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Die Philosophen-Lounge Forum für philosophische Themen, Weisheiten und Weltanschauungen.

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Alt 18.07.2021, 01:17   #1
männlich Ex-Ralfchen
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Standard Die Revolutionen

Die Revolutionen

Ich stelle hier eine wichtige Frage

welche Bedeutung und welche konsequente Folgen hatten die Revolutionen? Ich persönlich habe mich mit Che und vielen anderen des 20. Jahrhunderts beschäftigt und da taucht die Frage auf: was haben sie erreicht und wofür war es gut?

Ich bin der Meinung: für nichts

Es wäre wunderbar wenn hier ein Faden entstehen würde in dem die Menschen die so wie ich in der Antirevolutionären Demokratie eines Landes wie Österreich oder Deutschland aufgewachsen sind Ihre klaren Meinungen abgeben. Danke
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Alt 18.07.2021, 04:12   #2
weiblich Ilka-Maria
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Zitat:
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Ich bin der Meinung: für nichts
Richtig, wenngleich nicht zu 100 Prozent. Aber die meisten Revolutionen sind tatsächlich gescheitert. Das gilt besonders für die beiden großen, für uns in Westeuropa relevanten Revolutionen, nämlich die von 1749 und von 1848.

Die Revolution in Frankreich artete bekanntlich in Terror gegen das eigene Volk und in der sinnlosen Ermordung eines Königspaares aus. Bezeichnend ist, dass die Anführerer dieser Revolution alle Juristen waren, die derselben Ausbildungsstätte entstammten, also ihre Vorstellungen aus einer Ideenschmiede mitbrachten. Am Ende schaufelten sie sich mit ihren absurden Zielsetzungen das eigene Grab und bereiteten dem Militaristen Bonaparte den Weg zur Herrschaft. Ergebnis: Europa wurde mit Krieg überzogen, denn etwas anderes hatte dieser Kerl nie gelernt. Trotzdem ist uns etwas geblieben, nämlich die Rechtsprechung. Unsere deutschen Gesetze fußen auf dem "Code Napoleon".

Deutsche Revolution: Als das Parlament in der Frankfurter Paulskirche zusammentrat, war nicht ein einziger Vertreter des "gemeinen Volkes" dabei. Deshalb spricht man von einem Professorenparlament. Letztendlich scheiterte die Revolution an der Entscheidung zwischen der "kleindeutschen" und "großdeutschen" Frage sowie daran, dass sich Preußen an die Spitze der Bewegung stellte und den Revolutionären den Zahn zog.

Es waren Umbruchzeiten. in Frankreich begann die industrielle Revolution ungefähr fünfzig Jahre später als beim Vorreiter England (dort ca. um 1750), in den deutschsprachigen Ländern, Preußen voraus, setzte sie ungefähr Mitte des 19. Jahrhunderts ein. Es war die Zeit, in der das Bürgertum entstand, eine Schicht von Unternehmern, die gegenüber dem Adel Forderungen stellte und Rechte einklagte. Das hatte es zuvor nicht gegeben.

Mit dem Bürgertum und der technischen Entwiclung, mit den unternehmerischen Interdependenzen (z.B. von Kohlegewinnung und Eisenbahnbau) entstand der Kapitalismus, nach dem 2. WK durch den Einfluss der westlichen Besatzer vorangetrieben. Wieder ging das Aufbegehren gegen das herrschende System von den Universitäten aus. Und wieder scheiterte die 68er-Bewegung samt ihrer Nachfolger, es auszuhebeln. Auch dieser Revolutuionsversuch, der nur noch als "Revolte" gehandelt wird, ist gescheitert.

Am Anfang aller Umwälzungen stand nie die Not des Volkes, die hat nämlich die akademisch vorgebildeten Köpfe nie interessiert. Sie glaubten, frisch vom Lyzeum gekommen, im Besitz der vollen Weisheit zu sein, und wollten die Welt zu ihrem Besseren umkrempeln, wussten aber nicht, wie das Leben auf der Scholle oder in einer Manufaktur aussah.

Schaut euch die Diktatoren der Geschichte und der heutigen Welt an: Hochgebildete Leute, meistens mit Jura-Studium. Macht bloß nicht den Fehler, sie für dumm zu halten. Hütet euch vor ihnen!
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Alt 18.07.2021, 13:11   #3
männlich Ex-Ralfchen
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Standard Die Emder Revolution

Die Emder Revolution


hatte einige interessante Hintergründe. Sie war angeblich die erste politische Revolution hat aber nur eine lokale Bedeutung gehabt. Ich bin ein bisschen überrascht denn es war eigentlich eine relativ – zu mindestens vorübergehend – erfolgreiche Revolution.

