Poetry.de - das Gedichte-Forum
 kostenlos registrieren Forum durchsuchen Letzte Beiträge

Zurück   Poetry.de > Geschichten und sonstiges Textwerk > Geschichten, Märchen und Legenden

Geschichten, Märchen und Legenden Geschichten aller Art, Märchen, Legenden, Dramen, Krimis, usw.

Antwort
 
Themen-Optionen Thema durchsuchen
Alt 28.08.2019, 23:13   #1
männlich Robert Go
 
Dabei seit: 11/2018
Ort: Chemnitz
Beiträge: 39


Standard Kapitel 07 Menschen und Magie

Fröhlich folgte Saphira dem Piratenschiff. Es hatte die Höhle verlassen und nahm Kurs auf das offene Meer. Kapitän Rotbart stand an Deck.
Gerade wollte er einen Befehl geben, als ihm etwas einfiel.
Er beugte sich über die Reling.
„Ahoi, Prinzessin. Habt ihr zufällig eine Karte? Ich weiß nicht in welche Richtung wir segeln sollen“.
„Ich gebe euch gleich eine Karte, Kapitän. Zuerst muss ich mit euch noch einige wichtige Dinge besprechen.“
„Was denn für wichtige Dinge?“
„Es geht um euch und eure Mannschaft.“
Rotbart sah die Seeräuber verwundert an. Es waren keine Menschen und auch keine Zwerge. Vor ihm standen elf Tiere. Zwei Affen, ein Adler, ein Löwe, ein Leopard, ein Schwein, ein Känguru, ein Hase, ein Kraken, ein Bär und ein Fuchs.

*

Vor vielen Jahren hatten Menschen auf der Insel des Seemonsters gelebt.
Zuerst waren es nur wenige. Doch sie vermehrten sich.
Es hatte fatale Folgen für die Tiere und die Natur.
Denn die Menschen fällten die Bäume. Aus dem Holz bauten sie Hütten. Abfälle wurden in den Gewässern entsorgt. Beeren und andere Früchte genügten ihnen als Nahrung nicht mehr. Deshalb töteten sie die Tiere und aßen ihr Fleisch. Aus den Zähnen und Krallen bastelten sie Schmuck. Das Seemonster ärgerte sich sehr über dieses barbarische Verhalten. Aus Rache zerstörte es die Hütten und verwandelte die Menschen in Statuen. Jedoch nur die Erwachsenen. Ihre Kinder blieben von dieser schrecklichen Strafe verschont. Stattdessen mussten sie als Tiere weiterleben.
Der Zwerg Rotbart nahm sie bei sich auf. Für ihn ging ein Traum in Erfüllung.
Der Traum einer eigenen Piratenbande. Praktischerweise erfüllte jedes Tier einen guten Zweck. Die Affen konnten sehr gut klettern. Aus diesem Grund wurde ihnen das Setzten der Segel aufgetragen. Das Schwein war ein Feinschmecker. Es bereitete in der Schiffsküche die Mahlzeiten zu. Der Kraken, mit seinen vielen Tentakeln, deckte den Tisch und räumte ihn ab. Gleichzeitig war er auch für den Abwasch zuständig. Der schlaue Fuchs wurde der Schiffsarzt. Der Adler, mit seinen scharfen Augen, bekam den Mastkorb zugeteilt. Er hielt nach Inseln und Schiffen Ausschau. Der Hase wurde zum Vize-Kapitän ernannt. Der Leopard und der Löwe waren sehr schnell und konnten laut brüllen. Das Känguru, war ein guter Boxer und konnte sehr hoch springen. Diese drei bildeten den Angriffstrupp. Bei ihren Raubzügen waren sie für das Entern von Schiffen zuständig. Der Bär war der Steuermann.

*

Die Meerjungfrau setzte sich auf einen Felsen, um mit dem Schiff auf einer Augenhöhe zu sein.
„Wir segeln in eine fremde Welt. Dort ist noch keiner von uns gewesen.
Deshalb solltet ihr euch anders kleiden. Denn wir wollen einen guten Eindruck hinterlassen.“
„Was für Kleidung sollen wir denn tragen? Wir haben nur diese hier.“
Als Beweis zupfte er an seinem dreckigen Hemd.
Der Elf Topas hielt sich die Nase zu.
„Das riecht man“, sagte er. „Wascht ihr euch nie?“
„Doch. Wir waschen uns einmal im Monat.“
Topas sah ihn entgeistert an, sagte aber nichts.
Die Meerjungfrau stieß einen lauten Pfiff aus.
Verwundert schauten sich die Piraten an.
Da rief der Löwe: „Schaut mal, da fliegt etwas auf uns zu!“
Es waren zwei Feen. Sie trugen bunte Kleider. In den Händen hielten sie jeweils einen kleinen Sack. Eine der Feen, wandte sich an Saphira.
„Was können wir für euch tun, Prinzessin?“
„Gebt den Piraten neue Kleidung. Wir wollen eine fremde Welt erkunden!“
Die Fee verbeugte sich vor ihr und landete mit ihrer Begleiterin auf dem Schiff.
Sie drehten sich im Kreis und verschütteten den ganzen Inhalt ihrer Säcke.


