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Alt 03.06.2019, 13:02   #1651
weiblich DieSilbermöwe
 
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Ich habe jetzt "Passagier 23" von Sebastian Fitzek gelesen und war angenehm überrascht. Obwohl auktorial erzählt und eigentlich alle paar Seiten jemand Neues auftaucht, ist der Roman sehr spannend geschrieben mit einer überraschenden Auflösung. Es geht um Passagiere, die von einem Kreuzfahrtschiff verschwunden sind. Mehr kann ich zur Handlung eigentlich nicht sagen, um nichts vorwegzunehmen.
Ich denke, das Buch ist so spannend, weil plot- und nicht charaktergebunden erzählt wird. Das merke ich mir mal vor: Eine auktoriale Erzählung funktioniert eher plotgebunden. Zumindest denke ich das jetzt.
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Alt 03.06.2019, 17:12   #1652
männlich Robert Go
 
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Das ist ein gutes Buch. Habe ich selbst schon gelesen.

Ich lese gerade Flugangst 7a von Fitzek
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Alt 04.06.2019, 06:53   #1653
weiblich DieSilbermöwe
 
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Hallo Robert,

und wie ist das? Ich hatte mir nämlich auch überlegt, mir noch andere Bücher von Sebastian Fitzek zu kaufen. Ist es in ähnlichem Stil gehalten?

LG DieSilbermöwe
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Alt 04.06.2019, 11:23   #1654
weiblich Ilka-Maria
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Auf Fitzek komme ich noch zu sprechen, wenn ich "Das Paket" gelesen habe.

Im Augenblick lese ich Stephen Kings "Das Leben und das Schreiben", eine Mischung aus Autobiografie, frühen Schreiberfahrungen und Handwerk für die schreibende Zunft.

Die ersten 110 Seiten sind dem Lebenslauf des Jugendlichen und Adoleszenten gewidmet, wie er zum Schreiben kam und den beschwerlichen Weg zum Profi schaffte.

Danach folgen die Kapitel "Der Werkzeugkasten" und "Über das Schreiben", ca. 180 Seiten, auf denen sich King über die wichtigsten Werkzeuge - Wortschatz, Grammatik usw. - auslässt, ohne jedoch einem Autor zu strenge Regeln aufzuerlegen.

Das Buch ist unterhaltsam geschrieben und besticht durch seine Bildhaftigkeit. Sehr offen geht King mit der Phase seiner Alkohohol- und Drogenabhängigkeit um. Ferner erfährt der Leser eine Menge darüber, wie King seine Erfahrungen mit diesen Abhängigkeiten in Romane umsetzte, die später als Verfilmungen zu Kinohits wurden, wie z.B. "Misery" und "Shining".

Hier ein paar Zitate aus dem Buch:

"Als ich vierzehn war [...], trug der Nagel an der Wand das Gewicht der gepählten Absagen nicht länger. Ich ersetzte ihn durch einen Haken und schrieb weiter."

"Die Geschichten, die ich zwischen Augst 1970 [...] und Winter 1973/74 an Männerzeitschriften verkaufte, schafften uns einen Puffer, der gerade groß genug war, um uns vor dem Sozialamt zu bewahren ..."

"... auf Platz zwei liegt die Einsicht, dass es keine gute Idee ist, ein Werk aufzugeben, nur weil es sich als emotional oder imaginär kompliziert erweist. Manchmal muss man einfach weitermachen ..."

Irgendwo in diesem Buch las ich auch (habe mir aber keinen gelben Zettel hineingeklebt), dass es immer Menschen gibt, die einem versuchen, die Schreiberei auszureden. In diesem Fall kann man nur das gleiche tun wie Stephen King: ingnorieren und weiterschreiben.
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Alt 04.06.2019, 13:42   #1655
männlich Robert Go
 
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Liebe Silbermöwe,

Ich bin noch am Anfang. Aber es ist ähnlich gehalten, wie andere Bücher, wans den Zeitraum der Geschehnisse betrifft (z.B. Vier Jahre zuvor, heute, zwei Monate danach, etc.)
Robert Go ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 05.06.2019, 07:20   #1656
weiblich DieSilbermöwe
 
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Lieber Robert,

danke für die Antwort.
Ich meinte aber eigentlich weniger den Zeitraum, sondern, ob die anderen Bücher auch auktorial (mehrere Erzählperspektiven) gehalten sind.

LG DieSilbermöwe
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Alt 07.06.2019, 07:20   #1657
weiblich DieSilbermöwe
 
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Falls sich hier jemand (außer mir natürlich noch ) für Kurzprosa begeistert, ich kann ein Buch sehr empfehlen:

"113 einseitige Geschichten", Franz Hohler (Hg.)

Es sind kurze Geschichten von verschiedenen Autoren, die auf eine Seite passen. Und oft noch kürzer sind.
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Alt 11.06.2019, 20:36   #1658
weiblich Ilka-Maria
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Walder/Hansjakob: "Kriminalistisches Denken", C.F.Müller GmbH, Heidelberg.

Natürlich will ich nicht den perfekten Mord begehen. Sondern für den Lehrgang, den ich gerade mache und bei dem jetzt der Krimi angesagt ist, einschlägige Literatur heranziehen.

Das Buch ist als Leitfaden zu begreifen, was bei der Ermittlungsarbeit zu berücksichtigen ist, wo Fehler gemacht werden können und wie systematisch ausgewertet wird.