Du hast natürlich einige sehr interessante Themen berührt und ich werde mich Schritt für Schritt damit befassen.
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Alt 21.07.2021, 15:03   #4
Ex-Gysi
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Politische Revolutionen sind das Aufbegehren Unterdrückter in einer autoritären Gesellschaft. Die Demokratie ist der Reifegrad einer Gesellschaft, und die hat keine Revolution mehr nötig, um sich zu entwickeln und zu verändern! Denn die Herrschenden können sehr schnell via Wahl abgesetzt werden!

Wenn die Gewaltenteilung mitsamt der Position der 4. Gewalt, den Medien, stimmt - und die Bürger demokratischer Gesinnung sind - leben wir in einem idealen Staat!

Und was Che betrifft: Er wurde und wird überschätzt. So wie Jesus überschätzt wird, mehr als zu seiner Lebenszeit! Wir brauchen offenbar Götter. Solange wir selber ratlos sind und eine Führung dieses Kalibers brauchen...

Ches Vorstellung von Revolution erscheint mir unendlich naiv. In Kuba hatte es geklappt, mit ein paar Partisanen die Macht zu kippen! Aber zu meinen, dass könne nun in jedem Staat klappen, ist... naiv. Nicht jeder Staat hat ein marodes Militär und eine marode Polizei! Und nicht jeder Staat ist durch eine latent rebellierende Bevölkerung unterhöhlt...

Geändert von Ex-Gysi (21.07.2021 um 17:50 Uhr)
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Alt 22.07.2021, 23:05   #5
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Ich muss nicht beteuern lieber Gysi dass ich komplett deiner Meinung bin
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Alt 23.07.2021, 07:52   #6
weiblich Ilka-Maria
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Zitat:
Zitat von Ralfchen Beitrag anzeigen
Ich muss nicht beteuern lieber Gysi dass ich komplett deiner Meinung bin
Ich nicht. Das "Aufbegehren Unterdrückter" ist keine ausreichende Erklärung für das Entstehen einer Revolution. Oder war jemals von der Bauern-Revolution die Rede? Gab es in der Geschichte eine Weber-Revolution? Oder nannte man die Proteste in der DDR gegen die Produktionsauflagen, vom russischen Militär ratzfatz niedergeschlagen, eine Revolution? War die Sklavenerhebung im antiken Rom, die das Reich fast zu Fall gebracht hätte, eine Revolution?

Tatsache ist: Unterdrückte, Hungernde, dem Elend Ausgesetzte, Schwache, Alte, Kranke usw. machen keine Revolution, denn sie sind damit beschäftigt, um ihr Überleben zu kämpfen. Kurz ausgedrückt: Ein hungriger Bauch greift nicht zur Waffe.

Revolutionen gehen immer von intellektuellen Köpfen aus. Ihr Programm ist nicht die Befreiung Unterdrückter, sondern Ideologie, Machtanspruch und das Bestreben, einen Systemwechsel herbeizuführen. Die Anführer von Revolutionen bedürfen der Masse und machen sie mobil, aber die Verbesserung ihrer Lebensumstände ist nicht ihr Anliegen. Das sog. "gemeine Volk" wird vielmehr zwischen den Lagern, die in einer Revolution entstehen, gnadenlos radikalisiert und aufgerieben. Oder niedergemetzelt.

Selbst bei den Bauernaufständen ("Aufstand" ist das richtige Wort für eine spontane Erhebung gegen Unterdrückung) ging die Bewegung nicht vom Land, sondern von dem Intellektuellen Thomas Münzer aus. Auch ihm ging es nicht darum, den Bauern ein besseres Leben zu verschaffen, sondern um einen Systemwechsel. Luthers Haltung in diesem Konflikt ist bekannt: Er stand zur Obrigkeit. Auch in diesem Fall ging eine Spaltung durch die Bewegung, die letztendlich zur Bewahrung der alten Ordnung führte.

Oder um auf das antike Rom zurückzukommen: Die Sklavenerhebung hätte wahrscheinlich nicht stattgefunden, wenn das Reich nicht erhebliche soziale und machtpolitische Konflikte gehabt hätte. Die Führung war geschwächt, den römischen Bürgern drohte die Diktatur. Nach Anfangserfolgen der Sklaven zog Crassus, der Machtanspruch auf Rom erhob, die Notbremse und ließ Pompejus mit seinen Legionen nach Italien zurückkommen, um den Aufstand niederzuschlagen. Nur nebenbei sei erwähnt, dass der Aufstand auch daran scheiterte, dass Spartakus nicht der einzige Anführer der Sklaven war. Auch bei ihnen gab es mehrere starke Stimmen (und das waren immer die Gebildeten unter den Sklaven), die sich über die Richtung des Aufstands nicht einig werden konnten und ihn damit schwächten.
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Alt 23.07.2021, 10:03   #7
Ex-Gysi
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Standard Revolution

