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Gefühlte Momente und Emotionen Gedichte über Stimmungen und was euch innerlich bewegt.

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Alt 21.11.2016, 00:29   #1
Stachel
 
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Beiträge: 926

Standard Novemberblues

Unter schwarzem Himmel lauf ich,
schnellen Schritts, zu Fuß.
Was dem Kühlschrank fehlt, das kauf ich
im Novemberblues.

Miene wie die Wolkendecke,
gönnt nur kurzen Gruß
der Kassierer. In ihm stecke
der Novemberblues.

Freu mich, dass zurück zu hause
ich gleich mit dir schmus.
Du gönnst kosend mit ne Pause
vom Novemberblues.
Stachel ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.11.2016, 19:35   #2
weiblich DieSilbermöwe
 
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Beiträge: 4.579

Das ist richtig schön! Trifft gut den Zeitgeist ..
im Novemberblues.
DieSilbermöwe ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.11.2016, 21:59   #3
Stachel
 
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Beiträge: 926

Danke für dein Lob, liebe Silbermöwe.

Freundliche Grüße von
Stachel
Stachel ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.11.2016, 22:26   #4
weiblich Ex-Dabschi
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Dabei seit: 05/2014
Beiträge: 2.371

Zitat:
Zitat von Stachel Beitrag anzeigen
Unter schwarzem Himmel lauf ich,
schnellen Schritts, zu Fuß.
Was dem Kühlschrank fehlt, das kauf ich
im Novemberblues.

Miene wie die Wolkendecke,
gönnt nur kurzen Gruß
der Kassierer. In ihm stecke
der Novemberblues.

Freu mich, dass zurück zu hause
ich gleich mit dir schmus.
Du gönnst kosend mit ne Pause
vom Novemberblues.
Dein Gedicht gefällt mir auch sehr gut, lieber Stachel.

Wohl dem, der zu Hause eine herzerwärmende Schmusemaus hat, wenn der Novemberblues Trübsal bläst...

Liebe Grüße
Dabschi
Ex-Dabschi ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.11.2016, 23:10   #5
männlich Leandra
 
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Alter: 35
Beiträge: 778

Habe nur "blues" gelesen, hat mir gereicht darauf zu klicken. Gelesen habe ich es nicht.

Gern geschehen Stachel.

Leandra.
Leandra ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 23.11.2016, 00:08   #6
männlich Ex-Richard 42
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Dabei seit: 07/2016
Beiträge: 342

Thema: Sehr schön.
Umsetzung: Geht so.

Aber: Die Langverse in der ersten Strophe haben mir sehr gut gefallen.

Die letzten beiden Strophen sagen mir nicht mehr so zu.
Trotzdem gern gelesen.

lg

Richard
Ex-Richard 42 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 24.11.2016, 11:44   #7
Stachel
 
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Beiträge: 926

Zitat:
Zitat von Dabschi Beitrag anzeigen
Dein Gedicht gefällt mir auch sehr gut, lieber Stachel.

Wohl dem, der zu Hause eine herzerwärmende Schmusemaus hat, wenn der Novemberblues Trübsal bläst...
Oder einen Schmusekater, oder einen Schmusekaktus, ...
Danke für dein Lob, liebe Dabschi.

Zitat:
Zitat von Leandra Beitrag anzeigen
Habe nur "blues" gelesen, hat mir gereicht darauf zu klicken. Gelesen habe ich es nicht.
Was ist geschehen? War es nicht blau genug?
Zitat:
Zitat von Leandra Beitrag anzeigen
Gern geschehen Stachel.
Was davon?

Zitat:
Zitat von Richard 42 Beitrag anzeigen
Umsetzung: Geht so.
Woran mangelt es?

Zitat:
Zitat von Richard 42 Beitrag anzeigen
Die Langverse in der ersten Strophe haben mir sehr gut gefallen.
Du meinst die optisch längeren Verse 1 und 3? Warum gerade die?

Zitat:
Zitat von Richard 42 Beitrag anzeigen
Die letzten beiden Strophen sagen mir nicht mehr so zu.
Das interessiert mich besonders. Woran liegt das nach deiner Empfung?

Freundliche Grüße von
Stachel
Stachel ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 24.11.2016, 23:20   #8
männlich Ex-Richard 42
abgemeldet
 
Dabei seit: 07/2016
Beiträge: 342

Hallo lieber Stachel!

