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Gefühlte Momente und Emotionen Gedichte über Stimmungen und was euch innerlich bewegt.

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Alt 28.02.2012, 21:56   #1
männlich Schmuddelkind
 
Benutzerbild von Schmuddelkind
 
Dabei seit: 12/2010
Ort: Berlin
Alter: 33
Beiträge: 4.780

Standard Wiegenlied

Fast als wollt die Nacht die Erde wiegen,
beugt sie sich auf uns herab.
Wie schön ist es, im trauten Schlaf zu liegen,
solange ich noch Träume hab!

Der Wind weht sanft durch ihm geweihte Hallen
und vergisst doch keinen Ast.
Auch dich mag er wohl tragen - lass dich fallen,
solange du noch Träume hast!

Lasst einander in den Schlaf uns singen!
Denn uns können Nacht und Wind
gewiss, ja ganz gewiss nur Gutes bringen,
solange wir noch Träumer sind.
Schmuddelkind ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.02.2012, 22:06   #2
weiblich Ex-Suzette
abgemeldet
 
Dabei seit: 04/2010
Beiträge: 605

Hi Schmuddel,
ätherische Zeilen - zum Träumen
einladend - Geborgenheit und
Trost vermittelnd - durch die Länge
der Zeilen, die weiche Wortwahl
entsteht tatsächlich eine hypnotische
Wirkung auf den Leser - großes Lob!
LG
Suzette
Ex-Suzette ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.02.2012, 22:23   #3
männlich Schmuddelkind
 
Benutzerbild von Schmuddelkind
 
Dabei seit: 12/2010
Ort: Berlin
Alter: 33
Beiträge: 4.780

Oh, das berührt mich sehr! Vielen Dank!
Hab heute viel Eichendorff gelesen - hat, glaub ich, n bisschen abgefärbt.

Zitat:
entsteht tatsächlich eine hypnotische
Wirkung auf den Leser
Jetzt fühle ich mich aber wie die Schlange Kaa aus dem Dschungelbuch.

LG
Schmuddelkind ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.02.2012, 22:30   #4
weiblich Ex-Suzette
abgemeldet
 
Dabei seit: 04/2010
Beiträge: 605

Ja, die ist wirklich süüüüüüüß!
Ex-Suzette ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 29.02.2012, 00:25   #5
männlich Ralfchen
 
Benutzerbild von Ralfchen
 
Dabei seit: 10/2009
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Alter: 72
Beiträge: 11.221

ich mag den wind der keinen ast vergisst.

erinnert mich an den affen: er springt von ast zu ast, bis einer in sein arschloch passt.
Ralfchen ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 29.02.2012, 00:50   #6
männlich Ayatollah
 
Benutzerbild von Ayatollah
 
Dabei seit: 12/2010
Ort: Vientianne
Alter: 33
Beiträge: 736

Die umklammernden Strophen sind definitiv wunderbar und schön suggestiv; bildlich, Wie Suzette sagte: Ein Äther...trip Allein die zweite Strophe mag mir nach mehrmaligem Lesen immer noch nicht ganz gefallen..aber kommt Zeit, kommt Rat.
Interessant und gut umgesetzt finde ich die Traumsynthese; da kommt wohl der Hegelianer in Dir durch!
Ayatollah ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 29.02.2012, 01:53   #7
weiblich Ex-Encki
abgemeldet
 
Dabei seit: 06/2011
Beiträge: 424

Hallo Schmuddi,

gefällt mir wieder einmal sehr gut!
Zitat:
solange wir noch Träumer sind
stehen wir immer wieder auf, nicht wahr?!?

Liebe Grüße
Encki

P.S.:
Zitat:
und vergisst doch keinen Ast.
gefällt mir ebenfalls sehr gut, wobei ich da an keinen Affen dachte... Aber da hat wohl jeder seine Assoziationen.
Ex-Encki ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 29.02.2012, 15:25   #8
männlich Schmuddelkind
 
Benutzerbild von Schmuddelkind
 
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Beiträge: 4.780

@Ralfchen: Ja, der Wind, der keinen Ast vergisst hat es (wie wohl endlich auch der Affe) in sich.

