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Alt 25.01.2006, 17:25   #1
akechi90
 
Dabei seit: 08/2005
Beiträge: 33


Standard Vollkommen normal (Anm.: sehr brutal)

Warnung: Diese Kurzgeschichte ist für empfindliche Leser nicht geeignet.



Manchmal gibt es bei mir Zeiten - meistens nach einem Streit - in denen ich am liebsten jemanden umbringen möchte. Einfach so. Einfach so jemanden umbringen.
Manchmal stelle ich mir genau das vor. Ich plane den Tod einer ungeliebten Person und sehe alles vor meinem inneren Auge:
Verängstigt sehe ich dich vor mir knien. “Bitte nicht!”, flehst du mich an, mehrfach diesen einen Satz wiederholend. Die Tränen schießen dir schon aus den Augen, nicht wahr? Du willst nicht sterben, nicht wahr? Du willst, dass ich dich in Frieden lasse? Mir egal! Ich möchte dich einfach umbringen und dich dann hinter mir lassen, dass du meinen Wegen niemals folgen kannst.
Du schreist verzweifelt um Hilfe, als ich mit der Waffe aushole, doch deine Schreie verstummen in deinem Tod. In deinem Tod, verursacht durch meine eigene Hand.
Das ist der Film, der sich vor meinem inneren Auge abspielt. Er läuft immer in dieser Form vor mir ab. Und ich kann nichts dagegen machen. Der Film ergreift aber trotzdem keinen Besitz von mir, er spielt nur mit meiner Aufmerksamkeit, die in den Momenten dieses mentalen Theaters von einem anderen wichtigen Punkt weggezogen wurde.
Wenn ich dir das jetzt erzählen würde, würdest du es vielleicht als krank empfinden. Doch da ich keine moralischen Grundsätze verletze, bin ich entgegen deiner Meinung vollkommen normal.

Das Messer liegt fest in meiner Hand. Ich habe den Griff fest umklammert. Und kaum denke ich an die Schärfe des frisch geschliffenen glänzenden Messers, ergreift mich wieder dieses mentale Theater:
Ich habe soeben das Messer in deine Brust gestoßen und diesen einen Moment mit höchsten Gefühlen genossen. Wie du da auf dem Boden liegend jammerst, und dich in Todesschmerzen herumwälzt, fühle ich mich stärker motiviert, das Messer ein weiteres Mal in deinen Körper zu stoßen.
Einmal! Zweimal! Dreimal!
Nun bewegst du dich überhaupt nicht mehr. Ich überlege mir schon, ob ich deinem Leichnam mit dem Messer noch mehrere Wunden zufügen soll. Und ich bestätige meine Überlegungen.
Ich steche so oft herein, dass das Blut nur so spritzt. Ich möchte, dass dein gesamtes Blut an mir klebt und langsam von meinem Körper tropft, als Zeichen meines Triumphes. Ich habe dich umgebracht, und dein Blut ist die wohltuende Erinnerung daran. Ein schönes Gefühl läuft über meinen Körper und befriedigt auch meine niedrigsten menschlichen Triebe.
Der Film endet. Ich finde mich in der Realität wieder. Ich halte ein sauberes Messer in der Hand, keinerlei Spuren von Blut. Es ist ungewöhnlich, wie realistisch diese Visionen vor meinem inneren Auge erscheinen und mich aus meiner alten Realität zerren wollen. Und es gelingt ihnen jedes Mal, wenn sie kommen. Ich will diese Visionen auch gar nicht verlieren, weil sie ein Teil meiner selbst sind.
Krank würdest du es nennen, erzählte ich dir von meinen ständigen Empfindungen dieses Mentaltheaters. Aber verstehe doch, dass ich damit keine Moral breche. Unsere Meinungen stehen gegeneinander, aber ich habe Recht. Also bin ich doch vollkommen normal.