Die Autoren beziehen sich auf Schweizer Fälle und Schweizer Recht, wobei sie darauf hinweisen, dass sie in den meisten Fällen mit deutschem kompatibel sind.

Krimis sind nicht mein Ding. Deshalb fällt mir dieser Abschnitt des Lehrgangs schwer. Also habe ich mich mit Literatur eingedeckt und Fizeks "Paket" gelesen. Hat mich nicht überzeugt.

Warum?

Psychologisch unglaubwürdig. Zu konstruiert. Zu viel Tempo (bzw. Cliffhanger). Der Leser kommt nicht zur Ruhe, und an manchen Stellen hängt es: Da ist dem Autor misslungen, dem Leser saubere Brücken zu schaffen.

Mitten im Buch hatte ich den Wunsch: Kann dieser Roman nicht endlich zu Ende zu sein?

Ich las ihn bis zum Ende, denn ich wollte wissen, weshalb ein Autor einen derartig großen Erfolg hat. Am Ende wurde meine Frage jedoch nicht beantwortet. Was blieb, war ein wildes Konstrukt an verwobenen Fäden, eine völlg abstruse Geschichte - und das alles nur, um eine Frau zu vergewaltigen.

Das haben Täter schon einfacher hingekriegt.

Okay, zum nächsten Buch:

Jan Seghers: "Die Braut im Schnee", Rohwolt 2016.

Ein Frankfurt-Krimi. Gefällt mir auf den ersten Seiten schon besser als der Fitzek. Rezension folgt.
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Alt 13.06.2019, 07:03   #1659
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Zitat:
.wissen, weshalb ein Autor einen derartig großen Erfolg hat. Am Ende wurde meine Frage jedoch nicht beantwortet. Was blieb, war ein wildes Konstrukt an verwobenen Fäden, eine völlg abstruse Geschichte
Im Prinzip kann man das zwar auch über "Passagier 23" sagen. Aber mir hat das Buch gefallen, weil:
Mir der Schauplatz gefallen hat (Kreuzfahrtschiff)
Die Figuren interessant waren
Es spannend zu lesen war
Psychologisch unglaubwürdig war das zwar stellenweise auch, aber das hat mich nicht weiter gestört, weil ich Krimis sowieso nie realistisch finde und sie nicht aus diesem Grunde lese. Und außerdem ist es doch schön, wenn in einer Geschichte die Figuren noch viel größere Macken haben als alle Leute, die man kennt, sich selbst eingeschlossen.

Ich glaube, der Erfolg von Fitzek beruht darauf, dass er die 6 W's gut bedient (Wer, was, wann, wie, wo, warum). Ich konnte das Buch "Passagier 23" kaum noch aus der Hand legen, so spannend fand ich es. Vielleicht gerade deshalb, weil es dem Leser keine Verschnaufpause lässt.

Ich wundere mich übrigens, dass in Lehrgängen soviel Wert darauf gelegt wird, den Schülern realistische Kriminalistik beizubringen. Die meisten Krimis stimmen doch damit nicht überein, und keinen Leser stört es.
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Alt 13.06.2019, 07:59   #1660
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Zitat:
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Ich wundere mich übrigens, dass in Lehrgängen soviel Wert darauf gelegt wird, den Schülern realistische Kriminalistik beizubringen. Die meisten Krimis stimmen doch damit nicht überein, und keinen Leser stört es.
In Lehrgängen wird von "plausibel" gesprochen, nicht von realistisch. Wenn ein Bild nicht stimmig ist, sondern zum Himmel stinkt, stört das die Leser sehr wohl, denn die Frage stellt sich automatisch: "Wie kann so etwas sein?" Zumindest entsteht ein Störgefühl.

Das war bei dem Roman von Fitzek aber nicht mein Hauptproblem. Mich störte die "Atemlosigkeit" seines Stils. Der Leser bekam keine Verschnaufpause, sondern wurde von einer Sensation zur nächsten gejagt, eine übertriebene Art von Cliffhanger. Als die Geschichte hätte zu Ende sein können, wurde noch eins draufgesetzt, und das Ende bzw. die Lösung des Falls schien mir überkonstruiert zu sein. Der Krimi wirkte auf mich wie auf dem Reißbrett entworfen. Jedenfalls war ich froh, als ich endlich damit durch war.

Jetzt habe ich "Die Braut im Schnee" von Jan Seghers zu lesen begonnen. Dieser Autor ist neu für mich, mal sehen, was er zu bieten hat. Wenigstens spielt der Krimi in einer mir vertrauten Umgebung, nämlich in und um Frankfurt herum.
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Alt 13.06.2019, 08:09   #1661
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Zitat:
.Als die Geschichte hätte zu Ende sein können, wurde noch eins draufgesetzt,
War bei "Passagier 23" auch so. Scheint eines seiner Stilmittel zu sein.

Zitat:
. Jetzt habe ich "Die Braut im Schnee" von Jan Seghers zu lesen begonnen
Ich habe gerade gelesen, dass er für eines seiner Bücher mit dem Offenbacher Literaturpreis ausgezeichnet wurde. Ich wusste gar nicht, dass es den gibt.
DieSilbermöwe ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.06.2019, 08:29   #1662
weiblich Ilka-Maria
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Zitat:
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Offenbacher Literaturpreis
Wird von der Stadtbibliothek ("Bücherturm") vergeben:
https://de.wikipedia.org/wiki/Stadtbibliothek_Offenbach
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