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Philosophisches und Nachdenkliches Philosophische Gedichte und solche, die zum Nachdenken anregen sollen.

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Alt 17.08.2021, 13:19   #1
anamolie
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Standard Jaja schon kapiert



Meine Geringschätzigkeit ist immer ein Oberarschloch.
Meine Arroganz und Überheblichkeit sind unerträglich
und gnadenlos. Ich habe in meinem Leben Grossartiges
geleistet, werde aber von Mördern und Dieben verlacht.

Was ich ja NICHT BIN, und was sie ja allesamt sind,
kriege ich jeden Tag auf den Keks geschmiert wie Wichse.
Was ich ja NICHT geleistet habe, und NIEMALS sein werde,
und was all diese anderen Hoheiten ja so Tolles sind,

kriege ich jeden Tag auf den Keks wie tausend Tonnen Wichse.
An guten Tagen. Während WICHTIGE Arbeiten und Leute
wie Dreck behandelt und unterbezahlt gegen Windmühlen
schuften, kriegen absolut eitle Arschlöcher für miese

Mörder und Diebe Arbeiten so viel Geld dass es ein Witz ist.
Und sind dann geringschätzig, arrogant, überheblich,
herablassend, dafür, dass sie GELD HABEN, und ABSOLUT
NICHTS RELEVANTES tun, ausser die Welt zu zerstören.

Aber ICH, muss mich ja mässigen. Für meinen inneren Reichtum.
Gegen den diese ganze gesamte Welt ein armseliger Witz ist.


anamolie ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.08.2021, 16:01   #2
männlich Dionysos von Enno
 
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Hi Ana,

wieder ein sehr kraftvolles Gedicht von Dir. Der innere Reichtum, mit dem sich das Gedicht beschließt und das unglaublich neugierig macht, hat mir am besten gefallen.

Der innere Reichtum bleibt in diesem Gedicht in seiner (von mir vermuteten) Essenz und Buntheit verborgen oder zum Glück gut beschützt, je nachdem wie man es sehen will. Hinter dem ohrenbetäubenden Brausen der Stürme bleibe ich auf den inneren Reichtum gespannt. Mit diesem -meiner Meinung nach- offenkundigen Talent können noch viele Themengebiete literarisch erleuchtet oder gesprengt werden, je nachdem wie Du es möchtest.

Spannend wird es allemal, wenn Du Deine hingeblitzten wortkräftigen Spannungsbögen nicht immer nur an den Polen der Extreme einschlagen und sich verzehren lässt, sondern vielleicht auch zwischen den Extremen Neuland erobern und durch die Linse die Du aus dem Sand so mancher Wüste einschmelzst für uns erleuchten lässt, oder spektakulär verbrennst..

Unglaublich energetisch m.M. nach

mes compliments

Dio
Dionysos von Enno ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.08.2021, 16:15   #3
anamolie
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Oh, hab Dank!

Das habe ich von Distichen und aufwändigen Metrischen Konstrukten gelernt - dass gute Worte, einen natürlichen Fluss, einzufrieden, schlecht ist. Jedes Mal wenn ich einen hohen oder guten Gedanken, noch dazu in ein hohes oder gutes Metrisches Konstrukt schleife, schreibe ich ZUERST frei, und schleife dann ein, und verliere zu viel an guten Worten, guter Bedeutung, gutem Erzählfluss, und hoher Gedanke UND hohes Konstrukt ist dann einfach zu stilisiert und... zu viel. Das ist dann oft nicht mehr les-, geniess-, und nachvollziehbar.

Auch früher schon haben Dichter gerne Hexameter und Pentameter geschrieben, weil dadurch ein natürlicherer Sprachfluss möglich ist - und es interessant bleibt. Ich bleibe dann im natürlichen Erzählfluss und schleife nichts kaputt. Das erscheint dann oftmals wie gar nichts, wie irgendeine Prosa.

Ich mag das eigentlich, eher Hexametrisch oder Pentametrisch frei, auch frei von Reimen, einfach nur zu schreiben, allerdings in dieser Strophen-Führung, von mir Schweif genannt. Vier Strophen. Vier Zeilen. Breit aufgestellt. Alles erlaubt, jedes Metrum, reim oder reimlos, Hebungspralls, Senkungspralls, Alles, Wiederholungen, Redundanzien, Dopplungen, Ausschmückungen, Ausschweifungen (daher der Name) etcpp.

Nur dass die Strophen, ähnlich dem Sonett, in feste dramaturgische Blöcke aufgeteilt sind, oder, philosophische Schärfungen von Thesen, Anti-Thesen, Crux, Anti-Crux, Vernichtungen, plötzlichen Erlösungen. Funzt gut. Das ergibt nun einfach mal Wucht, rein aus diesem System hervor. Das unterstützt das Denken und hält es in Disziplin der Versführung, simpel, aber so ist es.

