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Philosophisches und Nachdenkliches Philosophische Gedichte und solche, die zum Nachdenken anregen sollen.

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Alt 28.07.2009, 20:24   #1
weiblich Ilka-Maria
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Beiträge: 22.230

Standard Sonett von Mißgunst und Neid

Zu unrecht wird oft Neid gescholten,
denn wenn man ihn zum Freunde macht,
dann gibt er Schwung und Antriebskraft,
ein Stück vom Kuchen sich zu holen.

Doch wenn wir anderen nicht gönnen,
was das Schicksal ihnen zugedacht,
wenn reine Mißgunst schafft sich Macht,
dann brennt die Seele in den Höllen.

Wer nur kann sehn, was der andere hat
und möchte es ihm entreißen,
wer nicht vertraut in die eigene Kraft,

statt Boden und Hof zu enteignen,
entzieht seinem Herzen Lebenssaft
und tötet die Seele mit Steinen.

18. März 2009
© by Ilka-M.
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Alt 31.07.2009, 00:17   #2
weiblich Rena
 
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Dabei seit: 06/2009
Ort: Berlin
Beiträge: 545

Hi Ilka,

ich bin überhaupt nicht neidisch, wozu auch!

Ich erfreue mich an dem, was ich habe und finde, dass innere Zufriedenheit mit sich und seinem Leben viel wichtiger ist.

Sehr schön geschrieben, Dein Gedicht. Mir gefällt es.

Liebe Grüße von Rena
Rena ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 31.07.2009, 06:41   #3
weiblich Ilka-Maria
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Dabei seit: 07/2009
Ort: Arrival City, auf der richtigen Seite des Mains
Beiträge: 22.230

Liebe Rena,

grundsätzlich sehe ich das auch so wie du, man sollte zufrieden sein. Aber Zufriedenheit entsteht ja nicht aus sich selbst heraus. Deshalb halte ich den Neid dann für wichtig, wenn er uns zu neuen Leistungen motiviert und ein weiteres Gefühl der Zufriedenheit entstehen läßt.

In jeder Bewunderung steckt unterschwellig Neid, der uns oft sagen läßt: "Das will ich auch erreichen" oder "Das will ich auch haben". Wer hat nicht schon Fragen der Art gehört wie: "Woher nimmst du den Schwung, neben der Arbeit noch soviele Hobbys zu pflegen?" Als Ansporn kann Neid durchaus in positive Kanäle gelenkt werden.

Mißgunst jedoch nie. Sie ist niederträchtig, läßt Bewunderung nicht zu und würde alles, was erstrebenswert ist, am liebsten in Stücke reißen, nach dem Motto: "Was ich nicht bekommen kann, sollst du auch nicht haben." Solche Menschen werden nie zufrieden sein, sie wollen es vielleicht auch gar nicht.

Diese Gedankengänge haben mich zu dem Sonett motiviert. Außerdem wollte ich mal wieder die Form ausprobieren.

Danke für deinen Kommentar und einen guten Start ins Wochenende.

LG
Ilka-M.
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