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Zeitgeschehen und Gesellschaft Gedichte über aktuelle Ereignisse und über die Menschen dieser Welt.

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Alt 05.05.2019, 22:01   #1
weiblich LeaBoheme
 
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Standard Überflussgesellschaft

Wir treiben auf dem Über-Fluss,
droh'n zu ertrinken, kiloschwer.
Doch das Angebot und der Genuss
stör'n das Gegensteuern sehr.

Wir treiben, wir treiben
bis zum Geht-nicht-Meer.
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Alt 06.05.2019, 07:01   #2
weiblich DieSilbermöwe
 
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Hallo LeaBoheme,

tolle Wortspielerei mit inhaltsschwerer Aussage, und das in aller Kürze! Ich bin (wieder) beeindruckt.

LG DieSilbermöwe
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Alt 07.05.2019, 01:12   #3
männlich Plutino
 
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Der Kuppelstrich in Über-Fluss ist beleidigend.

Wie ertrinkt man kiloschwer? Spielt es eine Rolle, ob man gramm-, tonnen- oder zentnerschwer ertrinkt? (Kiloschwer [Tausendschwer] ist eigentlich ein blödes Wort, weil die Einheit fehlt.) Man ertrinkt. Oder auch nicht. Die Titanic wog mehr als ein Kilogramm. ›Ertrunken‹ ist sie nicht, weil sie viel wog, sondern weil ihre Dichte infolge eines Lecks die Dichte des sie umgebenden Wasser überstieg, wenn man die Luft im Bauch der Titanic als Teil der Titanic ansieht. Reim dich oder ich fress dich.
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Alt 07.05.2019, 01:33   #4
männlich Ralfchen
 
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mir würde...eines der beiden worte besser gefallen. lupino hat da recht...

ÜBERSCHWER
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Alt 07.05.2019, 07:10   #5
weiblich DieSilbermöwe
 
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Hallo Plutino,

Zitat:
.Der Kuppelstrich in Über-Fluss ist beleidigend.
Das ist Quark. Das passiert, wenn man alles nur auf Rechtschreibung und Grammatik liest und die Wortspielerei dabei völlig übersieht.

Zitat:
. Wie ertrinkt man kiloschwer? Spielt es eine Rolle, ob man gramm-, tonnen- oder zentnerschwer ertrinkt?
Hast du es wirklich nicht verstanden? Ein überfressener Mensch ist nicht gramm- und auch wohl in den seltensten Fällen tonnenschwer. Kiloschwer passt Haar-genau (Achtung, Wortspiel! Ich weiß, wie man haargenau korrekt schreibt.)

LG DieSilbermöwe
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Alt 07.05.2019, 07:47   #6
weiblich Ilka-Maria
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Zitat:
Zitat von Plutino Beitrag anzeigen
Der Kuppelstrich in Über-Fluss ist beleidigend.

Wie ertrinkt man kiloschwer? Spielt es eine Rolle, ob man gramm-, tonnen- oder zentnerschwer ertrinkt?
Du hast den Hintersinn der Verse nicht verstanden.
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Alt 07.05.2019, 10:53   #7
männlich Plutino
 
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Zitat:
Zitat von Ilka-Maria Beitrag anzeigen
Du hast den Hintersinn der Verse nicht verstanden.
Ich glaube nur nicht, dass jemand den Kuppelstrich braucht, um den Hintersinn zu verstehen. Wir treiben auf dem Überfluss. Brauchst du einen Kuppelstrich, um zu erkennen, dass Überfluss ein Fluss ist? Also ich nicht. Und deshalb ist der Kuppelstrich eine Beleidigung.

Zitat:
Zitat von DieSilbermöwe Beitrag anzeigen
Ein überfressener Mensch ist nicht gramm- und auch wohl in den seltensten Fällen tonnenschwer.
Es ist nur erstens von keinem überfressenen Menschen die Rede. Und zweitens reicht Gewicht alleine nicht aus, um jemanden schneller ertrinken zu lassen. Oder glaubst du, übergewichtige Menschen hätten nur dichtere Knochen?
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Alt 07.05.2019, 11:17   #8
weiblich Ilka-Maria
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Zitat:
Zitat von Plutino Beitrag anzeigen
Brauchst du einen Kuppelstrich, um zu erkennen, dass Überfluss ein Fluss ist?
1.
Überfluss ist genauso wenig ein Fluss wie beispielsweise ein Abfluss.

