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Alt 04.11.2019, 20:55   #1
männlich Ralfchen
 
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Beiträge: 11.617

Standard Jimmy Carter zum Leben nach dem Sterben

J.C. tituliert es als Leben nach dem Tode. ein interessanter beitrag in einem video der WASHINGTON POST von heute. nun die frage eines lebens nach dem tode, oder der unsterblichkeit der seele wurde seit der antike - sie SOKRATES im PHAIDON - ausführlich analysiert und niemals wirklich falsifiziert. es ist einfach eine metaphysische frage, diese behauptung oder diesen glauben zu eliminieren, da es sich dabei um die fundamentale angst des menschen vor dem sterben/vergehen handelt. ich frage dazu: wenn diese metaphysische behauptung nachweisbar wäre oder das irgendwann einmal sein könnte, müssen wir denn dann nicht auch fragen: wenn ein reh stirbt - lebt es danach in einer paralellen reh-dimension weiter?

dazu eine wahre geschichte aus meiner erlebniswelt:

Malibu – Ende November1984. Mein Schwiegervater war Mitte November an akuter myeloischer Leukämie erkrankt und lag im Sterben. Meine Frau Lucy war auf dem Weg von LA nach Frankfurt mit einem Anschluss Flug nach Wien. Sie war zu spät aber an diesem Nachmittag gestorben und zwar zu einem Zeitpunkt als es in Kalifornien 8 oder 9 Stunden später war. Also gegen 23:00 Uhr – 13:00 in Wien. Meine Großmutter war zu Besuch um mit uns Weihnachten zu feiern. Ich wachte einige minuten nach 23:00 von einem eigenartigen Traum auf: über meinem kopf drehte sich ein rotes Alarm Licht blinkend. Ich stand auf, ging auf den Gang im Obergeschoss des Hauses weil ich durch die Tür zum Schlafzimmer zum gang ein orangefarbenes Licht schimmern gesehen hatte. Ich ging in das Gäste Badezimmer – im oberen Raum waren drei Schlafräume und mein großes Arbeitszimmer - als ich ins Gästebad kam, das von Oma benutzt wurde sah ich dass die Eingangstür zum Bad – die an den eingeschalteten Heizstrahler angelehnt war - bereits zu glosen begonnen hatte. Oma hatte vergessen den Heizstrahler im Bad abzudrehen. Binnen der nächsten 2 Stunden wären wir gestorben: die Spannteppiche hätten zu glosen begonnen und die tödlichen Dämpfe hätten uns von der Bewusstlosigkeit zu einem schnelle sterben gebracht. Wie ich mit Lucy verifizierte war der ihr Vater genau zu diesem Zeitpunkt als ich aufwachte, gestorben.



https://www.washingtonpost.com/polit...se-with-death/
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Alt 05.11.2019, 00:08   #2
männlich Eisenvorhang
 
Dabei seit: 04/2017
Beiträge: 1.714

Manchmal denke ich, dass die Menschen in unserer "deutschen" Kultur noch nicht bereit sind das Thema des Sterbens mit Reife zu behandeln. Auch denke ich, dass viele Angst davor haben schmerzvoll zu sterben, aber den Tod an sich nicht fürchten.

Aus der Natur geht hervor, dass die Dinge sich entwickeln, bis der Zeitpunkt des Vergehens eintritt, wobei es ja kein Zeitpunkt ist, sondern ein Prozess, der nach der menschlichen Ontogenese, die zwischen 21. und 25. Lebensjahr, abschließt, und ab da, der Zerfall beginnt (durch freie Radikale). Im Mittelpunkt dessen steht immer Materie, die zu altern scheint.
Im Moment beweist die Wissenschaft durch sensationelle Entdeckungen wie bspw. durch "CRISPR", dass der Prozess des Alterns (bei Mäusen) aufgehalten respektive verzögert werden kann. (Genmanipulation - kaputte Teile der DNA, werden durch adäquate Proteine und einem Bakterium repariert)

Ich persönlich stelle mir das so vor:

Man ist jung und denkt nicht ans Altern.
Dann altert man aber, vielleicht hinkt bereits die ein oder andere Funktion des Körpers.
Man denkt an die Jugend zurück und erkennt, dass man altert, obwohl man noch nicht alt ist.
Dann wird man alt und es kommen die Wehwehchen, im Geiste aber fühlt man sich noch wie 16.
Hier verbittert die einen, und die anderen werden vielleicht weise und akzeptieren den Prozess der Degeneration.
Dann kommt der Tod.
Und plötzlich, wenn man gestorben ist, erlebt man eine erste Erinnerung in einem neuen Leben und weiß nichts, von dem was vorher war und alles beginnt von vorn.

Denn dieser Zyklus entspräche auch dem in der Natur vorhandenem Prinzip der Entstehung und des Vergehens.

Oben schrieb ich etwas über Materie. Ich glaube, dass das auch für Antimaterie zutrifft oder andere Dinge wie Lichtwellen oder Elementarteilchen wie Neutrinos.

Ich persönlich denke, dass etwas in uns wohnt. Ob das eine Seele ist, oder ein Bewusstsein oder nur eine Konsequenz unserer neuronalen Struktur.
Fakt ist für mich: Etwas kann nicht aufhören, wenn es zu ende ist, wenn es bereits vorher existiert hat. (Ein Leben vor dem eigenen Leben)
Denn die Natur beweist auch da: Sobald etwas geht, entsteht sofort etwas neues, woanders.
Damit meine ich Verwandtschaften, auch mathematische Verwandtschaften wie die sog. komplexen Systeme, die man erst "kürzlich" (vor 10 o. 20 Jahren) nachweisen konnte.

So gesehen macht es dann auch Sinn zu behaupten, dass wir für unsere "Sünden" der alten Generationen im Stammbaum büßen müssen.
Nur das die Natur keine Bewertung im Sinne von schlecht oder gut kennt, sondern nur Logik im Sinne von Reaktion auf Aktion.

Über solche Themen könnte ich Jahre lang nachdenken!

vlg

EV
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