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Lebensalltag, Natur und Universum Gedichte über den Lebensalltag, Universum, Pflanzen, Tiere und Jahreszeiten.

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Alt 24.07.2019, 21:36   #1
männlich MiauKuh
 
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Dabei seit: 08/2017
Beiträge: 1.809

Standard Ein Blatt im Wind, ein Blatt am Meer

Der Wind trug mich hinaus zu dir,
zu sehen, was ich niemals vorher sah:
Das Meer, verziert mit Wellenzügen!
Welch Höchstgenuss für meine Augen,
die müde sind vom Blick zum Weiher,
der immer wellenlos der Stille treu war,
der alles Leben um sich, in sich trug,
nach außen kehrte, so, dass jeder sich
und etwas Nahes eben spiegeln konnte,
wie ich auch mich, mein Leben lang.

Im Meer ist alles anders und noch mehr,
wenn Wellen durch das Wasser wandern.
Unmöglich es in Gänze zu erfassen
in dieser kurzen Zeit, in der ich zu dir fliege,
die Bucht und ihren Felsen sehe, Klüfte!
Ein Zauber schwebt umher und kulminiert
in mir durch dich und deine Wellenklänge,
die wohlige Gesänge werden,
was nur bedeuten kann: Ich bin dir nah
und werde bald auf deinen Wogen landen.

Vom Himmel mischt die Möwe ihren Schrei
ins Meeresrauschen ein und ich berühre
die letzte Welle, sie, die mich erfasst,
mit ihrem Schönsten, ihrer weißen Krone,
die strahlt, gleich wie ein Hochzeitskleid
aus hunderttausenden von Diamanten,
die eine Welt aus Regenbögen schaffen,
als Abschiedsbild für eben jene,
die sich im Meer zur Ruhe legen
und anderen zu Kraft verhelfen.
MiauKuh ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 25.07.2019, 14:35   #2
männlich Gylon
 
Dabei seit: 07/2014
Beiträge: 4.265

Lieber MiauKuh,
gefällt mir wieder ausgesprochen gut!

Vielleicht:
um zu sehen, was ich niemals vorher sah:

Sehr gerne gelesen!

Liebe Grüße Gylon
Gylon ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 29.07.2019, 17:05   #3
männlich MiauKuh
 
Benutzerbild von MiauKuh
 
Dabei seit: 08/2017
Beiträge: 1.809

Hey Gylon!

Ja, durchaus bedenkenswert ... na mal sehen, ob ich es einbaue.

Hab dank fürs Lesen und was dazu schreiben

Liebe Grüße
MiauKuh ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 29.07.2019, 21:56   #4
weiblich frankaaimy
 
Dabei seit: 07/2019
Ort: Leipzig
Beiträge: 132

Hallo MiauKuh,

ich habe länger überlegt was ich schreibe.

Mir gefällt das Gedicht. Das Gedicht soll etwas sanftes transportieren.

Zu dem Gedicht stelle ich dir ein paar Fragen, auf die ich keine Antwort erwarte... Einfach deswegen, weil ich heute mal Zeit habe im Internet zu sein und morgen ist die Zeit wieder weg. Das heißt, dass ich leider auf deine Antwort nicht mehr reagieren kann.

Die Form ist klar: fünfhebige Jamben, wechselnde Kadenz, keine Reime... (Sie sind also Blank)

Trotzdem möchte ich dir meine Gedanken hinterlassen.


Du willst etwas niemals vorher sehen?
Wenn du etwas niemals gesehen hast, hast du es vorher nicht gesehen.

Wellenzüge? Ich weiß überhaupt nicht was das sein soll?
Immer vorsichtig mit dem Bauskasten "Deutsch" umgehen.

Genaugenommen können Augen nichts genießen.

Du personifizierst die Augen. Das ist nicht falsch, im Gegenteil...
Es lässt das Gedicht sprachlich sehr beschränkt wirken.
Das wirkt wie ein Blogeintrag und nicht wie Lyrik.


Die (Die Augen) müde sind vom Blick zum Weiher. (Sie haben sich am Weiher satt gesehen?)

Der Weiher war wellenlos der Stille treu ergeben und er trug das gesamte Leben, das ihn umgab, in sich. Du meinst, er war der Mittelpunkt einer Landschaft?

Wieso soll der Weiher das auf einmal nach außen kehren? Und wie macht er das? Mit einem Besen? Du willst Schönheit zum Ausdruck bringen?