Zitat:
Das "Aufbegehren Unterdrückter" ist keine ausreichende Erklärung für das Entstehen einer Revolution. Oder war jemals von der Bauern-Revolution die Rede? Gab es in der Geschichte eine Weber-Revolution? Oder nannte man die Proteste in der DDR gegen die Produktionsauflagen, vom russischen Militär ratzfatz niedergeschlagen, eine Revolution? War die Sklavenerhebung im antiken Rom, die das Reich fast zu Fall gebracht hätte, eine Revolution?
Eine Revolution ist der erfolgreiche Umsturz eines Herrrschers oder einer herrschenden Klasse!
Zitat:
Revolutionen gehen immer von intellektuellen Köpfen aus.
Ohne eine breite sie unterstützende Basis ist diese Revolution keine Revolution, sondern ein Putsch!
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Alt 23.07.2021, 10:15   #8
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Zitat:
Zitat von Gysi Beitrag anzeigen
Ohne eine breite sie unterstützende Basis ist diese Revolution keine Revolution, sondern ein Putsch!
Falsch. Ein Putsch hat mit einer Basis, falls damit die Bevölkerung gemeint ist, nichts zu tun, egal wie groß oder klein seine Gruppe ist. Er geht vom Militär oder von der Leibgarde eines Regenten aus, also von Leuten, die ihrem Treueid abgeschwört haben. Selbst bei einer kleinen Gruppe von Generälen ist es notwendig, die Offiziere und die Soldaten hinter sich zu haben.

Bei Volkserhebungen unterscheidet man zwischen Aufruhr, Aufstand, Rebellion, Revolte und Revolutionen, wobei die Übergänge fließend sein können. Bis heute gibt es keine allumfassende, eindeutige Definition für den Begriff "Revolution". Meistens ist erst aus historischer Sicht erkennbar, wie eine Erhebung einzuordnen ist. Außerdem bestimmt sich der Begriff immer vom Standpunkt des Betrachters aus: Während Gefolgsleute bzw. Sympathisanten der Aufständischen von Revolte oder Revolution sprechen, ist es für denjenigen, der bedroht wird, eine Rebellion und von daher wie ein Verbrechen gegen den Staat zu bewerten.

Die Mitglieder der RAF hatten sich als Revolutionäre für ein besseres System angesehen, für Bundeskanzler Schmidt waren es Terroristen.
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Alt 23.07.2021, 10:55   #9
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Zitat:
Zitat von Ilka-Maria
Falsch. Ein Putsch hat mit einer Basis, falls damit die Bevölkerung gemeint ist, nichts zu tun, egal wie groß oder klein seine Gruppe ist.
Ja, sag ich doch!
Zitat:
Er geht vom Militär oder von der Leibgarde eines Regenten aus, also von Leuten, die ihrem Treueid abgeschwört haben. Selbst bei einer kleinen Gruppe von Generälen ist es notwendig, die Offiziere und die Soldaten hinter sich zu haben.
Damit hast du recht!
Trotzdem ist ein Aufstand, oder was weiß ich, erst eine Revolution, wenn sie erfolgreich ist! Wir sind uns doch ziemich einig (in dem Fall), da müssen wir doch keinen verbalen Kleinkrieg draus machen. Das hier hat nix mit den Haikus zu tun, und meine generelle Ablehnung dieser Scbhreibart gestern nehme ich auch gerne wieder zurück. Ich bin nur gegen die VERKLÄRUNG dieses Formates...
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Alt 23.07.2021, 11:10   #10
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Zitat:
Zitat von Gysi Beitrag anzeigen
Wir sind uns doch ziemich einig (in dem Fall), da müssen wir doch keinen verbalen Kleinkrieg draus machen...
Wir führen keinen Krieg, sondern wir debattieren über ein Thema, und zwar völlig sachlich. Einig sind wir uns keineswegs.

Zitat:
Trotzdem ist ein Aufstand, oder was weiß ich, erst eine Revolution, wenn sie erfolgreich ist!
Die Französische Revolution von 1789 war nicht erfolgreich, sondern endete in Terror und Restaurierung. Die deutsche Revolution von 1848 fiel den reaktionären Kräften zum Opfer. Die Russische Revolution von 1917 führte zur Herrschaft Stalins und der Diktatur. Maos "Langer Marsch" führte ebenfalls zur Diktatur und kostete Millionen Menschen der eigenen Bevölkerung das Leben. Sie alle fußten auf den Ideologien intellektueller Führer. Alle diese Versuche, durch Umsturz eine bessere Welt zu schaffen, sind gescheitert, wie auch die meisten anderen Revolutionen gescheitert sind. Totzdem sind sie unter dem Begriff "Revolution" in die Menschheitsgeschichte eingegangen.

