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Alt 17.10.2017, 00:13   #1
männlich Orakel
 
Benutzerbild von Orakel
 
Dabei seit: 10/2012
Ort: Nah am Wurmlöch
Beiträge: 1.069

Standard Fragment

Der Tod der Philosophin
+++++++++++++++++++++
Ein Roman

Einleitung
+++++++
Jeden Tag starb sie ein Stückchen mehr. Jedenfalls kam es ihr so vor, wenn sie ihr Leben Revue passieren ließ. Die großen Träume waren zerplatzt und die kleinen Hoffnungen reichten ihr nicht mehr. So stand sie nun an diesem Tag, am Tiefpunkt ihres Lebens, erhöht auf einer Kiste und fragte sich, was sie wohl sagen würde, wenn jetzt noch einer nach ihren letzten Worten fragen würde.
Doch selbst beim Versuch ihre letzten Worte zu formulieren, blieb sie am Anfang stecken.

Kapitel 1
Der Anfang
Am Anfang war das Nichts
Und dann das Wunder
Es kam ich
Die Fruchtblase platzte
Und ich platzte herein in die Welt
Doch schon vorher, hatten sich zwei zusammen gesellt
Ich war nur eine von Millionen
War ich auserwählt?
Ich kann mich nicht mehr erinnern
Doch da ist noch ein schimmern
Ein Nachhall des Universums
Ich war da am Ort zu jener Zeit
Durch den Kanal zum Ei
Jetzt schlüpf ich wieder durch den Kanal
Und schrei
Hallo ich bin hier
Das ist mein Anfang
Ich bin noch so frei und schrei es hinaus
Und bekomme alles was ich brauche
Wenn ich nur schrei
+++
Sie dachte, ich könnte schreien, jetzt wo ich heute hier auf der Kiste stehe und doch würde mir keiner mehr etwas geben, so laut ich auch schrie. Sie dächten, die spinnt doch und so spann sie weiter

+++
Vor dem Anfang
+++++++++++++
Da muss doch noch was gewesen sein
Das ich mitnahm auf diese Welt
Einen Plan
Ein Kissen
Vielleicht ein Aeroplan oder ein Luftkissen
Egal
Vor ihrem Anfang war es so
Dass sich Jaqueline und Joe
Trafen auf dem Globus irgendwo
Vielleicht in Idaho
Nein es war Deutschland
Diese verdammten Tiefdenker
Sie wäre bestimmt nie Philosophin geworden
Wenn sie in Idaho yippieh aih hoo
Geboren worden wäre
Und sie dachte, dann stünde ich jetzt nicht hier. Weil meine Träume nicht zerplatzt wären. Mal ein geplatztes Muffin könnte ich grade noch ertragen. Aber mein Ideal zerplatzt, oh Fruchtblase wärst du doch ganz geblieben und ich erstickt bevor es los ging.
Doch damals, alles lief, wenn ich nur schrie.
Meine erste Erinnerung an mein Leben ist, daß ich schrie, weil Mutter plötzlich weg war.
Oh Schreck
Sie war nur 20 Meter weg
Und doch ein Quantensprung
Abnabelung
Zum zweiten mal
Mein Nabel werd jetzt Ich
Xxx
Sie schloss die Augen und dachte sie spränge und, daß es der Welt noch irgendwie gelänge
Sie abzuhalten
Doch war keiner da
Sie suchte nach Worten
Die ihr Leben verlängern
Doch das Leben verlängern
Tun nur die, die da schwängern, dachte sie.
+++
Sie sprach weiter, dachte nicht so heiter,
an die Zeit, nach der Kindheit
erste Brüche
die Gerüche
und die Helden
die wir zählten
+++
Sie dachte, ich fing an zu denken, mit drei oder vier. Hätte ich es sein lassen sollen? Hatte ich eine Wahl? Nein ich musste denken, weil ich konnte ja noch nicht ahnen, dass bereits die Urahnen, mal dachten, lass das Denken mal sein.
So war es mit vier. Doch es kam fünf , sechs und sieben und sie wurde aus ihrer ersten Wolke vertrieben. Die Schule begann.
Sie zappelte auf der Kiste und rang nach Worten

Die Schule
Wir lernen nicht für die Schule, wir lernen für das Leben.
Das hatte ihr keiner gesagt. Sie hatte es erst gelesen als sie ihre ersten Micky Mouse Hefte bekam.
Und diese Maus – nein es war eigentlich die Ente – die sie letztendlich in ihre erste Mauser brachte.
Sie dachte, wäre ich doch bei der Maus geblieben.
Sie sprang kurz von der Kiste und hat es aufgeschrieben.
Am ersten Schultag weinte sie und schrie
Die Mutter jetzt schon 2000 Meter und fünf Stunden entfernt
Da kam ihr die erste Philosophie
Die erste unbewusste Relativitätstheorie
Sie war gleichzeitig groß und doch klein
Und sie dachte, ich könnte glatt schreien, geht zurück auf die Kiste, nimmt die Schlaufe, zieht den Knoten und springt in Gedanken zurück. Welch ein Glück
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