Er kehrte es also so nach außen, damit sich etwas Nahes (Hä? Was soll das sein?) und jeder spiegeln konnte? Du spielst auf das graue Entchen Prinzip an?
Ich bin verwirrt.

Ja, im Meer ist es anders und Wellen bestehen aus Wasser.
Geht es hier nicht um das Meer? Wenn Wellen durch das Meer wandern... :-)

Du fliegst in kurzer Zeit zu ihr. Du fliegst zu der Bucht und ihren Felsen. (Die Bucht ist also "sie")

Wie fliegst du dahin?

Ein kulminierender Zauber schwebt umher, durch dich und durch Wellenklänge, die wohlige Gesänge werden und bedeuten, dass du bald auf ihren Wogen landen wirst?

Sorry, aber die komplette Beschreibung ist ein absoluter Schuss in den Ofen.


Eine letzte Welle gibt es nicht, sondern nur die Welle, die du berührt hast.

Die du berühst, erfasst dich nämlich auch unweigerlich.
(Man sagt ja nicht: du hast mich angefasst, aber nicht berührt)

Sie hat die schönste weiße Krone, die so sehr strahlt, wie ein Hochzeitskleid aus hunderttausend Diamanten und die Diamanten erschaffen eine Welt aus Regenbögen. Vermutlich weil sich das Licht in Prismen brechen soll.

Da fällt mir eine Strophe von einem Dichter ein. Das ist peinlich, weil ich den Namen des Dichters vergessen habe... Aber ich kann die Strophe noch auswendig:

"Vor Kleinheit war ich namenlos
und sehnte mich so hin,
bis du mir sagst, dass ich zu groß
für jeden Namen bin:"

Keep it simple!

Die Regenbögen sind ein Abschiedsbild für die, die sich im Meer zur Ruhe legen?
Wie können die, die sich zur Ruhe legen, anderen Kraft geben?

Du meinst die Leute, die aus Frust von den Klippen springen und andere dazu ermutigen es auch zu tun?

"Doch steh ich kraftlos hier und pflüge
des Lebens Boden frommer Lüge."


Das Gedicht will viel transportieren.
Wenn ich es genau durchlese, transportiert es nicht das was es transportieren soll. Ich will es nicht weiter hinterfragen...

Ich halte mich zurück mit der Kritik.
Du bist extrem darauf geeicht Bezüge herzustellen.
Du schreibst eine Zeile und benötigst eine weitere Zeile die vorhergehende zu erklären.

"ins Meeresrauschen ein und ich berühre
die letzte Welle, sie, die mich erfasst,"


Klare Bezüge, ohne Kraft zu verlieren, sind beispielsweise solche:

Ich glaub, das Meer ist wie ein großer Garten.
In dem das Leben Wellengänge sind.
Es ist ein Auf und Ab, fast wie ein Warten,
ein Gehen und ein Kommen; wie der Wind!

Nun fühle ich, wie klein ich wirklich bin.
Mein Herz liegt offen! Leben ist vorübernd!
der Frühling Blüte, der November Not,
so unbegreiflich klein und tot [...]


Ich frage mich oft, was ein Gedicht bewirken soll?
Die Frage ist nicht wichtig, um ehrlich zu sein.

Und ich glaube das Problem das ich habe, liegt darin begründet, dass ein Zwang zum Blankvers besteht und du irgendwie die Silben voll bekommen musstest. Blankverse sind nichts für Anfänger (Auch wenn das viele glauben)

Was mir aber an deinem Gedicht sehr gut gefällt: der Mut und der Versuch Gefühle auszudrücken. Das finde ich wirklich gut und mit etwas Zeitaufwand, ließe sich aus deinem Gedicht noch einiges heraus holen.


Lieber MiauKuh: bitte, schau mal wie Brecht an ein ähnliches Thema herangegangen ist:

1
An jenem Tag im blauen Mond September
Still unter einem jungen Pflaumenbaum
Da hielt ich sie, die stille bleiche Liebe
In meinem Arm wie einen holden Traum.
Und über uns im schönen Sommerhimmel
War eine Wolke, die ich lange sah
Sie war sehr weiß und ungeheuer oben
Und als ich aufsah, war sie nimmer da.