Eine der wenigen Revolutionen, die Erfolge verbuchen konnte, war die sog. "Unblutige" in England. Und, mit Vorbehalt, der Aufstand der DDR-Bürger gegen die Honecker-Regierung; diese Protestbewegung hing jedoch an einem seidenen Faden und hätte durchaus zum Ausbruch von Gewalt führen können. Außerdem spielte die Verkettung einiger unüberschaubarer Gegebenheiten für die Öffnung der Mauer eine Rolle. Auch in diesem Fall sprechen wir heute von einer "Revolution", obwohl sie keine war. Daran sieht man, wie schwammig dieser Begriff ist.
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Alt 23.07.2021, 11:30   #11
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Meine Antwort an Gysi hatte sich nur auf CHE bezogen
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Alt 23.07.2021, 11:43   #12
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Zitat:
Zitat von Ralfchen Beitrag anzeigen
Meine Antwort an Gysi hatte sich nur auf CHE bezogen
Okay. So viel ich weiß, war Che nicht naiv, sondern ein von seiner Ideologie Besessener. Aber immerhin wollte er Kuba industrialieren, um es vom Zuckerrohr unabhängig zu machen; das wurde jedoch von Castro und der russischen Führung verhindert. Wie dem auch sei: Auch er ist, was Kuba angeht, gescheitert.
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Alt 23.07.2021, 14:14   #13
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Zitat:
Zitat von Ilka-Maria
Einig sind wir uns keineswegs.
Das sehe ich jetzt auch so. Aber wir könnten. SOOO schwer wäre das nicht...
Zitat:
Die Französische Revolution von 1789 war nicht erfolgreich, sondern endete in Terror und Restaurierung. Die deutsche Revolution von 1848 fiel den reaktionären Kräften zum Opfer. Die Russische Revolution von 1917 führte zur Herrschaft Stalins und der Diktatur. Maos "Langer Marsch" führte ebenfalls zur Diktatur und kostete Millionen Menschen der eigenen Bevölkerung das Leben. Sie alle fußten auf den Ideologien intellektueller Führer.
Die Französische Revolution ist also 'gescheitert'? Oha. Alles eine Frage des Standpunktes. Die Russische Revolution hatte immerhin die Zaren von der Macht gefegt, und gekommen waren die Bolschewiken. Und das war keine 'erfolgreiche' Installation einer neuen Macht? Also - sagen wir mal so: Was eine Revolution war und ist, bestimmen die Historiker...
Zitat:
So viel ich weiß, war Che nicht naiv, sondern ein von seiner Ideologie Besessener.
Zur Politik taugte er nicht. Nur zum Herumballern. Wäre er besser Arzt geblieben. Warum wurde der denn so eine Revolutionsikone? Weil er als ewiger Partisan so einen Revoluzzertraum lebendig hielt, der den Basis-Revoluzzern wohl gefiel... Und weil er den Kommunismus vertrat, der damals noch eine Heilslehre war. Und weil er so unverschämt gut aussah. Er war ein Rockstar unter den politisch Ambitionierten. Die aufkommende Medienmacht (mit dem Fernsehen) machte aus ihm DEN Revolutionär!
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Alt 23.07.2021, 16:54   #14
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In der englischen Glorious Revolution – der Glorreichen Revolution – von 1688/1689 entschieden die Gegner des königlichen Absolutismus in England erfolgreich den seit langem geführten Machtkampf mit dem Stuartkönigtum zu ihren Gunsten. Mit der Bill of Rights entstand die Grundlage für das heutige parlamentarische Regierungssystem im Vereinigten Königreich.

Mit der Revolution endete allerdings auch die Politik religiöser Toleranz. Wenn man das gesamt gesehen als Erfolg bezeichnen ich denke doch.

Die einzig wirklich erfolgreiche Revolution war jedoch die amerikanische von 1763. Sie führte letztendlich zur Gründung der Vereinigten Staaten von Amerika. Sie hatte damit also auch relativ lang vor der französischen Revolution stattgefunden.
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Alt 23.07.2021, 18:32   #15
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Zitat:
Zitat von Gysi Beitrag anzeigen
Die Französische Revolution ist also 'gescheitert'? Oha. Alles eine Frage des Standpunktes.
Der Standpunkt war ein Kaiser, der Europa mit Krieg überzog und Preußen in die Knie zwang. Von da und Metternichs Neuordnung an war es nur noch ein kurzer Schritt in dem 1. Weltkrieg. Der Rückversicherungsvertrag mit Alexander war aufgekündigt, die Entente Russland/England/Frankreich gebildet, die Revolution längst eingestampft.

