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Gefühlte Momente und Emotionen Gedichte über Stimmungen und was euch innerlich bewegt.

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Alt 28.11.2017, 15:29   #1
weiblich Unar die Weise
 
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Standard Heute mal nicht

Heute wollte ich mal nicht weinen,
aber der Schmerz hat mich überlistet.
Heute wollte ich mal rausgehen
und der Welt begegnen;
aber meine Feigheit fesselte mich ans Bett,
sperrte mich ins Zimmer
und verhöhnte meine Selbstaufgabe.

Heute wollte ich mal nicht weinen,
aber dann hat mich die Trauer übermannt.
Heute wollte ich mal ein Bild malen.
Ich habe nur schwarz gefunden
und meine Kreativität fing an zu lachen,
bremste sich aus
und kehrte mir den Rücken zu.

Heute wollte ich mal nicht weinen,
aber die Schwermut hat mich überfallen.
Heute wollte ich mal im Hier und Jetzt weilen
und Augenblicke genießen,
aber meine Sehnsucht trug mich fort,
entführte in Alpträume,
aus denen ich keinen Ausweg mehr fand.
Unar die Weise ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.11.2017, 15:55   #2
männlich MiauKuh
 
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Erschütternd schön, Unar.

entführte [mich] in Alpträume ?

In einem Sessel sitzend, von einer Decke eingemummelt auf einer Bühne, Make-up-Tränen verschmiert im Gesicht, das vorzulesen:
das wäre sehr, sehr glaubwürdig und genauso erschütternd schön.

Wie gut, dass Träume in der Regel enden.
MiauKuh ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 28.11.2017, 16:09   #3
weiblich Unar die Weise
 
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Zitat:
Zitat von MiauKuh Beitrag anzeigen
Wie gut, dass Träume in der Regel enden.
Diese nicht, werter Freund.
Andere schon.
Unar die Weise ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.11.2017, 16:11   #4
männlich MiauKuh
 
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Beiträge: 1.853

Dann mach ich mal *zwick, zwick* damit es irgendwie doch aufhört?
MiauKuh ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 28.11.2017, 16:12   #5
weiblich Unar die Weise
 
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Du bist lieb.
Unar die Weise ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 29.11.2017, 19:14   #6
weiblich marlenja
 
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Es bewegt, wo Worte Eindrücke wiedergeben, die man erlebt.
marlenja ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 29.11.2017, 20:33   #7
weiblich Unar die Weise
 
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Danke liebe Marlenja.
Unar die Weise ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 29.11.2017, 21:01   #8
männlich Gylon
 
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Beiträge: 4.269

Liebe Unar die Weise,
sehr melancholisch und bedrückend. Die Stimmung wird gut transportiert. Finde ich gut geschrieben.

Sehr gern gelesen!

Liebe Grüße Gylon
Gylon ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 29.11.2017, 21:11   #9
weiblich Unar die Weise
 
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Dankeschön, lieber Gylon.
Unar die Weise ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.11.2017, 10:36   #10
männlich Cheeny
 
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Beiträge: 103

Liebe Unar,

da hast du aber ein sehr schönes und ultratrauriges Gedicht geschrieben. Da kommen einem beim Lesen gleich selbst die Tränen. Dem LI all mein Mitgefühl.

Beim Lesen zog es mich in das Gedicht und der schmerz wurde fast fühlbar.

Viele, liebe Grüße
Moritz
Cheeny ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.11.2017, 17:30   #11
männlich pathos79
 
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Beiträge: 772

Hallo Unar die Weise,

klingt wie in einer endlosen Zeitschleife der Depression gefangen. Durch die dreifache Wiederholung vertiefst Du den Eindruck eines Tagebuchs des Verzweifelns. Unfähig das Glück des Momentes zu geniessen, aber trotzdem steckt da das kleine Fünkchen Hoffnung, welches aber sofort wieder verdrängt wird. Und auf ein Neues...
Bedrückende Worte

Take care,pathos
pathos79 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.11.2017, 18:14   #12
weiblich Unar die Weise
 
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Lieber Moritz,
zum Weinen bringen, nein, dass war nicht mein Angedenken.
Das LI dankt aber herzlich für dein Mitgefühl.

