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Gefühlte Momente und Emotionen Gedichte über Stimmungen und was euch innerlich bewegt.

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Alt 21.02.2019, 01:09   #1
weiblich Alina Feddersen
 
Dabei seit: 02/2019
Alter: 15
Beiträge: 4

Standard Wann ist denn endlich Frieden?

Es war vor nunmehr über 70 Jahren,
als deutsche Städte in den Trümmern lagen.
Als Opa als Soldat,
im Bombenhagel fast verstarb.
Zu den Franzosen wurd' verbracht,
in jahrelange Kriegsgefangenschaft.

Betrogen um seine Jugend kam er nach Haus,
nach all dem Elend und dem Graus.
Als er mit 17 fort ging, hatte er Träume in sich,
gerade eben so, wie du und ich.
Zurück kam er als erwachsener Mensch,
statt der 1.Liebe, das Trauma des Krieges im Hemd.

Die Schrecken des Krieges waren Opas stete
und das sogar noch bis ins hohe Alter.
Er sprach nicht viel über das Erlebte,
doch manchmal weinte er, wie mir Papa erzählte.
Eines Morgens blieb er dann liegen
und fand endlich seinen Frieden.

Krieg ist scheiße, er ist einfach das Letzte,
er ist nie eine Lösung und so leicht zu ersetzen.
Für die meisten Opfer von Krieg und
ist der Tod das Einzige, was sie von ihrem Leiden befreit.
Alina Feddersen ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.02.2019, 07:44   #2
weiblich DieSilbermöwe
 
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Dabei seit: 07/2015
Alter: 56
Beiträge: 4.220

Hallo Alina,

ein trauriges Gedicht über das Leben des Opas im und nach dem Krieg. Einige Zeilen berühren sehr.
Was ich persönlich nicht so gut finde, wenn man Persönliches mit allgemeinen Aussagen vermischt. Aus der Überschrift "Wann ist denn endlich Frieden?" und der letzten Strophe könnte man ein zweites Gedicht machen, das für sich steht und sich im ersten Gedicht nur mit dem Leben des Opas befassen., das heißt, die ersten drei Strophen so stehenlassen, aber mit einem persönlicheren Titel.

Aber das ist nur meine persönliche Meinung.

LG DieSilbermöwe
DieSilbermöwe ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 21.02.2019, 18:13   #3
männlich PoetMax
 
Dabei seit: 02/2019
Ort: Kiel
Alter: 15
Beiträge: 3

Sehr Gut Schatz ❤️
PoetMax ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.02.2019, 18:22   #4
männlich Ralfchen
 
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Dabei seit: 10/2009
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Alter: 73
Beiträge: 11.578

Zitat:
Zitat von PoetMax Beitrag anzeigen
Sehr Gut Schatz ❤️
lieb dass du deine freundin hier hochlobst. aber der text ist, wie SM schon sagte sehr bearbeitungsbedürftig. aber im angesicht des alters der texterin muss man das entschuldigen. aber wie man weiß war die franz. gefangenschaft nicht so schlimm wie die russ.

vlg
rchen
Ralfchen ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.02.2019, 18:29   #5
männlich Heinz
 
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Dabei seit: 10/2006
Ort: Hilden, NRW
Beiträge: 5.238

Liebe Alina,
zum Gedicht werde ich später was sagen. Ich stieß erst einmal auf die Verse:
"Zu den Franzosen wurd verbracht/in jahrelange Kriegsgefangenschaft".
Tatsächlich begann die Geschichte der deutschen Kriegsgefangenen in französischer Hand im Jahre 1943 (in Nordafrika) und endet im Dezember 1948 mit dem letzten Heimkehrer. Machst Du hier nicht die Angreifer/Aggressoren zu bedauernswerten Opfern?
Wie war es mit dem Schicksal der Überfallenen? Das Deutsche Reich hatte vom Tag des Überfalls, dem 22. Juni 1941, bis Ende 1942, zur Zeit der Kriegswende in Stalingrad, etwa 5,7 Millionen Soldaten der Roten Armee gefangen genommen. Davon sind 3,3 Mio verreckt.
Später mehr zu diesem Thema.
Liebe Grüße,
Heinz

