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Fantasy, Magie und Religion Gedichte über Religion, Mythologie, Magie, Zauber und Fantasy.

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Alt 16.04.2019, 14:22   #1
weiblich AlteLyrikerin
 
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Standard An den verborgenen Gott

Ich glaube nicht, dass Du so bist,
ein Gott, der nach obskuren Regeln
dem einen Krebs und frühen Tod,
dem andern Reichtum zuerkennt,
und dass bei dieser Lotterie
man Dich sogar bestechen kann
durch eifriges und stetes Beten.

Ich glaubte gern, dass Deine Hand
verborgen die Geschicke leitet.
Doch Kriegsgeschrei und Massenmord
besudeln Deine Schöpfung schon
seit Adams Enkel Schwertdienst nahm.
Nein, die Geschichte lenkst Du nicht,
verweigerst uns den Hort der Allmacht.

Ich glaube nicht, dass Deinem Wort
ein Schutz durch Professoren Not tut,
und auch nicht, dass Verkündigung
aus Frauenmund Dich zornig macht;
noch, dass ein peinlich Fragender
aus Deiner Liebe fallen muss
wie eine faule Frucht zur Erde.

Ich glaube aber, dass Dein Sohn
Dein Wesentliches uns gelebt hat;
und dass ein Betender durch Dich
in einen Raum geleitet wird,
den weder Angst noch große Schuld
je füllen können mit dem Fluch
sinnlos im Strom der Zeit zu treiben.

Geändert von AlteLyrikerin (16.04.2019 um 15:45 Uhr)
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Alt 16.04.2019, 15:39   #2
männlich Plutino
 
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Zitat:
Zitat von AlteLyrikerin Beitrag anzeigen
zerkennt
zuerkennt?
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Alt 16.04.2019, 15:46   #3
weiblich AlteLyrikerin
 
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Lieber Plutino,
Danke!
Herzliche Grüße, AlteLyrikerin.
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Alt 16.04.2019, 16:04   #4
männlich Ralfchen
 
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Beiträge: 11.707

Zitat:
Ich glaube aber, dass Dein Sohn
Dein Wesentliches uns gelebt hat;
und dass ein Betender durch Dich
in einen Raum geleitet wird,
den weder Angst noch große Schuld
je füllen können mit dem Fluch
sinnlos im Strom der Zeit zu treiben.

hallo AL -

es war dringend notwendig, dass du den unseligen alten wunder-rebben mit hineinbringen musstest. und jetzt sag ich dir mal was:

einen sohn von gott kann niemand "abgefuckt kreuzigen" ausser dann, wenn es keinen gott gibt und er nicht der sohn von jemandem ist den es nicht gibt. und jeserl hatte 5 geschschwister, Mum und Paps, onkel und tanten. und ich finde all die ch-typen gehen zu weit, indem dass sie einen lustigen juden als sohn gottes anbeten müssen. gibts nix gescheiteres zum anbeten??? die rkk betet einen juden an und verfolgt sein volk 2000 jahre lang und billigt dass millionen dieser menschen vergast und anders ermordet werden? und der damalige papst*) hat es sogar gelobt.


so einen platz hat jeserl bei mir:

https://up.picr.de/35529091ge.jpg

(der ist aus dem 16jhdt von den urgroßeltern, das kreuz hab ich entsorgt, der linke arm war gebrochen und den hab ich angeklebt dass er eher mehr ein gruß mit erhobenem arm zeigt)


vlg
r

*)Haltung zur Judenverfolgung bis 1939

Botschafter, Bischöfe und Nuntii informierten Pacelli laufend, frühzeitig und detailliert über die Lage in Deutschland, besonders über die sich verschärfende Judenverfolgung. Seit Januar 1933 baten viele Prominente ihn darum, auf den Papst einzuwirken, um die Judenverfolgung öffentlich anzuprangern. Doch Pacelli sprach dieses Thema in seinen regelmäßigen Audienzen mit Pius XI. 1933–1939 nach Aktenlage fast nie an und ließ alle Bittbriefe bis auf einen unbeantwortet.
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Alt 16.04.2019, 16:16   #5
weiblich AlteLyrikerin
 
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Lieber Ralfchen,

Danke für die prompte Lieferung des Üblichen.
Herzliche Grüße, AlteLyrikerin.
AlteLyrikerin ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.04.2019, 16:20   #6
männlich Ralfchen
 
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gerne - gute brave christin....

aber die einzige die die jeserl-story richtig und akkurat erzählten waren MONTY PYTHON...

vlg
r

https://www.youtube.com/watch?v=SJUhlRoBL8M

und so würde jeserl als sohn goddchens am kreuz dreingeguckt haben:

https://up.picr.de/35529261qt.jpg
Ralfchen ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.04.2019, 16:30   #7
weiblich AlteLyrikerin
 
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Du musst es wissen; scheinbar bist Du dabei gewesen?