2.
Der Bindestrich steht am Anfang und am Ende der Verse, ist also hier als Stilmittel zu begreifen. Wenn er dich beleidigt, ist das dein persönliches Problem und für den Dichter kein Grund, die Optik des Textes zu ändern.

3.
Abgesehen von der Wortspielerei, die durch den Bindestrich hervorgerufen wird, sind die von dir realistisch diskutierten Stellen bildlich zu verstehen, also nicht wörtlich zu nehmen.

Mir ist schon oft aufgefallen, dass du mit Bildsprache Probeme hast, weil du jeden Text an dem misst, was du für realistisch hältst.
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Alt 07.05.2019, 11:25   #9
männlich Plutino
 
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Zitat:
Zitat von Ilka-Maria Beitrag anzeigen
1.
Überfluss ist genauso wenig ein Fluss wie beispielsweise ein Abfluss.
Ja doch. Genau das ist ein Überfluss, und zwar in manchen Gedichten. Ein Fluss.
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Alt 07.05.2019, 11:33   #10
weiblich Ilka-Maria
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Zitat:
Zitat von Plutino Beitrag anzeigen
Genau das ist ein Überfluss, und zwar in manchen Gedichten.
Es gehört ganz schön viel Chuzpe dazu, selbst den Mumm nicht zu haben, Gedichte oder Geschichten zu schreiben, sich aber bei anderen Autoren wegen eines Bindestriches oder der völlig unterschiedlichen Definitionen von "Fluss" und "Überfluss" derart zu echauffieren. Da stellt sich die Frage, ob nicht User in einem Forum ÜBERFLÜSSIG sind, die nichts Kreatives beizutragen haben.

Jedenfalls ist mir eine Userin, die sich traut, ihre Idee umzusetzen und zu veröffentlichen, hundertmal lieber als jeder Trauminet und freche Fliegenbeinzähler.
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Alt 07.05.2019, 12:00   #11
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Tja. Lieber-dir, wenste willst. Mir ist schon öfter aufgefallen, dass Herzblut im Mondschein hübsch aussieht.
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Alt 07.05.2019, 12:14   #12
weiblich DieSilbermöwe
 
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Zitat:
.Es ist nur erstens von keinem überfressenen Menschen die Rede. Und zweitens reicht Gewicht alleine nicht aus, um jemanden schneller ertrinken zu lassen. Oder glaubst du, übergewichtige Menschen hätten nur dichtere Knochen?
Um "schneller" ertrinken geht es hier überhaupt nicht. Und du bist sicher, dass überfressene Menschen nichts mit Überfluss zu tun haben, auch wenn es nicht wörtlich da steht?
Ilka hat recht, du hast anscheinend Schwierigkeiten mit Bildsprache. Aber ich glaube nicht mal, dass das Absicht ist. Ich kann z. B. nicht besonders gut räumlich denken, damit kann man andere auch unabsichtlich zur Verzweiflung treiben.

LG DieSilbermöwe
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Alt 07.05.2019, 12:21   #13
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Ne. Ich brauche nur keinen Kuppelstrich, um Bildsprache erkennen zu können. Brauchst du einen? Hope you tennessee that now, Darling-River.

Wenn der Überfluss das Risiko zu ertrinken erhöhen soll, muss das Konsumgut entweder die Dichte des Konsumenten erhöhen oder den Konsumenten erschöpfen. Es reicht nicht, sich den Saturn ans Bein zu binden. Der ist zwar massereich, hat aber eine mittlere Dichte, die geringer als die von Wasser ist. Der schwömme sogar auf HDO (›halbschweres‹ Wasser).
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Alt 07.05.2019, 12:24   #14
weiblich DieSilbermöwe
 
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Okay. Wenn es Absicht ist, ist es albern, sich so zu sträuben, Bildsprache zu verstehen.
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Alt 07.05.2019, 12:40   #15
weiblich Ilka-Maria
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Zitat:
Zitat von Ralfchen Beitrag anzeigen
mir würde...eines der beiden worte besser gefallen. lupino hat da recht...

