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Zeitgeschehen und Gesellschaft Gedichte über aktuelle Ereignisse und über die Menschen dieser Welt.

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Alt 14.12.2018, 10:17   #1
männlich DrKarg
 
Dabei seit: 01/2012
Alter: 71
Beiträge: 3.488

Standard Weihnachtsmärkte


Weihnachtsmärkte

Da kam ich doch aus meiner Stadt,
Wollt' anderes mal gern ansehen,
Was man im fernen ….... so hat –
Doch auch die Krippe wollt' ich sehen.

Was durfte ich dann dort wahrnehmen?
Das war der sechste Weihnachtsmarkt!
Auch hier trieb mich mein tiefes Sehnen
Hin, wo das Glaubenslicht erstarkt.

Doch überall nur Glühweinduft
Und überall dieselben Waren:
Wenn Weihnachten zum Markte ruft,
Kommen alle in hellen Scharen...

Dieselben Buden überalll,
Bratwürste und viele Gerüche,
Auch Nippes, Süßes ohne Zahl,
Da bleibt uns kalt die eig'ne Küche.

Hat einst denn unser Jesuskind
Mit Zwölf die Händler nicht verjagt,
Damit an Markt und Konsumwind
Der tiefe Glaube nicht versagt?

Weihnacht und Markt sind Gegensätze:
Als Jesus in der Krippen lag
Gab es doch wirklich keine Schätze,
Nur tiefe Armut, große Plag'.

Ochs und Esel war'n im Stall,
Es gab da keine Reinlichkeit –
Und die Geburt nicht ohne Qual:
Der Stern stand hoch und er war weit...


©Hans Hartmut Karg
2018

*
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Alt 14.12.2018, 22:51   #2
männlich Heinz
 
Benutzerbild von Heinz
 
Dabei seit: 10/2006
Ort: Hilden, NRW
Beiträge: 4.610

Dr. Karg,
wahrscheinlich sind die legendären Könige, Melchior, Balthasar und Caspar vor dem Erscheinen des wegweisenden Kometen genauso umher geirrt wie Du.
Du gingst auf Weihnachtsmärkte, um Deinem tiefen Sehnen zu folgen und glaubtest selbst nach fünf enttäuschenden Erfahrungen, auf dem sechsten Weihnachtsmarkt das Glaubenslicht erstarken zu sehen.
Mann o Mann, schon der Name sagt es: Weihnachtsmarkt!
"Als Jesus in der Krippen lag
Gab es doch wirklich keine Schätze,
Nur tiefe Armut, große Plag'."
Schreibst Du den Katechismus, gar die Bibel neu?
Mit Gold, Weihrauch und Myrrhe wurde der Bengel überhäuft und seine Gäste waren immerhin Könige.
Deine Strophe:
Hat einst denn unser Jesuskind
Mit Zwölf die Händler nicht verjagt,
Damit an Markt und Konsumwind
Der tiefe Glaube nicht versagt?

ist sehr irreführend. Mit Zwölf - ja glaubst Du denn, abgezockte Händler lassen sich von einem pubertierenden Jüngelchen verjagen?
Nehmen wir mal an, die Legende stimmt. Dann ist sie aber kein Zeugnis für die Marktfeindlichkeit des Gottessohnes. Er hat sie ja nicht vom Markt verjagt, sondern aus dem Tempel gepeitscht. (Genützt hat das alles aber eh nix: Die Juden sind nebst den Armeniern nach wie vor die gewieftesten Händler der Welt - und das meine ich sehr anerkennend).
"Ochs und Esel war'n im Stall,
Es gab da keine Reinlichkeit –
Und die Geburt nicht ohne Qual:"

