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Philosophisches und Nachdenkliches Philosophische Gedichte und solche, die zum Nachdenken anregen sollen.

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Alt 23.08.2021, 09:03   #1
weiblich Ilka-Maria
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Benutzerbild von Ilka-Maria
 
Dabei seit: 07/2009
Ort: Arrival City, auf der richtigen Seite des Mains
Beiträge: 25.731

Standard Wie Blitze und Wind

Gedanken sind flüchtig wie Blitze und Wind,
sie schwingen in Zellen mit offenen Türen,
sind impulsiv wie ein spielendes Kind,
entziehen sich geordnetem Führen
und lassen sich niemals in Ketten legen:
Sie narren den Häscher auf sämtlichen Wegen.

Gedanken sind ephemere Gebilde,
sie kommen und gehen in vielen Gestalten,
führen nicht immer Moral im Schilde
und müssen vor keiner Schranke halten:
Gedanken sind frei wie die Vögel der Lüfte
und schneller als ein Schuss aus der Hüfte.

Gedanken sind niemals ein willig Geschenk,
viel mehr als ein Schnipsel ist selten zu haben,
man schüttelt sie nicht aus dem Handgelenk
als fein verschnürte, perfekte Gaben,
und sind sie bewegt, sich doch zu vergönnen,
erwachen Zweifel, ob sie Besseres können.

23.08.2021

(Mit Dank an Anaximandala für die Inspiration.)
__________________

Workshop "Kreatives Schreiben":
http://www.poetry.de/group.php?groupid=24
Ilka-Maria ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 23.08.2021, 17:02   #2
männlich Anaximandala
 
Benutzerbild von Anaximandala
 
Dabei seit: 05/2021
Ort: Zu Hause
Beiträge: 159

Wow, ich freu mich, dass ich dir eine Inspiration sein konnte. Das Gedicht gefällt mir sehr gut

Ich habe mich wiederum von deinem Gedicht heute etwas inspirieren lassen


Gedanken sind auch Schauspieler,
Zwang des Willens so ergeben,
Des Verstands Belohnungsdealer,
Während sie schon Netze weben.

Sie spielen mit vertricksten Tricks,
Wenn etwas ihnen nicht gefällt,
Vorn machen sie nen lieben Knicks,
Sind hinten zum Kampf aufgestellt.

Glaubt Verstand, er könnt sie lenken,
Werden sie ihn schnell belehren,
Freudig kraftvoll Zweifel schenken,
Ihn mit Haut und Haar verzehren.

Man schlägt sie nur in ihrem Spiel,
Mit Regeln, die sie sich erdacht,
Wo Denken sich zu Hause fühl,
Da tritts nicht auf als Übermacht.

Auf ihrem Feld, da spiele man,
Als wärs der Test fürn Probelauf,
Ein Freundschaftsspiel, ohne Belang,
Das voller Alberei zuhauf.

Man nehm als Freund sie an die Hand,
Und lass sich führn durch ihre Welt,
Erkunde dieses tiefe Band,
Das ewig euch Verbunden hält.

Erkenn, was sie tun ist dein Schrei,
Nach dem von dir, das du nicht kennst,
Sie legen das Verborgne frei,
Das tiefstes Sehnen du auch nennst.

Wer voll und ganz sich selbst erkannt,
Sich ungetrübt und ehrlich sieht,
Der löst, wenn er es will, das Band,
Wenn es ihn in die Stille zieht.

Das Denken hat ihn hingeführt,
Wo nichts Verborgenes mehr schreit,
Kein Mißklang seinen Kopf verrührt,
Und als Gedanke um ihn gleit.

Doch könnte er das Instrument,
Des Denkens auch als Werkzeug sehn,
Mit dem er Abstraktionen lenkt,
Die Welt ein wenig zu verstehn.

Die Möglichkeit ist unbegrenzt,
Auch Denken dir Erfüllung bringt
Und deshalb tu, wofür du brennst,
Das Fremde nur ein Narr erzwingt.

Geändert von Anaximandala (23.08.2021 um 18:42 Uhr)
Anaximandala ist offline   Mit Zitat antworten
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