PS.
Liebes Ralfchen,
und die russische oft nicht so schlimm wie allgemein beschrieben. Leider sind die meisten inzwischen gestorben; von den Überlebenden höre ich ganz unterschiedliche Darstellungen.. Aber das ist ein ganz anderes Thema.
H.
Heinz ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.02.2019, 18:41   #6
weiblich Alina Feddersen
 
Dabei seit: 02/2019
Alter: 15
Beiträge: 4

Zitat:
Zitat von Ralfchen Beitrag anzeigen
lieb dass du deine freundin hier hochlobst. aber der text ist, wie SM schon sagte sehr bearbeitungsbedürftig. aber im angesicht des alters der texterin muss man das entschuldigen. aber wie man weiß war die franz. gefangenschaft nicht so schlimm wie die russ.

vlg
rchen
Ich weiß nicht, wie du darauf kommst, dass ich die französische Kriegsgefangenschaft hier schlimmer als die russische mache... denn mit dem Vers 'nach all dem Elend und dem Graus' meine ich nicht die Kriegsgefangenschaft sondern den Krieg im Allgemeinen.
Alina Feddersen ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.02.2019, 18:57   #7
weiblich Alina Feddersen
 
Dabei seit: 02/2019
Alter: 15
Beiträge: 4

Zitat:
Zitat von Heinz Beitrag anzeigen
Liebe Alina,
zum Gedicht werde ich später was sagen. Ich stieß erst einmal auf die Verse:
"Zu den Franzosen wurd verbracht/in jahrelange Kriegsgefangenschaft".
Tatsächlich begann die Geschichte der deutschen Kriegsgefangenen in französischer Hand im Jahre 1943 (in Nordafrika) und endet im Dezember 1948 mit dem letzten Heimkehrer. Machst Du hier nicht die Angreifer/Aggressoren zu bedauernswerten Opfern?
Wie war es mit dem Schicksal der Überfallenen? Das Deutsche Reich hatte vom Tag des Überfalls, dem 22. Juni 1941, bis Ende 1942, zur Zeit der Kriegswende in Stalingrad, etwa 5,7 Millionen Soldaten der Roten Armee gefangen genommen. Davon sind 3,3 Mio verreckt.
Später mehr zu diesem Thema.
Liebe Grüße,
Heinz

PS.
Liebes Ralfchen,
und die russische oft nicht so schlimm wie allgemein beschrieben. Leider sind die meisten inzwischen gestorben; von den Überlebenden höre ich ganz unterschiedliche Darstellungen.. Aber das ist ein ganz anderes Thema.
H.
Ich wollte in dem Gedicht keine genauen Informationen zum Krieg geben, sondern die persönliche Geschichte meines Opas erzählen!
Alina Feddersen ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.02.2019, 19:08   #8
männlich Ralfchen
 
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Alter: 73
Beiträge: 11.578

Zitat:
Zitat von Alina Feddersen Beitrag anzeigen
Ich wollte in dem Gedicht keine genauen Informationen zum Krieg geben, sondern die persönliche Geschichte meines Opas erzählen!
ja A -

dann bitte mehr details über Opas leben.

vlg
r
Ralfchen ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.02.2019, 19:17   #9
weiblich Ilka-Maria
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Zitat:
Zitat von Ralfchen Beitrag anzeigen
aber wie man weiß war die franz. gefangenschaft nicht so schlimm wie die russ.
Mit einer Gewichtung wäre ich vorsichtig. Nach dem, was ich weiß (von persönlich Betroffenen), war die Gefangenschaft bei den Franzosen mitunter sehr schlimm. Der Hass zwischen Franzosen und Deutschen dürfte auch historisch älter und tiefer gewesen sein als zwischen Russen und Deutschen. Was die Gefangenschaft bei den Russen so schlimm machte, beruhte wahrscheinlich auf ganz anderen Gründen als bei den Franzosen.
Ilka-Maria ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.02.2019, 19:24   #10
männlich Ralfchen
 