Herzliche Grüße, AlteLyrikerin.
AlteLyrikerin ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.04.2019, 16:52   #8
männlich Ralfchen
 
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Zitat:
Zitat von AlteLyrikerin Beitrag anzeigen
Du musst es wissen; scheinbar bist Du dabei gewesen?
wieso weißt du das alles so genau? und was weißt du über goddchen, dass du ihn von aller schuld befreien und himmelhochjauchzend loben musst, lieber mensch?
Ralfchen ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.04.2019, 16:57   #9
weiblich AlteLyrikerin
 
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Beiträge: 1.252

Ich weiß es nicht, ich glaube es.

Herzliche Grüße, AlteLyrikerin.
AlteLyrikerin ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.04.2019, 19:55   #10
männlich Ralfchen
 
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Alter: 73
Beiträge: 11.707

Zitat:
Zitat von AlteLyrikerin Beitrag anzeigen
Ich weiß es nicht, ich glaube es.

Herzliche Grüße, AlteLyrikerin.
liebe forenfreundin -

du bist mir ans herz gewachsen. das geht auch über das "einander nicht kennen" durch poesie und textdarstellung. ja und ganz nebenbei muss ich dich an eine alte klassische metapher von meinem geliebten SOKRATES erfinnern (er war mit dem rat von athen und der priesterschaft in einem schweren konflikt festgefahren, weil er mit klaren argumenten jegliche götter anzweifelte.) der Satz bwurde auch von WEITLING geprägt stammt aber wie soviel wesentliches aus der antike.

Glauben heißt: Nichts zu wissen.

und wenn du einige funken an klarheit hast, dann wirst du ein wenig zweifeln. abgesehen davon dass es nicht die geringsten beweise für goddchen gibt und der trick mit seinem sohn von ein paar lustigen und ein bisschen spirituelle jiddische kopp distributiert wurde. und wie wir alle wissen, dass es KEINEN EINZIGEN ZEITGENÖSSISCHEN BERICHT über jeserele gibt gibt aus keinen aus der PLANCKSCHENEN ZEIT vor dem urknall. und betreff jeserle: es gab damals genügend zeitgenossen die angeblich um ihn herumlungerten. keine mensch hat auch nur einen satz über ihn dokumentiert. die evangelien sind eine ansammlung von erfindungen der - eben evangelisten. meine konzeption des demiurgen steht auch auf schwachen beinen. alles ist i.g.g. oder mag sein elementös mathematik. dann kommt der reihe nach jede andere disziplin nach und nach zur wirkung.

vlg
r
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Alt 16.04.2019, 20:57   #11
weiblich Ilka-Maria
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Zitat:
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Glauben heißt: Nichts zu wissen.
Das gilt für alles im Leben eines Menschen. Aber oft, sogar meistens, bleibt uns nichts anderes übrig als zu glauben. Es geht darum, in etwas zu vertrauen.

Fangen wir mit der Liebe an: Selbst wenn es einem Paar noch so ernst ist, weiß es nicht, ob die Liebe halten wird. Das Paar muss an sich glauben und einander vertrauen, anders geht es nicht.

Treue: Genauso. Jemand kann dir Treue bis in den Tod schwören, und du kannst daran glauben, dass es wahr ist. Du vertraust jemanden, denn du hast keinen Beweis dafür, dass dir die Treue gehalten wird. Also gehst du ein Risiko ein.

Versprechungen: Auch hier kommst du mit Wissen und Beweisen nicht weiter. Du glaubst daran, vertraust darauf und trägst das Risiko, enttäuscht zu werden.

