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Lebensalltag, Natur und Universum Gedichte über den Lebensalltag, Universum, Pflanzen, Tiere und Jahreszeiten.

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Alt 13.12.2018, 08:45   #1
männlich DrKarg
 
Dabei seit: 01/2012
Alter: 71
Beiträge: 3.488

Standard Am Weinberg

Am Weinberg

Noch einmal auf dem Bänkchen sitzen,
Das sommers Halt und Ruhe bot,
Erlösend von der Hitze Not,
Um dort ein wenig auszuschwitzen,

Zur Stadt sehnend hinab zu schauen,
Wo alles laut und brandgefährlich,
Die tiefe Atmung so beschwerlich,
Maschinen Riesenhäuser bauen,

Um hier im Spätherbst ganz da droben,
Wo Vogelzwitschern noch zu Hause
Und mittendrin im Wald die Jause
Genüsslich kann die Schöpfung loben.


©Hans Hartmut Karg
2018

*
DrKarg ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.12.2018, 10:18   #2
männlich Ex-MiauKuh
abgemeldet
 
Dabei seit: 08/2017
Beiträge: 1.017

Hallo DrKarg,

normalerweise fallen mir bei deinen Gedichten keine Fehler auf, bei den Silben. Aber hier ist doch mal einer, korrigier ihn doch:

"Zur Stadt sehnsüchtig hinab zu schauen,"
Da ist eine Silbe zu viel.

Liebe Grüße
Ex-MiauKuh ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.12.2018, 09:34   #3
männlich DrKarg
 
Dabei seit: 01/2012
Alter: 71
Beiträge: 3.488

Standard Re: Am Weinberg

Hallo MiauKuh,
danke für den wertvollen Hinweis! In meinem handgeschriebenen Text hatte ich auch "sehnend", statt "sehnsüchtig". Das werde ich hier ändern lassen und Ilka-Maria darum bitten.
Liebe Grüße und eine schöne Vorweihnachtszeit
wünscht Dir H. H. Karg

Geändert von DrKarg (14.12.2018 um 09:36 Uhr) Grund: Textergänzung
DrKarg ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.12.2018, 09:48   #4
weiblich Ilka-Maria
Forumsleitung
 
Benutzerbild von Ilka-Maria
 
Dabei seit: 07/2009
Ort: Arrival City
Beiträge: 20.539

"sehnsüchtig" ist auf jeden Fall dem Partizip "sehnend" vorzuziehen, Hans, denn Partizipien klingen meistens nichts schön. Ich hätte eher auf das Wörtchen "hinab" verzichtet. Dann könnte der Vers so lauten: "sehnsüchtig auf die Stadt zu schauen". Oder auch: "voll Sehnsucht auf die Stadt zu schauen".

Gruß
Ilka
Ilka-Maria ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.12.2018, 10:02   #5
männlich Einsamkeit
Gast
 
Dabei seit: 11/2018
Ort: Im Süden Sachsens
Beiträge: 167

Lieber Herr Doktor Karg,

Ihr Gedicht finde ich schön!

Was die Partizipien betrifft, möchte ich gegen steuern. Ich finde den Klang von Partizipien schön. Man darf ein Gedicht nur nicht damit überhäufen.
Für Gedichte gibt es keinerlei Gesetze - kommt ein Gedicht aus einer fähigen Hand, wird jede Zeile ein Traum.

Ich verbleibe mit!

- Einsamkeit
Einsamkeit ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.12.2018, 10:29   #6
männlich DrKarg
 
Dabei seit: 01/2012
Alter: 71
Beiträge: 3.488

Standard Re: Am Weinberg

Liebe Einsamkeit,
ja, das ist die Freiheit von Sprachumgang und Dichterpersönlichkeit.
Aber: Was die GESETZE anbelangt:
Da gibt es genug Zeitgenossen, die Poesiegesetze anmahnen - ohne die Freiheit zu sehen oder gar zu akzeptieren....
Liebe Grüße H. H. Karg

Geändert von DrKarg (14.12.2018 um 10:33 Uhr) Grund: Textergänzung
DrKarg ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.12.2018, 22:38   #7
weiblich Ilka-Maria
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Ort: Arrival City
Beiträge: 20.539

