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Gefühlte Momente und Emotionen Gedichte über Stimmungen und was euch innerlich bewegt.

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Alt 16.05.2010, 13:55   #1
weiblich Rabenmädchen
 
Benutzerbild von Rabenmädchen
 
Dabei seit: 05/2010
Alter: 26
Beiträge: 21

Standard Ich möchte leben

Ich möchte laufen mit dem Wind
Durch unendlich weite Felder.
Fliegen wie ein Vogel
So frei.

Ich möchte schwimmen mit den Wellen
Im unendlich tiefen Meer.
Tauchen wie ein Fisch
So tief.

Doch die Zeit rinnt mir durch die Finger
Wie Sand.
Und schwere Ketten halten mich.
Gefangen bin ich.
Von dicken Mauern umgeben
Durch die sich kaum ein Sonnenstrahl verirrt.

Und so Irre ich umher.
Umhüllt von Dunkelheit.
Im Labyrinth meiner Erinnerungen.
Sie lassen mich nicht gehen,
Umschlingen mich,
Schnüren meine Kehle zu
Und Zerkratzen mich
Mit ihren scharfen Dornen.

Ich möchte Freiheit spüren!
Die Ketten zerreißen!
Die Mauern zerstören!
Die Erinnerungen verbannen!


Ich möchte leben!
Rabenmädchen ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.05.2010, 21:56   #2
weiblich sturmmöwe
 
Benutzerbild von sturmmöwe
 
Dabei seit: 05/2010
Alter: 29
Beiträge: 110

Hi Rabenmädchen

Inhaltlich gefällt mir dein Gedicht sehr. Es berührt. Ich kann das Gefühl sehr gut nachempfinden. Mir gefällt, wie du deine Gefühle in Bildern ausdrückst.
Von der Form her finde ich auch die beiden ersten Strophen sehr vielversprechend. Danach wirkt es aber ein wenig chaotisch. Es fehlt irgendeine Art der Konstanz, z.B. ein Versmass, eine konstante Anzahl Zeilen pro Strophe oder ähnliches.

glg
möwe
sturmmöwe ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 19.05.2010, 14:21   #3
Steffyschatz
 
Dabei seit: 10/2009
Alter: 33
Beiträge: 10

Standard SUPER

Also ich finde diese Gedicht sehr schön, das berührt !! WoW
Zitat:
Zitat von Rabenmädchen Beitrag anzeigen
Ich möchte laufen mit dem Wind
Durch unendlich weite Felder.
Fliegen wie ein Vogel
So frei.

Ich möchte schwimmen mit den Wellen
Im unendlich tiefen Meer.
Tauchen wie ein Fisch
So tief.

Doch die Zeit rinnt mir durch die Finger
Wie Sand.
Und schwere Ketten halten mich.
Gefangen bin ich.
Von dicken Mauern umgeben
Durch die sich kaum ein Sonnenstrahl verirrt.

Und so Irre ich umher.
Umhüllt von Dunkelheit.
Im Labyrinth meiner Erinnerungen.
Sie lassen mich nicht gehen,
Umschlingen mich,
Schnüren meine Kehle zu
Und Zerkratzen mich
Mit ihren scharfen Dornen.

Ich möchte Freiheit spüren!
Die Ketten zerreißen!
Die Mauern zerstören!
Die Erinnerungen verbannen!


Ich möchte leben!
Steffyschatz ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.10.2011, 14:33   #4
weiblich Ex-Encki
abgemeldet
 
Dabei seit: 06/2011
Beiträge: 424

Hallo Rabenmädchen,

die ersten beiden Strophen gefallen mir auch sehr.
Auch wenn sie von den Bildern sehr klassisch sind, ist der Klang Deiner Worte eigen.
Metrisch sind die beiden Strophen aneinander angepasst, sodass ein Fluss entsteht, mit dem man mitfließen kann.

