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Alt 04.06.2012, 20:31   #1
weiblich Phippi
 
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Dabei seit: 03/2012
Alter: 23
Beiträge: 59


Standard Tödlicher Fehler

Ich kniete auf dem dreckigen Asphalt und stammelte zu dem hochgewachsenen Mann hinüber. Er stand da. Reglos. Nickend. Als ob er mich versteht. Nein, er verstand ganz und gar nicht. Hier in dieser dunklen Gasse, verstand mich niemand. Obwohl ich hoffte, dass der Mann ging und mich nur abmahnen würde, aber ich wusste, ich würde sterben. Hier. Allein. Durch einen Schuss, vermutlich. Wie bin ich hier nur hergekommen? Es ging so schnell, dass ich mich nicht wirklich erinnerte. Was ist passiert? Wieso bin ich hier? Ich weiß nicht. Alles war dunkel und verschwommen während ich zu ihm geschleppt wurde. Ich konnte nichts erkennen in dieser düsteren Nacht. Alles verrußt. Schwarz. Unsichtbar. Der Mann sah zu mir und ich spürte seinen Blick. Er starrte mich an. Und ich fühlte, dass ganz genau. Seine Augen ruhten auf mir. Auf einem Knäuel. Auf etwas, was so unglaublich unmenschlich aussah, dass, wenn ich es nicht wäre, nicht wüsste ob es nur ein streunender Hund oder eine Person sei. Ich sah so bemitleidenswert aus, aber in seiner Mimik änderte sich nicht. Keine Spur von Bedauern. Von Trauer. Ich wäre sogar froh, wenn er Abscheu zeigte. Nein, nichts veränderte sich. Er war wie eisernes Metall. Eiskalt. Hart. Unverfroren. Der Mann öffnete seinen Mund fragte mich etwas, jedoch hörte ich nichts oder ich wollte nichts hören. Es war nur ein Rauschen. Statt Worte nur Gemurmel. Undeutlich. Unverständlich. Ich versuchte ihm alles zu erklären, aber ihn stimmte nichts um. Er stieß auf. Richtete etwas Schwarzes auf mich. Eine Pistole. Schwarz wie die Nacht, die mich umgab. Ich verkrampfte. Und ich könnte schwören, dass ich schon von dem Knall der Pistole starb. Meine Augen weit aufgerissen, sah ich wie die Kugel auf mich zu raste. Genau zwischen meine Augenbrauen. Ich spürte wie sie sich in mich bohrte. Und wie eine einzelne Träne mir die Wange runterfloss und auf den Asphalt tropfte. Sie vermischte sich mit dem Blut. Rotes Blut. Mein Blut. Ich bereue es. Verdammt. Ich bereue es…

Phippi, 4.6.12
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Alt 04.06.2012, 21:13   #2
weiblich Ilka-Maria
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Dabei seit: 07/2009
Ort: Arrival City, auf der richtigen Seite des Mains
Beiträge: 25.709


Da ist vieles drin, was überhaupt nicht zusammenpaßt, nämlich unlogisch ist - aber auf einen Albtraum paßt es haargenau. Und genauso liest sich die Geschichte für mich.

LG
Ilka
Ilka-Maria ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 05.06.2012, 00:05   #3
Thing
R.I.P.
 
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Dabei seit: 05/2010
Beiträge: 35.025


Und ich nehme an, daß es kein Alptraum ist, sondern eine recht interessante Mixtur aus Gelesenem, Gesehenem, Gehörten.
Vor allem e i n e Sentenz erinnert mich an eine Episode bei A. Bierce.

Es sind unlogische Sätze drin
(Ich sah so bemitleidenswert aus kann man von sich selbst nicht behaupten, weil man sich nicht sieht, es sei denn, man steht, sitzt oder liegt vor einem Spiegel),

Er stieß auf,

erinnert mich an einen Schluckauf oder Rülpser.
Was, wo, wie, womit stieß er auf, und worauf?

Der Text ist interessant, aber in sich nicht sehr schlüssig.
Und f a l l s er wirklich einen Alptraum widerspiegelt -
wie kommt ein so junger Mensch (14 Jahre alt) zu solchen Asphalt-Alpträumen?

Ratlos:
Thing
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Alt 05.06.2012, 13:56   #4
weiblich Phippi
 
Benutzerbild von Phippi
 
Dabei seit: 03/2012
Alter: 23
Beiträge: 59


Also, ehrlich gesagt weiß ich nicht, ob das ein Albtraum ist oder nicht.
Es kam mir nur so in den Sinn, da wir in einer Biologie-Stunde eine Drogengeschichte geschrieben haben. Und dann hab ich einfach mal drauf los geschrieben und abgewartet.
Es wurde aus der Ich-Perspektive geschrieben, aber nicht das "Ich", was dort auf dem Asphalt liegt, sondern so, als ob "Ich" gestorben ist und in der Zeit zurück ging, um alles noch mal zu erleben.
Unlogisch, ist es vielleicht. Aber wenn man sich in eine solche Situation hereindenkt, kommt meis nichts anderes raus als unlogische Dinge. Wenn man in so einer Geschichte drinsteckt, kann man sich wohl kaum logisch ausdrücken, außer man ist hochbegabt und macht sich keine Sorgen darum, dass man bald stirbt.
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