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Philosophisches und Nachdenkliches Philosophische Gedichte und solche, die zum Nachdenken anregen sollen.

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Alt 31.05.2009, 14:00   #1
männlich Perry
 
Benutzerbild von Perry
 
Dabei seit: 11/2006
Alter: 67
Beiträge: 2.799

Standard Späte Tage beginnen früh

Der erste Schritt ins Freie,
ist der Weg zum Briefkasten.
Amseln haben nachts
im Blumenbeet gescharrt.
Die Tulpenzwiebeln liegen
verstreut auf dem Pflaster,
geplünderte Gräber
ungeborener Düfte und Farben.

Ich klemme mir
die Zeitung untern Arm,
werfe die Prospekte
in den Container.
Post von dir war nicht dabei.
Vielleicht ist meine Adresse
verloren gegangen wie Worte,
die Liebende so sagen.

Geändert von Perry (01.06.2009 um 10:29 Uhr)
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Alt 31.05.2009, 20:55   #2
männlich Ex-Abendstern
abgemeldet
 
Dabei seit: 08/2006
Beiträge: 583

Hallo Perry,

mir gefällt dieses Gedicht von Dir wirklich gut. Es hält, wie ich finde, gekonnt die Waage zwischen romantisch bildhafter Melancholie einerseits und sachlich orientierter, feinfühliger Besinnung andererseits.

Du verstehst es, Alltägliches gekonnt aufzugreifen, um es zu Angelpunkten lyrischer Kontemplation zu machen.

Ein kleiner Einwand: Müßte es nicht "unter den Arm" heißen ("unterm" wäre Dativ, und das klingt falsch)?

Nebenbei bemerkt: Prosalyrik, wie Du Deine Zeilen zu nennen pflegst, hat durch Deine Texte bei mir einen ganz neuen Stellenwert erhalten.

LG
Abendstern

Geändert von Ex-Abendstern (01.06.2009 um 10:02 Uhr)
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Alt 01.06.2009, 10:28   #3
männlich Perry
 
Benutzerbild von Perry
 
Dabei seit: 11/2006
Alter: 67
Beiträge: 2.799

Standard Hallo Schwarzauge,

klar muss es untern Arm heißen, da ist mal wieder das Umgangsprachliche durchgebrochen.
Es freut mich, dass dir meine Prosalyrik gefällt. Viele glauben, dass dies keine richtige Lyrik ist, weil ja nur normale Sätze in Zeilen und Verse gebrochen werden. Hier liegt die Kunst und Schwierigkeit eben darin, wie du schon geschrieben hast, die richtige Balance zwischen bildhaftem Ausdruck und wörtlicher Verdichtung zu finden. Die hohe Kunst ist es dann solche Texte mit Alliterationen, Enjambements oder Metaphern zu schmücken, soweit sich das ergibt und die Aussage unterstützt.
Danke für dein Interesse und die Wertschätzung.
LG
Perry
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