ÜBERSCHWER
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Er hat unrecht: Der eigentliche Witz des Verses ginge völlig verloren. Das Adjektiv "kiloschwer" ist genau der richtige Ausdruck. Superlative wie "überschwer" wirken meistens kontraproduktiv.
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Alt 07.05.2019, 12:48   #16
weiblich Ilka-Maria
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Zitat:
Zitat von Plutino Beitrag anzeigen
Wenn der Überfluss das Risiko zu ertrinken erhöhen soll, muss das Konsumgut entweder die Dichte des Konsumenten erhöhen oder den Konsumenten erschöpfen. Es reicht nicht, sich den Saturn ans Bein zu binden. Der ist zwar massereich, hat aber eine Dichte, die geringer als die von Wasser ist. Der schwömme sogar auf HDO, dem Wasser, das angeblich halbschwer ist.
Was hat das mit Lyrik und Symbolsprache zu tun? Sind wir hier im Astronomie- und Physikunterricht? Vielleicht bist du schlicht und einfach im falschen Forum.
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Alt 07.05.2019, 12:59   #17
männlich Plutino
 
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Was will ich machen? Laut Google gibt es nur eine "schöne, junge, reiche Kaukasierin, die mich will", und zwar hier.
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Alt 07.05.2019, 13:31   #18
weiblich LeaBoheme
 
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Hier wurde ja einiges diskutiert, spannend

Zum Kuppelstrich: den habe ich ganz einfach gesetzt, um die Doppeldeutigkeit /das Wortspiel kenntlich zu machen. Mag sein, dass viele es auch so erkennen würden, aber mir hat das Stilmittel gefallen. Ich habe nicht mal erwägt, dass sich irgendwer dadurch beleidigt fühlen könnte...

Und zum "kiloschwer": Ich würde es auch nach euren Vorschlägen so lassen, denn es drückt eigentlich genau das aus, was es soll und vom "Klang" passt es meiner Meinung nach auch am besten. Es soll vor allem darstellen, wie viel Materielles viele Menschen anhäufen (kiloweise). Und nur weil das Gewicht bei der Titanic nicht das Problem war, kann es ja wohl trotzdem eine Ursache für Ertrinken sein?! Und wie Ilka-Maria bereits geschrieben hat, mein Ziel ist es nicht physikalisch durchdachte Texte zu schreiben, sondern Lyrik.

Danke an DieSilbermöwe und Ilka-Maria, ich glaube ihr habt den Text so verstanden,wie er ankommen sollte!
LeaBoheme ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 07.05.2019, 17:10   #19
männlich klaatu
 
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Wenn wir jetzt jeden Text auf seine physikalische Haltbarkeit überprüfen, können wir es auch ganz sein lassen... Mir gefällt der Text jedenfalls.

Ich hoffe trotzdem, Plutino ist jetzt nicht deshalb gesperrt...

LG
k
klaatu ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 07.05.2019, 19:17   #20
weiblich Ilka-Maria
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Zitat:
Zitat von klaatu Beitrag anzeigen
Ich hoffe trotzdem, Plutino ist jetzt nicht deshalb gesperrt...
Nein, nicht wegen seiner Abschweifung in die Physik.
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Alt 08.05.2019, 18:25   #21
männlich Ralfchen
 
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ich denke dass die zeiten der überflußgesellschaft den zenith erreicht haben wir werden in kürze petri-dish-meat-hamburgers auf dem tisch haben und fische aus der retorte. die dinge neigen sich der neige zu.
Ralfchen ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 18.05.2019, 14:54   #22
männlich Ralfchen
 
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Zitat:
Zitat von Ilka-Maria Beitrag anzeigen
Nein, nicht wegen seiner Abschweifung in die Physik.

ist er jetzt fristlos gesperrt?
Ralfchen ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.05.2019, 06:24   #23
männlich Pacaveli
 
