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Alt 27.10.2019, 13:05   #1
männlich Robert Go
 
Dabei seit: 11/2018
Ort: Chemnitz
Beiträge: 42


Standard 08 Ein tierischer Überfall

Zu Beginn ihrer Reise waren die Piraten erfüllt von Vorfreude.
Sie segelten in eine neue Welt. Was würde sie wohl dort erwarten? Wie würden die Menschen auf sie reagieren?
Diese Fragen beschäftigten sie in den ersten beiden Wochen. Aufgeregt diskutierten sie miteinander, kamen aber nie zu einem richtigen Ergebnis.
In den folgenden Tagen verflog jedoch ihre Vorfreude.
Verärgerung und Ungeduld machten sich breit. Denn sie kamen nur langsam voran.
Rotbart konnte nachts schlecht sehen und so segelten sie nur tagsüber.
Die Abende verbrachten sie in verschiedenen Häfen.
Anstatt zu schlafen, begingen sie, wie es sich für Piraten gehörte, kleinere Raubzüge. Ihre Ziele waren Häuser, ganz in der Nähe des Hafens, sowie
Boote und Schiffe, deren Besitzer nicht an Bord waren. Ihre Beute bestand aus Schmuck, Geld und Lebensmitteln. Einmal jedoch änderten sie ihre Strategie, denn in dem Hafen, in dem sie vor Anker lagen, wurde ein großes Fest gefeiert.
Es waren viele Menschen anwesend. Darunter leider auch Polizisten, die das Fest absicherten. Die Gefahr, dass sie erwischt wurden und im Gefängnis landeten, war sehr groß.
Aus diesem Grund besuchten sie eine Hafenkneipe. Dort tranken sie mit den anderen Seeleuten um die Wette. Danach stand Rotbart auf und verkündete mit lauter Stimme:
„Liebe Kameraden. Wer ist stark genug um gegen Rocky anzutreten?“
Dabei zeigte er auf das Känguru, welches an der Wand neben dem Fenster stand und die Fäuste hob.

