Poetry.de - das Gedichte-Forum
 kostenlos registrieren Forum durchsuchen Letzte Beiträge

Zurück   Poetry.de > Gedichte-Forum > Fantasy, Magie und Religion

Fantasy, Magie und Religion Gedichte über Religion, Mythologie, Magie, Zauber und Fantasy.

Antwort
 
Themen-Optionen Thema durchsuchen
Alt 24.05.2011, 01:14   #1
männlich Schmuddelkind
 
Benutzerbild von Schmuddelkind
 
Dabei seit: 12/2010
Ort: Berlin
Alter: 33
Beiträge: 4.780

Standard Der Jungfernsprung

Im tiefen Wald aus Sträuchern, Dornen, Buchen
ging ein junges Fräulein, rein und schön,
wie sonst nirgendwo im Wald zu seh'n,
gedankenlos und emsig Hölzer suchen.

Da hört sie plötzlich, erst mit halbem Ohr,
doch dann immer lauter im Geäst,
Rascheln, dass sie alles fallen lässt.
Aus dem Gestrüpp tritt Ritter Trapp hervor.

Mit wilden Drohgebärden und mit Schnauben
lässt der räuberische Unhold dann
keinen leisen Zweifel mehr daran:
Er will des Mädchens teure Unschuld rauben.

Die Jungfer läuft so schnell die Füße tragen
und der Räuber willig hinterher.
Kleid zerrissen durch das Dornenmeer,
durch das die Rüstung trotzig sich kann wagen.

Und plötzlich kommt das Mädchen nun zum Stehen
und blickt unter sich – das End' der Flucht -
beinah hundert Meter tiefe Schlucht.
Sie kann Trapp triumphierend kommen sehen.

Die Schöne wankt am Abgrund wie benommen.
Jener hält vor Lachen sich den Bauch:
„Was ich möchte, das bekomm' ich auch,
das hab' ich bisher immer schon bekommen“

Mit frommem Gottvertrauen und Gebeten,
die sie hörbar noch gen Himmel singt,
zieht die zarte Magd sich aus und springt.
In blindem Eifer folgt er ihr betreten.

Jedoch die Jungfrau fällt nicht. Nein, sie gleitet
und mit Gott und weit gespanntem Kleid
landet sie gesund und ohne Leid,
nachdem der Fels des Ritters Körper spreitet.

Und dies, so will es die Legende,
war des Ritters blut'ges Ende.
Doch an des Mädchens Landestelle
sprudelt seither eine Quelle.
Schmuddelkind ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.11.2011, 16:54   #2
männlich Ayatollah
 
Benutzerbild von Ayatollah
 
Dabei seit: 12/2010
Ort: Vientianne
Alter: 33
Beiträge: 736

Der metaphysische Trick zum Schluss, sowie die hier und da etwas holprige Technik, machen mich dennoch nicht traurig angesichts der sehr stimmungsvollen und romantischen Bilder zu Anfang und Mitte dieser poetischen Story.
Ayatollah ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.11.2011, 18:50   #3
männlich Schmuddelkind
 
Benutzerbild von Schmuddelkind
 
Dabei seit: 12/2010
Ort: Berlin
Alter: 33
Beiträge: 4.780

Für den metaphysischen Trick am Ende kann ich (leider) nichts. Dies war der erste Teil meiner Reihe von Sagenadaptionen, die ich im Frühling verfasst habe. Dazu gehören auch "Die Blutlinde", "Der geizige Fischer im Spreewald" und "Die Laura im Lauratal".

Ansonsten freut es mich, dass es dir auch mit den romantischen Bezügen gefällt!

LG
Schmuddelkind ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 19.12.2011, 21:39   #4
männlich Heinz
 
Benutzerbild von Heinz
 
Dabei seit: 10/2006
Ort: Hilden, NRW
Beiträge: 5.187

Liebes Schmuddelkind,
ich habe es gern gelesen und mich amüsiert. Ich meine, es würde sich lohnen, diese gereimte Fassung einer Sage in eine formvollendetere Balladenfassung zu bringen.
Liebe Grüße,
Heinz
Heinz ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 19.12.2011, 21:56   #5
männlich Schmuddelkind
 
Benutzerbild von Schmuddelkind
 
Dabei seit: 12/2010
Ort: Berlin
Alter: 33
Beiträge: 4.780

Vielen Dank für deinen Kommentar, Heinz!

