Poetry.de - das Gedichte-Forum
 kostenlos registrieren Forum durchsuchen Letzte Beiträge

Zurück   Poetry.de > Gedichte-Forum > Gefühlte Momente und Emotionen

Gefühlte Momente und Emotionen Gedichte über Stimmungen und was euch innerlich bewegt.

Antwort
 
Themen-Optionen Thema durchsuchen
Alt 02.02.2018, 01:36   #1
männlich Eisenvorhang
 
Dabei seit: 04/2017
Beiträge: 1.781

Standard Ich fühl die Welt auf meine eigne Weise.

Ich fühl die Welt auf meine eigne Weise.
Und sehe mich in ihr oft tief versumpfen.
Gedanken rinnen durch das Tor zum Dumpfen,
auf einer unerschöpflich langen Reise.

Die Vögel ziehen längst schon ihre Bahnen
auf Wegen, die dem Horizont entgleiten.
Wird je ein Wanderer den Weg beschreiten?
Das Rot des Abends wellt ihm tausend Fahnen,

die sich in ihrer Not der Nacht hinwenden.
Und finster drückt es durch die matten Scheiben:
Das letzte Abendlicht, wo wird es enden?

Die Uhr rennt fix, kein Ticken kennt die Pause.
Kann ich denn nicht noch etwas Kraft aufwenden?
Ich lege mich zur Nacht und bin zuhause.

Geändert von Eisenvorhang (02.02.2018 um 03:23 Uhr)
Eisenvorhang ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 02.02.2018, 08:55   #2
weiblich DieSilbermöwe
 
Benutzerbild von DieSilbermöwe
 
Dabei seit: 07/2015
Alter: 56
Beiträge: 4.266

So richtig, richtig schön.

Vielleicht blamier ich mich ja jetzt, aber

Zitat:
Die Vögel ziehen längst schon ihre Bahnen
auf Wegen, die dem Horizont entgleiten.
Wird je ein Tier denselben Weg beschreiten
Ein Vogel ist doch ein Tier, geht es hier darum, dass auch andere Tiere irgendwann fliegen oder denke ich zu pragmatisch?

LG DieSilbermöwe
DieSilbermöwe ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 02.02.2018, 12:46   #3
männlich Eisenvorhang
 
Dabei seit: 04/2017
Beiträge: 1.781

Hallo DieSilbermöwe!

Nein, Du blamierst Dich nicht.

Es soll ausdrücken, ob je ein anderes, oder weiteres oder ob überhaupt ein Tier, die gleichen Wegen gehen/ziehen/etc. würde, wie das beobachtete Bild. Weil ja Vögel nicht alle Tiere sind.

Nämlich, ob der Horizont irgendwann alles verschluckt, ob ein Tier exakt dieselben Wegen gehen würde, wie die Vögel.

Vielleicht bekomme ich den Vers noch besser hin, muss ich mal sehen.

Geändert!

Hab dank für die Kritik und schön, dass es Dir gefällt!

vlg

EV

Korrektur Version 2:

Ich fühl die Welt auf meine eigne Weise.
Und sehe mich in ihr oft tief versumpfen.
Gedanken spinnen durch das Tor zum Dumpfen,
auf einer grenzenlosen langen Reise.

Die Vögel ziehen längst schon ihre Bahnen
auf Wegen, die dem Horizont entgleiten.
Wird je ein Wanderer den Weg beschreiten?
Das Rot des Abends wellt ihm tausend Fahnen,

die sich in ihrer Not der Nacht hinwenden.
Und finster drückt es durch die matten Scheiben:
Das letzte Abendlicht, wo wird es enden?

Die Uhr rennt fix, kein Ticken kennt die Pause.
Kann ich denn nicht noch etwas Kraft aufwenden?
Ich lege mich zur Nacht und bin zuhause.

Geändert von Eisenvorhang (02.02.2018 um 17:39 Uhr)
Eisenvorhang ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 02.02.2018, 18:55   #4
weiblich DieSilbermöwe
 
Benutzerbild von DieSilbermöwe
 
Dabei seit: 07/2015
Alter: 56
Beiträge: 4.266

Hallo Eisenvorhang,

danke für deine Antwort!

Zitat:
Die Vögel ziehen längst schon ihre Bahnen
auf Wegen, die dem Horizont entgleiten.
Wird je ein Wanderer den Weg beschreiten?
Das Rot des Abends wellt ihm tausend Fahnen
Das gefällt mir besser.

Die Änderungen insgesamt finde ich gut, jetzt ist es richtig stimmig.

LG DieSilbermöwe
DieSilbermöwe ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 03.02.2018, 13:41   #5
männlich Laie
 
Benutzerbild von Laie
 
Dabei seit: 04/2015
Ort: Oberpfalz
Alter: 28
Beiträge: 870

Hi EV,

ich mag die Sonettform nicht. Obwohl es eine Gedichtform wie jede andere ist, kommt sie mir besonders starr vor. Aber du hast sie hier in einer Art mit Worten gefüllt, dass es mir locker und leicht erscheint. Auch, dass es in den Terzetten keinen Reim auf "Scheiben" gibt, stört mich überhaupt nicht.