Ich halte das Messer in der Hand. Und schon wieder ergreift der Film Besitz von mir, diesmal aber so stark, dass ich fast in mir zusammenbreche:
Ich stehe mit dem Messer vor dir. Du willst nicht sterben und flehst mich an, ich solle dich doch nicht umbringen. “Bitte nicht! Lass mich leben! Lass mich in Frieden weiterleben!” Das ist mir doch egal, was du willst. Ich nehme das Messer und jage es mehrfach in deinen verwundbaren Körper.
Einmal! Zweimal! Dreimal!
Du wälzt dich auf dem Boden, doch ich kenne keine Gnade und besiegle weiterhin dein Todesschicksal. Es folgen weitere Stiche.
Ein Stich! Zwei Stiche! Drei Stiche!
Nun bist du tot. Ich bade in deinem Blut und lasse mit behutsamen Messerstichen weitere Blutfontänen aus dir herausspritzen, mit denen ich meinen Triumph begieße. Und meinen Körper, der voll mit diesem Triumph ist.
Der Film endet. Und ich erkenne, dass es sich dieses Mal nicht um eine Vision gehandelt hat, nicht einmal um einen Film überhaupt. Was ich eben tat, war real!
Aber entsprach das nicht eigentlich meinen Vorstellungen? Wollte ich nicht eigentlich morden? Ich wollte morden! Na also!
Das war krank, hättest du vielleicht gesagt. Aber habe ich damit meine eigene Moral angegriffen? Nein! Egal, was du gesagt hättest. So gesehen bin ich doch vollkommen normal…

___________________________________

Kommentare erwünscht.
akechi90 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25.01.2006, 20:48   #2
Silent Winter
 
Dabei seit: 04/2005
Beiträge: 224


Schlecht beschrieben. Einfältig. Nichtmal eklig. Weckt keine Abscheu. Weckt garnichts. Klingt auch recht langweilig, irgendwie. Man könnte meinen es wäre sehr originell diesen einfallslosen Mord so teils sachlich zu beschreiben... Klingt aber eher, als ginge es nicht anders. Gefällt mir irgendwie garnicht.
Silent Winter ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25.01.2006, 22:55   #3
akechi90
 
Dabei seit: 08/2005
Beiträge: 33


Zugegeben, den Mord wollte ich nie in den Mittelpunkt stellen, schon eher, dass der Mörder sich seine Tat vorstellt und sie für normal halt, selbst, nachdem er sie ausgeführt hat.
Mit dem Mord an sich hat die Geschichte wenig zu tun, viel mehr mit den Gedanken des Mörders über seine Tat
akechi90 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25.01.2006, 23:02   #4
Silent Winter
 
Dabei seit: 04/2005
Beiträge: 224


Wirklich brutal ists aber auch nicht. Bei der anmerkung dachte ich jetzt spontan an etwas UNGLAUBLICH UNVORSTELLBAR abartiges, perverses, widerlich, abscheulisches, gemeines, grausames...blablabla.

Äh, naja. Wasimmer! Mein Kompliment fürs nicht beleidigt sein bekommst du dann mal. Man muss ja auch nett sein.
Silent Winter ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25.01.2006, 23:07   #5
akechi90
 
Dabei seit: 08/2005
Beiträge: 33


So beleidigt war ich nun auch nicht wieder XD

Ne, ich mach das immer. Ich habe einige sehr empfindliche Personen in meinem Bekanntenkreis, die auch meine Sachen lesen, und denen reicht schon sowas aus, um nen halben Nervenzusammenbruch zu kriegen. Seitdem hab ich mir das angewöhnt, das zu schreiben.

Und "beleidigt sein" passt nun mal gar nicht zu mir XD
akechi90 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25.01.2006, 23:13   #6
Silent Winter
 
Dabei seit: 04/2005
Beiträge: 224


Hab ich auch nicht behauptet, Mensch!
Aber es gibt genug, die auf negative Kritik furchtbar abgehen. Da erfreute ich mich einmal an jemandem, der das nicht tut.
Silent Winter ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 05.02.2006, 14:44   #7
TobiL.
abgemeldet
 
Dabei seit: 12/2005
Beiträge: 280


Hat da vielleicht jemand zu oft "American Psycho" geschaut? ;-) Ist ok, die Geschichte. N bisschen langweilig vielleicht.
Sonst ok. Danke.
TobiL. ist offline   Mit Zitat antworten
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