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Hey, also ich finde das Gedicht echt top. Kurz, gehaltvoll, gedankenakobatisch. Und der Kuppelstrich muss, denn tatsächlich ergibt sich ja nur dann die Doppelbedeutung eindeutig. Tatsächlich isses sogar ne dreifache, mir kam da gerade in den Sinn, das über vielleicht komplett groß zu schreiben, dann käme die Doppeldeutung (wie ich sie verstand) noch stärker zur Geltung, und die unnötig implizierte fiele raus (also die, die einen Fluss meint, der zwei Flüsse verbindet).
Ich finde das kiloschwer eigentlich echt interessant, weil ich es so verstanden habe, dass wir trotz oder gerade wegen des Überflusses eben zu schwach bzw. leicht sind, uns im Überfluss zu halten. Wäre meiner Meinung nach durchaus ne ziemlich haltbare Aussage.
Und das Ende finde ich wirklich stark. Tatsächlich sehe ich die Menschheit, wie sie Dinge tut und fühle mich an die Hoffnung an einen Gott erinnert, der dieses Meer, wenn es dann vor uns liegt, vielleicht doch irgendwie spaltet. Ohne das man wirklich noch an einen Gott glaubte, die meisten zumindest.
Also ich muss deshalb sagen: Dieses Gedicht. Gefällt mir sehr.

Peace

Basti
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Alt 23.05.2019, 10:41   #24
weiblich LeaBoheme
 
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Vielen Dank, Pacaveli, für deine Worte! Es ist schön zu hören, wenn ein Text so ankommt, wie er sollte.
Und das Geht-nicht-Meer soll auch auf die Ausweglosigkeit anspielen... Aus einem Fluss kommt man mit viel Wille und Glück noch raus, aber auf dem Meer sieht es dann schlechter aus... Wir konsumieren immer weiter, mehr als es gut wäre, bis die Ressourcen irgendwann erschöpft sind, drastisch ausgedrückt.
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Alt 26.05.2019, 16:14   #25
männlich Ralfchen
 
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zu dem thema könntes noch ein paar sequels schreiben LB...hm?
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Alt 26.05.2019, 16:22   #26
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Liebe LeaBoheme,
ich finde den Text auch sehr gut!

Liebe Grüße Gylon
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Alt 27.05.2019, 17:03   #27
weiblich victim of the night
 
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Zitat:
Zitat von LeaBoheme Beitrag anzeigen
Wir konsumieren immer weiter, mehr als es gut wäre, bis die Ressourcen irgendwann erschöpft sind, drastisch ausgedrückt.
Und? Warum fällt es so vielen so schwer zu akzeptieren dass der Mensch eine der vielen Fehlentwicklungen der Natur ist und wie so viele andere Spezies vor ihm sang- und klanglos von der Erdoberfläche verschwinden wird? Die Natur hat unzählige Formen von Leben hervorgebracht, die wenigsten von ihnen haben überlebt. Für das Aussterben vieler Spezies gibt es viele unterschiedliche Gründe. Beim Menschen ist es die ihm eigene Unfähigkeit sein Wissen umzusetzen.
Denkt denn jemand es wäre ein Verlust für die Welt, besser für das bekannte Universum, wenn der Mensch verschwindet? Es wäre doch eher ein Gewinn.
Wozu also das Lamentieren übers Klima, Ressourcen, CO2 usw.? Lasst doch die Dinge ihren Lauf nehmen.
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Alt 27.05.2019, 18:30   #28
männlich Ralfchen
 
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Zitat:
Zitat von victim of the night Beitrag anzeigen
Denkt denn jemand es wäre ein Verlust für die Welt, besser für das bekannte Universum, wenn der Mensch verschwindet? Es wäre doch eher ein Gewinn.
Wozu also das Lamentieren übers Klima, Ressourcen, CO2 usw.? Lasst doch die Dinge ihren Lauf nehmen.

eine sehr defaetistische einstellung, der ich mich leider anschliessen muss; obschon ich eher eine bessere version visionieren würde. was in meinem greisenalter nebensache ist, denn habe den exit relativ bald vor mir. wenn es nach dem von mir hochgeschätzen ARTUR KOESTLER geht, sind wir ein irrläufer der evolution. und dem menschen-bild muss ich mich wohl oder übel ebenso anschliessen. die statitik gibt den menschen noch etwa 1200 jahre*)existenz. in dieser zeit müssten - und werden - sicher noch bahnbrechende erfindungen zum einsatz kommen - wie etwa die abspeicherung des ICH auf einem quantenkristall-rechner. dazu alle 30 jahre einen frischen körper. das streben der menschen nach unsterblichkeit ist am ende das ziel. die grauenvollste erfindung war leider goddchen, das andere götzen-gesindel und all die abgefuckten religionen - bis auf die buddistische lebensphilosophie.