@Aya: Seltsam, dass wir so selten auf einem Nenner sind, denn ich fand gerade die zweite Strophe am Schönsten. Mit der Synthese hast du schon recht: Ist tatsächlich n bisschen hegelianisch.

@Encki: Freut mich sehr, dass ich für dich wieder mal den richtigen Ton getroffen habe!

Zitat:
stehen wir immer wieder auf, nicht wahr?!?
Ja, aber da steckt auch eine gewisse Ambivalenz drin. Was ist, wenn wir keine Träumer mehr sind?...

LG an alle
Schmuddelkind ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 02.11.2013, 12:25   #9
Thing
R.I.P.
 
Benutzerbild von Thing
 
Dabei seit: 05/2010
Alter: 74
Beiträge: 35.150

Standard Hallo, Schmuddelkind -

aus welchem Grund ich damals nicht kommentierte, ist mir entfallen.
Ich hole das jetzt nach:

Mit wenigen Worten:
Das ist in meinen Augen ein klassisch schönes Gedicht, ein Lied, das einen Vergleich mit den ganz Großen nicht scheuen muß.
Ein Favorit!

Herzlichen Gruß
von
Thing




Zitat:
Zitat von Schmuddelkind Beitrag anzeigen
Fast als wollt die Nacht die Erde wiegen,
beugt sie sich auf uns herab.
Wie schön ist es, im trauten Schlaf zu liegen,
solange ich noch Träume hab!

Der Wind weht sanft durch ihm geweihte Hallen
und vergisst doch keinen Ast.
Auch dich mag er wohl tragen - lass dich fallen,
solange du noch Träume hast!

Lasst einander in den Schlaf uns singen!
Denn uns können Nacht und Wind
gewiss, ja ganz gewiss nur Gutes bringen,
solange wir noch Träumer sind.
Thing ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.11.2013, 14:58   #10
männlich Twiddyfix
 
Benutzerbild von Twiddyfix
 
Dabei seit: 02/2012
Ort: kleines Nest in Bayern
Beiträge: 2.703

ein wunderschönes Gedicht, was zum Träumen verleitet.


Gruß von mir...
Twiddyfix ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.11.2013, 15:14   #11
weiblich simbaladung
 
Dabei seit: 07/2012
Alter: 62
Beiträge: 3.056

ein schönes Lied, das weiterklingt
und mich zum Lächeln bringt.

Schmuddelkind, liebe Grüße,
besuch uns bald wieder.

simba
simbaladung ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 06.11.2013, 01:25   #12
männlich Schmuddelkind
 
Benutzerbild von Schmuddelkind
 
Dabei seit: 12/2010
Ort: Berlin
Alter: 33
Beiträge: 4.780

Ach, ihr Lieben,

vielen, vielen Dank! Unglaublich, dass das Gedichtlein nach so langer Zeit wiederentdeckt wurde. Danke dafür, Thing und für deine lieben Worte, die mich verlegen machen.

LG
Schmuddelkind ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 03.01.2014, 23:49   #13
männlich Walter
 
Benutzerbild von Walter
 
Dabei seit: 02/2012
Ort: Ludwigshafen am Rhein
Beiträge: 903

Ach, Schmuddel,

auch ich gehöre leider, leider zu den Spätentdeckern Deines so herrlich romantischen Gedichtes.
Ich glaube, wir sollten alle einmal zu Schloss Lubowitz bei Ratibor fahren....!

Deine Verse haben mir sehr gut gefallen!

Viele Grüße
Walter

p.s.: bei Ralfchens Kommentar konnte ich ein Schmunzeln nicht unterdrücken...
Walter ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 05.01.2014, 22:15   #14
männlich Schmuddelkind
 
Benutzerbild von Schmuddelkind
 
Dabei seit: 12/2010
Ort: Berlin
Alter: 33
Beiträge: 4.780

Ach, Walter - Columbus hat Amerika auch spät entdeckt, aber er hat es entdeckt - für sich.

Vielen Dank für die guten Worte!

LG
Schmuddelkind ist offline   Mit Zitat antworten
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Stichworte
hoffnung, nacht, traum

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