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Dabei seit: 10/2009
Ort: London-Kaufbeuren-Wien
Alter: 73
Beiträge: 11.578

das mag sein. ich hatte von beiden seiten der gefangenschaft von bekannten gehört. ich werde mich sicher nicht festlegen, weil ich da kein experte bin. es mag sehr wohl von dem was du anmerkst mehr den punkt treffen.
Ralfchen ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.02.2019, 19:30   #11
weiblich Ilka-Maria
Forumsleitung
 
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Ort: Arrival City, auf der richtigen Seite des Mains
Beiträge: 22.389

Zitat:
Zitat von Ralfchen Beitrag anzeigen
ich werde mich sicher nicht festlegen, weil ich da kein experte bin.
Ich auch nicht, deshalb bin ich mit einer Stellungnahme vorsichtig. Manche Franzosen waren deutsch- und Hitler-freundlich, das ist nur wenig bekannt. Auf die Bretonen trifft das zu, denn sie erhofften sich von der deutschen Besetzung und einem deutschen Sieg endlich Unterstützung, sich von Frankreich unabhängig machen zu können.

Aber dies nur nebenbei, das führt zu weit vom Gedicht weg.
Ilka-Maria ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.02.2019, 19:48   #12
männlich Gylon
 
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Beiträge: 4.265

Liebe Alina Feddersen,
erst einmal finde ich es super, dass Du etwas zu dem Thema schreibst. Im Rahmen einer schulischen Arbeit, oder aus einem Bedürfnis heraus? Den Text könnte man sicher noch überarbeiten, aber Du bist noch jung und hast noch Zeit genug dich mit Thema und Text auseinander zu setzten.
Gerne gelesen!

Liebe Grüße Gylon

Ich würde beim Thema Kriegsgefangenschaft auf eine Gewichtung auch ganz verzichten, alles nur Hörensagen.
Wer in Frankreich gefangen war, kann wohl kaum was über die russische Gefangenschaft erzählen und umgekehrt. Wer in beiden Gefangenschaften war, kann zwar vergleichen, das heißt aber nicht, dass es im Gefangenlager nebenan ganz anders war. Meine beiden Großväter waren beide in Gefangenschaft, einer in Russland und einer in Frankreich. Beide sind zum selben Ergebnis gekommen. In der Gefangenschaft war es schlimm, im Krieg und kurz danach, schlimmer.

Liebe Grüße Gylon
Gylon ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.02.2019, 19:50   #13
männlich Heinz
 
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Beiträge: 5.238

Liebe Alina,
Du willst in einem Gedicht die Geschichte Deines Opas erzählen. Damit sagst Du mir, dass der Inhalt des Gedichts autobiografisch ist, Du als Verfasserin also das lyrische Ich bist.
Ein Gedicht ist aber keine Erzählung. Dafür eignet sich ein Prosawerk besser.
Ein Gedicht bringt vieles in verknappter Form (ich sage bewusst nicht "in verdichteter Form"). Und dann bekommt jeder Vers, ja sogar jedes Wort ein besonderes Gewicht.

Es war vor nunmehr über 70 Jahren,
als deutsche Städte in den Trümmern lagen.
Als Opa als Soldat,
im Bombenhagel fast verstarb.
Zu den Franzosen wurd' verbracht,
in jahrelange Kriegsgefangenschaft.

Betrogen um seine Jugend kam er nach Haus,
nach all dem Elend und dem Graus.
Als er mit 17 fort ging, hatte er Träume in sich,
gerade eben so, wie du und ich.
Zurück kam er als erwachsener Mensch,
statt der 1.Liebe, das Trauma des Krieges im Hemd.