Unzählige goldene Funken, rieselten auf die Piraten nieder. Ihre alten, verschmutzten Hemden und Hosen verschwanden. Stattdessen trugen sie nun schicke Uniformen. Nachdem die Feen ihr Werk vollendet hatten, verabschiedeten sie sich.
„So seht ihr viel besser aus. Nun werde ich euer Schiff umgestalten.
Denn so wie es jetzt ist kann es nicht bleiben. Die Menschen werden sich fürchten, wenn sie die Totenkopf-Flagge und die Kanonen sehen.“
„Sie hat Recht. Wir sollten kein unnötiges Aufsehen erregen.“, stimmte der Fuchs zu.
„Aus diesem Grund sollten wir auch die Waffen hierlassen. Es hätte schlimme Folgen, wenn ein Mensch durch uns zu Schaden käme.“
„Na, meinetwegen. Aber was machen wir, wenn sie uns angreifen?“; fragte Rotbart.
Das Känguru klopfte auf seinen Beutel, in dem zwei Boxhandschuhe lagen. Es wurde für seine Schlagkraft gefürchtet.
Der Leopard und der Löwe zeigten ihre scharfen Krallen und knurrten bedrohlich.
„Sie können es ja mal probieren“, sagte das Känguru.
„ich sagte wir sollten kein Aufsehen erregen, Rocky“, widerholte der Fuchs.
„Also halte dich mit den anderen beiden zurück. falls es Ärger geben sollte. Nicht, dass wir euretwegen in Schwierigkeiten geraten.“
Der Kapitän wandte sich wieder an die Meerjungfrau.
„Das Schiff zu verändern, dauert mehrere Wochen. Diese Zeit haben wir nicht.“
Saphira lachte. „Ihr vergesst, dass ich auch eine Zauberin bin.“
Konzentriert schloss sie die Augen. An ihrer Halskette, begannen die Edelsteine zu leuchten. Gleichzeitig streckte sie die Arme weit aus. Dann warf sie den Kopf in den Nacken und riss die Arme hoch. Da geschah es: Auf der Backbord-und der Steuerbord Seite des Schiffes türmten sich zwei meterhohe Wellen auf.
Die Wassermassen ergossen sich auf dem Deck. Sie drangen in jede kleine Ritze und spülten den Dreck weg. Gleichzeig färbten sich die dunklen Schiffsplanken weiß. Das Schwarze Großsegel, am Hauptmast, leuchtete gelb. Der Rammbock am Bug verwandelte sich in einen Katzenkopf.

„Das ist Hexerei!“, rief der Adler.
„Nein, keine Hexerei“, erwiderte Saphira. „Dies ist die Kraft der Magie.“
Der Kapitän schaute zum Himmel. Nicht mehr lange, dann würde die Sonne untergehen. Er segelte ungern in der Nacht. Denn wenn im Dunkeln konnte er nicht gut sehen.
„Können wir endlich los?“, fragte er.
„Noch nicht“
„Warum?“
Saphira hielt ein Buch in die Höhe.
„Ihr solltet erst dies Buch lesen, bevor ihr los segelt.“
Sie warf es ihm zu. Er schlug es auf. Auf den ersten Seiten waren mehrere Personen abgebildet. Sie waren in fünf Gruppen eingeteilt: Babys, Erwachsene, Kinder, Jugendliche und Senioren.
Auf einer anderen Buchseite mit der Überschrift Häuser, sahen die Piraten, mehrere
Gebäude einmal mit spitzem und einmal mit flachen Dächern.
Sie schauten sich die die Fahrzeuge und Schiffe an, mit denen man, auf dem Land- und dem Seeweg reiste.
Auf der vorletzten Seite hatte der Autor des Buches viele Lebensmittel und Flaschen mit verschiedenen Flüssigkeiten gezeichnet und namentlich benannt.
Auf der letzten Seite war eine Karte abgebildet.
Rotbart prägte sich jedes Detail auf der Karte gut ein und legte das Buch beiseite.
Dann wandte er sich an seine Mannschaft:
Jetzt wissen wir alles, was wir müssen wissen. Lasst uns aufbrechen. Steuermann, wir nehmen Kurs nach Norden!“
„zu Befehl, Kapitän!“, sagte der Bär.
Langsam setzte sich das Schiff in Bewegung.
Robert Go ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.09.2019, 23:52   #2
männlich Ralfchen
 
Benutzerbild von Ralfchen
 
Dabei seit: 10/2009
Ort: London-Kaufbeuren-Wien
Alter: 73
Beiträge: 11.701


hallo und servus -

irgendwie fehlt mir käpn Huck.

vlg
r
Ralfchen ist offline   Mit Zitat antworten
Antwort

Lesezeichen für Kapitel 07 Menschen und Magie

Themen-Optionen Thema durchsuchen
Thema durchsuchen:

Erweiterte Suche


Ähnliche Themen
Thema Autor Forum Antworten Letzter Beitrag
Magie Isabel Seifried Gefühlte Momente und Emotionen 0 19.06.2015 21:35
Magie tochtervgoethe Gefühlte Momente und Emotionen 0 14.01.2011 10:29
Magie lilie Liebe, Romantik und Leidenschaft 2 29.04.2010 18:57
Magie Chromoxid Gefühlte Momente und Emotionen 0 21.01.2006 15:22


Sämtliche Gedichte, Geschichten und alle sonstigen Artikel unterliegen dem deutschen Urheberrecht.
Das von den Autoren konkludent eingeräumte Recht zur Veröffentlichung ist Poetry.de vorbehalten.
Veröffentlichungen jedweder Art bedürfen stets einer Genehmigung durch die jeweiligen Autoren.