Drei Seefahrer erklärten sich bereit, gegen ihn anzutreten.
Sie waren zwar groß und von kräftiger Statur, hatten aber auch sehr viel Alkohol getrunken. Dadurch konnten sie kaum noch richtig stehen und zuschlagen.
So endeten alle drei Kämpfe mit dem gleichen Ergebnis: Rocky gewann.
Glücklich verließen die Piraten die Kneipe mit mehreren Geldscheinen und kehrten zu ihrem Schiff zurück.
So verging die Zeit wie im Flug.
In der letzten Woche ihrer Reise, trafen sie zum ersten Mal Menschen.
Es geschah an einem sonnigen Vormittag. Ein sehr schwacher Wind wehte. Das Schiff kam nur mühsam voran. Rotbart versuchte seine verärgerte Mannschaft mit gutem Zureden aufzumuntern.
„Stellt euch die Schätze vor, mit denen uns das Seemonster belohnt, sobald wir ihm die beiden Menschenkinder bringen. Wir werden in Diamanten, Perlen und Goldmünzen baden und in seinem Schloss leben. Dort serviert man uns die besten Weine und die leckersten Speisen.“ Da fiel ihm etwas ein.
„Stefan, komm mal bitte her!“
Der Schiffskoch, trat auf ihn zu.
„Was kann ich für euch tun, Kapitän?“
„Bereitet doch bitte das Mittagessen zu.“
„Würde ich gern tun. Aber es gibt ein kleines Problem. Wir haben kaum noch Proviant oder Wein für die ganze Mannschaft.“
Da brüllte plötzlich der Adler aus dem Mastkorb: „Großes Schiff, Backbord voraus!“
Rotbart griff nach seinem Fernrohr. Dann sah er es auch. Wenige Seemeilen, vor ihnen, segelte ein großes Schiff. Er gab sein Fernrohr dem Vize-Kapitän.
„Hey Karottenkopf! Schau mal. Weißt du was für ein Schiffstyp das ist“
„ Eine Yacht. Da ich keinen Mast mit Segel erkennen kann, verfügt sie über einen Motor. Damit sind sie eigentlich schneller als wir“
„Warum eigentlich?“
„Schau doch mal genau hin! Sie haben den Anker ausgeworfen. Deshalb stehen sie auch auf der Stelle.
„Was denkst du? Lohnt sich ein Überfall?“
„Das hört sich gut an. Lass aber zuerst den Adler einen Erkundungsfug durchführen. Ich möchte wissen wie viele Personen an Bord sind und ob sie Waffen bei sich tragen.“
„Das ist eine gute Idee“, lobte ihn der Kapitän. Er gab dem Adler ein Zeichen. Dieser erhob sich in die Luft, flog auf die Yacht zu, umkreiste sie und kehrte kurz darauf zurück. Er berichtete ihnen, was er gesehen hatte:
„Es sind insgesamt zehn Personen an Bord. Sieben Passagiere, der Kapitän und zwei Wachposten auf dem Bug. Sie scheinen ein Fest zu feiern.“
„Was schlägst du vor?“
„Das klügste ist, wenn wir uns ihnen von der Steuerbordseite nähern.
Wir setzen die Wachen außer Gefecht. Der Rest ist dann ganz leicht.“
„Gut. Das wird der Mannschaft gefallen. Wir können meinem Bruder, der Prinzessin und dem Elf zeigen, was für Piraten wir sind, freute sich der Kapitän.
Da hörte er wie Saphira seinen Namen rief. Er beugte sich über die Reling.
„Was kann ich für euch tun, Prinzessin?“
„Ich möchte nur wissen, was ihr vorhabt und ob es irgendein Problem gibt, warum wir nicht weitersegeln.“
„Wir haben keine Vorräte mehr, Prinzessin. Aber vor uns befindet sich eine Yacht. Wir werden sie überfallen.“
Die Meerjungfrau sah ihn entsetzt an. „Überfallen? Die Menschen auf diesem Schiff haben euch doch gar nichts getan.“
„Tut mir leid, Prinzessin, aber wir sind nun einmal Piraten. Keine Sorge, wir lassen die Menschen am Leben. So grausam, sind wir nun auch wieder nicht.“
Dann drehte er sich zu seiner Mannschaft um.
„Macht euch bereit. Jeder geht auf seinen Posten!“ Seine Männer gehorchten.
Der Leopard, lief mit dem Känguru und dem Löwen zum Bug des Piratenschiffes und holte aus einem kleinen Laderaum Seile mit Enterhaken hervor.
Als die beiden Schiffe auf gleicher Höhe lagen, erklommen die beiden Raubtiere und das Känguru. mit einem gewaltigen Sprung die Reling der Yacht und befestigten die Enterhaken daran. Dabei erklang ein metallisches Geräusch.
Alarmiert drehte der Wachposten, der auf dem Bug stand, den Kopf in ihre Richtung.
Für einen kurzen Moment schaute er sie verwundert an.
Offenbar hatte er noch nie Tiere gesehen, die als Piraten verkleidet waren.
Geschweige denn ein Känguru, das sich Boxhandschuhe anzog, auf ihn zusprang und ihn niederschlug.
Der Leopard und der Löwe schlichen sich an den zweiten Wachposten heran und rissen ihn zu Boden.
Rocky schaute zu Bruno, dem Bären, der am Steuer des Piratenschiffes stand.
Er hob den Daumen in die Luft. Der Bär hatte verstanden und steuerte das Pein kleines Stück nach rechts. Die schlaffen Seile spannten sich und die restlichen Seeräuber kletterten daran empor.
„Gut gemacht“, lobte sie der Kapitän. Vorsichtig schlichen sie die Reling entlang, bis zum Achterdeck.
Ihnen bot sich ein seltsames Bild. Eine Gruppe von sechs Personen hatte einen Kreis um ein junges Paar gebildet. Die Frau trug ein langes, weißes Kleid. Der Mann neben ihr einen schwarzen, eleganten Anzug. Vor ihnen stand der Kapitän. Mit lauter Stimme sagte er:
„Wenn jemand etwas gegen, diese Hochzeit hat, soll er es jetzt sagen, oder für ewig schweigen.“