Du beginnst mit einer zeitlichen Verortung und teilst mit, dass deutsche Städte in Trümmern lagen und der Opa fast im Bombenhagel gestorben ist, stattdessen in jahrelange Kriegsgefangenschaft bei den Franzosen kam. (Fast könnte man sagen: Da hat er aber Glück gehabt! Das griffe aber zu kurz und erhellt keineswegs die Hintergründe. Warum lagen die deutschen Städte in Trümmern? Woher kam der Bombenhagel? Was bedeutet die Erwähnung, dass er in französische Kriegsgefangenschaft gekommen ist?
Der Großvater kommt - um seine Jugend betrogen - nach Hause. Die ersten Zeilen einer Strophe, dessen musst Du Dir bei einem Gedicht bewusst sein, sind äußerst bedenkenswert (siehe Goethe: "Bedenke wohl die erste Zeile!").Schon stellt sich die Frage: Wer hat ihn um seine Jugend betrogen?
Wer hat das Elend und den Graus verursacht?
Warum ging er mit 17 Jahren "fort"? Wo ging er denn hin?

Gehörte er zu den zum Kriegsdienst verpflichteten oder hat er sich freiwillig gemeldet? Das "Trauma des Krieges im Hemd" - das hört sich flapsig an und ich denke, zu so einem ernsten Gedicht passt diese Redewendung nicht.


Die Schrecken des Krieges waren Opas stete
und das sogar noch bis ins hohe Alter.
Er sprach nicht viel über das Erlebte,
doch manchmal weinte er, wie mir Papa erzählte.
Eines Morgens blieb er dann liegen
und fand endlich seinen Frieden.

Von den Schrecken des Krieges hat er ja nicht allzu viel mitbekommen. Wenn er in jahrelanger Kriegsgefangenschaft bei den Franzosen war, kann es sich um maximal fünf Jahre gehandelt haben. Dann hätte er die Unannehmlichkeiten der Kriegsgefangenschaft erlebt. Also - da stimmt irgend etwas nicht.
Da er aber nicht viel über das Erlebte (den Krieg) erzählte und nachts weinte, muss er doch zunächst an den Kriegshandlungen teilgenommen haben. Weshalb weinte er?


Krieg ist scheiße, er ist einfach das Letzte,
er ist nie eine Lösung und so leicht zu ersetzen.
Für die meisten Opfer von Krieg und
ist der Tod das Einzige, was sie von ihrem Leiden befreit.

Krieg ist scheiße! Da gebe ich Dir uneingeschränkt Recht! Dass er "leicht" zu ersetzen ist, wage ich angesichts der vielen Kriege (von denen wir seit über siebzig Jahren im eigenen Land verschont geblieben sind) zu bezweifeln. Und NEIN, es ist nicht der Tod das Einzige, was die Opfer (hier stellt sich unausweichlich die Frage: Wer sind die "Opfer", wer sind die Täter?) von ihren Leiden befreit. Es ist der unabdingbare Wille, alles zu tun, um künftige Kriege zu vermeiden. Die Europäische Union und deren Unterstützung beim Friedenserhalt wäre eine Möglichkeit,Opfer gar nicht erst zu "produzieren". Deshalb: Wehret den Anfängen (auch den verbalen Hetzereien und Geschichtsverdrehungen).
Das war der Grund für meinen Vergleich mit den russischen Opfern in großdeutscher Kriegsgefangenschaft.


Liebe Grüße,
Heinz
Heinz ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.02.2019, 20:01   #14
männlich Ralfchen
 
Benutzerbild von Ralfchen
 
Dabei seit: 10/2009
Ort: London-Kaufbeuren-Wien
Alter: 73
Beiträge: 11.578

hallo A -

das hast du sicher nicht erwartet, dass die menschen deinen text hier so ernst nehmen und sich damit intensiv auseinandersetzen. ich finde das toll und freue mich für dich. meine frage ab dich: hast du die absicht lyrisch zu schreiben oder wird das nur eine einmalige sache? danke bis später

vlg
rchen
Ralfchen ist offline   Mit Zitat antworten
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