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Theorie und Dichterlatein Ratschläge und theoretisches Wissen rund um das Schreiben.

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Alt 11.07.2006, 18:47   #1
Hose
 
Dabei seit: 07/2006
Beiträge: 66

Standard Wie interpretiert man richtig?

Ich würde gerne mal diese eine Frage beantwortet haben, denn immer wenn ich hier etwas lese frage ich mich "Was meint der Autor damit?". Und das klärt sich auch nicht immer, weil die Symbole und Metaphern irgendwie nicht passen.
Wie kann ich denn ein Gedicht spontan beim Lesen interpretieren? Oder geht das gar nicht spontan? WIE mache ich sowas?
Hose ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.07.2006, 18:57   #2
Struppigel
 
Dabei seit: 05/2006
Beiträge: 1.007

Dafür gibt es kein Patentrezept un kein Richtig oder Falsch. Ich verstehe auch nicht alles. Niemand kann alles richtig interpretieren.
Und dann ist es so, dass auch eine von der Intention des Autors abweichende Interpretation nicht falsch sein muss.

Ansonsten macht nur Übung den Meister.
Struppigel ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.07.2006, 19:05   #3
cute_fighter
 
Dabei seit: 02/2006
Beiträge: 1.123

hmm...ja, auf die Frage hätte ich jetzt spotan geantwortet: Gar nicht. Man kann nicht 100% richtig interpretieren, auch wenn man vielleicht in einer Arbeit fünfzehn Punkte bekommt, muss das nicht unbedingt alles das sein, was der Autor wollte, denn auch der Lehrer kann das nicht sagen. Da ginge es dann nur darum, textnah zu arbeiten und die eigene Interpretation durch den Text zu stützen.
Im Forum ist das allerdings viel zu viel Aufwand, zu jedem Gedicht eine einstündige Interpretation herauszuarbeiten um seine eigenen Eindrücke zu stützen. Es reichen oft wenige Sätze und der Autor versteht dann meistens auch, was man in seinen Zeilen gelesen hat.
Wenn ich also ein Gedicht lese interpretiere ich das meistens auf Situationen, die ich selber kenne, sofern es diesen Freiraum lässt oder genau auf diese zugeschnitten ist. Um die klaren Gedichte geht es ja hier nicht, denn da muss man die Zeilen auch nicht mit eigenen Gefühlen, Bildern und Erinnerungen verknüpfen um zu einer eigenen INterpretation zu gelangen, weil da alles offen vor einem liegt.

naja... das ist meine Meinung und bisher hats immer ganz gut hingehauen glaub ich

vlg
cute_fighter ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.07.2006, 19:07   #4
Struppigel
 
Dabei seit: 05/2006
Beiträge: 1.007

Gerade die unterschiedliche Sicht der Dinge ist auch das, was hier viele Autoren interessiert.
Struppigel ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.07.2006, 19:15   #5
Don Carvalho
 
Dabei seit: 04/2005
Beiträge: 180

Entscheidend ist ja nicht, was sich ein Autor möglicherweise denkt, sondern was konkret da steht - der Text muss eben für sich sprechen.

Demzufolge kann eine Interpretation, die anhand des Textes erstellt wurde und sich in diesem wiederspiegelt, auch nicht falsch sein, selbst wenn sie nichts mit der Intention des Autors zu tun hat. Allenfalls liegt dann eben eine weitere Möglichkeit vor, den Text zu verstehen. Und die kann - wenn sie eben begründet ist - sogar berechtigter sein als die Gedanken des Autors, wenn sich diese aus dem Niedergeschriebenen nicht herauslesen lassen. In letzterem Fall muss sich gar der Autor fragen, ob er sein Ziel verfehlt hat.

Übrigens finde ich schon, dass man auch in Lyrikforen eine längere Kritik schreiben kann, deren Verfassen auch mal locker eine Stunde einnimmt. Um diesen "Aufwand" zu betreiben, bin ich in Lyrikforen, denn mir macht das Spaß... aber solange ein Kurzkommentar auch Substanz hat und sich nicht in einem Einzeiler erschöpft, ist dagegen natürlich auch nichts einzuwenden. Manchmal lässt die Zeit auch gar nichts anderes zu.