Du hast recht - man könnte noch etwas den Rhythmus glätten. Es ist nicht perfekt, aber ich bin nicht unzufrieden damit.

LG
Schmuddelkind ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.12.2011, 00:15   #6
männlich Ralfchen
 
Benutzerbild von Ralfchen
 
Dabei seit: 10/2009
Ort: London-Kaufbeuren-Wien
Alter: 72
Beiträge: 11.233

es ist köstlich SCHMUDDI und: die unbeholfenen holperer da und dort machen es rasend amüsant. da drängt sich mir unbedingt ne gegenversion auf:

Im finstren Wald wo Strauchwerk, Dorn und Tann,
späht Jungfer Liesgun, voller Lust auf einen Mann.
Weil feig - sind die im Forst sonst kaum zu seh'n,
mag sein, sie hofft so einen Deppen zu erspähn.
Ralfchen ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.12.2011, 01:21   #7
Thing
R.I.P.
 
Benutzerbild von Thing
 
Dabei seit: 05/2010
Alter: 74
Beiträge: 35.150

ralfilein ...

hast in Deiner zweiten Zeile ein überschüssig-flüssiges Komma-chen....
Thing ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.12.2011, 01:35   #8
weiblich Ilka-Maria
Forumsleitung
 
Benutzerbild von Ilka-Maria
 
Dabei seit: 07/2009
Ort: Arrival City, auf der richtigen Seite des Mains
Beiträge: 22.225

So ist's recht! An diesen mörderischen Wegelagerern war ohnehin nichts Romantisches, auch wenn uns das so mancher Hollywoodfilm weismachen will. "Alles zu bekommen, was man will" erinnert mich sogar ein wenig an den Film "Der Warlord" mit Charlton Heston, in dem ausnahmsweise mal realistisch zum Ausdruck kommt, was die Menschen vom Stand des Rittertums tatsächlich gehalten haben.
Ilka-Maria ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.12.2011, 01:44   #9
männlich Schmuddelkind
 
Benutzerbild von Schmuddelkind
 
Dabei seit: 12/2010
Ort: Berlin
Alter: 33
Beiträge: 4.780

Danke für die Kommentare!

@Ralfchen: Freut mich, dass es dich trotz (oder wegen) der formalen Unvollkommenheit amüsiert! Mit deiner Version hast du das Gedicht recht hübsch auf den Kopf gestellt. Auch sehr amüsant!

@Ilka-Maria: Nun ja, bei den Rittern gab es solche und solche. Aber insgesamt wird das Rittertum ja schon verklärt; da hast du recht. Hans Trapp war eben ein Raubritter und in der Bevölkerung gefürchtet. Auch heute noch muss er in der Region (Pfalz, z.T. noch bis ins Elsass hinein) als pädagogische Mahnfigur herhalten. Dort sagt man: "Bist du nicht artig, dann kommt der Ritter Trapp!". Im Elsass ist er sogar eine Art Knecht Ruprecht.

LG
Schmuddelkind ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.12.2011, 02:04   #10
weiblich Rebird
 
Benutzerbild von Rebird
 
Dabei seit: 05/2011
Ort: wonderland
Alter: 36
Beiträge: 1.461

Moin Schmuddelkind,
das ist wirklich eine richtig feine Legende und dazu alles optimopti verdichtet. WoW! Hat mich jetzt umgehauen
Und das Happy-End, ja das macht einen happy am End´.
Mit Bravour gemeistert!

LG
Rebird ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.12.2011, 02:09   #11
männlich Schmuddelkind
 
Benutzerbild von Schmuddelkind
 
Dabei seit: 12/2010
Ort: Berlin
Alter: 33
Beiträge: 4.780

Danke Rebird!

Haut mich um, dass es dich umhaut! Aber ehrlich gesagt: Ich finde, ich hätte es besser verdichten sollen. Hätte mir n bisschen mehr Zeit mit der Ballade nehmen müssen, aber mit dem "Happy End", also den letzten beiden Strophen bin ich zufrieden.