Wir werden sehen wie viel ich hier noch schreibe, oder was. Eigentlich war das als Urlaub gedacht, ich hatte Juli mega viel Arbeit, wie Alle, mega viel Stress - und muss jetzt aber wieder zur Arbeit zurück.

Und ja, du hast Recht. Eigentlich besteht ein Schweif aus vier Zeilen vier Strophen, breit aufgesetzt, in einem Singsang von festgefügten These Anti-These Blöcken, wie schon erwähnt. Dass der innere Reichtum davon abgesetzt ist, war eher ungewollt, aber wurde so belassen. Dass ich diesen Reichtum ausführe in einer Offenbarung und Rechtfertigung, ist inakzeptabel. Das wird nichtmal angesprochen, dass hinter der Herablassung die absolute Weigerung steht, das überhaupt noch zu tun - weil es nur sinnlos und schmerzhaft ist, und unverdient. Das ist auch genau genommen, wie ich erkenne, der Grund, weswegen ich nicht predige, nichts mehr erkläre, mich nicht erkläre, nur ein paar kleine Gedichte äussere und ansonsten schweige.

Es ist sinnlos, seinen Henker noch anzubetteln. Oh! Das wäre ein MEGA Schweif!



Der Henker


Unter der Kapuze Schatten, mögen dort Augen sein?
Oder ists nur ein schwarzer Wirbel, fern des Lichts?
Starren lichtlos erloschne finstre Alptraum Kohlen
herab auf mich, ein Abgrund, der in einen Abgrund blickt.

Und wer ist der Abgrund, und wer ist der Abgrund?
Am Ende, blicken wir nur gegenseitig herab, ins Nichts.
Noch einen Traum äussern, von allen gemeuchelten Träumen?
Noch ein Herz offenbaren, von allen erdolchten Herzen?

Noch Tränen der Verzweiflung schleudern in diese Welt?
Noch hoffen, auf einen Atemzug mehr in dieser Welt?
Noch einmal leiden, und dem Elend das Herz ausschütten,
und das Salz der Augen und des Herzens, dessen

Zerschnittenheit, meinem Lebensfaden gleich, diesem
Henker, dieser Herzlosen, noch ein wimmerndes Pfand hinwerfen?
Oh töte mich nicht. Ich bin schon verloren.
Oh töte mich nicht. Ich bin schon verloren.

Oh töte mich nicht. Ich bin schon verloren.



so zb. So funktioniert das zb.

Hm, ist genau genommen aber nicht mehr Lyrik zu nennen. Vielleicht "dramaturgische Prosa". Das kennen ja auch viele Dichter, auch in diesem Forum, dass dramaturgische Prosa, so ein fest-formliches Bindeglied zwischen Lyrik und Prosa, ein knapp gefügtes, fest-formliches Fabulieren vielleicht, durchaus grandiose Wirkung entfalten kann, weil ja, wie oben schon gesagt, zb bei Distichen sind keine Reime vorgesehen, ZU VIEL Inhalt, auf ZU VIEL Form, und ZU VIEL Reim, wirkt das Gegenteil, es wird... unlesbar. Also wäre für einige in diesem Forum der Begriff "dramaturgische Prosa" wohl zutreffender, aber das hat durchaus Existenz-Berechtigung und Sinn.
anamolie ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.08.2021, 17:27   #4
männlich Dionysos von Enno
 
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Ich mag das eigentlich, eher Hexametrisch oder Pentametrisch frei, auch frei von Reimen, einfach nur zu schreiben, allerdings in dieser Strophen-Führung, von mir Schweif genannt. Vier Strophen. Vier Zeilen. Breit aufgestellt. Alles erlaubt, jedes Metrum, reim oder reimlos, Hebungspralls, Senkungspralls, Alles, Wiederholungen, Redundanzien, Dopplungen, Ausschmückungen, Ausschweifungen (daher der Name) etcpp.

Nur dass die Strophen, ähnlich dem Sonett, in feste dramaturgische Blöcke aufgeteilt sind, oder, philosophische Schärfungen von Thesen, Anti-Thesen, Crux, Anti-Crux, Vernichtungen, plötzlichen Erlösungen. Funzt gut. Das ergibt nun einfach mal Wucht, rein aus diesem System hervor. Das unterstützt das Denken und hält es in Disziplin der Versführung, simpel, aber so ist es.


Vielen Dank für die nachvollziehbaren und differenzierten Erläuterungen. Ich finde es beeindruckend. Es hat meiner Meinung nach hohen Wiedererkennungswert und eine schöne Struktur. Und Du hast recht: Es ist nicht so stilisiert, nicht so "aufgeräumt". Ich werde mich mit dieser wunderbaren Bedienungsanleitung auch direkt mal am SCHWEIF probieren. Klasse !

mes compliments

Dio
Dionysos von Enno ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.08.2021, 17:37   #5
anamolie
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Oh!