Deine Fragen sind nicht ganz einfach zu beantworten. Da steckt Bauchgefühl drin.

Woran mangelt es?

Kann ich ehrlich gesagt schwer definieren. Es hat mich nicht ganz mitgenommen. Das Thema "Novemberblues" fand ich grundsätzlich gut.
Aber die Bilder, bzw. die kleine Geschichte haben mich nicht berührt.


Du meinst die optisch längeren Verse 1 und 3? Warum gerade die?

Für mich sind das eigentlich zwei Verse, die durch einen geschickten Zeilensprung geteilt werden. Diesen Enjambement passt gut zur Form.
Zwei lange Verse, bei dem "der Novemberblues" optisch hervorgehoben wird.


Das interessiert mich besonders. Woran liegt das nach deiner Empfindung?

Das Gefühl des "Novemberblues" kann ich gut nachfinden. Aber die Geschichte
langweilt mich. Für mich ist der Novemberblues ein grauer Himmel, ein Tag der
dunkel beginnt und endet. Regen. In Mäntel gekleidete Menschen die stumm, den Boden anstarrend vor sich hin trotten.

Ich hoffe, dass das jetzt halbwegs verständlich war.


lg

Richard
Ex-Richard 42 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 24.11.2016, 23:27   #9
weiblich Ex-Letreo71
abgemeldet
 
Dabei seit: 01/2014
Ort: Niedersachsen
Beiträge: 4.026

Kurz und knackig und für mich ausreichend beschrieben, lieber Stachel.
In der vorletzten Zeilen hat sich ein Fehler eingeschlichen.

Lieben Gruß

Letreo
Ex-Letreo71 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25.11.2016, 15:14   #10
Stachel
 
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Beiträge: 926

Zitat:
Zitat von Jonnny Beitrag anzeigen
Mir gefällt der Blues zwischen deinen Zeilen, Stachel.
Der Herbst verbeugt sich vor dem Winter.
November eben...

Liebe Grüße
Jonny
November eben, so ist es, lieber Jonny. Aber wir lassen uns von keinem Blues unterkriegen, nicht wahr?

Danke für deinen Beitrag.

Zitat:
Zitat von Letreo71 Beitrag anzeigen
Kurz und knackig und für mich ausreichend beschrieben, lieber Stachel.
In der vorletzten Zeilen hat sich ein Fehler eingeschlichen.

Lieben Gruß

Letreo
Du hast natürlich recht, liebe Letreo: Es muss "mir" heißen, nicht "mit". Hab Dank für Lob und Korrektur.

Freundliche Grüße von
Stachel
Stachel ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25.11.2016, 15:33   #11
Stachel
 
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Beiträge: 926

Zitat:
Zitat von Richard 42 Beitrag anzeigen
Hallo lieber Stachel!

Deine Fragen sind nicht ganz einfach zu beantworten. Da steckt Bauchgefühl drin.
Hallo lieber Richard

du hast recht: Es ist nicht einfach und "Bauchgefühl" kann man so schlecht diskutieren. Aber du bist im Forum angetreten mit dem Anspruch, dich gerne fachlich über Lyrik auseinandersetzen zu wollen und nach konstruktiver Form von Kritik zu streben. Daher nehme ich dich an dieser Stelle gerne beim Wort.

Zitat:
Zitat von Richard 42 Beitrag anzeigen
Du meinst die optisch längeren Verse 1 und 3? Warum gerade die?

Für mich sind das eigentlich zwei Verse, die durch einen geschickten Zeilensprung geteilt werden. Diesen Enjambement passt gut zur Form.
Zwei lange Verse, bei dem "der Novemberblues" optisch hervorgehoben wird.
Den optischen Aspekt würde ich gerne näher beleuchten: Mir fehlt da noch der Anknüpfpunkt zum November. Liegt es für dich am „harten“ Wechsel zwischen langem und kurzem Vers als Andeutung der langen Nächte und kurzen Tage in der Jahreszeit? Oder wirken lange Zeilen auf dich trauriger und kurze fröhlicher?

Du hast den Versüberlauf („Zeilensprung“) in S1 jeweils vom ungeraden zum geraden Vers hervorgehoben. Dieses Stilmittel verwende ich in allen drei Strophen. In S2 sogar von V2 nach V3. Anscheinend liegt in S1 aber noch eine Besonderheit für dich. Was könnte das sein?


Zitat:
Zitat von Richard 42 Beitrag anzeigen
Das interessiert mich besonders. Woran liegt das nach deiner Empfindung?