Wo, sag es mir, steht in der Bibel, dass ein Ochse und ein Esel im Stall standen? Und dass es da keine Reinlichkeit gab - was soll das? Die damaligen Hirten haben ihre Ställe bestimmt sauber gehalten!
Und die Geburt war nicht ohne Qual? Sag mal, bist Du dabei gewesen? Vielleicht als vierter König (jedes Skatspiel hat vier Könige!)?
Dein Weihnachtsgedicht strotzt von Ungenauigkeiten und sehr viel später entstandenen Legenden. Morgen bin ich in Köln - ich werde die Überreste der "Heilgen" drei Könige befragen, was denn nun wirklich Sache war.
Die "Mitbringsel" waren auch in der Antike schier unermessliche Reichtümer, das weiß ich.
Über Deine Versfüße stolpere ich nach wie vor, aber es ist sinnlos, darauf einzugehen.
Adventliche Grüße,
Heinz
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Alt 14.12.2018, 22:58   #3
weiblich Ilka-Maria
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Ort: Arrival City
Beiträge: 20.538

Zitat:
Zitat von Heinz Beitrag anzeigen
Mit Zwölf - ja glaubst Du denn, abgezockte Händler lassen sich von einem pubertierenden Jüngelchen verjagen?
Nun ja, Heinz, gemessen an der damaligen Lebenserwartung könnte man einen Knaben von 12 Jahren durchaus als erwachsen eingestuft haben, zumal es so etwas wie Kindheit nicht gab. Und bedenke Jeanne d'Arc, die im zarten Mädchenalter eine ganze Armee gegen den Feind ins Feld führte.

Das waren eben von Gott auserwählte Menschen, die letztendlich ja auch geopfert wurden. Was Gott sich vornimmt, zieht er eben durch. Also sei nicht so streng mit unserem lieben Hans. Möglicherweise handelt es sich sowieso wieder um ein Ironiegedicht.
Ilka-Maria ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.12.2018, 13:23   #4
weiblich DieSilbermöwe
 
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Alter: 55
Beiträge: 3.463

Zitat:
Und die Geburt war nicht ohne Qual?
Natürlich nicht. Dazu muss man nicht dabei gewesen sein, um sich das denken zu können. Eine Geburt ohne Qual gibt es nicht.
DieSilbermöwe ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 15.12.2018, 14:28   #5
männlich Heinz
 
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Dabei seit: 10/2006
Ort: Hilden, NRW
Beiträge: 4.610

Liebe Silbermöwe,
ich kenne, soweit man von Kennen sprechen kann, die Qualen von Geburten. Als Mann stehst du hilflos dabei, wenn die Gebärende von den Schmerzen förmlich zerrissen wird. Da sind wir uns völlig einig.
Bei Dr. Karg geht es aber nicht um eine "normale" Geburt. Das geht schon mit der Zeugung los. Da kommt ein weitestgehend anonymer Heiliger Geist und sorgt für Marias Empfängnis. Oh, da bringe ich beinahe was durcheinander. Marias Empfängnis ist ja Anfang Dezember - also, die Kirchenväter machen es einem nicht leicht.
Auf jeden Fall war Maria ohne Erbsünde von ihrer Mutter Anna geboren. Zur Erbsünde und Bestrafung gehörte schon immer das Lutherwort:
"Und zum Weibe sprach er: Ich will dir viel Schmerzen schaffen, wenn du schwanger wirst; du sollst mit Schmerzen Kinder gebären; und dein Verlangen soll nach deinem Manne sein, und er soll dein Herr sein."
Also: Die Menschen, die alle (bis auf eine Ausnahme - Maria -) mit der Erbsünde belastet sind (und die erst von Jesus von unseren Schultern genommen werden kann), unterliegen dem Donnerwort (soweit es Frauen sind): "...du sollst mit Schmerzen Kinder gebären...".
Da Maria unbefleckt von der Erbsünde empfangen und geboren wurde, war sie folglich auch nicht mit schmerzhaften Geburten bedroht.
Dr. Karg entpuppt sich mithin als glaubensloser Geselle.
Liebe Grüße,
Heinz
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