Die Nationalstaaten rüsteten auf.

Hör mir auf mit Revolutionen. Alle sind gescheitert. Die großen Konflikte der Neuzeit entluden sich in zwei Weltkriegen. Und im ersten WK tat sich ein deutscher Chemiker besonders hervor: Fritz Haber. Wie auch schon schon in der Großen Französischen sich ein deutscher Architekt mit seinem Modell der Guillotine hervortat.

Revolutionen? Lachhaft.

Wer heute die Welt verändern will, muss - und könnte - die Atombombe werfen. Nur weiß niemand, wie sie danach aussieht.
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Alt 23.07.2021, 18:41   #16
männlich Ex-Ralfchen
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Zitat:
Zitat von Ilka-Maria Beitrag anzeigen
Der Standpunkt war ein Kaiser, der Europa mit Krieg überzog und Preußen in die Knie zwang. Von da und Metternichs Neuordnung an war es nur noch ein kurzer Schritt in den 1. Weltkrieg. Der Rückversicherungsvertrag mit Alexander war aufgekündigt, die Entente Russland/England/Frankreich gebildet, die Revolution längst eingestampft.

Das war das bedauerliche Resultat
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Alt 23.07.2021, 23:37   #17
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Zitat:
Zitat von Gysi Beitrag anzeigen
Also - sagen wir mal so: Was eine Revolution war und ist, bestimmen die Historiker...
Um mal eine Klugscheißerei aus meinem Studium hinterherzuschicken: In der Methodenreflexionen der Geschichtsforschung wird oft zwischen dem Paradigma der Kontinuität (Entwicklungslinien) und Diskontinuität (Revolutionen) unterschieden. Wenn sich ereignis- oder strukturgeschichtliche Entwicklungslinien nicht vollständig nachzeichnen lassen, werden Risse eingetragen und "Revolutionen" genannt. Dasselbe gilt auch für gewichtige Erkenntnisse, technische Innovationen und ideologische Widersprüche in der Diskursgeschichte - alles Revolutionen, bis man mehr weiß.

Der Revolutionsbegriff hat damit die Funktion, provisorisch Erkenntnislücken zu füllen, bis sie sich einem nachvollziehbaren Kontinuum fügen. Damit sind, wie du sagtest, Revolutionen epistemische Hilfskonstruktionen von Historikern für Historiker.

Vor diesem Hintergrund können Revolutionen nicht gelingen, denn würden sie erfolgsträchtig soziale Funktionen erfüllen oder politischen Ansprüchen Geltung verschaffen, dann wären sie keine Revolutionen, sondern eben Kontinuitäten.

Gruß
Krebsgestoeber

Geändert von Krebsgestoeber (24.07.2021 um 03:33 Uhr)
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Alt 24.07.2021, 03:52   #18
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Zitat:
Zitat von Ralfchen Beitrag anzeigen
Das war das bedauerliche Resultat
Na ja, das war von mir sehr zusammengezurrt dargestellt. Immerhin lagen zwischen dem Wiener Kongress und dem 1. WK noch ca. 100 Jahre und Bismarcks Bündnispolitik nebst dem Krieg gegen Frankreich (1871) und der Bildung des Norddeutschen Bundes.

Tatsache ist jedoch, dass ohne die Aufklärung, die Französische Revolution und Napoleon unsere heutige Gesellschaft anders aussähe. Das alles hängt zusammen und hatte seine Auswirkungen.

Es ist schon merkwürdig, dass die Aggressionen immer von Westen nach Osten stattfanden. Alexander der Große zog bis zum Indus, die Römer breiteten sich bis in den Nahen Osten aus, die Wikinger drangen nach Osteuropa hinein und gründeten Kiew (deshalb hat die Ukraine die gleichen Nationalfarben wie die Schweden), Napoleon führte seinen Krieg bis nach Preußen, Ägypten und Moskau, Hitler verheizte seine Soldaten in Russland. Hat man jemals gehört, dass ein westliches Land von Russen angegriffen worden sei? Von Türken mehrmals, aber nie von einem slawischen Volk.