Ansonsten hast du wirklich einige schöne Bilder gefunden. Das Bild des "An-die-Nacht-legens" gefällt mir sehr. Auch, da ich es auch schon mal verwendet habe

Sehr gern gelesen.


Gruß,
Tiger
Laie ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 03.02.2018, 22:52   #6
männlich Schmuddelkind
 
Benutzerbild von Schmuddelkind
 
Dabei seit: 12/2010
Ort: Berlin
Alter: 33
Beiträge: 4.780

Zitat:
Obwohl es eine Gedichtform wie jede andere ist, kommt sie mir besonders starr vor. Aber du hast sie hier in einer Art mit Worten gefüllt, dass es mir locker und leicht erscheint. Auch, dass es in den Terzetten keinen Reim auf "Scheiben" gibt, stört mich überhaupt nicht.
Und genau das ist die Kunst bei Sonetten, das Gesetz mit der Natur zu vereinen - darüber wollte ich demnächst ohnehin was schreiben, aber hier will ich dir nur zustimmen, dass das Eisenvorhang mehr als nur gut gelungen ist. Das Gedicht ist leicht und erhebend, was nicht zuletzt an der warmen Wortwahl liegt, die dem Inhalt entspricht.

Die Frage, ob je ein Wanderer den hinter dem Horizont sich verlierenden Weg beschreiten wird, hat mich besonders tief berührt, denn daraus spricht eine tief empfundene (vielleicht universelle) Sehnsucht, nicht dem Vorgegebenen, Sichtbaren, den klaren Kategorien zu entsprechen, sondern abseits sein Glück zu suchen und gewissermaßen seine eigene Welt zu schöpfen. Und besonders als Antithese zum Selbstempfinden des LI in der ersten Strophe, wirkt diese Reflexion so stark.

Und schließlich dann die Synthese, das Hinwenden zum Moment, das Erkennen und Ausschöpfen der eigenen Reichweite, wodurch das LI ganz in der Vollkommenheit einer einfachen Erscheinung aufgeht - hier wird der Kampf zwischen der mutlosen Beschränktheit und der unendlichen Sehnsucht zu einem tieferen Verständnis aufgelöst - das nenne ich ein Sonett!

Eine Kleinigkeit stört mich persönlich nur an diesem, ansonsten vollkommenen Gedicht: Das Wort "fix" bringt mich etwas aus der Stimmung raus - wohl nur des Klanges wegen. Vielleicht wäre "rasch" etwas angenehmer zu lesen?

LG
Schmuddelkind ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.02.2018, 04:06   #7
männlich Eisenvorhang
 
Dabei seit: 04/2017
Beiträge: 1.781

Hallo! :-)

@Tiger

wo anders bereits geantwortet, aber auch hier nochmal: Danke!

@Schmuddl

"fix" gefällt mir auch nicht, bin heute den ganzen Tag schon am wanken und überlegen. Ich werde es definitiv ändern - rasch steht ganz oben auf der Liste, ich denke aber, ich werde es nehmen.

Tiger, DieSilbermöwe, pathos und Du habt mir ein ganz großes Kompliment gemacht! Mein "Fleiß" und meine derzeitige Leidenschaft und Hingabe scheint Früchte zu tragen. Auch die Kritik, die ich erhalte ist für mich im Moment sehr wertvoll und ohne dies, würde ich wahrscheinlich buchstäblich im dumpfen versumpfen .

Euch allen ein Dank für die Mühe des Feedbacks, sowas kostet ja auch Zeit und ist in meinen Augen nicht selbstverständlich.

Ich begegne dem mit großer Wertschätzung!

@Schmuddl, habe Deinen Metrikbeitrag gesehen und werde Dir morgen oder übermorgen dazu in einer PM antworten.

vlg

EV
Eisenvorhang ist gerade online   Mit Zitat antworten
Antwort

Lesezeichen für Ich fühl die Welt auf meine eigne Weise.

Themen-Optionen Thema durchsuchen
Thema durchsuchen:

Erweiterte Suche


Ähnliche Themen
Thema Autor Forum Antworten Letzter Beitrag
A-Z und ab ins Bett Ex Yuki Sonstiges Gedichte und Experimentelles 7 13.12.2016 11:09
Das Bett almebo Philosophisches und Nachdenkliches 11 01.09.2016 00:55
Tod im Bett Orakel Humorvolles und Verborgenes 5 08.10.2015 23:52
DAS BETT BABSvomKUTSCHI Fantasy, Magie und Religion 8 28.10.2013 20:42
Im Bett gummibaum Humorvolles und Verborgenes 7 10.09.2012 16:10


Sämtliche Gedichte, Geschichten und alle sonstigen Artikel unterliegen dem deutschen Urheberrecht.
Das von den Autoren konkludent eingeräumte Recht zur Veröffentlichung ist Poetry.de vorbehalten.
Veröffentlichungen jedweder Art bedürfen stets einer Genehmigung durch die jeweiligen Autoren.