Das Gefühl des "Novemberblues" kann ich gut nachfinden. Aber die Geschichte
langweilt mich. Für mich ist der Novemberblues ein grauer Himmel, ein Tag der
dunkel beginnt und endet. Regen. In Mäntel gekleidete Menschen die stumm, den Boden anstarrend vor sich hin trotten.
Interessant, dass du im Wesentlichen beschreibst, was nach meiner Auffassung im Gedicht steht. Ich hatte es „lediglich“ eine Art Happy End laufen lassen.

ein grauer Himmel, ein Tag der dunkel beginnt und endet -> schwarzer Himmel/Wolkendecke, V1, V5
Regen, zumindest "drohend" -> angedeutet über das schnelle Laufen und schwarzer Himmel/Wolkendecke -> V1, V2, V5
Menschen die stumm -> wortkarger Kassierer mit dunkler Miene, S2
In Mäntel gekleidete Menschen ... -> Ja, genau so sehe ich das LI hier. Bei dem beschriebenen Wetter wäre eine Badehose auch unangebracht (ich übertreibe, um den Kontrast zu zeigen). Welches Bild hast du vom LI? Wie stellst du dir die Person (gekleidet) vor? Hat dein inneres Auge mögliche Passanten, da nicht erwähnt, ausgeblendet oder sind sie Teil der Szene? Falls ja, wie sehen sie aus?

Zitat:
Zitat von Richard 42 Beitrag anzeigen
Ich hoffe, dass das jetzt halbwegs verständlich war.
Ich sehe, dass wir offenbar sehr ähnliche Bilder zum Novemberblues zeichnen. Um so interessanter ist für mich die Frage, warum der Text diese Bilder nicht trägt.

Danke, dass du dir Zeit für intensivere Gedanken nimmst.

Freundliche Grüße von
Stachel
Stachel ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27.11.2016, 00:24   #12
männlich Ex-Richard 42
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Beiträge: 342

Hallo Stachel.

Schön, dass Du soviel Wert auf meine Meinung legst. Diese bilde ich, wie erwähnt, erstmal aus dem Bauch heraus. Ich markiere mir in Lyrikbänden immer meine Lieblingsgedichte mit einem Kreuz.

Manchmal schreibe ich daneben, dass es die Sprache ist, die mich fasziniert. Nicht das Gedicht, dass ich vielleicht garnicht verstehe, sondern die Art, wie mit Worten umgegangen wird.

Sorry für den Bandwurmsatz.

Machst Du Musik? Es gibt da so einen typischen Bluesrhythmus. Wenn man den im Hinterkopf hat und Deine erste Strophe liest - das passt.

Die Handlung "Kühlschrank leer => Einkaufen gehen => Happy End, die sich über die Strophen zieht, fasziniert mich aber nicht so sehr, wie die Bilder, die uns Beiden durch den Kopf geschossen sind.

Unter schwarzem Himmel lauf ich, schnellen Schritts, zu Fuß.
Was dem Kühlschrank fehlt, das kauf ich im Novemberblues.


So lese ich die Zeilen. Als zwei Langverse. Warum? Keine Ahnung. Aber der optische Sprung und die Wiederholung von "im/der/vom Novemberblues" gefallen mir gut. Wiederholung ist ja auch ein gängiges Stilmittel im Blues.

Du konntest mir Deinen Blues vermitteln, aber mit weniger Handlung und mehr Bildern hätte es mir womöglich besser gefallen.

lg

Richard
Ex-Richard 42 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27.11.2016, 12:10   #13
Stachel
 
Benutzerbild von Stachel
 
Dabei seit: 03/2015
Ort: Niederrhein
Beiträge: 926

Lieber Richard,

ich freue mich immer über deine Gedanken und Anregungen. Du schreibst anfangs oft deine Bauchempfindungen. Aber du bist auch bereit sie zu hinterfragen und zu er(und be-)gründen. Dadurch entstehen viele für mich interessante Verknüpfungen, wie hier z.B. die eigentlich naheliegende Anlehnung an den Blues-Rhythmus. Es hat mich dazu inspiriert, das Gedicht als Lied weiterzubearbeiten.

Vielen Dank und freundliche Grüße von
Stachel
Stachel ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27.11.2016, 19:42   #14
männlich Ex-Richard 42
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Immer wieder gerne.
Ex-Richard 42 ist offline   Mit Zitat antworten
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