@Krebsgestöber
Danke für die hilfreiche Erklärung des Revolutionsbegriffs.
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Alt 24.07.2021, 09:41   #19
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Zitat:
Zitat von Ilka-Maria
Hör mir auf mit Revolutionen.
Revolutionen sind eruptive Entwicklungsschübe! Doch, wir hatten und haben sie und wir brauchten und brauchen sie! Und wenn und da die politischen Revolutionen bis in seinen Reifezustand der Demokratie führten (und führen werden), der keiner Revolutionen mehr bedarf (weil da Herrschende via Wahlen 'gestürzt' werden), ist ein gutes Werk vollbracht!!
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Alt 24.07.2021, 10:45   #20
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Zitat:
Zitat von Gysi Beitrag anzeigen
... und wir brauchten und brauchen sie! ...
Das Volk braucht sie nicht, denn es hat nie etwas davon, sondern bezahlt die Zeche. Revolutionen brachen immer dann aus, wenn es den Menschen schon besser ging, und dann kam der Rückschritt in Form von Mord und Totschlag. Um das Beispiel Frankreich nochmal zu bringen: Die Maßnahmen Neckers griffen bereits, und auch das Königshaus war gegenüber der Not im Land nicht so ignorant, wie es in manchen dummen Kinofilmen gezeigt wird. Marie Antoinettes Ausspruch, das Volk möge Kuchen essen, wenn kein Brot da sei, ist ein Mythos.

Übrigens will ich mich an dieser Stelle einmal auf den Begriff "Volk" konzentrieren, der inzwischen zum Unwort geworden ist und gemieden wird, als sei er Weihwasser für den Teufel. Das ist absurd.

Ursprünglich war mit "Volk" nämlich keine ethnische, durch Blut und Boden zusammengeschweißte Einheit gemeint, die in allen Landesfremden feindliche Eindringlinge sah und sie wie Parasiten behandelte. Sondern der Begriff "Volk" beschreibt eine Bevölkerung, die - wie immer sie zusammengesetzt sein mag - das Recht hat, sich selbst eine Verfassung zu geben. Es handelt sich also um einen Begriff, der demokratischer nicht sein kann.

Erst durch die nationalsozialistischen Bewegungen geriet der "völkische" Begriff in eine Schieflage und darf heute, da er nur noch das Synonym des "Nationalstolzes" trägt, nicht mehr in den Mund genommen werden. Die Sprachpolizei lässt grüßen.

Vor nicht langer Zeit sah ich ein Pärchen vor mir herlaufen, deren weibliche Hälfte die schwarz-rot-goldene Tragetasche einer Passantin so kommentierte: "Darf man mit so etwas herumlaufen?" Bei so viel Dummheit bleibt einem wahrlich die Spucke weg. Am Untertanengeist der Deutschen hat sich nichts geändert, nur die Zuchtmeister haben gewechselt.

Aber dies nur als kleiner Exkurs. Hier geht es ja um Revolutionen.

Sie scheitern so gut wie immer. Und fast immer ziehen sie Kriege nach sich, die dann erst zu Neuordnungen führen. Bezeichnenderweise trägt ein Kinofilm, der sich mit dem amerikanischen Sezessionskrieg befasst, den Titel "Revolution". Es war der verheerndste Krieg, der die US-Amerikaner - damals noch europäische Kolonisten - traumatisierte und mehr Todesopfer zählte, als alle Kriege der US-Geschichte zusammen. Er zerrüttete Familien und spaltet das amerikanische Volk bis heute.

So etwas braucht kein Mensch. Dass Veränderung auch ohne Revolution und Krieg möglich ist, hat Michail Gorbatschow gezeigt, als er auf Kosten seiner plitischen Laufbahn die Krusten aufbrach, die der Kalte Krieg hinterlassen hatte. Und das zeigen auch die Chinesen, die ohne Gewalt ihre Gesellschaft umbauen.
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Alt 24.07.2021, 13:13   #21
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Ob Revolutionen gelingen oder scheitern hängt davon ab, welche Ambitionen wir in das Aufbegehren hineinterpretieren. Klar definierbare Motive und Ansprüche finden wir höchstens in strukturierten Reformen und nicht in chaotischen Revolutionen.

Die viel interessantere Frage ist doch: Was hält den Revolutionsmythos am Leben? Warum akzentuieren wir so gern dieses Staubkorn in der Sahara aus Einflüssen?

Ist es unsere christlich geprägte Freude am, wie Nietzsche ihn nannte, Sklavenaufstand? Irgendein diffuser Glaube an die Güte der Schwachen?