Ja. Wohl Einer der Gründe, weswegen ich so gehasst wurde. Ich hab eine neue Art des Gedichts erfunden, die tatsächlich mega Sinn macht. Neben meinem Ruhm-Eifer, der in Foren einfach nichts zu suchen hat, da sinnlos, meiner Überheblichkeit, etcpp.

Ich nannte den Schweif immer "den grossen Bruder seiner kleinen Schwester, dem Sonett".

Das Sonett will eher fragiler, zarter, auch instabiler somit, aber ebenfalls in einer Form These Anti-These Synthese, ebenfalls über vier Strophen, allerdings 2 x Quartett, 2 x Terzett, ebenfalls durch eine "feste" Form, gedanklichen Anreiz und Disziplin, und grazile Schönheit, bieten. Viele denken noch, das sei nur auf Enjambements beschränkt, feste Reimschemata, etcpp, das ist aber schon seit Jahrhunderten nicht mehr der Fall. Nur Germanisten reiten darauf rum. Aber Sonetts können ebenfalls jedes Metrische Konstrukt, jedes Reimschema, jede Kadenzabfolge, enthalten, gar kein Problem. Es geht um die Disziplin der Form, NICHT um Kleinigkeiten.

Der Schweif will eher brachialer, breiter, stumpfer, härter, wuchtiger, in einer Anti-These Vernichtung, einer breiteren Philosophie von Schärfung, Zerstörung, über vier Strophen, allerdings 4 x breites Quartett, gedanklichen Anreiz und Disziplin, und brachiale Wucht, bieten. Hierbei geht es ebenfalls um die Disziplin der Form, die gedankliche Führung, NICHT um Kleinigkeiten des Metrums, das wird Alles als Spielerei vorausgesetzt, möglich zu sein.

Das ist absolut simpel. Einfach eine neue Form der Hülle, die philosophische Disziplin und Wucht bietet. Natürlich könnte man sagen, wo ist da die "neue Form", das sind vier Quartetts, das schafft jeder Anfänger auch schon.

Es geht aber nicht um die vier Quartetts, sondern um die Anti-Thesen Schärfung brachialer philosophischer Wucht. Das Sonett ist eher das Skalpell. Der Schweif ist schlicht ein Vorschlaghammer. Allerdings hoffentlich ein vortrefflicher.
anamolie ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.08.2021, 17:38   #6
weiblich Ilka-Maria
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Na ja, anamolie. Wäre schön, du könntest dich mal auf ein Thema konzentrieren, das nicht um die Rosette zwischen den Hinterbacken blüht. Sonst könnte man auf den Gedanken kommen, es hätte etwas mir deiner Selbstfindung zu tun.

So weit will ich aber nicht gehen. Ich bin mir aber sicher, dass selbst das profanste Leben aus mehr als dieser Fixierung besteht.

Wie ich mir auch sicher bin, dass mein Kommentar einen endlos langen Sermon an Kommentar nach sich ziehen wird, der mich über die Qualitäten der Arschloch-Beschreibung mittels literarischen Werkzeugs überzeugen soll.

Was mich allerdings genauso wenig überzeugen wird, wie deine auf meine Nichtüberzeugung folgenden, endlos langen Predigten.

Sei's drum. Poetry lebt. Dank der Unerschrockenen, die trotzdem schreiben.
__________________

Workshop "Kreatives Schreiben":
http://www.poetry.de/group.php?groupid=24
Ilka-Maria ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.08.2021, 17:49   #7
anamolie
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Ach hi!
Naja, wie ich es mal sagte: Jedes Arschloch ist kaputt, es hat ja ein Loch in der Mitte.
Aber Anal-Fixierung ist gar nicht profan - sondern profanal, kahaha, oder pofanal.

Ich bin nicht darauf festgelegt. Ich finde nur, dass man etwas hochgeistig Lyrisches mit etwas Profanem kreuzen kann, witzig. Aber wenn du so etwas nicht mehr hören willst, gerne! Wenn du mir Überhobenheit, und emmm, Fäkalhumor, vom "lyrischen Brot" nehmen willst, oder, vom lyrischen Kot, hahaha, okay. Muss ja nicht sein. Wenn du befürchtest dass das kontraproduktiv und abschreckend ist, vielleicht hast du sogar Recht damit. Dann bemühe ich mich mehr um Gehobenes, und lasse die Scherzchen weg. Wenn du berechtigte Sorge hast, dass das dein Forum in eine kontraproduktive Richtung bewegt, verstehe ich doch!

Aber ausgerechnet in diesem Faden das zu äussern, da hätte es Einleuchtendere gegeben! Weil hier tatsächlich Qualitatives steht.

Zitat:
Was mich allerdings genauso wenig überzeugen wird, wie deine auf meine Nichtüberzeugung folgenden, endlos langen Predigten.
Nein, dieses messianische Fieber ist von mir genommen! Ich überlasse euch jetzt weitestgehend eurer Herrlichkeit.
anamolie ist offline   Mit Zitat antworten
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