In den folgenden Strophen ist diese Verdichtung nicht zu finden. Ich sehne mich da nach mehr Struktur.
Ausbrechen aus der Form ist gut. Zwischendurch zurückfinden, gibt dem Interpreten halt und man möchte weiter zuhören.

Weiter glaube ich, solltest Du versuchen individuelle Bilder zu kreieren:
"Ketten zerreißen", Mauern zerstören", "Labyrinth meiner Erinnerungen" sind ansich abgegriffene Bilder und zudem nicht gut ausgedrückt.
Ketten kann man gewöhnlich nicht zerreißen, sondern sprengt sie. Mauern kann man zerstören. Aber wie? Versuche es Deinen Lesern zu verbildlichen: Mauern könnte man z.B. ebenfalls sprengen...
Da wäre eine Parallele zu den Ketten. Du könntest sie vielleicht ausbauen und Deine eigene Welt so kompremieren und ausbauen...

Ich hoffe, Du hast mich verstanden.
Du schreibst:
Zitat:
Ich möchte Freiheit spüren!
Dann zeig uns wie das Lyrische Ich sich befreit. Finde Worte und eigene Bilder dafür!

Zitat:
Im Labyrinth meiner Erinnerungen[:]
[...]
umschlingen mich,
schnüren meine Kehle zu[.]
Und Zerkratzen mich
mit ihren scharfen Dornen.
Erinnerungen wirkt hier unförmig und ungelenk. Zum Beispiel könnte man auch schreiben: "Im Labyrinth meiner Sinne", ...
"Lassen mich nicht gehen" erzeugt kein Bild. Danach schreibst Du, wie sie Dich festhalten. Deswegen kannst Du das weniger bildhafte ruhig streichen.

Ich sehe viel Potenzial in Deinen Gedanken und Worten.

Liebe Grüße
Encki
Ex-Encki ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.10.2011, 14:39   #5
Thing
R.I.P.
 
Benutzerbild von Thing
 
Dabei seit: 05/2010
Alter: 74
Beiträge: 35.150

Halli Hallo -

eine "Ausgrabung"?

Das Gedicht ist nicht übel.
Dazu einen Spruch von Schiller:

Nur wer sich seiner Ketten entledigt, ist frei.

Was zu seiner Zeit noch schwierig war.
Er hat es gewagt.
Im Gegensatz dazu scheinen mir Deine schwermütig dargebrachten Ketten doch eher aus dem Sentiment zu kommen.
Freiheit ist heute kein teures Gut mehr.


LG
Thing
Thing ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25.10.2011, 11:20   #6
männlich ZychoyZ
 
Dabei seit: 02/2010
Alter: 33
Beiträge: 1.634

"Freiheit ist heute kein teures Gut mehr." dennoch leider ein sehr seltens ... freiheit kann nurmit knechschaft einhergehen ... und bei unserer angeblichen (oder teils auch de facto vorhandenen) äußeren freiheit knechtet man leider zu oft das innere.

auch ich finde mich in dem gedicht durchaus wieder, die erinnerungen die wie stachel brennen, sich einfressen ins weiße fleisch ... man muss sich eine gewisse distanz dazu aufbauen, denke ich dann wird man da besser mit fertig ... mir gefallen auch die freien verse sehr gut, da es trotz dieser auch noch wirklich harmonisch wirkt ...

gute grüße an die dichterin
Zycho
ZychoyZ ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 26.10.2011, 11:14   #7
männlich Zwieleuchter
 
Dabei seit: 10/2011
Ort: Ditmarschen
Beiträge: 48

hallo sturmmöve, wenn jemand chaos empfindet, sollte es auch chaos bleiben.
mir gefällt das gedicht so wie es ist, weil eben diese fehlende konstanz von mir als ein weiters stilmittel empfunden wird.
übrigens, liebe grüsse an alle! das ist mein erster beitrag auf poetry.
zwieleuchter
Zwieleuchter ist offline   Mit Zitat antworten
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