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Gefühlte Momente und Emotionen Gedichte über Stimmungen und was euch innerlich bewegt.

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Alt 02.10.2019, 23:34   #1
männlich Ralfchen
 
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Ort: London-Kaufbeuren-Wien
Alter: 73
Beiträge: 11.742

Standard Herbst sensibel erlebt

Herbst sensibel erlebt
(Aus Ralfchens Nonsensitiva)


Der Herbst ist eine nette Zeit,
Blätter verrotten weit und breit.
Ein Wind bläst scharf in mein Toupet,
es fliegt davon wie Flockenschnee.

Ich hetzte hastig hinterher
und find den Haarersatz nicht mehr.
Ich fühl mich scheiß und konsterniert.
Ob das mein Date heut Nacht ruiniert?

Ich kauf im Baumarkt kalten Leim
und ne Matratze dann daheim;
zerfetz ich völlig zügellos:
Mein Afrolook ist wirklich groß.

Die Miezekazze läutet an,
ein letzter Spiegelblick und dann:
Durchs Rosshaar mit dem Garten-Rechen,
sie meint: Du musst Fünfhundert blechen.

Mit diesem alten Rosshaarschädel,
kriegst du für Dreihundert kein Mädel.
Ich zupf fünf grüne aus der Jacke
und küss sie sanft auf jede Backe.

Sie krault mich in der Dauerwelle
und zieht die Hand zurück dann schnelle.
Mein Haupthaar klebt an ihren Händen,
die wischt sie ab gleich an Wänden.

Und wie ich auf das Sofa sink,
mixt sie uns ein coolen Drink.
Ich schlemper flott das volle Glas,
die Dame kichert und gibt Gas.

Ich schau aus eher schräg wie nie,
wie nach ner Chemotherapie.
Sie tanzt herum so sweet und schnell,
in ihrer Hand blitzt ein Skalpell.

Und drückt mich sanft ins weiche Kissen
und mir kommt plötzlich schnell das Pissen.
Ich fühl mich wie unter ner Roten:
Sie hält mein Skalp in ihren Pfoten!

Und lacht hysterisch - splitternackt
als sie mich an den Eiern packt.
Ein ritsch-ratsch unter meinen Lenden,
sie hat das Eizeugs in den Händen.

Die Hoden drin im Haupthaar-Sack,
haut sie mit den fünf Grünen ab.
Ich seh nur rosa ganz benommen,
das Blut hat mir den Blick verschwommen.

Doch ja - ich blinzle, sehe besser:
In meiner Brust steckt links ein Messer.
Es ist mein schärfstes WMF,
das Messer nennt man Küchenchef.

Epilog


Ich war bei Frauen nie borniert,
doch dass mich eine fast tranchiert,
habe ich ganz ehrlich nicht erwartet.
Nun blut‘ ich aus, der Kopf entschwartet.

Das ist mein schlachthofsches Idyll,
wie Schweinchen-Schlau bald auf dem Müll.
Denkt liebe Freunde stets daran:
Wie man als Ferkel sterben kann.
Ralfchen ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 03.10.2019, 00:59   #2
männlich Wortklauber
 
Benutzerbild von Wortklauber
 
Dabei seit: 08/2019
Ort: Österreich
Beiträge: 319

Servus R

Ja, ja so kann es gehen, wenn alte Männer ihren brünstigen Ideen nachhängen und zur Tat schreiten. Besser man lässt den Kelch vorüber ziehen...

Das Gedicht ist makaber und steuert entschlossen auf ein grässliches Ende zu... Ein Hitchcock Gedicht!

LG HERBERT
Wortklauber ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 04.10.2019, 12:32   #3
männlich Ralfchen
 
Benutzerbild von Ralfchen
 
Dabei seit: 10/2009
Ort: London-Kaufbeuren-Wien
Alter: 73
Beiträge: 11.742

danke Herbert -

genau so etwas habe ich mit dem text gewollt...eine HITCH THE COCK iade

vlg
r
Ralfchen ist offline   Mit Zitat antworten
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