Freundschaft: Jemand scheint dir dafür geeignet zu sein. Eine Garantie hast du nicht. Du musst daran glauben, dass die Freundschaft ehrlich gemeint ist, also vertrauen. Achtung: Hochrisiko!

Der Mensch ist nun mal ein soziales und, da er zu komplexem Denken fähig ist, philosphischen Wesen. Babies, die nie Körperkontakt zu einer Bezugsperson erfahren, sterben, auch wenn sie körperlich gesund sind - das ist wissenschaftlich nachgewiesen. Menschen, die durch schlechte Erfahrungen ihre Vertrauensfähigkeit verloren haben, gehen psychisch kaputt. Menschen, die gottgläubig sind, fügen sich leichter und friedlicher in den Sterbeprozess. Überzeugte Atheisten haben im Angesicht des Todes zum Glauben zurückgefunden und Gott angerufen, das ist durch Zeugenberichte von Soldaten des 2. Weltkriegs verbürgt. Wobei man unter Gott in dieser Zeit Jesus Christus verstand.

Das sind nun mal Fakten, und ihr größter Teil hat mit deiner "RKK", liebes Ralfchen, gar nichts zu tun. Der Mensch verfügt über zu wenig Gewissheiten und Garantien, um auf Glauben und Vertrauen verzichten zu können. Der größte Teil seines Lebens steht auf dieser Basis, mit oder ohne RKK. Wie heißt es doch: Gäbe es Gott nicht, müsste man ihn erfinden. Er hieße dann anders, seine Historie läse sich anders - mag sein. Aber einen "Stellvertreter" hätte er auf jeden Fall.

Und dann noch eins: Die Grausamkeiten, die das Christentum hervorbrachte, haben mit deinem Jeserl überhaupt nichts zu tun, sondern fußen auf dem Aberglauben jener Zeit. Worüber wir heute den Kopf schütteln, davor hatten die Menschen früher Angst. Sie glaubten an die Existenz des Teufels, der Hexen und der Hölle. Nicht Jesus, sondern dieser Irrglaube war die Grundlage für die Gewaltexzesse jener Zeit. Gerade die Kirchenvertreter, von denen die meisten aufgeklärter waren als alle anderen Menschen, wussten das und gingen gegen diese Auswüchse vor (hieß er nicht Franz von Spee, dieser Jesuitenpater, der sich gegen die Hexenprozesse stark machte?). Darüber wird auch vergessen, dass sich zivile Bürger am meisten dabei engagierten, Frauen auf den Scheiterhaufen zu bringen, weil sie in ihnen die Verantwortlichen für Missernten sahen oder sich ihr Vermögen aneignen wollten. Das alles ist bekannt, auch, dass gerade die Kirchenleute jede Anklage bezweifelten und akribisch prüften. Es waren vornehmlich weltliche Richter, die diese Massaker zu verantworten hatten.

Wenn es zu Fehlurteilen kam, waren die Gründe oft politischer Natur: Wer die Macht hatte, setzte sich durch. Das ist heutzutage nicht anders. Oder glaubst du wirklich an das Märchen, dass unsere Richter unabhängig sind? Ich nicht. Aber, wie das Schicksal so spielt: Ich kann es nicht beweisen.

Weiter zurück: Die Kreuzzüge. Das Christentum lieferte die Ideologie, der Islam ebenso seine Ideologie, aber in Wirklichkeit ging es um Politik, Herrschaft und Landgewinn.

Weiter vor: 30jähriger Krieg. Angeblich ein Glaubenskrieg, in Wahrheit ein Krieg um die Macht der Fürsten gegen das Königtum. Und Gustav Adolf, der auf Seiten der Protestanten kämpfte, ging es auch nicht um Religion und Glaube, sondern um die Vorherrschaft über die Ostsee.

An all diesen historischen Ereignissen ist "Jeserl" kein bisschen schuld.
Ilka-Maria ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.04.2019, 12:32   #12
weiblich AlteLyrikerin
 
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Liebe Ilka-Maria,

herzlichen Dank für Deinen Text, der sehr sachlich und fundiert Stellung nimmt. In seiner Länge und Qualität hat er ja auch etwas Arbeit erfordert. Ich fürchte allerdings, dass er an Ralfchen verschwendet ist.

Herzliche Grüße, AlteLyrikerin.
AlteLyrikerin ist offline   Mit Zitat antworten
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