Da würde mich eure Meinung interessieren.
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Alt 24.07.2021, 16:42   #22
Ex-Gysi
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Zitat:
Zitat von Krebsgestoeber
Ob Revolutionen gelingen oder scheitern hängt davon ab, welche Ambitionen wir in das Aufbegehren hineinterpretieren.
Revolutionen werden von dem Anspruch auf ein besseres Leben getragen. Und jenachdem, wie groß das Leiden ist, auch durchgesetzt! Inwieweit sie ihre Heilsversprechen ewinlösen, ist eine andere Geschichte.
Zitat:
Die viel interessantere Frage ist doch: Was hält den Revolutionsmythos am Leben?
Leiden! Die Leiden der Apologeten, die eine andere Leidensgeschichte haben mögen, als die der Leiden ihrer Altvorderen. Für die war der Kommunismus die Befreiung von den Ketten der Kapitalisten: Freizeit, Arbeitsrechte, genügend Lohn, Urlaub usf. Also eigentlcu alles, was wir heute schon haben... Wer in den 60ern vom Kommunismus träumte, dachte an ein Schlaraffenland der gebratenen Tauben im Mund, dem ewigen Frieden, eine Gesellschaft ohne Verbrechen, Menschen ohne schlechte Gedanken, keine psychischen Krankheiten, überhaupt keine Krankheiten, keine bösen Worte, nur Liebe, Liebe, Liebe und so fort...

Ein Revolutionsmythos geriert oft zu neurotischen Träumen. Es wäre hilfreich, nicht von Revolutionen zu träumen, sondern von den Taten danach!
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Alt 24.07.2021, 16:48   #23
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Zitat:
Zitat von Ilka-Maria
Das Volk braucht sie nicht, denn es hat nie etwas davon, (...)
Verlasse mal deinen kindisch-patzigen Anti-Stil gegen mich, dann bin ich auch wieder bereit, in Diskussionen mit dir einzusteigen. Aber SO, Ilka - geht das nicht...
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Alt 24.07.2021, 16:55   #24
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Zitat von Gysi Beitrag anzeigen
Verlasse mal deinen kindisch-patzigen Anti-Stil gegen mich, dann bin ich auch wieder bereit, in Diskussionen mit dir einzusteigen. Aber SO, Ilka - geht das nicht...
Da müsste ich ja gegen mich selbst sein. Das geht noch viel weniger.
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Alt 24.07.2021, 22:46   #25
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Zitat:
Zitat von Gysi Beitrag anzeigen
Revolutionen sind eruptive Entwicklungsschübe! Doch, wir hatten und haben sie und wir brauchten und brauchen sie! Und wenn und da die politischen Revolutionen bis in seinen Reifezustand der Demokratie führten (und führen werden), der keiner Revolutionen mehr bedarf (weil da Herrschende via Wahlen 'gestürzt' werden), ist ein gutes Werk vollbracht!!
Die Revolution macht die Menschen kopflos, denn sie wollen das die Köpfe rollen.

Im heutigen Zeitalter der Totalüberwachung, sind Revolutionen so gut wie unmöglich.

Freilich kann es bei Protestmärschen ab und an zu Aufständen kommen, wie der
Sturm von Rechtsextremisten, Reichsbürgern, Nazis, Verschwörungstheoretikern,
Querdenkern, usw. auf den Reichstag. Die Hetzjagden gegen Ausländer in Chemnitz.
Der rechtsextremistische Terrorakt gegen Migranten in Hanau usw. So lange der Staat
den Kampf gegen Rechts im Griff hat, wird es keinen Putsch oder eine Revolution geben.

Wenn es mit dem Lockdown und mit den Klimakatastrophen so weitergeht, mache ich
Sorgen um unser Wirtschaftssystem, denn mit den Reformen wachsen die Schulden.

Ein Wirtschaftszusammenbruch und die folgende Armut, könnte
dann ein Faktor für Aufstände, Bürgerkrieg und Revolten sein!
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Alt 25.07.2021, 03:25   #26
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Zitat:
Zitat von Vers-Auen Beitrag anzeigen
Im heutigen Zeitalter der Totalüberwachung, sind Revolutionen so gut wie unmöglich.
...

So lange der Staat den Kampf gegen Rechts im Griff hat, wird es keinen Putsch oder eine Revolution geben.
...

Ein Wirtschaftszusammenbruch und die folgende Armut, könnte dann ein Faktor für Aufstände, Bürgerkrieg und Revolten sein!
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Alt 25.07.2021, 05:01   #27
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Zitat:
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Was kapierst du nicht?
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Alt 25.07.2021, 08:45   #28
Ex-Gysi
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Zitat:
Zitat von Vers-Auen"
Die Revolution macht die Menschen kopflos, denn sie wollen das die Köpfe rollen.
Eine Revolution will den Umsturz alter Verhältnisse! Was aus ihr folgt, ist was anderes. Es gibt aber auch andere Beispiele als die Französische Revolution. Die ich trotz ihrer Blutrünstigkeit nicht aus der Geschichte rausradiert haben möchte...
Zitat:
Im heutigen Zeitalter der Totalüberwachung, sind Revolutionen so gut wie unmöglich.
Ein Garant gegen gewalttätige Revolutionen ist eine funktionierende Demokratie! Denn in der werden ungewollte Machthabende einfach abgewählt!
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Alt 25.07.2021, 09:24   #29
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Zitat:
Zitat von Gysi Beitrag anzeigen
Ein Garant gegen gewalttätige Revolutionen ist eine funktionierende Demokratie! Denn in der werden ungewollte Machthabende einfach abgewählt!
Ist das so?

