Poetry.de - das Gedichte-Forum
 kostenlos registrieren Forum durchsuchen Letzte Beiträge

Zurück   Poetry.de > Gedichte-Forum > Gefühlte Momente und Emotionen

Gefühlte Momente und Emotionen Gedichte über Stimmungen und was euch innerlich bewegt.

Antwort
 
Themen-Optionen Thema durchsuchen
Alt 04.01.2017, 21:07   #1
männlich Ex Yuki
abgemeldet
 
Dabei seit: 05/2016
Alter: 41
Beiträge: 237

Standard Durch die Ähren | Eichendorff nachempfunden

Streifend durch die hohen Ähren
sann ich nach, ob du mich liebst.
Kann mich des Eindrucks nicht erwehren,
dass du mir doch alles gibst.

Weiden mir durch Blätterrauschen
ihr Leiden leise klagten,
und es war mir grad beim Lauschen,
als ob sie mich was fragten.

Eulen kamen, um zu lauschen;
sie putzen ihr Gefieder.
In der Seele fernes Rauschen;
mein Kind, wann kommst du wieder?
Ex Yuki ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.01.2017, 22:20   #2
männlich dr.Frankenstein
 
Benutzerbild von dr.Frankenstein
 
Dabei seit: 07/2015
Ort: Zwischen den Ostseewellen ertrunken
Alter: 37
Beiträge: 4.400

Schön
dr.Frankenstein ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.01.2017, 23:06   #3
gummibaum
 
Dabei seit: 04/2010
Alter: 66
Beiträge: 10.927

Hallo Yuki,

schönes Gedicht.

Wenn es um Eichendorff geht, würde ich Metrik und Reimschema der ersten zwei Verse beibehalten, den Text etwas träumerischer (Nacht...) gestalten, die Wiederholung von lauschen/rauschen und das Füllwort "grad" vermeiden. Vielleicht mehr so:

Streifend durch die hohen Ähren
sann ich nach, ob du mich liebst,
denn der Nacht gestirnte Sphären
sprachen aus, was du mir gibst.

Durch die Weiden zog ein Rauschen
wie ein Lied, das leise klagt,
und mir war, als sollt ich lauschen,
was ein jedes Blatt mich fragt.

Eulen spannten ihr Gefieder
weit in dunkle Räume aus.
Liebste, sag, wann kommst du wieder?
Meine Sehnsucht baut dein Haus....

LG g
gummibaum ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.01.2017, 23:27   #4
weiblich Ilka-Maria
Forumsleitung
 
Benutzerbild von Ilka-Maria
 
Dabei seit: 07/2009
Ort: Arrival City, auf der richtigen Seite des Mains
Beiträge: 23.196

gummibaums Gedicht ist gelungen, das sollte aber nicht entmutigen.

Die ersten beiden Strophen ließen sich auch so überarbeiten, dass man nah am ursprünglichen Text bleibt:

Zitat:
Streifend durch die hohen Ähren
sann ich nach, ob du mich liebst.
Konnt' mich nicht des Bilds erwehren,
dass du mir doch alles gibst.

Wie mir durch ihr Blätterrauschen
Weiden leis ihr Wehleid klagten!
Und mir war bei scharfem Lauschen
so, als ob sie mich was fragten.
Kritisch ist für mich die dritte Strophe, die mir nicht an die vorhergehenden Strophen anzuknüpfen scheint.

LG
Ilka
Ilka-Maria ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 05.01.2017, 21:21   #5
männlich Ex Yuki
abgemeldet
 
Dabei seit: 05/2016
Alter: 41
Beiträge: 237

Danke euch allen,
speziell Ilka-Maria und Gummibaum,
die ihr euch gleich inspiriert saht,
mir konstruktiv zu helfen.

Genau diese Art der Kritik gefällt mir besonders.


Ich habe es auch gleich überprüft:
Dachte: "Eichendorff und Nacht?"
Doch, direkt oder indirekt tritt
sehr oft Nacht/Dunkles zu ... "Tage".

Vielen Dank euch, das hilft mir sehr.
Ex Yuki ist offline   Mit Zitat antworten
Antwort

Lesezeichen für Durch die Ähren | Eichendorff nachempfunden

Themen-Optionen Thema durchsuchen
Thema durchsuchen:

Erweiterte Suche


Ähnliche Themen
Thema Autor Forum Antworten Letzter Beitrag
Durch und durch gestorben Jenno Casali Humorvolles und Verborgenes 0 12.06.2014 14:03
An Laetinus (Epigramme, Martial nachempfunden) Fridolin Humorvolles und Verborgenes 2 13.11.2012 17:31
In memoriam Eichendorff gummibaum Lebensalltag, Natur und Universum 4 04.07.2011 22:35
Zum 150. Todestag des Joseph von Eichendorff Baccalaureus Sonstiges Gedichte und Experimentelles 2 27.11.2007 00:52
Mondnacht (frei nach von Eichendorff) Aesta Lebensalltag, Natur und Universum 7 02.07.2007 09:42


Sämtliche Gedichte, Geschichten und alle sonstigen Artikel unterliegen dem deutschen Urheberrecht.
Das von den Autoren konkludent eingeräumte Recht zur Veröffentlichung ist Poetry.de vorbehalten.
Veröffentlichungen jedweder Art bedürfen stets einer Genehmigung durch die jeweiligen Autoren.