*) so wie es aussieht muss man das höchstwahrscheinlich auf 250-300 jahre reduzieren.
Ralfchen ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27.05.2019, 18:58   #29
weiblich Ilka-Maria
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Zitat:
Zitat von Ralfchen Beitrag anzeigen
die statistik gibt den menschen noch etwa 1200 jahre*)existenz.
Das kann niemand vorhersagen. Was von Statistiken zu halten ist, weiß wohl jeder.

Der Mensch ist extrem anpassungsfähig. Er überlebte, als in der grauen Vorzeit fast ganz Hessen unter Wasser stand und er seine Häuser auf Pfählen errichten musste; er lebt auf dem Eis bei frostigen Temperaturen, wie er auch mehrere Eiszeiten überstanden hat, als der größere Teil Europas unter einer Eisdecke lag; er passt sich der Nahrung an, die in seiner Geografie zur Verfügung steht, ohne Mangelerscheinungen zu zeigen; er hat sich trotz verheerender Kriege und regelmäßig auftretender Seuchen stetig vermehrt; seine medizinischen Fortschritte sind sensationell.

Der Klimawandel wird den Menschen so schnell nicht ausrotten, und selbst wenn es unter extremen Bedingungen zu einem Massensterben kommen sollte (durch die Wandlung der Erde oder durch Kriege um Ressourcen), werden immer genug Menschen übrig bleiben, dass ihr Wachstum von vorn losgehen kann. Untergangsprophezeiungen gab es schon viele in der Geschichte der Menschheit, aber keine einzige ist eingetroffen. Es wird immer einen Noah geben.

Statt uns über Visionen wie das Ende der Menschheit den Kopf zu zerbrechen, sollten wir das Leben in einer der glücklichsten Zeiten, seit der Mensch die Erde bevölkert, genießen: Wir haben über 70 Jahre Frieden in Westeuropa, der Balkankrieg war hoffentlich einer der letzten Kriege auf unserem Kontinent, ließ sich aber wegen der Unabhängigkeitsbestrebungen der einzelnen Staaten nicht vermeiden. Wir leben in einem unbeschreiblichen Luxus, haben mehr zu essen, als wir brauchen, und wir müssen nicht mehr wie die Menschen früher bis an unser Lebensende schuften. Für die Umweltprobleme, deren Ursache vor allem in der Masse Mensch und der Umverteilung der Güter ist, ist die Menschheit längst wach geworden. Es wird schon viel getan, aber die Ungeduldigen müssen sich auch darüber klar werden, dass manche Entwicklungen Übergangsphasen brauchen. Erinnert sich noch jemand daran, wie verseucht unsere Flüsse in Deutschland in den 60er und 70er Jahren waren, weil jede Fabrik ihren Dreck reingepumpt hatte? Heute sind sie wieder sauber, Fische und allerlei anderes Getier leben darin oder schwimen auf dem Flusswasser.

Warum spicht man dauernd vom Untergang, vergisst aber diese Errungenschaften? Kann es sein, dass manche Menschen Luxusprobleme brauchen, weil sie mit ihrer Zeit nichts Besseres anfangen können?
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Alt 27.05.2019, 19:11   #30
männlich Ralfchen
 
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Zitat:
Zitat von Ilka-Maria Beitrag anzeigen
Warum spicht man dauernd vom Untergang, vergisst aber diese Errungenschaften? Kann es sein, dass manche Menschen Luxusprobleme brauchen, weil sie mit ihrer Zeit nichts Besseres anfangen können?
WEIL MAN SONST NICHT GENÜGEND GRUND HÄTTE KATASTROPHENFILME ZU PRODUZIEREN.

diese zahl (1200) hatte ich vor vielen jahren in einem artikel des TIME-MAGAZINE mit dem thema statistik gelesen. es wurden etwa 30 verschiedene dinge statistsich beurteilt.

