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Fantasy, Magie und Religion Gedichte über Religion, Mythologie, Magie, Zauber und Fantasy.

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Alt 22.01.2019, 14:42   #1
männlich Perry
 
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Dabei seit: 11/2006
Alter: 67
Beiträge: 2.817

Standard zwischenfall

ein dumpfer schlag reißt dich aus schläfriger lethargie
beinahe hättest du vor schreck das steuer verrisssen
doch der blick in den rückspiegel bleibt ohne befund

es lässt dir keine ruh wendest an der nächsten abfahrt
wars ein ast ein vogel ein verlorener schuh dein blick
sucht die gegenfahrbahn sieht dort dein auto stehen

hinter der zerbrochenen scheibe sitzt starr dein körper
eine eisenstange in der brust blitzlichter und sirenen
verwehen du verspürst heißes verlangen nach kaffee
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Alt 22.01.2019, 15:36   #2
weiblich Schnulle Köhn
 
Dabei seit: 05/2017
Ort: am Ende der Welt
Alter: 59
Beiträge: 928

Ein sehr verwirrendes Geschehen, lieber Perry. War es ein Alptraum kurz vor dem morgendlichen Erwachen? Das könnte für mich den Kaffeedurst erklären.
Interessante Geschichte, vielleicht gibt’s ja eine Aufklärung.

LG Schnulle
Schnulle Köhn ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.01.2019, 16:03   #3
weiblich Ex-Letreo71
abgemeldet
 
Dabei seit: 01/2014
Ort: Niedersachsen
Beiträge: 4.052

Sekundenschlaf, mit tödlichem Ausgang?

Oh Gott, Perry, ich bin total schockiert, gerührt oder was soll ich sagen? Schrecklich!
Hatte selbst mal einen Sekundenschlaf, als ich hochschwanger war und "wir" hatten riesiges Glück.

Für mich ergreifend geschrieben.

Lieben Gruß

Letreo
Ex-Letreo71 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.01.2019, 16:54   #4
männlich klaatu
 
Benutzerbild von klaatu
 
Dabei seit: 12/2015
Beiträge: 2.331

Finde es gar nicht so verwirrend und weitere Aufklärung bräuchte ich auch nicht. Mir gefällt der Text so wie er ist! Das Verlangen nach Kaffee am Ende ist großartig!

LG
k
klaatu ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.01.2019, 17:33   #5
männlich Perry
 
Benutzerbild von Perry
 
Dabei seit: 11/2006
Alter: 67
Beiträge: 2.817

Standard Hallo Zusammen,

der Text hat in den ersten beiden Strophen einen gewissen autobiografischen Bezug, der Rest ist reine Fiktion in der Art: "Stell Dir vor Du bist tot und lebst einfach weiter."
Danke für euer Interesse und die Reflexionen.
LG
Perry
PS:
Hallo klaato,
das Banale (Einfache, Nächstliegende) ist in solchen Situationen oft der beste Rettungsanker.
Perry ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.01.2019, 23:40   #6
männlich Ralfchen
 
Benutzerbild von Ralfchen
 
Dabei seit: 10/2009
Ort: London-Kaufbeuren-Wien
Alter: 73
Beiträge: 11.684

Servus Perry -

exzellent.

ich dachte mir schon bei den ersten zeilen, dass es zu dieser pointe kommen würde. ich ahtte vor jahren einmal eine kurzprosa geschrieben, die sich damit beschäftigte nur unter all meinen texten muss ich die erst finden.

gute nacht
R
Ralfchen ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 23.01.2019, 00:15   #7
weiblich Unar die Weise
 
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Dabei seit: 10/2016
Ort: in einem sagenhaften Haus
Alter: 37
Beiträge: 4.847

Standard Lieber Perry,

schockierend gut geschrieben.
Das rüttelt mal wieder wach und mahnt, selbst aufmerksamer zu sein.

Schlafes Gruß
Unar
Unar die Weise ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 23.01.2019, 02:16   #8
männlich Perry
 
Benutzerbild von Perry
 
Dabei seit: 11/2006
Alter: 67
Beiträge: 2.817

Standard Hallo Ralfchen,

Themen sind beschränkt, Ausführungen nahezu uneingeschränkt.
Freut mich, dass Dir die Darstellung gefallen hat.
LG
Perry

Hallo Unar,
ja solche Erfahrungen sollte man lieber erst gar nicht machen.
LG
Perry
Perry ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 24.01.2019, 12:44   #9
männlich dr.Frankenstein
 
Benutzerbild von dr.Frankenstein
 
Dabei seit: 07/2015
Ort: Zwischen den Ostseewellen ertrunken
Alter: 37
Beiträge: 4.333

Da gibt's einen Horrorfilm auf einem Schiff. Auf dem sich alles wiederholt und da stapeln sich dann Berge der selben Leiche, die gleichzeitig der Täter ist.

Der Tod ist schon seltsam, anders als so kann man ihn sich garnicht vorstellen. Man sieht sich dann Tod daliegen.

Könnte ja auch die Vorstellung sein, die man nach einem glimpflich ausgegangenen Sekundenschlaf bekommt.
Was hätte passieren können.