Don
Don Carvalho ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.10.2006, 12:14   #6
männlich Ex-Abendstern
abgemeldet
 
Dabei seit: 08/2006
Beiträge: 583

Was ich mich (u.a.) frage (auch wenn es bei einer Interpretation nicht um die Intention des Autors geht, sondern um den Text an sich) --- inwieweit ist es (dennoch) erforderlich (sagen wir insbesondere bei "Gedichten"), den Kontext des Gesamtwerkes zu berücksichtigen (da der Einzelne in seinen eigenen Bezügen steht, seine eigene Sprache und Metaphorik... entwickelt)? Gerade dann, wenn sog. Allgemeinplätze vermieden werden...

LG
Ex-Abendstern ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.10.2006, 13:22   #7
rattentod
gesperrt
 
Dabei seit: 04/2006
Beiträge: 487

ein richtig oder falsch gibt es bei interpretation kaum. das ist ein wesentlicher unterschied zur analyse. im allgemeinen ist es schon fast eine gute textbewertung wenn man nicht beides miteinander vermischt. viel wichtiger ist ohnehin die frage wie man richtig analysiert.
rattentod ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.10.2006, 18:17   #8
männlich Ex-Abendstern
abgemeldet
 
Dabei seit: 08/2006
Beiträge: 583

Bei einer Interpretation geht es also nicht um die Frage, wie der Autor seinen Text versteht, sondern darum, wie er vom Leser verstanden wird ( oder verstanden werden kann). Dieses Verständnis kann sehr naiv und subjektiv sein, es kann sich aber auch auf eine gute Analyse stützen - ohne selbst Analyse zu sein. Richtig verstanden?

Gruß
Ex-Abendstern ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.10.2006, 21:38   #9
Inline
 
Dabei seit: 07/2006
Beiträge: 626

Wenn man ein Gedicht nicht interpretieren kann, ist das ein schlechtes Gedicht. Besitzt ein Gedicht keine eindeutige Aussage, halte ich den Autor nicht dafür in der Lage etwas Gewolltes vermitteln zu können.

Ein Gedicht muß eine Schlüssigkeit besitzen, und wenn es diese hat, bereitet es auch keine Probleme dieses zu interpretieren.

Natürlich sollte man auch ein gewisses Maß an Intelligenz mitbringe, um z. B. schwierige Metaphern deuten zu können. Dennoch sollte gerade und vor allem ein Gedicht in der Lage zu sein Kompliziertes einfach darzustellen (ich finde allzu oft läuft das genau andersrum). Wirrwarr verdient für mich keine Interpretation, es sei denn es ist ein irgendwie stimmungsbezogener Text.

FG
Inline ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.10.2006, 23:54   #10
Yve
 
Dabei seit: 12/2005
Beiträge: 756

Es gibt keine richtige oder falsche Interpretation. Jeder empfindet oder sieht die Dinge anders. Auch für einen Autor sollte es doch wunderbar sein, wenn man in seinem Gedicht mehr findet als die eigentliche Intension dessen.

Yve
Yve ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 18.11.2007, 17:49   #11
Lyrika
 
Dabei seit: 06/2007
Beiträge: 247

Ich finde das Interpretieren kommt in diesem Forum viel zu kurz.

Die meisten korrigieren nur oder sagen etwas zu der Form oder der Metrik...reine Verbesserungsvorschläge.

Aber ich finde, das reicht nicht und die Interpretation finde ich viel wichtiger.

Ehrlich gesagt ist das bei mir die Hauptintention warum ich hier poste, weil ich wissen will was andere von meinen Werken denken und wie sie es interpretieren.

Kritik und Verbesserungsvorschläge sind zwar hilfreich und gehören auch irgendwie dazu, aber für mich ist das zweitrangig weil ich ja schreibe um die Leute zu erreichen - folglich will ich wissen wie sie Gedichte interpretieren.

In diesem Forum wird jedoch leider viel zu selten interpretiert.
Lyrika ist offline   Mit Zitat antworten
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