die frage ob die menschheit die kommenden klimaveränderungen überleben wird, würde ich auch mit ja beantworten. was wir allerdings schon spüren, sind die extremen veränderungen in manchen ländern, die u.a. auch zu massiven flüchtlings-migrationen führen. und das wird noch viel extremer werden. die zerstörung der umwelt - vor allem der meere - ist irreversibel. mal sehen wie es in den parallellen erdwelten aussieht, wenn wir psychophysisch dazu jemals in der lage sein werden. empfehle dazu THE DARK TOWER serie.

David Grinspoon


How long will the human species survive on Earth? (Excerpts)

Existential threats

The survival of humanity depends on our ability to overcome many short- and long-term existential threats. Some threats are self-imposed and some natural. Grinspoon lists these threats: (1) ballooning world population growth, self-imposed, (2) global nuclear war – self-imposed; (3) human-induced global warming – self-imposed; (4) killer asteroids and comets – natural (5) cyclical long-term natural climate change – natural; and (6) eventually a much hotter sun – natural.

(1) It looks like world population numbers will not peak until beyond 2100 and then slowly decline to a level that can be reliably managed.

(2) It seems that we will take enough action on human-induced climate change to forestall disastrous consequences, but the possibility remains that we will trigger a tipping point hidden in our complex climate system that will plunge us into the abyss.

(3) The Cold War is over but international tensions remain as do huge nuclear arsenals on both sides. The possibility of an all-out disastrous nuclear war starting by accident remains.

(4) Collision of a 10km-wide asteroid with Earth 65 million years ago wiped out the dinosaurs but a future collision with an even smaller asteroid could have disastrous consequences for humanity. The dangerous Earth-crossing asteroids are now being catalogued. However, the possibility remains that a killer comet could suddenly fly at us at any time from the outer reaches of the solar system. We need to be able to detect all these asteroids/comets and either destroy or deflect them.





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Existenzbedrohungen


Das Überleben der Menschheit hängt von unserer Fähigkeit ab, viele kurz- und langfristige existenzielle Bedrohungen zu überwinden. Einige Bedrohungen sind selbst auferlegt und andere natürlich. Grinspoon listet diese Bedrohungen auf: (1) das Wachstum der Weltbevölkerung, selbst auferlegt, (2) der globale Atomkrieg - selbst auferlegt; (3) die vom Menschen verursachte globale Erwärmung - selbst auferlegt; (4) Killer-Asteroiden und Kometen - natürlich (5) der zyklische langfristige natürliche Klimawandel - natürlich; und (6) schließlich eine viel heißere Sonne - natürlich.

(1) Es sieht so aus, als ob die Weltbevölkerung erst über 2100 hinaus ansteigen und dann langsam auf ein Niveau sinken wird, das zuverlässig gesteuert werden kann.

(2) Es scheint, dass wir genügend Maßnahmen gegen den vom Menschen verursachten Klimawandel ergreifen werden, um katastrophale Folgen zu verhindern, aber es bleibt die Möglichkeit, dass wir einen in unserem komplexen Klimasystem verborgenen Wendepunkt auslösen, der uns in den Abgrund stürzen wird.

(3) Der Kalte Krieg ist vorbei, aber die internationalen Spannungen sind nach wie vor groß, ebenso wie die riesigen Atomwaffenarsenale auf beiden Seiten. Die Möglichkeit eines völlig katastrophalen Atomkriegs, der zufällig beginnt, bleibt bestehen.

(4) Die Kollision eines 10 km breiten Asteroiden mit der Erde vor 65 Millionen Jahren löschte die Dinosaurier aus, aber eine zukünftige Kollision mit einem noch kleineren Asteroiden könnte verheerende Folgen für die Menschheit haben. Die gefährlichen Asteroiden, die die Erde durchqueren, werden derzeit katalogisiert. Es bleibt jedoch die Möglichkeit, dass ein Killerkomet plötzlich und jederzeit aus den äußeren Bereichen des Sonnensystems auf uns zukommen könnte. Wir müssen in der Lage sein, all diese Asteroiden/Kometen zu erkennen und sie entweder zu zerstören oder abzulenken.

