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Philosophisches und Nachdenkliches Philosophische Gedichte und solche, die zum Nachdenken anregen sollen.

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Alt 27.08.2017, 11:38   #1
männlich Erich Kykal
 
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Dabei seit: 09/2011
Ort: Österreich
Alter: 55
Beiträge: 876

Standard Sommer einst und heute

Wo Blau und Grün sich mischen und begleiten
in großen Bildern, die den Tag beschreiben
und wie Kulissen vor die Augen treiben,
die uns das Leben malt, das wir beschreiten,

dort will die Kindheit uns von sich erzählen,
als alles Welt war um die jungen Sinne,
noch unbegreiflich, groß und am Beginne,
doch gleichermaßen frei, daraus zu wählen.

Wie glichen wir den Trieben in den Kronen,
der Erde fern und doch mit ihr verbunden
wie selbstverständlich in bewegten Stunden,

darin wir uns entfernen und begegnen.
Das Alter, das uns reifte, will sie schonen
für die Erinnerungen, die uns segnen.
__________________
Erich Kykal ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.09.2017, 21:26   #2
gummibaum
 
Dabei seit: 04/2010
Alter: 66
Beiträge: 10.927

Lieber Erich,

noch ist ja Sommer, aber er altert schon.

Dein Sonett lässt den Alternden, berührt von den Sommerfarben, die Kindheit erinnern, ihre Nähe zur Natur und ihre eigene Naturwüchsigkeit. So kann er das unbeschwerte Leben dieser Phase (wie ein Trieb in der Krone) noch einmal fühlen.

Ein interessantes Reimschema zeigen deine Terzette, und das Gedicht wiegt ein schönes Bild im Bild.


Mit Freude gelesen.

LG gummibaum
gummibaum ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.09.2017, 23:49   #3
männlich Erich Kykal
 
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Beiträge: 876

Hi Gum!

Das Reimschema der Terzette ist ja praktisch frei wählbar. Das klassische Sonett möchte bloß keine zwei sich reimenden Endzeilen - warum auch immer! Wahrscheinlich galt das damals, als die Regel etabliert wurde, als plump oder unlyrisch. Ich kann das nicht nachvollziehen und ignoriere selbst diese Regel zuweilen.
Ansonsten steht es dem Sonettschreiber frei, wie er die 2 oder 3 Reime in den Dreizeilern verteilt, so weit ich weiß.

Es ging mir um den Vergleich der Sommer meiner Kindheit und den Sommern des Alters, und wie dabei die vergangenen Sommer immer wichtiger werden in der Erinnerung, in welcher der zunehmend Alternde mehr und mehr lebt.

Vielen Dank für deine Gedanken!

LG, eKy
Erich Kykal ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.09.2017, 10:14   #4
Thing
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Beiträge: 35.150

Standard Lieber Erich -

so gekonnt wie gummibaum kann ich leider nicht kommentieren, daher bediene ich mich gerne bei ihm und schließe mich an.
Sehr wehmütig stimmend, bei mir geht das unter die Haut, weil es (für mich) etwas so Endgültiges hat.

Lieben Gruß
von
Thing
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Alt 09.09.2017, 10:52   #5
männlich Erich Kykal
 
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Alter: 55
Beiträge: 876

Hi Thing!

Was haben wir denn im Alter, vom Leben und am eigenen Tun abgenutzt und desillusioniert, noch wirklich Kostbares als unsere Erinnerungen an die Kinderzeit, als wir wie selbstverständlich eins waren mit der Welt um uns herum, die noch neu und interessant und voller zu bestehender Abenteuer war?
Die Heiterkeit unserer Kinderseelen (das Leid jener Tage vergessen wir allzu gern) trägt uns letztlich durch das letzte Stück Dasein, wenn die süße Trauer um ihren Verlust uns auch bei jedem Anblick, der uns daran erinnert, die Tränen in die Augen treibt.
Dennoch - um nichts in der Welt wollten wir die Zeit missen, die uns formte und darin wir uns überhaupt erst definierten!

LG, eKy
Erich Kykal ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.09.2017, 10:55   #6
Thing
R.I.P.
 
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Dabei seit: 05/2010
Alter: 74
Beiträge: 35.150

Standard Lieber Erich -

Wie gesagt:
In mir steigen Tränen der Trauer ob des Verlustes auf.
Bei so vielen Gelegenheiten steht ein "nie wieder!" vor dem Auge.
Gerade bei mir, wie Du weißt.

Ganz lieben Gruß
von
Thing

Geändert von Thing (09.09.2017 um 12:50 Uhr)
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Alt 09.09.2017, 11:09   #7
männlich Erich Kykal
 
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Ort: Österreich
Alter: 55
Beiträge: 876

Ich weiß - aber es ergeht uns allen so! Das ist sicher kein Trost, aber zumindest ein einander Verstehen ...

Nur wer lang genug gelebt hat, weiß, was er verliert ...

LG, eKy
Erich Kykal ist offline   Mit Zitat antworten
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