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Gefühlte Momente und Emotionen Gedichte über Stimmungen und was euch innerlich bewegt.

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Alt 21.11.2011, 19:44   #1
männlich Schmuddelkind
 
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Standard Angekommen

Mit jedem Schritt vom Zaglmann bedroht.
Meine Schultern sind der Lasten Schwere leid.
Mit jedem Zuge atme ich den Tod.
Doch mein dürrer Blick, er reicht zum Ziele weit.

Müde, ausgezehrt, mit letzter Kraft,
erreiche ich den Gipfel, meinen lang erstrebten.
Mein letzter Schritt ist nun geschafft.
Jetzt sacken meine Beine, die so lange bebten.

Hier ist alles! Endlos tiefe Ruh'
und die Frage, was ich will, nicht was ich darf!
Die klare Stille ruft mir Beifall zu
und wiegt mich sanft in meinen allerletzten Schlaf.
Schmuddelkind ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.11.2011, 19:55   #2
weiblich Ilka-Maria
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Ort: Arrival City, auf der richtigen Seite des Mains
Beiträge: 23.647

Zitat:
Zitat von Schmuddelkind Beitrag anzeigen
Mit jedem Schritt vom Zaglmann bedroht.
Meine Schultern sind der Lasten Schwere leid.
Mit jedem Zuge atme ich den Tod.
Doch mein dürrer Blick, er reicht zum Ziele weit.

Müde, ausgezehrt, mit letzter Kraft,
erreiche ich den Gipfel, meinen lang erstrebten.
Mein letzter Schritt ist nun geschafft.
Jetzt sacken meine Beine, die so lange bebten.

Hier ist alles! Endlos tiefe Ruh'
und die Frage, was ich will, nicht was ich darf!
Die klare Stille ruft mir Beifall zu
und wiegt mich sanft in meinen allerletzten Schlaf.
Wunderbar gedichtet, Schmuddelkind! Das Ziel des letzten Weges ist die verdiente Erlösung, und deshalb muß man ihn bis zum Ende gehen, Schlappmachen darf nicht sein. Was mich deshalb - als einziges - ein wenig stört, ist der erste Vers, denn hier dürfte nicht die Rede von Bedrohung sein. Es geht definitiv um die letzten Qualen, die zur (willkommenen) Erlösung führen.

Eigentlich schade, denn für sich allein gelesen ist der erste Vers sehr schön. Vielleicht könnte man die Kurve mit dem zweiten Vers hinbekommen:

"Meine Schultern sind der Angst und Schwere leid ..."

Damit wäre würde die Angst (vor der Bedrohung) nicht mehr akzeptiert. Außerdem ist "der Lasten Schwere" ohnehin eine Doppelung.

Aber ansonsten finde ich das Gedicht sehr stark.

LG
Ilka
Ilka-Maria ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.11.2011, 12:07   #3
männlich Schmuddelkind
 
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Ort: Berlin
Alter: 34
Beiträge: 4.795

Vielen Dank, Ilka-Maria!

Deine Interpretation kommt meiner sehr nahe, daher kann ich einerseits deine Kritik an dem Begriff der Bedrohung verstehen, weil es ja wirklich um die Ausrichtung auf ein selig machendes Ziel geht. Andererseits liegt die Bedrohung ja eher in dem oft schmerzlichen Weg.

Deinen Verbesserungsvorschlag halte ich jedenfalls für sehr gelungen (danke dafür!), gerade auch weil er sich dieser Dopplung entledigt, die ich zunächst nicht als solche empfunden habe. Werde mir mal Gedanken darüber machen und das gegebenenfalls übernehmen.

LG
Schmuddelkind ist offline   Mit Zitat antworten
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berg, einkehr, ruhe, tod, wandern

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