahren erlebt habe, dass es ein befriedigendes und spannendes Erlebnis sein kann, seine Innenwelt auf eine andere Art zum Ausdruck zu bringen. Das war irgendwie eine Entdeckung. Es gab da so viele starke und subtile Eindrücke, die mit der Alltagssprache nicht wirklich mitteilbar schienen. Dann kam die Freude an der Phantasie dazu und außerdem die Empfindung, dass es möglich ist, durch das Schreiben das Leben besser zu bewältigen und es reicher zu machen. Es kam mir vor wie eine Lebenserforschung mit Hilfe des Gefühls und des bildhaften Denkens.
Ich schrieb dann einfach darauf los. Irgendwelche metrischen oder handwerklichen Aspekte waren mir dabei ziemlich gleichgültig, bzw. kannte ich diese Seite noch gar nicht richtig. Das Tun selbst war mir genug. Was mich beschäftigte, versuchte ich einfach in Worte zu fassen. Es war nicht allzu viel, was dabei herauskam und es gab immer wieder Phasen, wo das Schreibbedürfnis wie zu verschwinden schien, bis es plötzlich erneut heftig auftauchte. So ging das dahin.
Nach und nach entdeckte ich durch das Lesen, wie großartig manche Lyriker etwas vermitteln konnten. Ich bewunderte das und erlebte es als vorbildlich, wie sie ins Leben zu schauen versuchten. Das gilt bis heute so.l

Meine Schreiberfahrungen pendelten zwischen Zweifel und Zuversicht. Oft brachte ich zwar ganz authentisch meine sehr bewegte Innenwelt zum Vorschein, doch schien mir der künstlerische Wert daneben recht gering und ungenügend zu sein. Manchmal hatte ich das Gefühl, dass es gute Ansätze gab und das half mir dann wieder weiter.

Ich habe die lyrischen Versuche dann einfach bis in die Gegenwart immer wieder - mit Unterbrechungen - weitergeführt und bin der Überzeugung, dass das mein Leben erweitert und bereichert. Von konkreten Liebesbotschaften abgesehen, schrieb ich fast nur für mich (es gibt eine Veröffentlichung in einer Anthologie und sechs Gedichte in regionalen Blättern), mehr deshalb, um dem Leben ein "anderes Gesicht" abzugewinnen.

Das ganze Thema Schreiben und Lyrik ist - wie andere Dinge auch - eine sehr vertiefbare Angelegenheit; ich entdecke immer wieder neue Ufer. Für mich hat es außerdem etwas mit intuitiv-philosophischem Forschen zu tun. Vor allem aber ist es auch eine Möglichkeit, das Wahrnehmungs- und Einfühlungsvermögen zu üben. Mein Ideal: die Welt manchmal wie ein großes Sprachgeschehen sehen zu können, gewissermaßen die Substantiva zu Verben zu machen und in atmosphärische Beziehungen mit Hilfe der Sprache "einzutreten".
Es gibt aber daneben noch viele andere Aspekte, die das Schreiben betreffen.
Jedenfalls ist man nicht nur Konsument, sondern setzt etwas in die Welt, was es vorher eben so noch nicht gegeben hat, auch wenn das oft mit vielen unbefriedigenden Unvollkommenheiten einhergeht. Mit ganz "unfruchtbaren" Zeiten muss man auch rechnen; das ist eine Erfahrung, die fast alle "Schreiber" machen.
Das Hauptgeheimnis : Liebe und Arbeit. Dann schenkt die Poesie gelegentlich auch etwas her; manchmal weniger, manchmal mehr.
manfred ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 19.07.2005, 15:38   #5
GothicAngel
 
Dabei seit: 06/2005
Beiträge: 30

Ich habe angefangen zu schreiben als ich noch seeehr klein war, anfangs waren es Gedichte für meinen Vater oder meine Mutter. Weiter ging es dann in der Schule indem ich bei allen möglichen Aufgaben ein Gedicht daraus gemacht habe. Später habe ich über Probleme geschrieben, als Liebeskummerkiller etc... Als die Größeren Probleme kamen empfand ich das schreiben als eine befreiung und es war eine Ablenkung von dem Drang mich Selbst zu verstümmeln. Heute habe ich sogar durch Gecihte mit dem Rauchen aufgehört und bekämpfe damit hauptsächlich meine Langeweile ,aber immer ist es noch ein Gutes Mittel Probleme zu lösen und das Gefühl einer Leere mit Gedichten auszufüllen.
GothicAngel ist offline   Mit Zitat antworten
Antwort

Lesezeichen für Zweck und Ursache der Lyrik

Themen-Optionen Thema durchsuchen
Thema durchsuchen:

Erweiterte Suche



Sämtliche Gedichte, Geschichten und alle sonstigen Artikel unterliegen dem deutschen Urheberrecht.
Das von den Autoren konkludent eingeräumte Recht zur Veröffentlichung ist Poetry.de vorbehalten.
Veröffentlichungen jedweder Art bedürfen stets einer Genehmigung durch die jeweiligen Autoren.