LG
Schmuddelkind ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.12.2011, 02:10   #12
weiblich Ilka-Maria
Forumsleitung
 
Benutzerbild von Ilka-Maria
 
Dabei seit: 07/2009
Ort: Arrival City, auf der richtigen Seite des Mains
Beiträge: 22.225

Zitat:
Nun ja, bei den Rittern gab es solche und solche.
Die Kaste der Ritter ist ziemlich klar definiert: Sie hatten Lehen, wie auch die Barone und andere Adelige, und leisteten dafür Kriegsdienste, denn der König hatte kein eigenes stehendes Heer. Diese Kriege sahen aber meist so aus, daß sie sich gegenseitig überfielen. Sie waren mordende und sengende Plünderer. Barbara Tuchman hat das so beschrieben:
"Diese Privatkriege wurden von den Rittern mit wilder Kampfeslust geführt, sie kannten nur eine einzige Strategie: den Feind dadurch zu besiegen, daß man soviele Untertanen wie möglich entweder tötete oder verstümmelte, die Ernte vernichtete und Weinberge, Werkzeuge, Scheunen und anderen Besitz zerstörte, um die Einnahmen aus dem Lande zu reduzieren. Aus diesem Grund war die Bauernschaft das Hauptopfer der kriegführenden Parteien."
Im Roman "Lancelot" aus dem 13. Jahrhundert sind aufgeführt:

Acht gespaltene Schädel,
acht unberittene, von Pferdehufen zermalmte Männer,
fünf Enthauptungen
zwei abgeschlagene Schultern,
drei abgeschnittene Hände,
drei abgeschnittene Arme,
ein verbrannter Ritter,
zwei katapultierte Ritter
eine in Eisen gelegte Frau,
eine in siedenes Wasser gesetzte Frau,
40 Vergewaltigungen,
500 Tote durch Vergiften,
ein Turnier ohne Regeln, sondern mit wahllosem Gemetzel.

Ein Wandel trat erst im Spätmittelalter ein durch technischen Fortschritt, Ausbau des Handwerks und den Handel mit Geld. Die Tatsache, daß jeder durch Arbeitsteilung leichter und sicherer zu seinem Auskommen finden konnte, aber auch die Stärkung der Zentralgewalten, führten zu einem Zivilisationsprozeß, dem das Rittertum schließlich weichen mußte.
Ilka-Maria ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.12.2011, 02:44   #13
männlich Schmuddelkind
 
Benutzerbild von Schmuddelkind
 
Dabei seit: 12/2010
Ort: Berlin
Alter: 33
Beiträge: 4.780

Du hast mit all deinen Ausführungen sicherlich recht und ich muss dir für deinen Eifer ein Kompliment aussprechen. Ich gehe auch davon aus, dass du über das Thema mehr gelesen hast als ich (und das obwohl ich Geschichte studiert habe).

Aber zum einen denke ich, dass die geschilderte Problematik keine klassenspezifische Problematik war. Das Fehdewesen war ein grundsätzliches Problem in der Rechtskonstruktion mittelalterlicher Staaten (und war, wie du schon angedeutet hast, notwendig aufgrund der fehlenden Staatlichkeit) und betraf nicht nur den Adel.

Zum Anderen denke ich, dass es immer darauf ankommt, wie man sich in einem bestehenden Rechtswesen verhält. Es waren nicht alle Ritter solche Schlächter und nicht alle sahen sich gezwungen, sich an Fehden zu beteiligen (was nicht notwendiger Weise auf ihre edlen Absichten verweist). Was ich damit nur sagen will: Der Ritterstand war nicht der Kreis von Helden, wie er so oft besungen wurde, aber es waren nicht alle Ritter Massenmörder und Vergewaltiger.

LG
Schmuddelkind ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.12.2011, 03:19   #14
weiblich Ilka-Maria
Forumsleitung
 
Benutzerbild von Ilka-Maria
 
Dabei seit: 07/2009
Ort: Arrival City, auf der richtigen Seite des Mains
Beiträge: 22.225

Zitat:
Zitat von Schmuddelkind Beitrag anzeigen
Der Ritterstand war nicht der Kreis von Helden, wie er so oft besungen wurde, aber es waren nicht alle Ritter Massenmörder und Vergewaltiger.