Zitat:
Zitat von DrKarg Beitrag anzeigen
Da gibt es genug Zeitgenossen, die Poesiegesetze anmahnen - ohne die Freiheit zu sehen oder gar zu akzeptieren....
Du übersiehst dabei etwas Grundlegendes, Hans: Freiheit kann nur erkannt, erworben und kreativ genutzt werden, wenn der Schaffende die Grundregeln studiert und eingeübt hat. Ein Mauerer, der wild drauflos baut, wird seine Wände einstürzen sehen, bevor er das Dach setzen konnte; ein Sänger ohne geschulte Stimme wird sich gegen seine Kollegen auf der Opernbühne nicht durchsetzen können, weil er gar nicht gehört wird; ein Maler, der nicht von anderen die Techniken, Ausdrucksmittel, Farbmischungen, Farbwirkungen, das Spiel mit Licht und Schatten, die Wirkung des Goldenen Schnitts und die Findung des Fluchtpunkts gelernt hat, wird nie seinen eigenen Stil entwickeln, geschweige denn ein gutes Bild malen; und ein selbternannter Dichter, der schludrig mit der deutschen Sprache und mit der Poesie umgeht, weiß gar nicht, was Freiheit ist, sondern steckt in seiner Bequemlichkeit so fest, als läge er in Fesseln.
Ilka-Maria ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.12.2018, 11:51   #8
männlich DrKarg
 
Dabei seit: 01/2012
Alter: 71
Beiträge: 3.488

Standard Re:Am Weinberg

Liebe Ilka-Maria,
alle großen Kathedralen des Mittelalters, die heute noch stehen, sind weitgehend aus Intuition und nicht aus Gesetzen entstanden. Natürlich haben sich die Dombaumeister an das Wissen um die Schwerkraft gehalten - mehr nicht. Und nicht wenige Türme und Gebäude sind deshalb auch eingefallen.
Aber es gab eben auch Schöpfer, die es fertig gebracht haben, die Schwerkraft scheinbar außer Kraft zu setzen. Ich denke dabei an den Markusturm in Venedig (der auch schon einmal eingestürzt ist) und vor allem an den Dogenpalast und viele Kirchen in Venedig. In den Sumpf mit vielen Pfählen eine Stadt zu bauen - grandios! Und die Comedia Dell Arte das Carlo Goldoni zeigt ja, dass auch die Dichtkunst weitgehend ohne Vorlagen auskommen kann. Ganz zu schweigen vom Text der Zauberflöte des Herrn Schikaneder...
Liebe Grüße!
H. H. Karg
DrKarg ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.12.2018, 12:42   #9
weiblich Ilka-Maria
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Benutzerbild von Ilka-Maria
 
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Ort: Arrival City
Beiträge: 20.539

Zitat:
Zitat von DrKarg Beitrag anzeigen
Aber es gab eben auch Schöpfer, die es fertig gebracht haben, die Schwerkraft scheinbar außer Kraft zu setzen. Ich denke dabei an den Markusturm in Venedig (der auch schon einmal eingestürzt ist) und vor allem an den Dogenpalast und viele Kirchen in Venedig.
Du argumentierst unsinnig, Hans, und du übersiehst schon wieder etwas Grundlegenes: Wer so baut, dass sein Werk einstürzt, versteht sein Handwerk nicht und wird dafür vom Auftraggeber zur Rechenschaft gezogen, was in der Regel den Ruin nach sich zieht. Da nützt die ganze Intuition nichts, wenn der Ruf und die Ehre dahin sind, weil schlampig gearbeitet worden ist. Noch härter sind die Konsequenzen, wenn ein solches Debakel Menschenleben kostet.

Es soll in Schlössern Köche gegeben haben, die sich aus Scham darüber, die Sauce für den König verpfuscht zu haben, umgebracht haben. So weit muss man nicht gehen, aber wer etwas nicht kann, sollte nochmal in die Lehre gehen oder es lassen. Sich für seinen Pfusch zu schämen halte ich jedoch für das mindeste, dessen ein Stümper fähig sein sollte.
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