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Philosophisches und Nachdenkliches Philosophische Gedichte und solche, die zum Nachdenken anregen sollen.

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Alt 15.09.2021, 06:52   #1
weiblich DieSilbermöwe
 
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Standard Tanz mit dem Rotstift

Drei Kommas zu wenig,
vier Füllwörter zu viel,
wer kritisiert, ist König,
welch herrliches Gefühl!

Nun Tanz mit dem Rotstift,
dem wunderbaren Utensil!
Der Autor heult (noch) nicht,
aber es fehlt nicht mehr viel.

„Du kannst nicht Prosa, nicht Lyrik.
Du hast es nicht drauf.
Für dich ist das wohl zu schwierig.
Gib es doch auf!"
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Alt 15.09.2021, 09:11   #2
männlich ganter
 
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Liebe Silbermöwe,

gib nicht auf!

Ermutigender Gruß
-ganter-
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Alt 15.09.2021, 09:31   #3
weiblich Ilka-Maria
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Zitat:
Zitat von DieSilbermöwe Beitrag anzeigen
Drei Kommas zu wenig,
vier Füllwörter zu viel,
wer kritisiert, ist König,
welch herrliches Gefühl!
Unglaubhaft, weder was Lehrer, noch noch was Lektoren betrifft. Lektorieren und Korrigieren erfordert höchste Konzentration und ist mit Qual verbunden. "Vergnügen" liest sich anders. Ich würde das jedenfalls nicht zum Beruf haben wollen.
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Workshop "Kreatives Schreiben":
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Alt 15.09.2021, 16:54   #4
weiblich DieSilbermöwe
 
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Beiträge: 4.939

Zitat:
.Unglaubhaft, weder was Lehrer, noch noch was Lektoren betrifft.
Ich meinte eher laienhafte Kritiker in Foren.

Das macht manchen schon Spaß, z. B. kenne ich User - nicht aus diesem Forum - die sich eine Geschichte eines anderen vornehmen und wie einen Schulaufsatz korrigieren. Für völlig umsonst. Eben weil es ihnen Spaß macht. Ich schrieb das Gedicht, weil mich dieses akribische Aufzählen ("da kommt ein Komma" hin, "hier hast du ein Leerzeichen vergessen") tierisch nervt, sogar wenn es nicht meine eigenen Texte betrifft. Das ist für mich keine Textarbeit, jedenfalls keine ernstzunehmende, sondern Kleinkariertheit.

LG DieSilbermöwe
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Alt 15.09.2021, 18:37   #5
weiblich Ilka-Maria
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Zitat:
Zitat von DieSilbermöwe Beitrag anzeigen
Das ist für mich keine Textarbeit, jedenfalls keine ernstzunehmende, sondern Kleinkariertheit.
Das ist sicherlich richtig und besonders nervig, wenn die Kritiker mit ihren Korrekturen falsch liegen.
__________________

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Alt 15.09.2021, 22:07   #6
männlich petrucci
 
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Beiträge: 81

Zitat:
Zitat von Ilka-Maria Beitrag anzeigen
Unglaubhaft, weder was Lehrer, noch noch was Lektoren betrifft. Lektorieren und Korrigieren erfordert höchste Konzentration und ist mit Qual verbunden. "Vergnügen" liest sich anders. Ich würde das jedenfalls nicht zum Beruf haben wollen.
Das geht mir nah, denn der Beruf hat wenig mit Qual zu tun.
Viel mehr ist er persönlich (Texte erzählen mehr als Geschichten) und „intim“.

Darf ich fragen… Woher du dieses negative Bild des Berufes besitzt?
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Alt 16.09.2021, 02:48   #7
weiblich Ilka-Maria
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Benutzerbild von Ilka-Maria
 
Dabei seit: 07/2009
Ort: Arrival City, auf der richtigen Seite des Mains
Beiträge: 25.759

Zitat:
Zitat von petrucci Beitrag anzeigen
Darf ich fragen… Woher du dieses negative Bild des Berufes besitzt?
Ich musste drei Jahre lang die Texte meines Bosses, der juristische Beiträge (Gesellschaftsrecht) für Zeitschriften und Standardwerke schrieb, korrekturlesen. Es ist beileibe kein Spaß, zum zwanzigsten bis dreißigsten Mal das gleiche Manuskript mit höchster Aufmerksamkeit zu lesen, denn nach jeder Überarbeitung und Ergänzung musste es von vorn bis hinten Wort für Wort wiedergelesen werden. Mein Boss wusste, dass das eine Zumutung war, aber er war auf meine Hilfe angewiesen, vor allem aber traute er mir in dieser Hinsicht Kompetenz zu.

In meinem Fall war das besonders hart, weil ich als Nichtjuristin von Gesellschaftsrecht wenig Ahnung hatte, es ging also nicht nur um Rechtschreibung, sondern auf Verdacht auch um Satzkonstruktion und Leseverständnis, wenn ich der Meinung war, dass eine Erklärung schlecht abgefasst war. Wenn die Texte in Englisch waren, war noch höhere Konzentration angesagt, und glaube mir: Das ist anstrengend. Da kann man nicht nur die Stellen anstreichen, sondern muss mit dem Autor klären, was gemeint ist und ob das für einen Sachkundigen so in Ordnung ist.

Man kann nicht davon ausgehen, dass ein Lektor immer nur die Texte zur Begutachtung bekommt, die er gerne liest, die interessant sind oder die mit Belletristik zu tun haben. Wie auch ein Lehrer nicht nur die Aufsätze seines besten Schülers lesen und korrigieren muss, sondern jeden Mist, der sich auf seinem Schreibtisch stapelt.

Mit "negativer Sichtweise" hat das nichts zu tun, ich beurteile lediglich nach meiner eigenen, nackten Erfahrung. Ich lektoriere nämlich ständig Texte, drücke mich also nicht darum, wenn mich ein User um Hilfe bei seinem Manuskript bittet. Ich habe schon hunderte von Manuskriptseiten gelesen und mit den Usern verhandelt. Aber beruflich, also Tag für Tag, würde ich es nicht machen wollen. Man bedenke, dass man beim Lektorieren einen Text nicht nur einmal, sondern mehrmals liest, was nach der Überarbeitung noch höhere Aufmerksamkeit erfordert als beim Erstlesen, denn man kennt den Inhalt ja schon und muss aufpassen, dass man nicht über etwas "drüberrutscht". Das ist ein gewaltiger Unterschied zu einer Aufsatzkorrektur oder zu einer schnell hingeworfenen Kritik in einem Forum wie diesem.

Natürlich spricht nichts dagegen, wenn das andere Menschen anders bewerten und dem Beruf des Lektors neben dem Gelderwerb auch etwas Romantisches abgewinnen können.

Ich hoffe, damit ist deine Frage beantwortet.
__________________

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Ilka-Maria ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.09.2021, 09:52   #8
männlich petrucci
 
Dabei seit: 05/2021
Beiträge: 81

Danke, Ilka.

Bei juristischen Texten kann ich diese Bewertung nachvollziehen.
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