„Was ist eine Hochzeit?“, fragte Fleckchen den schlauen Fuchs.
„Bei einer Hochzeit schließen ein Mann und eine Frau einen Bund.
„Was denn für einen Bund?“
„Sie lieben sich, sowohl in guten als auch in schlechten Zeiten.
Dieser Bund wird sowohl mit einem Kuss als auch mit einem Ring besiegelt.
Schau! Es geht los.“
Dann geschah es. Die Braut und der Bräutigam gaben sich einen Kuss. Die Gäste klatschten Beifall. Auch Fleckchen und Leo waren so begeistert, dass sie ebenfalls laut klatschten.
Jetzt oder nie, dachte Rotbart. Er zog seine Waffe und sprang, gefolgt von seiner Mannschaft auf das Deck.
„Das ist ein Überfall!“, schrie er und schoss dreimal in die Luft.
Die Gäste und das Ehepaar schrien auf.
„Was soll ich jetzt sagen?“, fragte Rotbart den Fuchs.
Dieser schaute ihn verwundert an. „Ihr wisst nicht, was ihr sagen sollt?“
„Leider nein. Wir haben lange kein Schiff mehr überfallen.
Der Fuchs verdrehte die Augen. Und so was, nennt sich Kapitän, dachte er.
„Sag ihnen, dass sie sich auf den Boden legen und ihren Schmuck vor sich ausbreiten sollen.“
„Danke. Was wäre ich ohne deine Klugheit?“
Rotbart wiederholte lautstark, was ihm gesagt wurde und schoss ein weiteres Mal in die Luft. Die Menschen gehorchten.
Zufrieden drehte sich der Piratenkapitän zu dem Leoparden und dem Löwen um.
„Leo und Fleckchen, passt auf, dass….“
Der restliche Satz blieb ihm im Halse stecken
Denn der Löwe und der Leopard standen an dem Tisch mit den köstlich duftenden Speisen
und teilten sich einen Topf mit Hähnchenkeulen.
„Würdet ihr mir bitte verraten, was das soll?“, schrie Rotbart.
„Es tut uns Leid, Aber wir hatten einen so großen Hunger, dass wir nicht widerstehen konnten.“
Rotbart schüttelte den Kopf. Das durfte einfach nicht wahr sein.
Karottenkopf warf Leo einen Sack zu.
„Statt zu fressen, macht euch nützlich und packt alles in die Säcke. Oder wir segeln ohne euch nach Hause, verstanden?“
Leo und Fleckchen salutierten und machten sich mit hochroten Köpfen an die Arbeit.
Da wurde der kleine Leopard plötzlich am Kragen gepackt und in die Höhe gerissen.
Der Löwe erhielt einen Fußtritt, der ihn gegen die Schiffswand schleuderte. Bewusstlos blieb er liegen. Es war einer der beiden Wachtposten, der aus seiner Ohnmacht erwacht war und sich an sie herangeschlichen hatte.
Sein Kollege stürzte sich auf Rotbart, der durch diesen kurzen Moment abgelenkt war und schlug ihm die Pistole aus der Hand.
„Gut gemacht, Jungs lobte ihn der Yachtbesitzer, stand auf, nahm dem Wachtposten die Pistole ab und richtete sie auf die Piraten..
„So jetzt ist Schluss mit diesem Piraten-Theater. Hände hoch. Sonst geht eurer Katzenbaby baden.“ Er nickte dem Mann zu, der Fleckchen gepackt hatte und ihn über die Reling hielt. Panik stieg in dem Leoparden auf. Wie alle anderen Katzen hatte auch er Angst vor Wasser. Rotbart und seine Kameraden hoben die Hände.
Der Yachtbesitzer sah ihn und die anderen verächtlich an.
„Wer seid ihr eigentlich? Gehört zu einem Kinderzirkus?“
Er bekam keine Antwort.
„Redet! Oder eurer Freund geht baden.“
„Er kann aber nicht schwimmen“, sagte Karottenkopf.
„Dann lernt er es gleich, wenn ihr meine Frage nicht beantwortet“
„Wir sind Piraten und gehören nicht zu einem Zirkus“, knurrte Rotbart.
Die Menschen lachten. „Ein guter Witz“, spottete der Kapitän.
Ein lauter Schrei ließ ihn erschrocken zusammenzucken.
Denn Leo war aus seiner Ohnmacht erwacht und hatte dem Sicherheitsbeamten, der Fleckchen in seiner Gewalt hatte, ins Bein gebissen. Der Schmerz war so unangenehm, dass der Mann den Leoparden losließ.
Fleckchen landete unverletzt auf seinen vier Pfoten. Dann kletterte er auf den Tisch sprang auf den Mann zu und zerkratzte ihm die Wange.
Für eine Minute war der Kapitän und die restlichen Passagiere abgelenkt. Diese Minute nutzte Rocky.
Er stürzte sich auf ihn und schickte ihn mit einem Schwinger ins Reich der Träume. Genauso erging es auch dem zweiten Wachtposten.
Die restlichen Menschen rührten sich nicht. Sie kümmerten sich um die Braut die weinend am Boden saß. Das Gesicht in die Hände gestützt.
„Wir hätten nicht auf dieser Yacht heiraten sollen“, jammerte sie.
Dann sah sie ihren Ehemann böse an.
„Das ist deine Schuld. Hätte ich doch bloß nicht auf dich gehört. Dann säßen wir jetzt nicht in diesem Schlamassel.“
Zum Glück bin ich nicht verheiratet, dachte Rotbart und sammelte mit seiner Mannschaft, lachend die Lebensmittel und Wertsachen ein.
Bevor sie die Yacht verließen, drehte er ein letztes Mal zu ihnen um.
„Es tut mir Leid, dass wir euer Fest gestört haben. Wir bedanken uns ganz herzlich für die Köstlichkeiten und Wertsachen. Wenn ihr aber das nächste Mal Piraten trefft, solltet ihr auf sie hören und nicht den Helden spielen. Es könnte euch sonst euer Leben kosten. Wir wünschen euch noch einen schönen Tag.“
Dann kehrten sie lachend auf ihr Piratenschiff zurück und setzten ihre Reise fort.
Robert Go ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 29.10.2019, 00:56   #2
männlich Ralfchen
 