2
Seit jenem Tag sind viele, viele Monde
Geschwommen still hinunter und vorbei
Die Pflaumenbäume sind wohl abgehauen
Und fragst du mich, was mit der Liebe sei?
So sag ich dir: Ich kann mich nicht erinnern.
Und doch, gewiss, ich weiß schon, was du meinst
Doch ihr Gesicht, das weiß ich wirklich nimmer
Ich weiß nur mehr: Ich küsste es dereinst.

3
Und auch den Kuss, ich hätt' ihn längst vergessen
Wenn nicht die Wolke da gewesen wär
Die weiß ich noch und werd ich immer wissen
Sie war sehr weiß und kam von oben her.
Die Pflaumenbäume blühn vielleicht noch immer
Und jene Frau hat jetzt vielleicht das siebte Kind
Doch jene Wolke blühte nur Minuten
Und als ich aufsah, schwand sie schon im Wind.
frankaaimy ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 29.07.2019, 22:20   #5
männlich MiauKuh
 
Benutzerbild von MiauKuh
 
Dabei seit: 08/2017
Beiträge: 1.809

Hey frankaaimy,

Vorweg: Ein großes Danke für diesen langen und ausführlichen Kommentar.

So und nun der Reihe nach :-)

Zitat:
Zitat von frankaaimy Beitrag anzeigen
[...]
Die Form ist klar: fünfhebige Jamben, wechselnde Kadenz, keine Reime... (Sie sind also Blank)
Nein. Es sind auch vierhebige Dabei, allein die erste Zeile schon, die Kadenz wechselt nicht fest alternierend

Zitat:
Zitat von frankaaimy Beitrag anzeigen
Du willst etwas niemals vorher sehen?
Wenn du etwas niemals gesehen hast, hast du es vorher nicht gesehen.
Richtig. Stört dich das "niemals"? Ich finde es ist eine erlaubte Übertreibung, weil wir auch sagen "Das habe ich vorher noch nie gesehen."

Zitat:
Zitat von frankaaimy Beitrag anzeigen
Wellenzüge? Ich weiß überhaupt nicht was das sein soll?
Immer vorsichtig mit dem Bauskasten "Deutsch" umgehen.
Ein Wellenzug ist z.B. ein Wellenpaket, eine Ansammlung vieler Wellen als Haufen, gerne im Meer anzutreffen. Eine lange kurvige Linie davon ist auch ein Wellenzug, die Wellenkäme, die weißen Dinger die man auf den Meer sieht, die manchmal linienartig erscheinen ...
Genaugenommen können Augen nichts genießen.

Zitat:
Zitat von frankaaimy Beitrag anzeigen
Du personifizierst die Augen. Das ist nicht falsch, im Gegenteil...
Es lässt das Gedicht sprachlich sehr beschränkt wirken.
Das wirkt wie ein Blogeintrag und nicht wie Lyrik.
Augen zu personifizieren ist also sprachlich beschränkt und wirkt wie ein Blog Eintrag.

Zitat:
Zitat von frankaaimy Beitrag anzeigen
Die (Die Augen) müde sind vom Blick zum Weiher. (Sie haben sich am Weiher satt gesehen?)
Ja, genau. Du weißt, dass es hier um ein Blatt geht, das vom Baum, der an einem Weiher steht, weggeweht wird und das dann, nachdem es ewig auf den immer gleichen wellenlosen Miniteich guckte, ins Meer gelangt ... wo es zum ersten Mal richtige Wellen sieht und dann untergeht, um letztlich ins Meer überzugehen, als Nahrung für die Fische.

Zitat:
Zitat von frankaaimy Beitrag anzeigen
Der Weiher war wellenlos der Stille treu ergeben und er trug das gesamte Leben, das ihn umgab, in sich. Du meinst, er war der Mittelpunkt einer Landschaft?
Er war wellenlos,






wenig Wind war und trug das gesamte Leben direkt um ihn, weil er es spiegelte und zwar glatt.

Zitat:
Zitat von frankaaimy Beitrag anzeigen
Wieso soll der Weiher das auf einmal nach außen kehren? Und wie macht er das? Mit einem Besen? Du willst Schönheit zum Ausdruck bringen?
Der Weiher spiegelt seine Umwelt.

Zitat:
Zitat von frankaaimy Beitrag anzeigen
Er kehrte es also so nach außen, damit sich etwas Nahes (Hä? Was soll das sein?) und jeder spiegeln konnte? Du spielst auf das graue Entchen Prinzip an?
Ich bin verwirrt.
Jeder sich, genau, also jeder der am Weiher entlang ging, flog, fuhr ... oder aber alles, was dort lebte, "etwas Nahes". Zum Beispiel das Blatt, das erst am Weiher war und dann zum Meer flog, jenes Blatt, was hier das lyrische Ich ist.

