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Lebensalltag, Natur und Universum Gedichte über den Lebensalltag, Universum, Pflanzen, Tiere und Jahreszeiten.

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Alt 03.09.2018, 19:37   #1
Thing
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Dabei seit: 05/2010
Alter: 74
Beiträge: 35.150

Standard Maß um Maß

Still steigt der Nebel auf.
Der Sommer neigt sich seinem Ende.
Es will der Tag nun spät erst grüßen.
Schon liegt das bunte Laub zuhauf.
Es naht die Jahreszeitenwende.
Wie früh liegt heut die Nacht zu Füßen!

Schon macht die Schwalbe sich auf ihren Weg;
Die Sonne wird ihr allzu matt.
Der Herbst naht sich am Wiesensteg.
Die Felder liegen erntesatt.
Die Frucht verdorrt im müden Gras.

So nimmt September wieder Maß.

Die letzten bunten Falter schweben
wie zarte Blüten durch den Tag.
Noch brennt des Sommers Kraft die Reben,
doch Wildes neigt sich ohne Klag.

So nimmt September wieder Maß.

Bedächtig wird das Leben.
Es komme nun, was kommen mag.
Ringsum verändern sich die Farben,
das Dunkle wird ganz mählich lind.
Versorgt sind allerletzte Garben
und kühler grüßt der Abendwind.
Die Traube füllt mein helles Glas.

So nimmt September wieder Maß.

Letztes Blühn am Wegesrand.
Birkenhäupter werden licht.
Dunkler schimmert roter Sand.
Leerer scheint der alte Hag.
Sanfter rinnt's durchs Stundenglas.
Es komme, wie es kommen mag:

Jetzt nimmt September wieder Maß.
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Alt 03.09.2018, 19:56   #2
männlich Heinz
 
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Ort: Hilden, NRW
Beiträge: 5.191

Hallo Thing,
das klingt gelassen und liebevoll. Es macht Freude (und Behagen), Deine beinahe abgeklärten Worte zu lesen. Die Reime - nicht alltäglich, aber anheimelnd. Im Ganzen: Ein erholsames Gedicht und ich habe es gern gelesen.
Gruß,
Heinz
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Alt 05.09.2018, 14:47   #3
Thing
R.I.P.
 
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Beiträge: 35.150

Lieber Heinz,

es freut mich, daß Dir dieses Gedicht gefällt!

(Vorbei die Zeit, da meine Gedichte nur rüden Spott entlockten?)

LG
v.
Thing
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Alt 05.09.2018, 23:05   #4
männlich Heinz
 
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Ort: Hilden, NRW
Beiträge: 5.191

Liebe Thing,
ich bin im Grunde ein friedfertiger Mensch, allerdings mit dem Hang zum Spötter. Und manchmal juckt es mich, wenn Gedichte meiner Meinung nach zum Spotten heraus fordern. Selbst immer auf der Suche nach "guten" Gedichten, weiß ich auch Werke anderer Schreiberlinge zu würdigen und zu loben.
Liebe Grüße,
Heinz
PS. Also: Zu sicher darfst Du Dich (wie jede/r andere auch) nicht fühlen.
Heinz ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 05.09.2018, 23:15   #5
männlich Eisenvorhang
 
Dabei seit: 04/2017
Beiträge: 1.484

Mir gefällt das Gedicht auch sehr - Du hast eine unverwechselbare Schreibe. Hab nix zu kritisieren.

Gern und mehrmals gelesen!

vlg

EV
Eisenvorhang ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 06.09.2018, 13:10   #6
weiblich Schnulle Köhn
 
Dabei seit: 05/2017
Ort: am Ende der Welt
Alter: 59
Beiträge: 928

Hallo Thing,
dein Werk über das Ende des Sommers und den Beginn des Herbstes gefällt mir ausgesprochen gut. Mit deinen wohlgesetzten Worten hast du genau diese friedliche Stimmung des Vergehens nach turbulentem Sommergeschen getroffen, die ich in jedem Jahr im Herbst in mir trage. Und ich liebe diese Stimmung.....
Mit großem Genuss gelesen.
LG Schnulle
Schnulle Köhn ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 07.09.2018, 10:28   #7
männlich Nöck
 
Dabei seit: 12/2009
Ort: In den Auen des Niederrheins
Beiträge: 1.940

Liebe Thing,

eindrucksvoll und auf eine beruhigende Art beschreibst du die Veränderung in der Natur. Gekonnt vermengst du deine Beobachtungen und Eindrücke zu einem wohltuenden Gesamtbild.

Danke für die andächtigen und schönen Minuten.

Liebe Grüße
Nöck
Nöck ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 07.09.2018, 15:21   #8
gummibaum
 
Dabei seit: 04/2010
Alter: 66
Beiträge: 10.927

Liebe Thing,

ich schließe mich gern dem Lob ab an. Ein tolles Gedicht über den ruhigen Wandel.

Taubenetzt hängen die leeren Spinnennetze in den Stoppeln der morgentlichen Felder ... auch das genieße ich am September.

Mit Freude gelesen.
gummibaum
gummibaum ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 07.09.2018, 15:31   #9
männlich Nöck
 
Dabei seit: 12/2009
Ort: In den Auen des Niederrheins
Beiträge: 1.940

Zitat:
Zitat von gummibaum
Taubenetzt hängen die leeren Spinnennetze in den Stoppeln der morgentlichen Felder ... auch das genieße ich am September.
Wie das Netz in meinem Gedicht "Feenzauber", das ich für eines meiner schönsten halte und euch gerne an dieser Stelle noch einmal in Erinnerung rufe.

Liebe - leicht verlegene - Grüße
Nöck
Nöck ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 07.09.2018, 18:51   #10
Thing
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Mit den Altweiberfäden geht es auch weder los...
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Alt 08.09.2018, 08:00   #11
männlich Nöck
 
Dabei seit: 12/2009
Ort: In den Auen des Niederrheins
Beiträge: 1.940

Wie am Schluss des Films mit Schweinchen Wilbur, wo viele Spinnenkinder in die Welt hinaus fliegen.
Nöck ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.09.2018, 11:38   #12
Thing
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Alter: 74
Beiträge: 35.150

Zitat:
Zitat von Eisenvorhang Beitrag anzeigen
Mir gefällt das Gedicht auch sehr - Du hast eine unverwechselbare Schreibe. Hab nix zu kritisieren.

Gern und mehrmals gelesen!

vlg

EV
Hab ganz herzlichen Dank für das (schmeichelnde) Lob

von
Thing
Thing ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.09.2018, 11:47   #13
Thing
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Beiträge: 35.150

Standard Hallo, Heinz -

Zitat:
Zitat von Thing Beitrag anzeigen
Lieber Heinz,

es freut mich, daß Dir dieses Gedicht gefällt!

(Vorbei die Zeit, da meine Gedichte nur rüden Spott entlockten?)

LG
v.
Thing
Vornehmlich im Bund mit einer jungen, lilafarbene Seidenhöschen tragenden Madonna!
Das vergißt sich nicht so schnell, auch wenn diese Kommentare gelöscht wurden.
Thing ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.09.2018, 19:56   #14
männlich Heinz
 
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Beiträge: 5.191

Schade eigentlich - das brachte doch richtig Leben in die Bude.
H.
Heinz ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 23.09.2018, 12:34   #15
Thing
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Deine Sicht auf unqualifiziertes Mobbing?
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