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Lebensalltag, Natur und Universum Gedichte über den Lebensalltag, Universum, Pflanzen, Tiere und Jahreszeiten.

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Alt 06.10.2007, 11:39   #1
Hamilkar Barkas
 
Dabei seit: 08/2007
Beiträge: 97

Standard Der Wille zum Unglück

In Wahrheit glauben wir nicht an das Glück
Und schenken daher solchen Sprüchen Glauben
Wie dem vom Fuchs und seinen sauren Trauben.
Doch Optimisten glauben wir kein Stück.

Doch kommst das Glück, dann sind wir überrascht.
Wir glauben dann, es müsste was passieren,
es müsste sich das Leben revanchieren
dafür, dass wir vom Glück so dreist genascht.

Wir haben Angst vorm eignen Übermut.
Wir fragen uns, kann man es wirklich wagen
Sich hinzugeben und von Glück zu sagen?
Wir haben das Gefühl, das wär nicht gut.

Wir glauben feste, wir verdienten nicht
Die Euphorie, das unbeschwerte Leben,
das wir doch alle instinktiv erstreben
und zelebrieren uns ein Strafgericht.
Hamilkar Barkas ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 07.10.2007, 13:21   #2
norbert
gesperrt
 
Dabei seit: 02/2006
Beiträge: 276

hamilkar,
das ist ein philosophische ding, das mich sehr berührt!
wahrscheinlich hat diiese skepsis ziemlich viel mit der "deutschen seele" zu tun, sicher auch mit dem widerspruch des zivilisierten menschen zur natur...
haste auch formal gut in den griff bekommen!
liebe grüße
vom kölner norbert
norbert ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.10.2007, 13:27   #3
Kirmesbollo
 
Dabei seit: 03/2008
Beiträge: 304

Hallo Papa Hannibal,

ich kann dem Mann aus der Eifel (oben) nur Recht geben, was die Volksseele betrifft
und die Wirkung Deines gelungenen Gedichtes.
Da bleiben mir eigentlich nur noch einzwei kleinere Kritteleien:

Str. 2 V1 „kommt“ ohne s
Nach Str.1 V2 fehlt ein Punkt

und hier:

Zitat:
Wir haben Angst vor’m eignen Übermut.
..würde ich empfehlen, entweder „vorm eignen“, oder „vor'm eig'nen“,
dann ist es homogener...


Hat mir gefallen: der kirmesbollo
Kirmesbollo ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.10.2007, 19:19   #4
Jeanny
 
Dabei seit: 04/2007
Beiträge: 661

Standard RE: Der Wille zum Ünglück

Hallo Hamilkar Barkas,
das Gedicht drückt viele Momente aus, die der Mensch
glaubt, so leben zu müssen...
Eine sehr gelungene Sache.
L.G. Jeanny
Jeanny ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.10.2007, 19:52   #5
lyrwir
 
Dabei seit: 06/2007
Beiträge: 450

Hallo Hamilkar Barkas,
sehr schöne Darstellung des alten Dramas: Du sollst an deinem Glück dich nicht erfreuen. Und trotzdem geschieht manchmal ein Glück, das wir schnell von der Schwelle fegen.
Schön, das, und wahr.
Aber warum: Ünglück im Titel?
Grüße von Lyrwir
lyrwir ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.10.2007, 19:53   #6
Werther
 
Dabei seit: 01/2007
Beiträge: 404

Ich fasse mich heute mal kurz, denn das meiste wurde schon gesagt. Nur eine Frage drängt sich mir auf: ist das "Ünglück" im Titel Absicht?

Ach, und "vorm" muss nicht mit Apostroph geschrieben zu werden, "eig'nen" hingegen schon, da sich sonst die Frage aufdrängt, wer sich da für was eigne.

Ansonsten: gut. Nicht mehr und nicht minder.

Gruß, Werther
Werther ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 23.10.2007, 19:07   #7
Hamilkar Barkas
 
Dabei seit: 08/2007
Beiträge: 97

Hinterm Unglück steckte kein tieferes Geheimnis, bloß ein Tippfehler, der hiermit korrigiert ist. Danke für die Kommentare.
Hamilkar Barkas ist offline   Mit Zitat antworten
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