Lieber Pathos,
du hast meine Zeilen sehr gut verstanden. "Auf ein Neues",
trifft es. Es bleibt der Versuch, jedem Tag doch etwas abzugewinnen.


Ein winterlicher Unargruß, euch beiden.
Unar die Weise ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.11.2017, 18:29   #13
weiblich marlenja
 
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Zitat:
Zitat von Unar die Weise Beitrag anzeigen
Es bleibt der Versuch, jedem Tag doch etwas abzugewinnen.
Möge es täglich gelingen .
marlenja ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.11.2017, 18:53   #14
weiblich Unar die Weise
 
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Da hast du aber recht, liebe Marlenja.
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Alt 30.11.2017, 19:12   #15
männlich Perry
 
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Standard Hallo Unar,

in dem Halbsatz "Heute wollte ich mal nicht" steckt dieser Funken Hoffnung auf ein Durchbrechen der Endlosschleife Traurigkeit.
Irgendwann wird wieder Bewegung in den Tag kommen und das Schwarz bekommt Nuancen über Grau bis zu Bunt.
Konstruktiv habe ich leider nur den Rat, die Worte "Schmerz, Trauer und Wehmut" nicht zu benennen, denn sie sollten und sind aus den Bildern herausspürbar.
LG
Perry
Perry ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.11.2017, 19:37   #16
weiblich Unar die Weise
 
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Standard Hallo Perry,

der Funke Hoffnung bleibt beim Vorsatz, es am nächsten Tag neu anzugehen.
Deinen Rat nehme ich gern an.

Gruß
Unar
Unar die Weise ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.12.2017, 00:28   #17
weiblich Ex-Letreo71
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Beiträge: 4.052

Liebe Unar,

ein sehr schönes und wie Moritz schreibt, ultratrauriges Gedicht.

Mega gern gelesen.

Lieben Gruß

Letreo
Ex-Letreo71 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.12.2017, 00:32   #18
weiblich Unar die Weise
 
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Danke, liebste Letreo,
für deinen lieben Kommentar.

Gruß
Unar
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Alt 17.12.2017, 16:26   #19
weiblich Zaubersee
 
Benutzerbild von Zaubersee
 
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Liebe Unar,

traurig ist Dein Gedicht und die Sprache von Lyri zu sich selbst so hart;

Zitat:
Heute wollte ich mal nicht weinen,
aber der Schmerz hat mich überlistet.
Heute wollte ich mal rausgehen
und der Welt begegnen;
aber mein Projekt fesselte mich ans Bett,
sperrte mich ins Zimmer
und forderte meine Selbstaufgabe.

Heute wollte ich mal nicht weinen,
aber dann hat mich die Trauer übermannt.
Heute wollte ich mal ein Bild malen.
Ich habe nur schwarz gefunden
und meine Kreativität fing an zu schlafen,
träumte sich aus
und streichelte mir den Rücken still.

Heute wollte ich mal nicht weinen,
aber die Schwermut hat mich überfallen.
Heute wollte ich mal im Hier und Jetzt weilen
und Augenblicke genießen,
aber meine Sehnsucht trug mich fort,
entführte in Alpträume,
aus denen ich keinen Ausweg mehr fand.
Von meiner Tochter lerne ich, behutsamer in Sprache und Gedanken mit sich selbst umzugehen. Schaffe ich leider auch nicht immer, aber die Sprache, gerade die mit sich selbst ist unglaublich mächtig.

Ich übe noch mit mir diesbezüglich, und Dein Gedicht verlockte mich in zwei Strophen umzuformulieren. Ich hoffe Du nimmst es mir nicht krumm, soll nicht belehrend sein, eher auch für mich nachdenklich stimmend. Dein Gedicht berührt.

Ganz liebe Grüße

Zaubersee
Zaubersee ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.12.2017, 16:34   #20
weiblich Unar die Weise
 
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Zaubersee, das hast du schön gesagt.
Und auch schön umgestellt.
Positiver, hoffnungsvoller und seelenzarter.
Das gefällt mir und dem Lyrich.

Danke, für deinen wunderschönen Kommentar, in (wie immer) behutsamer und behütender Sprache.

Unar-immer-die-deine-Unar
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schmerz, schwermut, trauer

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