Zitat:
Zitat von frankaaimy Beitrag anzeigen
Ja, im Meer ist es anders und Wellen bestehen aus Wasser.
Geht es hier nicht um das Meer? Wenn Wellen durch das Meer wandern... :-)
Das Meer ist im Vergleich zum Weiher völlig anders. Da ist viel mehr los, in jeder Hinsicht und nicht nur die Wellen sind da ... Da sind Kraken, Haie, Wale, Fische, Korallen und Meeresströme und so weiter, es gelten ein wenig andere Regeln als im winzigen Weiher. Es ist wie Dorf und Weltmetropole.

Zitat:
Zitat von frankaaimy Beitrag anzeigen
Du fliegst in kurzer Zeit zu ihr. Du fliegst zu der Bucht und ihren Felsen. (Die Bucht ist also "sie")

Wie fliegst du dahin?
Der Wind trägt das Blatt vom Weiher zum Meer.

Zitat:
Zitat von frankaaimy Beitrag anzeigen
Ein kulminierender Zauber schwebt umher, durch dich und durch Wellenklänge, die wohlige Gesänge werden und bedeuten, dass du bald auf ihren Wogen landen wirst?

Sorry, aber die komplette Beschreibung ist ein absoluter Schuss in den Ofen.
Wohl dem, der den Zauber des Meers schon mal erlebt hat.
Stell dir mal die überwältigende Empfindung dar, die ein Blatt, könnte es fühlen, hier spüren würde. Immer nur auf den Weiher gucken und dann auf ein Meer und nicht nur gucken, sondern mit allen Sinnen (die natürlich kein Blatt hat, aber trotzdem) zum ersten Mal vollends merken: Meer!

Zitat:
Zitat von frankaaimy Beitrag anzeigen
Eine letzte Welle gibt es nicht, sondern nur die Welle, die du berührt hast.
Die du berühst, erfasst dich nämlich auch unweigerlich.
(Man sagt ja nicht: du hast mich angefasst, aber nicht berührt)
Klar gibt es eine letzte Welle, nämlich die, mit der das Blatt in Berührung kommt, eben die Welle, die das Blatt in die Tiefe reißt.

Zitat:
Zitat von frankaaimy Beitrag anzeigen
Sie hat die schönste weiße Krone, die so sehr strahlt, wie ein Hochzeitskleid aus hunderttausend Diamanten und die Diamanten erschaffen eine Welt aus Regenbögen. Vermutlich weil sich das Licht in Prismen brechen soll.
Ja, richtig vermutlich und auch tatsächlich.

Zitat:
Zitat von frankaaimy Beitrag anzeigen
Da fällt mir eine Strophe von einem Dichter ein. Das ist peinlich, weil ich den Namen des Dichters vergessen habe... Aber ich kann die Strophe noch auswendig:

"Vor Kleinheit war ich namenlos
und sehnte mich so hin,
bis du mir sagst, dass ich zu groß
für jeden Namen bin:"

Keep it simple!
Och, ich fand die Beschreibung ziemlich simpel, aber auch sehr aufgeschäumt, eben weil es ja auch ein Welle ist, zum ersten Mal ... besonders groß und das Ende zugleich, für das kleine Blatt ... darf das nicht etwas ... dicker aufgetragen werden? Oder wäre dir eine schnöde öde Welle lieber gewesen?
Es ist aus Sicht des Blattes geschrieben!

Zitat:
Zitat von frankaaimy Beitrag anzeigen
Die Regenbögen sind ein Abschiedsbild für die, die sich im Meer zur Ruhe legen?
Wie können die, die sich zur Ruhe legen, anderen Kraft geben?
Indem das, was wir sind, an unsere Nachwelt weitergegeben wird.
Wir lösen uns in die Natur auf und dann geht es weiter.
Ein Urprinzip.
Und die Regenbögen sind doch ansehnlich, so am Schluss? Bevor man verschluckt wird?

Zitat:
Zitat von frankaaimy Beitrag anzeigen
Du meinst die Leute, die aus Frust von den Klippen springen und andere dazu ermutigen es auch zu tun?
Nein. Darum geht es hier auch nicht.

Zitat:
Zitat von frankaaimy Beitrag anzeigen
"Doch steh ich kraftlos hier und pflüge
des Lebens Boden frommer Lüge."