LG
Ich fürchte doch, denn das war zu dieser Zeit "normal". Die Menschen jener Zeit verfügten nicht über Empathie, wie wir sie heute kennen. Das zeigen schon allein die grauenhaften, erfindungsreichen, absichtlich langgezogenen Hinrichtungen, an denen sich das umstehende Volk ergötzte. Menschen zu quälen und abzuschlachten war Alltag.

Ich empfehle, mal die Biografien von El Cid oder William Wallace zu lesen, da bleibt nichts mehr von ritterlicher Romantik.

Empathie ist eine moderne Entwicklung, die erst vom Humanismus hervorgebracht wurde.
Ilka-Maria ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.12.2011, 03:29   #15
männlich Schmuddelkind
 
Benutzerbild von Schmuddelkind
 
Dabei seit: 12/2010
Ort: Berlin
Alter: 33
Beiträge: 4.780

Zitat:
Empathie ist eine moderne Entwicklung, die erst vom Humanismus hervorgebracht wurde.
Das sehe ich ein wenig anders. Natürlich hat der Humanismus geholfen, Empathie etwas weiter in den Mittelpunkt zu rücken, aber weder ist unsere heutige Gesellschaft von Empathie durchdrungen, noch wiedersprechen sich Vormoderne und Empathie. Wenn man sich mal viele "Naturvölker" (die Ethnologie hat versucht, mich zu lehren, dass "Naturvolk" ein böses Wort ist) anschaut, dann ist dort teilweise ein aus unserer Sicht übermenschliches Maß an Empathie vorhanden, allerdings stets bezogen auf die eigene Gruppe.
Schmuddelkind ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.12.2011, 03:56   #16
weiblich Ilka-Maria
Forumsleitung
 
Benutzerbild von Ilka-Maria
 
Dabei seit: 07/2009
Ort: Arrival City, auf der richtigen Seite des Mains
Beiträge: 22.225

Solchen Aussagen stehe ich mißtrauisch gegenüber. Es gibt ein Buch mit dem Titel "The Semai: A Nonviolent People of Malaya". Bei den Semai gibt es offensichtlich nicht viel Morde, ca. 30 je 100.000 Menschen pro Jahr. Aber es gibt auch nicht viele Semai. Und wenn man die Quote in Prozent ausdrückt, kommt man auf die gleiche Größenordnung wie Detroit zu seinen gefährlichsten Zeiten.

Das gleiche gilt für die angeblich gewaltfreien !Kung (schreibt sich wirklich so) und die Inuit. Diese angeblich wutfreien Menschen ermorden sich gegenseitig nämlich mit einer Quote, die weitaus höher liegt als bei den Amerikanern und Europäern. Bei den !Kung ging die Quote erst um ein Drittel zurück, nachdem ihr Territorium unter die Kontrolle der Regierung von Botwana kam.

Wieso immer noch solche Märchenbücher über angeblich gewaltfreie Stämme und Völker kursieren, ist mir schleierhaft.

Aber das führt zu weit vom Thema weg, hier geht es ja um Europa und seine Ritter.
Ilka-Maria ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.12.2011, 04:01   #17
männlich Schmuddelkind
 
Benutzerbild von Schmuddelkind
 
Dabei seit: 12/2010
Ort: Berlin
Alter: 33
Beiträge: 4.780

Von "Gewaltfreiheit" habe ich nicht gesprochen, nur von "Empathie".
Schmuddelkind ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.12.2011, 04:04   #18
weiblich Ilka-Maria
Forumsleitung
 
Benutzerbild von Ilka-Maria
 
Dabei seit: 07/2009
Ort: Arrival City, auf der richtigen Seite des Mains
Beiträge: 22.225

Empathie ist aber doch eine Grundlage für Gewaltverzicht - oder?
Ilka-Maria ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.12.2011, 04:17   #19
männlich Schmuddelkind
 
Benutzerbild von Schmuddelkind
 
Dabei seit: 12/2010
Ort: Berlin
Alter: 33
Beiträge: 4.780

Nicht unbedingt. Man kann Gewaltverzicht auch durch institutionalisiertes Verhalten erreichen. Wir leben heute in Deutschland in einer vergleichsweise friedlichen Gesellschaft. Warum? Weil wir wissen, dass wir in dieser Gesellschaft mit ihren Institutionen (Staatlichkeit und Polizie, Wirtschaft) sehr viel besser über die Runden kommen, wenn wir auf Gewalt verzichten.