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Alt 27.05.2019, 21:35   #31
weiblich Ilka-Maria
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Zitat von Ralfchen Beitrag anzeigen
... but international tensions remain as do huge nuclear arsenals on both sides.
Die Meinung, dass die "nuclear arsenals" nochmal zum Einsatz kommen könnten, teile ich nicht. Ihr Einsatz brächte niemandem einen Vorteil.
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Alt 28.05.2019, 06:34   #32
weiblich DieSilbermöwe
 
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Zitat:
. Wir leben in einem unbeschreiblichen Luxus, haben mehr zu essen, als wir brauchen,
Das sollte man vielleicht mal den vielen Menschen sagen, die sich bei den Tafeln anstellen, weil ihr Einkommen nicht reicht, um sich und ihren Familien davon Essen zu kaufen. Die haben von dem "unbeschreiblichen Luxus" wahrscheinlich noch nichts gehört.
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Alt 28.05.2019, 08:06   #33
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Zitat von DieSilbermöwe Beitrag anzeigen
Das sollte man vielleicht mal den vielen Menschen sagen, die sich bei den Tafeln anstellen, weil ihr Einkommen nicht reicht, um sich und ihren Familien davon Essen zu kaufen. Die haben von dem "unbeschreiblichen Luxus" wahrscheinlich noch nichts gehört.
Das ist ein anderes Thema, Silbermöwe, und ändert nichts daran, dass wir in einem der wohlhabendsten Staaten leben. Bedürftige gibt es überall in den Wohlstandsstaaten, und die Gründe dafür sind individuell, nicht national. Tatsache ist, dass wir Deutschen uns zunehmend die Gesundheit durch zu viel und durch falsches Essen ruinieren, dass die Herz-Kreislauf-Erkrankungen zugenommen haben und Diabetes im Vormarsch ist, meistens Wohlstandserkrankungen. Tatsache ist auch, dass deutsche Haushalte tonnenweise Nahrungsmittel in die Mülltonne werfen. Ferner geht es den Deutschen gut genug, dass Millionen Hunde und Katzen gehalten werden, für die das Beste gerade gut genug ist. Unvorstellbar wäre zu meiner Zeit gewesen, was ich heute immer beobachten kann, wenn ich mittags in der Stadt unterwegs bin, dass nämlich Kinder von der Schule nach Hause gehen und dabei Süßigkeiten mampfen.

Unsere Bedürftigen, die auf die Tafel angewiesen sind, bilden keinen Indikator für oder gegen unseren Wohlstand. In wirklich armen Ländern hungern Zehn- oder Hunderttausende, nicht zuletzt, weil Kriege herrschen und die Felder nicht bestellt werden können. Dort wirst du keinen Übergewichtigen finden, der vor seinem Bauch einen Caddy herschiebt, der bis zum Rand mit zig Sorgen an Wurst, Käse, Fleisch und Fertignahrung gefüllt ist und vor jedem Regal zehn Minuten lang die Qual der Wahl aus einem varietätsreichen Angebot hat. Oder hat mal jemand gefragt, wieso man in unserem Staat unbedingt zehn oder zwanzig oder noch mehr Sorten an Waschmitteln braucht?

Genau diese Leute, die sich das alles leisten können, sind diejenigen, die auf hohem Niveau klagen und jedes Weltuntergangsszenario aufgreifen. Das ist ungefähr genauso, wie die Beschwerde über Fluglärm und abgelassenes Kerosin, aber nicht darauf verzichten zu wollen, dreimal im Jahr nach Mallorca zu fliegen. Hört sich vielleicht nach Verallgemeinerung an, aber ich kenne genügend solcher Leute, und denen habe ich zuweilen dann eine so passende Meinung zu ihrem Gemotze gesagt, dass dabei auch schon mal eine Freundschaft perdu ging. Aber ehrlich: Auf solche Motzköpfe, die kein Gefühl der Dankbarkeit mehr kennen, gut im Leben weggekommen zu sein, kann ich gerne verzichten.

Das kleine Gedicht von LeaBoheme ist leider wahr. Wir leben im Überfluss, und der Preis dafür wird immer höher.
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