Das Gedicht will viel transportieren.
Wenn ich es genau durchlese, transportiert es nicht das was es transportieren soll. Ich will es nicht weiter hinterfragen...

Ich halte mich zurück mit der Kritik.
Du bist extrem darauf geeicht Bezüge herzustellen.
Schade! An dieser Stelle zitiere ich meinen Praktikumsleiter:
"Eichen tut nur das Eichinstitut."

Zitat:
Zitat von frankaaimy Beitrag anzeigen
Du schreibst eine Zeile und benötigst eine weitere Zeile die vorhergehende zu erklären.

"ins Meeresrauschen ein und ich berühre
die letzte Welle, sie, die mich erfasst,"
Ich habe das nicht so geschrieben weil ich klar, kräftig und deutlichst Zusammenhänge darstellen wollte. Mir ging es um Lyrik, nicht um einen Aphorismus. Mein Ziel war eine schöne Sprache.

Zitat:
Zitat von frankaaimy Beitrag anzeigen
Klare Bezüge, ohne Kraft zu verlieren, sind beispielsweise solche:

Ich glaub, das Meer ist wie ein großer Garten.
In dem das Leben Wellengänge sind.
Es ist ein Auf und Ab, fast wie ein Warten,
ein Gehen und ein Kommen; wie der Wind!

Nun fühle ich, wie klein ich wirklich bin.
Mein Herz liegt offen! Leben ist vorübernd!
der Frühling Blüte, der November Not,
so unbegreiflich klein und tot [...]
Mir scheint, als gefalle es dir mehr, wenn jede Zeile einen Gedanken transportiert?

Zitat:
Zitat von frankaaimy Beitrag anzeigen
Ich frage mich oft, was ein Gedicht bewirken soll?
Die Frage ist nicht wichtig, um ehrlich zu sein.

Und ich glaube das Problem das ich habe, liegt darin begründet, dass ein Zwang zum Blankvers besteht und du irgendwie die Silben voll bekommen musstest. Blankverse sind nichts für Anfänger (Auch wenn das viele glauben)
Nun, da ich mich hier keinen Regeln unterworfen habe, was die Anzahl der Hebungen oder den Reim angeht, sehe ich auch keine Zwangsbedingung, die mich zu irgendeinem Zwang verleitet hätte.

Zitat:
Zitat von frankaaimy Beitrag anzeigen
Was mir aber an deinem Gedicht sehr gut gefällt: der Mut und der Versuch Gefühle auszudrücken. Das finde ich wirklich gut und mit etwas Zeitaufwand, ließe sich aus deinem Gedicht noch einiges heraus holen.
Dankeschön! Ich persönlich habe glaube ich alles ausgereizt, was ich mit dem Gedicht sagen wollte und bin rundum zufrieden.

Zitat:
Zitat von frankaaimy Beitrag anzeigen
Lieber MiauKuh: bitte, schau mal wie Brecht an ein ähnliches Thema herangegangen ist:

1
An jenem Tag im blauen Mond September
Still unter einem jungen Pflaumenbaum
Da hielt ich sie, die stille bleiche Liebe
In meinem Arm wie einen holden Traum.
Und über uns im schönen Sommerhimmel
War eine Wolke, die ich lange sah
Sie war sehr weiß und ungeheuer oben
Und als ich aufsah, war sie nimmer da.

2
Seit jenem Tag sind viele, viele Monde
Geschwommen still hinunter und vorbei
Die Pflaumenbäume sind wohl abgehauen
Und fragst du mich, was mit der Liebe sei?
So sag ich dir: Ich kann mich nicht erinnern.
Und doch, gewiss, ich weiß schon, was du meinst
Doch ihr Gesicht, das weiß ich wirklich nimmer
Ich weiß nur mehr: Ich küsste es dereinst.

3
Und auch den Kuss, ich hätt' ihn längst vergessen
Wenn nicht die Wolke da gewesen wär
Die weiß ich noch und werd ich immer wissen
Sie war sehr weiß und kam von oben her.
Die Pflaumenbäume blühn vielleicht noch immer
Und jene Frau hat jetzt vielleicht das siebte Kind
Doch jene Wolke blühte nur Minuten
Und als ich aufsah, schwand sie schon im Wind.
Danke für das Gedicht, ich kannte es nicht. Thematisch ähnlich ist es leider dennoch nicht.

-MiauKuh
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