Benutzerbild von Ralfchen
 
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Alter: 73
Beiträge: 12.791


hallo und willkommen -

wo sind die tiere? ich hatte deinen text gestern um 22:00 gelesen und sank in ein lyrik-koma. bin heute aufgewacht und habe mit den leuten von disney gesprochen. der neue CEO ist ein freund den ich in meinen langen jahren in californien kennelernte. er will, dass du die rechte an dem text an disney verkaufts. was denkst du? ich will 99% kommission.

vlg
r
Ralfchen ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 29.10.2019, 07:56   #3
weiblich DieSilbermöwe
 
Benutzerbild von DieSilbermöwe
 
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Alter: 56
Beiträge: 4.395


Hallo Robert Go,

die Szene mit dem boxenden Känguru finde ich lustig, auch wenn sie für die Geschichte an sich keine Bedeutung hat.

Es fällt mir ein bisschen schwer, jetzt einen Kommentar zur Geschichte zu schreiben, da es schon länger her ist, dass du die anderen Teile eingestellt hast. Da muss ich nochmal nachlesen.

LG DieSilbermöwe
DieSilbermöwe ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 29.10.2019, 22:52   #4
männlich Ralfchen
 
Benutzerbild von Ralfchen
 
Dabei seit: 10/2009
Ort: London-Kaufbeuren-Wien
Alter: 73
Beiträge: 12.791


das Känguuuruuuh rief muh...
ich fragte ob es eine Kuh.
Ach ralfi ich nur ein aussi
und eigentlich ne dicke maussi.
Ralfchen ist offline   Mit Zitat antworten
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