Bedarf es zur Änderung eines Herrschaftsverhältnisses unbedingt einer Revolution? Gab es in der Geschichte nicht schon Republiken (res publica = Volksherrschaft), die dennoch in Diktaturen umgeschlagen sind? Bereits in der Antike, bei Griechen und Römern, gab es Wechsel zwischen diversen Herrschaftsformen, und fast immer waren wirtschaftliche Schieflagen die Ursachen.
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Alt 25.07.2021, 11:30   #30
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Die größte aus dem Hintergrund geführte Revolution ist doch die Globalisierung. Der paar Firmen die den Weltmarkt regieren und die sich gewissermaßen das Land aussuchen können, das auf ihr Geld angewiesen ist, von dem sie dann noch Fördergelder kassieren.
Regierungen sind eigentlich nur noch so eine Schlichtinstanz, zwischen den großen Firmen und dem kleinen Bürger. Was ich durchaus sehr begrüße, denn eh man nach Regierung stürzen brüllt, sollten wir bedenken: "Was passiert wenn die großen Firmen niemand mehr reguliert?"
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Alt 25.07.2021, 11:55   #31
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Zitat:
Zitat von dr.Frankenstein Beitrag anzeigen
"Was passiert wenn die großen Firmen niemand mehr reguliert?"
Ganz einfach: Sie werden von der Regierung zerschlagen. Die U.S.A. und China haben vorgemacht, wie das geht.
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Alt 25.07.2021, 20:39   #32
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Absolut richtig was ILKA sagt - denke an den Inhaber von Alibaba Jack Ma. Und einer meiner engsten Freunde und Weggefährten ist ein ehemaliger Geschäftsführer von Hewlett-Packard. Er ist ein top Notch IT Mann und er meint dass Facebook und Google die neuen Entwicklungen mit Millionen unglaublich talentierten Programmierern und dieser gigantischen Open Source Konstruktion dies alles aus den Angeln heben werden. Siehe die Kryptowährungen. Wir machen im Herbst – weil er nun total frei ist hat ein Vermögen in Bitcoin verdient - Ein Projekt mit meinem RABBS. D.h. wir machen eine Crypto Galerie und eine lustige Kryptowährung für Kinder und Jugendliche. Das wird der maximalen Spaß für die letzten Runden meines Lebens. Meine süße Babygeliebte wird sich freuen, denn sie erbt das alles einmal ha ha ha ha ha ha
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Alt 25.07.2021, 21:08   #33
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Ich meinte ja wenn es keine Regierung mehr gebe, die uns in gewisser Weise schützt. Wenn es die nicht gibt können die ja auch nichts zerschlagen.

Vielleicht hab ich mich da irgendwie falsch ausgedrückt.
Ich wollte damit ja nur sagen, wie nützlich die Regierung ist. Das ist ja gewissermaßen ein Ökosystem, das aus der Verknüpfung der ganzen Komponenten gewachsen ist und eine Revolution funktioniert nur, wenn das "Ökosystem" das sich da gebildet hat am absterben ist.
Ich meine nicht die Natur. Sondern die Verbindung von Wirtschaft, Politik, Medien und den Menschenmassen.
Eine Idee braucht ja eher eine Nische in der sie Reifen kann, darum sind brutale Revolutionen so unsinnig.
Außer das alte System ist eh schon eine lebende Leiche, wie bei den ganzen Sozialismus Revolutionen, auch die Nationalen.
Die haben ja eigentlich erst der wirklichen langsam im Hintergrund gewachsenen Revolution die Tür geöffnet.
Der Globalisierung.
Wenn man nicht dabei wäre, könnte man erkennen wie unglaublich diese Revolution ist. Die erst soviele technische Entwicklungen möglich gemacht hat, auch viel schlechtes.
Aber das hat bisher keine Hochkultur geschafft.
Die eigentlichen Revolutionen wachsen langsam, wollte ich sagen.
Was im Vordergrund stattfindet ist eigentlich nur ein Versuch sich diesen neuen Kräften anzupassen.

Man darf ja heut zu Tage zum Strand weil die Bernsteingier dann irgendwann zu teuer wurde und man das den Fabriken überlassen hat.
Wahrscheinlich haben vorher Leute protestiert das sie in der Ostsee baden wollen und dachten dann sie wären die mega Revolutionäre.
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