Und das ist keine rationale Entscheidung zum Gewaltverzicht. Vielmehr ist es so, dass der Mensch sich u.a. als Bürger sieht und als solcher verinnerlicht hat, wie man in dieser Gesellschaft Erfolg hat - und das ist in der Regel ohne Gewalt. Gewalt tritt ja meistens da auf, wo der Mensch seine Bürgerlichkeit vergisst und zurückgeworfen wird auf sein Menschsein, auf seine Emotionen und Instinkte.

Und doch leben wir in einer Gesellschaft, die sich zwar den kategorischen Imperativ auf die Fahnen schreibt, aber gleichzeitig in vielen Alltagssituationen so wenig Verständnis für die Gefühlswelt Anderer offenbart. Eine Gesellschaft, in der wir alternde Menschen (vermutlich oft ohne ihre Einsamkeit nachzuempfinden) in Heime abschieben, angeblich keine Zeit haben, uns den Gedanken Notleidender anzunehmen und Menschen per E-Mail mit ihrem Partner Schluss machen.
Schmuddelkind ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.12.2011, 06:42   #20
männlich Ex-Gamma
abgemeldet
 
Dabei seit: 01/2011
Beiträge: 1.196

in andacht voll inbrunst gelesen, wie dumm ist mir mein auge, der text ging mir nicht in die ratio, viel tiefer in die emotion, in meinem seelenbilde, das in mir erwachte, die jungfrau ganz unbefleckt, am fels sich festhielt, am Gemächte, was sich ihm da vor dem abgrund spreizte.
Ex-Gamma ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.12.2011, 06:54   #21
Thing
R.I.P.
 
Benutzerbild von Thing
 
Dabei seit: 05/2010
Alter: 74
Beiträge: 35.150

Ich halte es eher für eine Moritat denn für eine Ballade.
Aber ich muß es vor einem "richtigen" Kommentar noch einmal lesen.

Übrigens:
Es gab auch wirklich edle Ritter. z.B. den Sire de Coucy im 14. Jahrhundert.
(Barbara Tuchmann: "Der ferne Spiegel")

LG!
Thing ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.12.2011, 08:46   #22
weiblich Ilka-Maria
Forumsleitung
 
Benutzerbild von Ilka-Maria
 
Dabei seit: 07/2009
Ort: Arrival City, auf der richtigen Seite des Mains
Beiträge: 22.225

Zitat:
Zitat von Schmuddelkind Beitrag anzeigen
Nicht unbedingt. Man kann Gewaltverzicht auch durch institutionalisiertes Verhalten erreichen. Wir leben heute in Deutschland in einer vergleichsweise friedlichen Gesellschaft. Warum? Weil wir wissen, dass wir in dieser Gesellschaft mit ihren Institutionen (Staatlichkeit und Polizie, Wirtschaft) sehr viel besser über die Runden kommen, wenn wir auf Gewalt verzichten.

Und das ist keine rationale Entscheidung zum Gewaltverzicht. Vielmehr ist es so, dass der Mensch sich u.a. als Bürger sieht und als solcher verinnerlicht hat, wie man in dieser Gesellschaft Erfolg hat - und das ist in der Regel ohne Gewalt. Gewalt tritt ja meistens da auf, wo der Mensch seine Bürgerlichkeit vergisst und zurückgeworfen wird auf sein Menschsein, auf seine Emotionen und Instinkte.

Und doch leben wir in einer Gesellschaft, die sich zwar den kategorischen Imperativ auf die Fahnen schreibt, aber gleichzeitig in vielen Alltagssituationen so wenig Verständnis für die Gefühlswelt Anderer offenbart. Eine Gesellschaft, in der wir alternde Menschen (vermutlich oft ohne ihre Einsamkeit nachzuempfinden) in Heime abschieben, angeblich keine Zeit haben, uns den Gedanken Notleidender anzunehmen und Menschen per E-Mail mit ihrem Partner Schluss machen.
Da kann ich uneingeschränkt zustimmen.