Ob man dann dazu verflucht ist ewig mit dem Auto zu fahren und wenn man aussteigen will ist da immer dieser Nebel in dem man rein garnichts sieht.
Wie beim Film: "The Others."
dr.Frankenstein ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 24.01.2019, 18:36   #10
männlich Perry
 
Benutzerbild von Perry
 
Dabei seit: 11/2006
Alter: 67
Beiträge: 2.817

Standard Hallo Dr. Frankenstein,

ja alles ist möglich, die Fantasie treibt hier düstere Blüten.
Danke fürs Interesse und LG
Perry
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Alt 25.01.2019, 02:33   #11
weiblich Zaubersee
 
Benutzerbild von Zaubersee
 
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Ort: Das Meer ist mein Garten aus Kristallen und Träumen ...
Alter: 62
Beiträge: 2.386

Bonsoir Perry,


ein wunderbares Gedicht; der Schockmoment und das langsame Begreifen ... in einer Art Depersonalisierung ... und das ist der Moment, in dem ich als Leserin mitten reingerissen werde in den Augenblick der Offenbarung, die nicht anders auszuhalten ist, als eben so.Ich muss auch an "The others" denken und an "The sixth sense", mit Bruce Willis .... wo die Auflösung am Ende des Filmes durchsickert ... toll geschrieben.

Liebe Nordgrüße

Zaubersee
Zaubersee ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25.01.2019, 02:41   #12
männlich Perry
 
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Dabei seit: 11/2006
Alter: 67
Beiträge: 2.817

Standard Hallo Zaubersee,

freut mich, dass Dich die Bilder für einen Moment mitnehmen konnten in die Welt hinter den Kulissen des Realen.
Danke fürs Lob und LG
Perry
Perry ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.01.2019, 01:11   #13
weiblich Ex-Serpentina
abgemeldet
 
Dabei seit: 04/2018
Ort: Zwischen den Gedanken
Alter: 52
Beiträge: 698

Hallo Perry,

deine Idee, was nach einem tödlichen Unfall sein könnte, hat es in sich.
Was ist, wenn man einfach weiter lebt und es nur daran merkt, dass der Körper ohne Leben ist. Oder vielleicht noch nicht einmal das?
Im Hinduismus wird der Schädel des Toten aufgeschlagen und verbrannt, damit die Seele versteht, dass der Körper unbrauchbar ist und Atma zu Brahman zurückkehren kann.
In deinem Fall ist der Gestorbene bzw. derjenige, der seinen Körper verlassen hat, hinter der Realität in einem Auto unterwegs, so als wäre das auch gestorben, bzw. als eine immaterielle Idee weiter vorhanden.
Nicht ganz ernst gemeint, stelle ich mir einen sehr erstaunten Platon vor, der in einem Ideenhimmel, den modernen Errungenschaften begegnet.

Ziemlich weitreichend, dein Text.
Hut ab,
Serpentina
Ex-Serpentina ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.01.2019, 02:09   #14
männlich Vers-Auen
 
Benutzerbild von Vers-Auen
 
Dabei seit: 12/2017
Ort: Jenseits von Eden
Beiträge: 1.075

Standard Nahtoterfahrungen

Als ich noch in einem Esoterik Forum war,
haben zwei Komapatienten schon
glaubhaft berichtet, dass sie von
oben herab, ihren sterbenden
Körper im Bett liegen sahen.

https://www.focus.de/wissen/mensch/n...d_4639129.html

https://www.google.de/search?biw=160...67.ccKcNpTCwPc

Auch wollen manche Seelen schon im Himmel gewesen sein, Jesus gesehen haben usw.
Aber das halte ich für einen Phantasietraum, der durch den Glauben ausgelöst wurde!?
Vers-Auen ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.01.2019, 13:00   #15
männlich Perry
 
Benutzerbild von Perry
 
Dabei seit: 11/2006
Alter: 67
Beiträge: 2.817

Standard Hallo Serpentina,

danke fürs Hineinspüren in die Bilder.
Vielleicht ist es gut, dass wir nicht wissen was nach dem Tod mit unserem Geist passiert. Ich hoffe, dass er als eine Art energetisches Individuum weiterexistiert und vielleicht irgendwie im den Kreislauf allen Seins seine Bestimmung findet.
LG
Perry

Hallo Vers-Auen,
ja Nahtoderfahrungen sind ein spannendes Feld, das allerlei Spekulationen Raum gibt.
Danke fürs Interesse und LG
Perry
Perry ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 31.01.2019, 11:10   #16
weiblich Ex-Serpentina
abgemeldet
 
Dabei seit: 04/2018
Ort: Zwischen den Gedanken
Alter: 52
Beiträge: 698

Standard Hallo Perry

Zitat:
Zitat von Perry Beitrag anzeigen
danke fürs Hineinspüren in die Bilder.
Vielleicht ist es gut, dass wir nicht wissen was nach dem Tod mit unserem Geist passiert.
Ja. Oder zumindestens bin ich nach langem Suchen und Erkunden vieler Möglichkeiten zu dem Ergebnis gekommen (bzw. komme immer wieder dahin), dass wir es nicht wissen können und dass es die klaren, stillen Momente sind, in denen der manchmal eingeschränkte Geist sich weitet und die das Leben sehr bereichern können, immer nur im "Jetzt" stattfinden.


LG,
Serpentina
Ex-Serpentina ist offline   Mit Zitat antworten
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