Zitat:
Übrigens:
Es gab auch wirklich edle Ritter. z.B. den Sire de Coucy im 14. Jahrhundert.
(Barbara Tuchmann: "Der ferne Spiegel")
Aus diesem Werk von B.T. stammt auch mein weiter oben in einem Kommentar genanntes Zitat. Deshalb muß ich davon ausgehen, daß Sir de Coucy eine Ausnahme war. Allerdings gingen die Grausamkeiten und Morde ab dem 13. Jahrhundert kontinuierlich zurück, zwar erst langsam und im 14. Jh. sicherlich noch nicht so deutlich spürbar, ungefähr ab 1700 aber mit beschleunigter Geschwindigkeit.
Ilka-Maria ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.12.2011, 09:21   #23
Thing
R.I.P.
 
Benutzerbild von Thing
 
Dabei seit: 05/2010
Alter: 74
Beiträge: 35.150

Ja, klar.
Weil kaum einer da war, die Felder zu bestellen und die Ernte einzuholen.
"Das Volk" wurde gebraucht und dieserhalben nicht mehr so brutal-radikal dezimiert.
Geknechtet blieb es so oder so.
Thing ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.12.2011, 16:11   #24
männlich Fridolin
 
Dabei seit: 04/2010
Beiträge: 1.021

Ihr habt den im Schwabenland berühmtesten Ritter vergessen: Ritter Götz, einen meiner Vorfahren, der ja auch alles andere als ein edler Ritter war. Hätte ihm Goethe nicht mit seinem Drama und dem Götz-Zitat ein Denkmal gesetzt, wäre der Ritter Götz längst vergessen.

Neben dem Ritter Götz gibt es im Schwabendland noch einen weiteren Ritter, der es auf einem anderen Sektor zu größerer Beliebtheit gebracht hat: Ritter Sport.

LG Fridolin (Friedhelm Götz)
Fridolin ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.12.2011, 22:28   #25
männlich Ralfchen
 
Benutzerbild von Ralfchen
 
Dabei seit: 10/2009
Ort: London-Kaufbeuren-Wien
Alter: 72
Beiträge: 11.233

Zitat:
Zitat von Fridolin Beitrag anzeigen
...Ihr habt den im Schwabenland berühmtesten Ritter vergessen: Ritter Götz, einen meiner Vorfahren...
aha, das ist gemein interessant. nur was hat das mit dem wunderbaren text unseres SCHMUDDI zu tun? und warum uns hier den GÖTZ VON BERLICHINGEN an die wand hängen, werter fridolin?

Was man will, (aber besser nicht ist):

Ich will das Rad sein, dass dich überrollt,
das Projektil das auf dich rast, aus einem Colt.
Die Hacke die dir deinen Schädel spaltet,
der Hebel der den Stuhl auf Strom dir schaltet.
Ralfchen ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.12.2011, 22:33   #26
Thing
R.I.P.
 
Benutzerbild von Thing
 
Dabei seit: 05/2010
Alter: 74
Beiträge: 35.150

Hab versucht, einen Bezug herzustellen.
Die, die schießen, spritzen oder den Hebel umlegen, können nix mehr rauben.

Wie, ralfelino, hast Du das gemeint?
Thing ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.12.2011, 22:53   #27
männlich Ralfchen
 
Benutzerbild von Ralfchen
 
Dabei seit: 10/2009
Ort: London-Kaufbeuren-Wien
Alter: 72
Beiträge: 11.233

ja rauben will ich nix. es iss mir nur so eingefallen; zum leeren komm von meister götz v. b.
Ralfchen ist offline   Mit Zitat antworten
Antwort

Lesezeichen für Der Jungfernsprung

Stichworte
legende, sturz, vergewaltigung, wald

Themen-Optionen Thema durchsuchen
Thema durchsuchen:

Erweiterte Suche



Sämtliche Gedichte, Geschichten und alle sonstigen Artikel unterliegen dem deutschen Urheberrecht.
Das von den Autoren konkludent eingeräumte Recht zur Veröffentlichung ist Poetry.de vorbehalten.
Veröffentlichungen jedweder Art bedürfen stets einer Genehmigung durch die jeweiligen Autoren.